Anspruch auf ALG1? (1 Betrachter)

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Knoepfle

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Hallo zusammen,

ich brauche eure Hilfe. Ich habe letztes Jahr mein Studium abgeschlossen und arbeite seit Dezember 2016 in einem Unternehmen. Ich bin nun seit zwei Wochen krankgeschrieben und so wie es im Moment aussieht, werde ich die nächsten Wochen auch nicht arbeitsfähig sein. Da ich keinen Kündigungsschutz habe (erst ab nächsten Monat, da ich erst 5 Monate dort arbeite), rechne ich mit der Kündigung.

Ich weiß, dass ich 6 Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung habe und danach die Krankenkasse Krankengeld zahlt (70% des letzten Bruttolohns?).

Angenommen, ich werde diesen Monat zum Monatsende gekündigt. Die Kündigungsfrist beträgt laut Vertrag 3 Monate. Dann wäre ich bis 31.8.17 in dem Unternehmen beschäftigt (beziehe aber Krankengeld) und ab dem 1.9.17 arbeitslos, sofern ich dann wieder arbeitsfähig bin. Sollte ich wieder arbeitsfähig sein, hätte ich theoretisch Anspruch auf ALG1 ab 1.9.17.

Nun frage ich mich aber, ob die vollen 9 Monate (Dezember 16- August 17) auf die Anwartschaft für ALG1 angerechnet werden? Dann würden mir "nur" noch 3 Monate fehlen und die hätte ich, da ich von Juni-Dezember 2015 ein bezahltes Praktikum gemacht habe und dort auch Sozialbeiträge gezahlt habe.

Hätte ich dann ab September Anspruch auf 6 Monate ALG1 und wie würde es sich berechnen lassen?

Vielen Dank!
 

Katzenfan

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Ich weiß, dass ich 6 Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung habe und danach die Krankenkasse Krankengeld zahlt (70% des letzten Bruttolohns?).
Die Höhe des kalendertäglichen Krankengeldes richtet sich nach Ihrem regelmäßigen Einkommen. Im Allgemeinen sind das 70 Prozent vom Brutto, jedoch höchstens 90 Prozent vom Netto. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld werden dazugezählt. Das Krankengeld ist auf einen gesetzlichen Höchstbetrag von 101,50 Euro pro Tag (Wert 2017) begrenzt. Wir kümmern uns für Sie um die zur Berechnung erforderliche Verdienstbescheinigung.
Quelle: https://www.aok.de/inhalt/krankengeld-fuer-arbeitnehmer/

Hier noch ein guter Krankengeldrechner:
https://www.tk.de/tk/krankengeld/arbeitnehmer/krankengeldrechner/133034

Angenommen, ich werde diesen Monat zum Monatsende gekündigt. Die Kündigungsfrist beträgt laut Vertrag 3 Monate. Dann wäre ich bis 31.8.17 in dem Unternehmen beschäftigt (beziehe aber Krankengeld) und ab dem 1.9.17 arbeitslos, sofern ich dann wieder arbeitsfähig bin. Sollte ich wieder arbeitsfähig sein, hätte ich theoretisch Anspruch auf ALG1 ab 1.9.17.
Du meinst, Du würdest (evtl.) am Monatsende Mai zum 31.08.2017 gekündigt, oder?

Solange Du Krankengeld beziehst, baust Du auch damit Anwartschaftszeiten auf. Dafür ist es eigentlich egal, ob Du noch in einem Arbeitsverhältnis stehst oder nicht. Solltest Du also über den 31.08. hinaus krank sein, läuft Dein Krankengeldanspruch weiter, sofern Du Dich lückenlos AU schreiben lässt.

Nun frage ich mich aber, ob die vollen 9 Monate (Dezember 16- August 17) auf die Anwartschaft für ALG1 angerechnet werden? Dann würden mir "nur" noch 3 Monate fehlen und die hätte ich, da ich von Juni-Dezember 2015 ein bezahltes Praktikum gemacht habe und dort auch Sozialbeiträge gezahlt habe.
Ja, wird alles angerechnet.

Hätte ich dann ab September Anspruch auf 6 Monate ALG1 und wie würde es sich berechnen lassen?
Ja, hättest Du.
Da im (normalen) 1jährigen Bemessungsrahmen (vom Tag der Arbeitslosmeldung 1 Jahr zurückgerechnet) mindestens 150 Tage mit Arbeitsentgelt liegen, wird dieser nicht auf zwei Jahre erweitert. Somit wird das ALG nur aus dem Gehalt Deiner jetzigen Beschäftigung berechnet.

Hier kannst Du Dein voraussichtliches Arbeitslosengeld berechnen:
Selbstberechnung - www.arbeitsagentur.de

In diesem Thread (ab Beirag #6) habe ich erst kürzlich ausführlich was zu dieser Thematik geschrieben:
https://www.elo-forum.org/alg/183239-besteht-anspruch-alg.html#post2198158
 
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