Anrechnung von Einkommen aus Nebengewerbe nach Arbeitsantritt (1 Betrachter)

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Julchen68

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Hallo,

Wie ich hier schon kundgetan habe, gibt es ab Montag wieder etwas für mich zu tun.
Nun habe ich aber auch ein Internet-Nebengewerbe und habe just vor 2 Tagen mehrere Rechnungen rausgeschickt, die wohl noch im Juni beglichen werden dürften (Korrektur: vom ersten Kunden ist das Geld gerade angerollt, verdammte übereifrige Zahler :cool: ähem).
Wie verhält es sich mit der Anrechnung dieses Einkommens?
Soweit ich das verstanden habe, muß man das ALG für den Monat zurückzahlen, wenn im selben Monat auch das erste Gehalt auf dem Konto auftaucht. Soweit ist mir das klar.

Man muß auch nur die bewilligte Summe (abzüglich ein paar %) zurückzahlen. Das restliche Gehalt bleibt einem in dem Fall also komplett erhalten. Auch das ist klar.

Aber gilt dies auch für Zuflüsse aus dem Nebengewerbe? Ist auch diese Summe "unantastbar" oder muß ich sie in die Abschlußrechnung meines Gewerbes aufnehmen?

Alle Klarheiten beseitigt? :D

Am besten gebe ich mal ein kleines Beispiel:

Feb: Bezugsstart von ALG 2, bewilligt bis Ende Juli
Mrz: ca. 300 € Nebeneinnahmen
5. Juni: ca. 800 € Nebeneinnahmen
8. Juni: Arbeitsbeginn
12. Juni: vorraussichtliche Unterzeichnung des Arbeitsvertrages
8.-30. Juni: möglicher Zufluß von weiteren 800 € Nebeneinnahmen
30. Juni: Gehaltszahlung

Wie wird dies nun korrekt zusammengerechnet?
1. Fließen nur die 300€ aus dem März in die Gewerbe-Endabrechnung ein und kann ich Gehalt, und 2x 800€ für Juni komplett behalten während ich die bewilligten 900 € für Juni zurückzahle?
2. Gelten die 300€ aus dem März und die vor Arbeitsantritt zugeflossenen 800 € als anrechenbare Nebeneinnahmen?
3. Die gesamten Nebeneinnahmen bis Ende Juni werden anders behandelt als das Gehalt und werden komplett angerechnet?

Hat jemand Ahnung? Für den Fall, daß der SB sie nicht hat ...

Danke
 

Arania

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jegliches Einkommen was während des ALG II-Bezuges zufliesst ist anzugeben
 

ExsanguisManes

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Soweit ich weiß werden alle Nebeneinkünfte während der Bezugszeit herangezogen und voll angerechnet. Wenn du Angaben für vorangegengene Monate vergessen hattest zu melden, solltest du das nachholen. Der ALG II-Bezug wird dementsprechend neu berechnet. Ausgenommen sind zweckgebundene Zahlungen und "Dazuverdiener", da wird etwas anders verfahren.

Grundsätzlich gilt: ALG II tritt erst dann in Kraft, wenn du dich aus keiner anderen Quelle selbst versorgen kannt. Also letzte Instanz, absolut nachrangig.
 

Julchen68

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Einkommen aus Gewerbe wird über den gesamten Bewilligungszeitraum verteilt. Das ist schon völlig richtig so und vergessen wurd' grad mal gar nix.
Weswegen sich ja überhaupt erst das Problem ergibt, ob der Bewilligungszeitraum mit Aufnahme der Arbeit endet oder bis zum Ende eines "angebrochenen" Monats läuft.
 

pinguin

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Einkommen aus Gewerbe wird über den gesamten Bewilligungszeitraum verteilt. Das ist schon völlig richtig so und vergessen wurd' grad mal gar nix.
Weswegen sich ja überhaupt erst das Problem ergibt, ob der Bewilligungszeitraum mit Aufnahme der Arbeit endet oder bis zum Ende eines "angebrochenen" Monats läuft.
Soweit ich weiß, wird nur ALG1 taggenau berechnet, ALG2 gibt es immer für den ganzen Monat. Wenn Du also in der Mitte des Monats einen neuen Job antrittst, (oder wie auch immer), und daraus in diesem Monat keine Zahlungen auf Deinem Konto eintreffen, bekommst Du dennoch den vollen Monat, (ergänzend), ALG2.

ciao
pinguin
 

Julchen68

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Aber selbst WENN die Gehaltszahlung diesen Monat käme, würde sie nicht in voller Höhe angerechnet sondern nur die zu Monatsbeginn gezahlte Beihilfe zurückgefordert.

Also: Ich bekomme z.B. am 1. Juni 900 €, am 30. Juni 1800 € Gehalt. Von Letzterem darf ich alles behalten, muß aber die dadurch überflüssig geworde Beihilfe zurückerstatten. So ist es bei meinem letzten Jobantritt gelaufen.
Effektiv werde ich diesen Monat jedoch knapp 3600 € erhalten. Gelten dafür dieselben Regeln, obwohl es sich zur Hälfte aus Gehalt und zur Hälfte aus gewerblichen Nebeneinnahmen zusammensetzt?
 

pinguin

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Gelten dafür dieselben Regeln, obwohl es sich zur Hälfte aus Gehalt und zur Hälfte aus gewerblichen Nebeneinnahmen zusammensetzt?
Ich vermute mal "Ja", weil beides ja aus Erwerbseinkommen stammt, andererseits "Nein", weil es für selbständige Tätigkeiten andere Bestimmungen gibt. :icon_kinn:

Letztlich ist es aber egal, weil die grundlegenden pauschalen Freibeträge für Versicherungen und Co. je Person nur einmal abgezogen werden können; das einzigste, was eventuell zweimal in Abzug gebracht werden kann, sind die mit der jeweiligen Tätigkeit zusammenhängenden Werbungskosten wie Fahrkosten. :icon_kinn:

Täusche Dich aber nicht, maßgebend ist der jeweilige Bewilligungszeitraum, die Dir in dieser Zeit ausgezahlten Mittel und Dein in dieser Zeit zur Verfügung stehendes Einkommen. Erst dann, wenn die in dieser Zeit ausgezahlten Mittel höher sind, als die eigentlich aufgrund Deines in dieser Zeit erzielten Einkommens zustehenden Mittel, darf es zu einer effektiven Rückforderung kommen.

ciao
pinguin
 

Julchen68

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maßgebend ist der jeweilige Bewilligungszeitraum
Das ist ja der Punkt. Endet dieser Bewilligungszeitraum nun bei Arbeitsaufnahme oder zählt er noch bis zum Monatsende? Auf dem Papier läuft die Bewilligung bis 31. Juli, aber das ist ja nun nichtig. Welche Grenze tritt nun in Kraft?

Die Endabrechnung, die ich aufgrund des vorläufigen Bewilligungsbescheids am Ende des Bewilligungszeitraums (bzw. spätestens 2 Monate danach) aufstellen muß, kann nun entweder so:

Szenario A
Einnahmen bis Ende Juni: 300+800+800€
Ausgaben: 400€
bereinigtes Einkommen: 1500€
pro Monat (von insg.5): 300€

oder so:
Szenario B
Einnahmen bis 5. Juni: 300+800€
Ausgaben: 400€
bereinigtes Einkommen: 700€
pro Monat (von insg. 4): 175€

aussehen.

Andere denkbare Szenarien wären noch
C: alles bunt gemischt 300+2x800+1800€ Einnahmen, 640€ pro Monat :eek:
D: 300€ Einnahmen, weil Juni vielleicht ganz rausfällt, 75€ pro Monat

Und ich muß zugeben, daß mir Szenario B und D wesentlich lieber wären als z.B. C :wink: und ich möchte mich zeitnah wehren können, falls das Amt fest davon überzeugt sein sollte, daß C die einzig wahre Option wäre (auf was wetten wir, daß dies eintritt?)

Aber was kommt nun den gesetzlichen Regelungen am nächsten?
Wie klar wird selbstständiges und unselbstständiges Einkommen getrennt und wo wird die zeitliche Grenze gezogen?
Oder läßt sich dieses Problem nur noch in quantenphysikalische Formeln fassen?
 
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