Anrechnung Einkommen eines Studenten (ohne Bafög) in einer Bedarfsgemeinschaft

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svenno2

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Hallo liebe User und Experten,

ich bin gerade im Widerspruchsverfahren und benötige nun kompetente Hinweise für eine Klage vor dem Sozialgericht!
So, kurz zu meiner Situation, ich bin Student, überhalb der Förderhöchstdauer für Bafög und beziehe Einkommen aus zwei Anstellungen als studentische Hilfskraft. Ich lebe mit meiner Freundin und ihren Sohn in einer Bedarfsgemeinschaft. Nun zum wichtigen Punkt! Wie erfolgt eine konkrete Anrechnung meines Einkommens?
Vorgaben:
Brutto: 776,70 €
Netto: 731,65 €
studentische Krankenversicherung: 64 €
Semester bzw. Einschreibegebühren (inkl. Semesterticket, 6 Monate) 267 €, d.h pro Monat 44,50 € und Kosten für Bücher pro Monat 25 €, Anteil KdU 80,09!
Ich gebe zur Kenntnis die Rz 11.64a und Rz 11.102 in den Durchführungshinweisen des § 11 SGB II zu beachten. Bei den Berechnungen bitte Gründe (Gesetze, Urteile, etc) für die Anrechnung nennen!
Vielen Dank! Es ist wirklich sehr wichtig!!!

Viele Grüsse, und ich hoffe ich bekomme hier Hilfe!

Svenno
 

Mario Nette

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Schwierig. Und erstmal nur Überlegungen meinerseits: An sich soll das Einkommen als BAföG-Ersatz und damit zur Durchführung der Ausbildung dienen, müsste dem BAföG hinsichtlich der Anrechnung also gleichgestellt werden. Allerdings gilt ja der SGB-II-Leistungsausschluss* für Studenten (§ 7 SGB II) nur dann, wenn man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht. Bei deinem Studium handelt es sich vielleicht um ein Vollzeitstudium, sodass du eigentlich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen könntest. Das widerlegst du jedoch durch die, sogar doppelte, Tätigkeit und kommst vermutlich eigentlich der Studienordnung nicht nach (-> Vollzeit- zum Teilzeitstudium umfunktioniert).

Mario Nette

* ungeachtet eines eventuell bestehenden Anspruchs auf Leistungen zur Deckung ungedeckter Kosten der Unterkunft.
 

svenno2

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Das Studium gilt weiter als Vollzeit, da man als Student bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten darf (außerhalb der vorlesungsfreien Zeit)! In der vorlseungsfreien Zeit sogar mehr! Und diese Grenze wird bei mir nicht überschritten, daher kannst Du den Gedankenansatz (Teilzeit-/Vollzeitstudium) verwerfen und von einem Vollzeitstudium ausgehen! Es geht auch nur um die Anrechnnung meines Einkommens, da mir ja § 7 Abs. 5 SGB II kein ALG2 zusteht! Ich möchte kein ALG 2 beziehen, aber versuchen mein Einkommen größt möglich zu mindern und daher alle Sachverhalte einzuschließen!

Danke...

Gruss
 

svenno2

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Vielen Dank Arwen,


aber hier ist ja das Problem. Der Fall 3 wurde noch nicht erneuert!
Früher wurde der Bafög-Höchstsatz als Bedarf für den Studenten gerechnet, nun wird ein fiktiver Alg2-BEdarf ermittelt (siehe Rz 11.64a in DA § 11 SGB 2)! Da besteht ein großer Unterschied!

Gruss Svenno

Ich bitte um neue Hinweise oder Herangehensweisen! DANKE!
 

Koelschejong

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Ich gehe mal davon aus, Du hast einen fiktiven BAföG Bedarf von € 584,00. Also gilt für Dich folgende Rechnung:

776,70 Bruttoeinkommen

731,65 Nettoeinkommen
100,00 Grundfreibetrag nach § 11 Abs 2 SGB II (darin enthalten KV)
135,34 Freibetrag nach § 30 SGB II
116,80 20% vom BAföG Bedarf (Rd.-Nr. 11.64a DA zum § 11 SGB II)
379,51 anrechenbares Einkommen
 

biddy

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aber hier ist ja das Problem. Der Fall 3 wurde noch nicht erneuert!
Lass die fachlichen Hinweise mal außen vor ... sie sind zwar für die ARGE verbindlich, aber das bedeutet nicht, dass dies gesetzlich ist. Laut Gerichtsurteilen bemisst sich ja der Bedarf eines Studenten nach dem BaföG-Bedarf. Er ist nach § 7 vom Alg II ausgeschlossen (das siehst Du ja genauso), daher kann der Bedarf nicht nach dem SGB II ermittelt werden.

Hier in dem Urteil: https://www.sozialgerichtsbarkeit.d...l=esgb&id=70369&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=
geht's zwar um den Wohnkostenzuschuss nach § 22, aber Argumente findet man auch dort, z.B. spricht ja auch das SGB II in diesem Paragraphen von " Auszubildende[n], deren Bedarf sich nach .... Berufsausbildungsförderungegesetz bemisst ..." und nicht von "... deren Bedarf sich nach dem SGB II bemisst" ... Gesetz - nicht fachlicher Hinweise - ist Gesetz.

Im Übrigen sind die Fälle auf der Seite von Studis-online NACH der Aktualisierung der fachlichen Hinweise zum § 11 bereits geändert worden. Der Fall 3 wurde m.E. nicht geändert, weil eben "Bedarf nach Bafög, nicht nach dem SGB II" nach wie vor greift.
 

ela1953

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[QUOTEspricht ja auch das SGB II in diesem Paragraphen von " Auszubildende[n], deren Bedarf sich nach .... Berufsausbildungsförderungegesetz bemisst ..." und nicht von "... deren Bedarf sich nach dem SGB II bemisst" ...][/QUOTE]

Habe mir mal den im Urteil angegebenen § durchgelesen und versteh nur noch Paragraphen

[FONT=&quot](7) Abweichend von § 7 Abs. 5 erhalten Auszubildende, die Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld nach dem Dritten Buch oder Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz erhalten und deren Bedarf sich nach § 65 Abs. 1, § 66 Abs. 3, § 101 Abs. 3, § 105 Abs. 1 Nr. 1, 4, § 106 Abs. 1 Nr. 2 des Dritten Buches oder nach § 12 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 und 3, § 13 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 Nr. 1 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes bemisst, einen Zuschuss zu ihren ungedeckten angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung (§ 22 Abs. 1 Satz 1). Satz 1 gilt nicht, wenn die Übernahme der Leistungen für Unterkunft und Heizung nach Absatz 2a ausgeschlossen ist.[/FONT]
Wie ist das denn jetzt auf "normale" Azubis umzusetzen, die eine betriebliche Ausbildung machen ohne BAB, weil sie mit einem ALG II Empfänger zusammen wohnen.

Oder kann man das wegen KG Bezug nicht anführen und muss sich mit dem
Freibetrag für HE zufrieden geben?
 

svenno2

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Lass die fachlichen Hinweise mal außen vor ... sie sind zwar für die ARGE verbindlich, aber das bedeutet nicht, dass dies gesetzlich ist. Laut Gerichtsurteilen bemisst sich ja der Bedarf eines Studenten nach dem BaföG-Bedarf. Er ist nach § 7 vom Alg II ausgeschlossen (das siehst Du ja genauso), daher kann der Bedarf nicht nach dem SGB II ermittelt werden.

Hier in dem Urteil: https://www.sozialgerichtsbarkeit.de/...ds=&sensitive=
geht's zwar um den Wohnkostenzuschuss nach § 22, aber Argumente findet man auch dort, z.B. spricht ja auch das SGB II in diesem Paragraphen von " Auszubildende[n], deren Bedarf sich nach .... Berufsausbildungsförderungegesetz bemisst ..." und nicht von "... deren Bedarf sich nach dem SGB II bemisst" ... Gesetz - nicht fachlicher Hinweise - ist Gesetz.

Im Übrigen sind die Fälle auf der Seite von Studis-online NACH der Aktualisierung der fachlichen Hinweise zum § 11 bereits geändert worden. Der Fall 3 wurde m.E. nicht geändert, weil eben "Bedarf nach Bafög, nicht nach dem SGB II" nach wie vor greift.

Ok, das ist super interessant und auch ein guter Ansatzpunkt für meine Klage vor dem Sozialgericht, aber wie würde sich denn dann der Fall berechnen? Auch mit den üblichen Freibeträgen des SGB II oder wie genau! Man sollte ja dann schon eine gewisse Berechnung vorlegen, oder?!
Und die Frage ist, ob ich mich denn dadurch auch besser stelle? ;-)
Also Biddy, Du meinst die Berechnung des Fall3 ist gesetzeskonform?

Gruss
 

biddy

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Keine Ahnung, aber ich würd's so sehen. Oder auch siehe KoelscheJongs Berechnung.

Tatsache ist ja, dass auch bei der Berechnung des Zuschusses zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft und Heizung nach § 22 für Bafög- und BAB-Bezieher die Kommunen höchst unterschiedliche Berechnungen durchführen ... die einen gehen nach dem Bafög-Bedarf, die anderen nach dem SGB-II-Bedarf - das ist nicht zu fassen ... Tut mir leid, ich kann Dir da auch keine Sicherheit geben.

Vielleicht kann aber die Userin Erolena Dir weiterhelfen, denn von ihr habe ich den Link vom LSG und dass immer vom BaföG-Bedarf ausgegangen werden muss ... eben auch ihrer Meinung nach.

Vielleicht kommt sie ja mal wieder online; sie hat immer gute Ideen und bringt gute Denkansätze.
 

svenno2

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Hallo Biddy,

ich habe noch was interessantes gefunden bzgl. der Aussage
Laut Gerichtsurteilen bemisst sich ja der Bedarf eines Studenten nach dem BaföG-Bedarf. Er ist nach § 7 vom Alg II ausgeschlossen (das siehst Du ja genauso), daher kann der Bedarf nicht nach dem SGB II ermittelt werden.
Ich habe ein aktuelles BSG-Urteil (B 14/ 7b AS 58/06 R) [Quell: ]BSG, Urteil vom 15. 4. 2008 - B 14/ 7b AS 58/ 06 R vom 15.04.2008 gefunden, in dem deutlich gemacht wird, dass bei Anrechnung eines Einkommens in einer Bedarfgemeinschaft auch bei Leuten, die nach § 7 SGB II ausgeschlossen sind, der Bedarf nach SGB II berechnet wird! Ich verweise auf Textziffer 38-40 des Urteils:

Hier Textziffer 39:

b) Der maßgebliche Bedarf des Beigeladenen ist entgegen der Auffassung des LSG grundsätzlich anhand der gesetzlich vorgesehenen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II zu bestimmen, nicht nach dem SGB XII (vgl BSGE 97, 242 = SozR 4-4200 § 20 Nr 3, jeweils RdNr 24; BSG SozR 4-4200 § 7 Nr 4). Der Wortlaut des § 9 Abs 2 Satz 3 SGB II sieht keine Differenzierung zwischen den Mitgliedern der Bedarfsgemeinschaft bei der Ermittlung des Bedarfs vor, sondern nennt allein den "Gesamtbedarf". Mangels ausdrücklicher Bezugnahme etwa auf das SGB XII kann es sich dabei nach dem Wortsinn nur um den nach dem SGB II ermittelten Bedarf handeln. Danach ist hier für den Beigeladenen wie für die Klägerin eine Regelleistung in Höhe von 298 Euro für die Zeit vom 1. Januar 2005 bis 30. Juni 2006 monatlich zu Grunde zu legen.
Also würde das Argument wegfallen, dass der Bedarf eines Studenten in einer Bedarfsgemeinschaft sich nach dem Bafög berechnet, oder??

Gruss
 

svenno2

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776,70 Bruttoeinkommen

731,65 Nettoeinkommen
100,00 Grundfreibetrag nach § 11 Abs 2 SGB II (darin enthalten KV)
135,34 Freibetrag nach § 30 SGB II
116,80 20% vom BAföG Bedarf (Rd.-Nr. 11.64a DA zum § 11 SGB II)
379,51 anrechenbares Einkommen

Warum ist eigentlich in dem Grundfreibetrag die Krankenversicherung bei dieser/deiner Berechnung enthalten?
 

Erolena

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Dieser Eintrag in der Wissensdatenbank ist für mich ein Indiz, dass es egal ist, um welches Einkommen es sich handelt, von dem der Ausbildungsfreibetrag abgesetzt wird/werden kann.
Hier geht es um Unterhalt anstelle von Bafög.

Das aber könnte das Problem sein: ist dein jetziger Ausbildungsabschnitt überhaupt dem Grunde nach Bafög-förderfähig?
Das könnte ein Problem sein, ob in dem Fall dein Erwerbseinkommen so einfach als Ersatz für Bafög anzusehen ist. Und damit der Abzugsbetrag abziehbar ist (vom fiktiven Bafögsatz).

Berücksichtigung von Fahrkosten bei schulischer Ausbildung

Paragraph: § 11
Nr.: 10107
Eingestellt am: 16.05.08 Geändert am: Gültig bis:

Anliegen:
Nach § 1 Abs. 1 Nr. 10 der Alg II-V werden bei Bezug von Ausbildungsförderung die tatsächlichen Fahrkosten zur Ausbildungsstätte nicht als Einkommen berücksichtigt.
Gilt das auch für Fälle, in denen grundsätzlich Anspruch auf Leistungen nach dem BAföG besteht, solche jedoch wegen der Anrechnung von Einkommen, z.B. Unterhaltszahlungen der Eltern, tatsächlich nicht bezogen werden?

Antwort:
Ja, auch in diesen Fällen sind die Fahrkosten, die durch den Besuch der Ausbildungsstätte entstehen nicht als Einkommen zu berücksichtigen.

Begründung:
Die schulische Ausbildung ist grundsätzlich nach BAföG förderungsfähig, allein wegen der Anrechnung
von Unterhaltszahlungen auf die BAföG-Leistungen verbleibt kein tatsächlicher Auszahlungsbetrag mehr.
Das Unterhaltsgeld ersetzt somit die Ausbildungsförderung und ist dieser gleichzustellen.
§ 1 Abs. 1 Nr. 10 Alg II-V ist daher in diesen Fällen analog anzuwenden.

Hinweise: Siehe dazu auch fachliche Hinweise zu § 11, Rz. 11.102.
Quelle: Wissensdatenbank SGB 2

§ 1 Abs. 1 Nr. 10 ALG II-V (aktuelle Fassung 2009)
§ 1 Nicht als Einkommen zu berücksichtigende Einnahmen

(1) Außer den in § 11 Abs. 3 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch genannten Einnahmen sind nicht als Einkommen zu berücksichtigen:
1.
..
10. Leistungen der Ausbildungsförderung, soweit sie für Fahrtkosten zur Ausbildung oder für Ausbildungsmaterial verwendet werden; ist bereits mindestens ein Betrag nach § 11 Abs. 2 Satz 2 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch von der Ausbildungsvergütung absetzbar, gilt dies nur für den darüber hinausgehenden Betrag,
...
Quelle auf www buzer de: 1 Alg II-V Nicht als Einkommen zu bercksichtigende Einnahmen
 

Erolena

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Wie ist das denn jetzt auf "normale" Azubis umzusetzen, die eine betriebliche Ausbildung machen ohne BAB, weil sie mit einem ALG II Empfänger zusammen wohnen.

Der Lehrling ohne BAB-Anspruch, weil bei den Eltern wohnend, fällt nicht unter diese Kategorie.(Student, BAB-Empfänger usw.)

Er hat vollen ALG 2 Anspruch (ergänzend zur Ausbildungsvergütung). Nach meiner Meinung
muss er seine kompletten Kosten für Ausbildung als Werbungskosten geltend machen. Und zwar kann er die tatsächlichen Werbungskosten geltend machen. Auch bei einem Einkommen unter 400 Euro (der Nicht-Azubi darf vom Erwerbseink. bis 400 Euro nur 100 Euro Grundfreibetrag absetzen, dagegen der Azubi unbegrenzt, egal ob in betrieblicher oder überbetrieblicher Ausbildung.)

Oder kann man das wegen KG Bezug nicht anführen und muss sich mit dem Freibetrag für HE zufrieden geben?
Was ist KG? (Kindergeld?) HE?
 

svenno2

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Hallo Erolena,

Ich zitiere mal hier aus einem Leitfaden des "Amt für Arbeit und Qualifizierung" aus dem Landkreis Göttingen, bzgl. der Definition "dem Grunde nach förderungsfähig"!

Auszubildende, deren Ausbildung nach dem BAföG oder nach §§ 60 – 62 SGB III dem
Grunde nach förderungsfähig
ist, haben keinen Anspruch auf Leistungen zur Sicherung
des Lebensunterhalts. Gleiches gilt für Fälle, in denen dem Grunde nach ein Anspruch auf
Ausbildungsgeld nach §§ 104 ff. SGB III besteht (Umkehrschluss aus § 22 VII 1 SGB II).
Als Nachweis kann der entsprechende Verwaltungsakt/Bescheid der Bundesagentur für
Arbeit angefordert werden. Mit der Formulierung „dem Grunde nach förderungsfähig“ wird
klargestellt, dass es lediglich darauf ankommt, dass die Ausbildung abstrakt, also
unabhängig von den etwaigen individuellen Ausschlussgründen, förderungsfähig ist

(abstrakte Förderungsfähigkeit in §§ 2, 3 BAföG geregelt).

3.1.2. Nicht nur die Erstausbildung, sondern auch die Zweitausbildung (bzw. weitere
Mehrfachausbildungen) führen nach § 7 V 1 SGB II zum Ausschluss von Leistungen nach
dem SGB II (individueller Ausschlussgrund). Weitere individuelle Ausschlussgründe der
Ausbildungsförderung, die zum Ausschluss nach § 7 V 1 SGB II führen, sind insbesondere
 Überschreiten der Förderungshöchstdauer,

 Altersgrenze überschritten (beachte aber die Ausnahmeregelung des § 7 VI Nr.
3, siehe dazu Ziff. 3.2.3),
 keine Förderung, aufgrund möglicher Unterhaltsleistungen durch Eltern.

Quelle: https://www.landkreis-goettingen.de/pics/medien/1_1203325026/01_7_Leistungsberechtigte.pdf

Diese Rechtsauffassung wird durch mehrere Urteile bestärkt! Hier ein Auszug aus dem Urteil des Sozialgerichts Berlin:

Eine zuschussweise Gewährung von Arbeitslosengeld II scheitert am Ausschlussgrund des § 7 Absatz 5 Satz 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch. Der Kläger gehört als erwerbsfähiger Hilfebedürftiger zwar zum Kreis der nach dem Zweiten Buch des Sozialgesetzbuches grundsätzlich anspruchsberechtigten Personen. Nach § 7 Absatz 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch erhalten diejenigen Personen Leistungen nach dem Zweiten Buch des Sozialgesetzbuches, die das 15., nicht aber das 65. Lebensjahr vollendet haben, erwerbsfähig und hilfebedürftig sind sowie ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben. Ausgeschlossen ist ein Anspruch nach § 7 Absatz 5 Satz 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch aber für Auszubildende, deren Ausbildung dem Grunde nach förderungsfähig nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz oder §§ 60 bis 62 des Dritten Buches ist.

Das Studium der Rechtswissenschaften ist förderungsfähig nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Es kommt nach dem eindeutigen Wortlaut der Vorschrift auch nicht darauf an, dass der Kläger selbst nach Ablauf der Förderungshöchstdauer keinen Anspruch auf Bundesausbildungsförderung (mehr) hat. Wie beim inhaltsgleichen § 26 Bundessozialhilfegesetz soll die Förderung der Ausbildung nach wie vor im bisherigen Umfang außerhalb des Zweiten (bzw. Zwölften) Buches des Sozialgesetzbuches erfolgen (so auch Bayrisches Landessozialgericht, Urteil vom 20. Januar 2006, Az. L 7 AS 6/05; Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 26. Januar 2006, Az. L 5 B 1351/05 AS ER, L 5 B 1352/05 AS PKH; Fundstellen juris).

Quelle: Tacheles EV - Entscheidungsdatenbank

Das würde den Gedanken verwerfen, dass mein jetziger Ausbildungsabschnitt nicht dem Grunde nach förderungsfähig ist! Sondern dem Grunde nach förderungsfähig!

Heisst das jetzt, dass mir dieser ausbildungsspezifische Bedarf zusteht?

Gruss Svenno
 

piratequeen

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Hallo,

bei mir stellt sich gerade das selbe Problem:
Studentin, in BG mit Partner in Erziehungszeit der ALG II bezieht, zwei Kinder,
mein Einkommen aus geringfügiger Beschäftigung zwischen 500 und 800 Euro, im Vertrag stehen aber nur 400.

Ich fände es super, wenn noch jemand eine deutliche Stellungnahme machen könnte, mir fehl bei og Diskussion etwas der Durchblick.

Ich habe Angst, dass die Arge plötzlich mit grossen Nachforderungen auf mich zukommt.

Deshalb meine Fragen:

1. Was ist die Berechnungsgrundage für den Bedarf von Studenten?
2. Wenn mein wirkliches Einkommen höher als das ist, dass im vertrag steht, muss ich das dann monatlich der Arge melden? Ich habe ihnen bis jetzt nur die erste Abrechnung und den Dienstvertrag zukommen lassen (ganz neuer Job).
3. Welche Kosten kann ich auf das Einkommen anrechnen lassen?
Gibt es eine Beratungsstelle die mit so etwas helfen könnte?

Danke im vorraus
LG
piratequeen
 
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