Anspruch auf ALG 1 nach Bufdi und befristetem Arbeitsvertrag

G

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Hallo,

ich machte 2016 und 2017 für jeweils 6 Monate Bufdi, bekam hinterher für 6 Monate ungefähr 90 € ALG 1 plus aufstockendes ALG 2, für die Vermittlung war die Agentur zuständig, Agentur und Jobcenter sind hier getrennt, wir sind Optionskommune. Das ALG 1 wäre Ende April 2018 ausgelaufen. Am 3. April 2018 nahm ich in einer Firma ein saisonbedingt bis Mitte Dezember 2018 befristetes Arbeitsverhältnis auf, danach macht man dort geringfügig Winterdienst auf Abruf und wird ab Frühjahr (genaues Datum ist vom Wetter und Vegetation abhängig) dann wieder eingestellt. Die Winterdienstbereitschaft ist Vorraussetzung das man wieder eingestellt wird. Heute war ich mich persönlich arbeitslos melden. Die SB in der Vermittlung interessierte das Schreiben vom AG überhaupt nicht, sie schwafelte was von Verfügbarkeit und Überbrückungsjobs, was totaler Unsinn ist. Die Unterlagen gab ich dann in der Leistungsabteilung ab. Der nette SB dort sagte, das mir nur ein Monat ALG 1 zusteht und zwar der Rest vom April 2018, ich dachte aber, das die Bufdi-Zeit und das von dem befristeten Job zusammengezählt wird. Was stimmt nun?

Danke
 

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Hallo Locutus,

die erhaltenen Auskünfte sind korrekt.
Die Beschäftigungszeiten der letzten 24 Monate werden nur dann zusammengezählt, wenn sie nicht bereits für einen Anspruch auf ALG I berücksichtigt wurden. Das ist aber bei dir der Fall (2x6 Monate BufDi = 6 Monate Anspruch auf ALG I) und daher ist eben nur noch ca 1 Monat Anspruch übrig und kein neuer entstanden.

Die Wiedereinstellungszusage ist nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt ist. Solange du keinen neuen Vertrag in den Händen hältst mit einem festen Beginndatum kann der AG sich das ja auch immer noch anders überlegen. Von daher musst du alles tun, um möglichst bald wieder in Arbeit zu sein - und das ist nicht mit Minijob Winterdienst getan.

Viele Grüße
Agent
 

Kerstin_K

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Naja, das kommt wohl auch auf den inzelfall an.

meine Schwägerin hat mal in einem Hotel auf einer Insel gearbeitet. Die gaben immer die Leute Ende Dezember entlassen und zum 01. februar wieder eingestellt. Das war jahrelang geübte Praxis und dies war der AfA vor Ort bekannt.

Da gab es keine grossen Vermittlungsbemühungen, meine Schwägerin bekam damals sogar in dem Monat die 21 Tage Ortsabwesenheit bewilligt.
 

Agent

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@Kerstin_K Da hast du mit deinem Beispiel durchaus Recht. Bei uns läuft es ähnlich im Baugewerbe, da ist nun mal im Winter nicht so viel los. Aber eine WE-Zusage "wenn das Wetter besser ist" ist einfach zu ungenau.
Zumal der TE (ich maße mir mal an zu interpretieren) vermutlich keine abgeschlossene Ausbildung hat und das zugrunde liegende ALG für §140 nicht viel hergibt. Somit könnten auch alle anderen Helfertätigkeiten als zumutbar angesehen werden.

@TE: hast du einen Berufsabschluss? Wenn nein - wäre das nicht auch eine überlegenswerte Alternative?
 
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Hallo,

ja ich habe einen Abschluß in dem Bereich, in dem die Firma tätig ist (Grünflächen). Ich habe dort die Probezeit überstanden und möchte für ein paar Jahre dort bleiben, da das meine erste Vollzeitstelle seit langem ist (vorher Bufdi, geringfügig u.ä.). Die Arbeit an sich geht, nur mit dem Abläufen und Kniffen hängt es noch etwas, aber wenn man länger da ist, wird das ja auch besser. Von ca. 30-40 Leuten sind 10-12 befristet angestellt, da über die Wintermonate nicht genug Arbeit da ist. Auf dem Schreiben steht "Sollten Sie uns für den Winterdienst pünktlich und zuverlässig zur Verfügung stehen, geben wir Ihnen die Zusage, Sie ab dem Frühjahr wieder fest einzustellen". Ein genaues Datum ist schwer zu nennen, da es von der Witterung und der Auftragslage abhängig ist. Hauptauftraggeber sind Wohnungsunternehmen und die bestimmen, ab wann wir in die Anlagen können, die bezahlen ja dafür, ist nun mal Dienstleistung. Wenn ich woanders anfange, besteht die Gefahr, dort die Probezeit nicht zu bestehen und dann mit nichts dazustehen, falls nicht wieder zurück kann.
 
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Gelöschtes Mitglied

Gast
Hallo,

wieder ist ein Jahr um und ich stehe wieder vor dem selben Problem, morgen 8.00 Gespräch über "berufliche Situation", ich ahne schon, das Schreiben vom AG wird wieder nicht anerkannt. Ist mir aber egal. Im Januar gibts noch mal Lohn vom Dezember und die beiden anderen Monate kriege ich so rum, habe noch was gespartes. Wenn die Krankenversicherung nicht wäre,würde ich da gar nicht erst hingehen. Die schickten mir doch schon wieder was zu, ohne RFB, flog gleich weg, der Mist.
 
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