Anonyme Bewerbung - in Schweden gescheitert (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

franzi

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Heute Morgen kam im Radio eine kurze Meldung zum Thema "Anonyme Bewerbung".
Berichtet wurde über ein 2-jähriges Projekt in Schweden, welches die anonyme Bewerbung speziell im öffentlichen Dienst erprobte.

Das Ergebnis fiel ernüchternd aus:
- Der Bearbeitungsaufwand für die Bewerbungen erhöhte sich stark.
- Wirklich anonym sind auch anonyme Bewerbungen nicht, da man aus den Bewerbungsdetails doch einiges herauslesen könne.
- Die Vermeidung von Diskriminierung bestimmter Bewerber-Gruppen, wie z. B. Frauen, Ältere und Migranten konnte nicht verhindert werden.
- Die Probleme werden lediglich verlagert bzw. zeitlich verschoben hin zum Vorstellungsgespräch.

Spätestens beim Vorstellungsgespräch werden dann bestimmte Bewerber aussortiert.
Bei mehreren gleich qualifizierten Bewerbern wird dann in erster Linie wieder pro Einheimische, pro Jüngere und nach Sympathie entschieden - also ganz subjektiv.

Menschen, mit herkömmlicher Foto-Bewerbung, wären hier bereits ganz am Anfang des Bewerbungs-Prozesses aussortiert worden.

Ebenso wurde darauf hingewiesen, dass besonders gut qualifizierte Bewerber manchmal für den Arbeitgeber als Konkurrent angesehen werden und aufgrund der hohen Qualifizierung dann doch nicht in die engere Wahl kommen .... :icon_party:
 

franzi

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Kannst du bitte konkretisieren, was du genau meinst?
 

warpcorebreach

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gemeint ist sicherlich das projekt. bescheuerte idee.
und was ist daran schlimm unsympatische menschen auszusortieren ?
 

Mecklenburger

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...na ich kann das nur blödsinn nennen, wenn ich dort einen job haben will dann bewerbe ich mich dort-natürlich auf schwedisch!!! -und fertig!
...ich sehe da überhaupt keinen sinn in diesem projekt
...wieso annonym, ...???
...wenn man sich derart bewirbt, gehts halt in den papierkorb!
 

gelibeh

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Gibt es diese anonymen Bewerbungen nicht auch in anderen Ländern? Und wie läuft das da?
 

franzi

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...na ich kann das nur blödsinn nennen, wenn ich dort einen job haben will dann bewerbe ich mich dort-natürlich auf schwedisch!!! -und fertig!
...ich sehe da überhaupt keinen sinn in diesem projekt
...wieso annonym, ...???
...wenn man sich derart bewirbt, gehts halt in den papierkorb!
Es ging in dem Projekt (welches übrigens jetzt auch in Deutschland im öffentlichen Dienst erprobt werden soll) darum, dass mehr bisher benachteiligte Bewerber eine Chance bekommen sollten, bei der Bewerbung berücksichtigt zu werden.
Man wollte daher die Chancen für Bewerber verbessern dadurch, dass sie sich anonym bewerben konnten.

Das Ergebnis war, dass der erwünschte Effekt ausblieb.
Einerseits wollte man mehr Migranten, mehr Frauen und mehr Ältere einstellen. Andererseits ist das nicht gelungen.
Da frage ich mich aber, warum dann beim Vorstellungsgespräch gerade diese Gruppen NICHT verstärkt berücksichtigt wurden ...

Der Arbeitgeber hat sich also ganz bewusst gegen derartige Kandidaten entschieden.
Letztlich ist das ziemlich entlarvend und beschämend für die Entscheidungsträger. Es zeigt, dass spezielle Bewerbergruppen definitiv nicht erwünscht sind, ganz wurscht, wie sie sich bewerben.

Spätestens beim Vorstellungsgespräch tritt ja jeder Bewerber zwangsläufig aus der Anonymität heraus. Außer er stülpt sich eine Papiertüte über den Kopf ... :icon_twisted:

Und weil dieses Projekt so toll gelaufen ist, wird es nun auch in Germany durchgeführt.
Bin schon gespannt, wie bei uns das Ergebnis ausfallen wird.

:icon_pause:
 

franzi

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gemeint ist sicherlich das projekt. bescheuerte idee.
und was ist daran schlimm unsympatische menschen auszusortieren ?
Das soll ja auch einer der Zwecke der anonymen Bewerbung sein, dass man ausdrücklich nur nach Qualifikation und Eignung auswählt und nicht nach Sympathie.

Dass das in der Praxis aber nicht klappt, hätte man vorher schon wissen können.

Da wären Burka-Trägerinnen wieder im Vorteil :biggrin:
 
E

ExitUser

Gast
Das soll ja auch einer der Zwecke der anonymen Bewerbung sein, dass man ausdrücklich nur nach Qualifikation und Eignung auswählt und nicht nach Sympathie.

Dass das in der Praxis aber nicht klappt, hätte man vorher schon wissen können.

Da wären Burka-Trägerinnen wieder im Vorteil :biggrin:

Das sehe ich genau so. Wenn tatsächlich ohne Vorstellungsgespräch agiert worden wäre, dann wäre es interessant gewesen.

Im übrigen läuft in Deutschland ein ähnliches Projekt seit Ende 2010. Teilnehmer sind unter anderem die Telekom, die Post, Procter & Gamble und einige andere. Ich denke aber, daß die hier genau das gleiche Ergebnis repräsentieren werden wie die Schweden.
 

franzi

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Stell dir mal vor, du bist Chef, kommst am Montag Morgen in die Firma (in der Woche zuvor hatte es mehrere Stellen-Ausschreibungen gegeben im absolut korrekt abgelaufenen Anonym-Verfahren).

Im Großraum-Büro: Ü50, Frauen und allerlei Exotik heben die Köpfe und sagen: "Moin, Chef!"

:eek:

Frage: was wäre daran so schlimm?
 

jimmy

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Das soll ja auch einer der Zwecke der anonymen Bewerbung sein, dass man ausdrücklich nur nach Qualifikation und Eignung auswählt und nicht nach Sympathie.
Letzendlich wird es immer um Sympathie und sexuelle Attraktivität gehen. Spätestens wenn man vor Ort ist, wird zusätzlich nach den oben genannten Größen Selektiert.


jimmy
 

Purzelina

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Letzendlich wird es immer um Sympathie und sexuelle Attraktivität gehen.
So einfach ist es ja nun auch nicht, der Bewerber muss einfach als Gesamtpaket ins Unternehmen passen und da kann auch der sexuell unattraktive
Fachmann der attraktiven ungelernten Blondine den Rang ablaufen.
 

LadyOscar

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Vollkommen Banane dieses ganze Schose mit anonymer Bewerbung.

Wie schon geschrieben, spätestens beim Vorstellungsgespräch, sieht man sich Vis sa Vis und dann heißt es entweder Daumen hoch oder Daumen runter.

Um so eine Blödsinn wirklich praktikabel zu gestalten, dürfte man in der Bewerbung (natürlich ohne Unterschrift, weil die Schreibart Aussage darüber machen kann, ob am so oder so ist vom Wesen her) absolut nichts außer qualifikativen Angaben machen, das Bewerbungsgespräch findet mit Stimmenverzerrer (ja auch die Stimme ist ein Kreterium ob man genommen wird oder nicht) durch das Telefon statt und dann wenn der Chef glaubt es passt, gibt es den Arbeitsvertrag per Post (geschickt an ein Postfach, damit bei der Anschrift nicht deutlich wird ob Männlein, Weiblein, Deutsch, Chinesisch, Marsmensch...)

Oh heiliger Johannes, das wäre zu krass um gut zu sein!
 

franzi

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Der Chef teilt mir dann mittels Stimmverzerrer telefonisch die Absage mit - er will nicht erkannt werden :icon_lol: weil er befürchtet, ich könnte ihm vorwerfen, er sei nicht objektiv genug gewesen bei der Bewerber-Auswahl.
 

franzi

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So einfach ist es ja nun auch nicht, der Bewerber muss einfach als Gesamtpaket ins Unternehmen passen und da kann auch der sexuell unattraktive
Fachmann der attraktiven ungelernten Blondine den Rang ablaufen.
Eine Burka-Trägerin mit BH-Größe G hätte da wohl die größten Chancen. :icon_party:
 

jimmy

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So einfach ist es ja nun auch nicht, der Bewerber muss einfach als Gesamtpaket ins Unternehmen passen und da kann auch der sexuell unattraktive
Fachmann der attraktiven ungelernten Blondine den Rang ablaufen.
Purzeline, so war das auch nicht gemeint! Selbstverständlich muss das Gesamtpaket passen. Aber, ist dir mal der Unterschied bei Zahnärzten und deren Personal aufgefallen? Bei männlichen Zahnärzten, wirst du fast immer junge, sexuell Attraktive "Damen" vorfinden. Bei weiblichen Zahnärzten sind Sie (so meine Feststellung) weniger attraktiv, dafür aber von der menschlichen Seite - und das ist in diesem Fall der wichtigere Faktor - viiiiiel geeigneter!

Meine persönliches Fazit - und ohne männlichen Zahnärzten negatives unterstellen zu wollen: Um so anspruchsvoller die Stelle, und um so Erfahrener und gebildet ein Personalchef ist, um so weniger wird er sich von den typisch männlichen Selektionsmustern lenken lassen!

edit: Ja, die Stimme verrät den Menschen @LadyOskar. Aber, dass brauchst du niemanden erzählen! Wer sich damit nicht beschäftigt, wird das abstreiten.

jimmy
 

Purzelina

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Den Zahnarzt muss verstehen, er hat die Auswahl und wenn er nun den ganzen Tag optisch attraktiviere Damen um sich rum haben will, bitte. Ich hab auch die Wahl und geh darum seit vielen Jahren zu einer Zahnärztin, auch weil die Schwestern alle sehr nett und nicht nach der Optik ausgesucht wurden.
 

arbeitslos in holland

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Gibt es diese anonymen Bewerbungen nicht auch in anderen Ländern? Und wie läuft das da?
in den NL ist man bestrebt, minderheiten bei bewerbungen im ÖD zu bevorteilen, mit katastrophalen auswirkungen :eek:

tatsächlich MÜSSEN neue vorgesetzte bei der polizei zb frauen, migranten oder behinderte sein. da es weder genug qualifizierte frauen, migranten oder behinderte gibt, werden stellen NICHT besetzt :icon_neutral::icon_neutral:

persönlich habe ich ein anonymes bewerbungsprofil, woraus weder meine nationalität noch andere persönliche daten hervorgehen.
idr muß erst mein profil passen, bevor ich überhaupt kontaktiert werde. ob mich dann aber jemand wegen meines dt. namen nicht einstellt, wird mir sicher nicht unter die nase gerieben.
dürfte in der vergangenheit schon öfters passiert sein :icon_kinn:

diesen ganzen käse, kann man getrost in die ->:icon_tonne:<-kloppen, da in der realität gar nicht umsetzbar :icon_evil:
 

jimmy

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Den Zahnarzt muss verstehen, er hat die Auswahl und wenn er nun den ganzen Tag optisch attraktiviere Damen um sich rum haben will, bitte. Ich hab auch die Wahl und geh darum seit vielen Jahren zu einer Zahnärztin, auch weil die Schwestern alle sehr nett und nicht nach der Optik ausgesucht wurden.
Ich sehe, wir verstehen uns. Ich hatte vor vielen Jahren eine wirklich angenehme Zahnärztin, und bin auch regelmäßig erschienen. Bei Ihr habe ich den Unterschied sofort bemerkt, und war sehr zufrieden. Leider ist Sie dann aus der Gemeinschaftspraxis raus, und an einen Ort, der für mich und meine Problematik viel zu weit weg ist. Schade.

jimmy
 

okimbazulu

Neu hier...
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...na also, sagte ich doch, hirnschiss das ganze :)
^^Genau das ist es..

Als ebenso sinnfrei sehe ich unsere Regelung, dass bei Stellenangeboten ältere Arbeitnehmer nicht von vorneherein ausgeschlossen werden dürfen.
Diese Regelung hat für alle Beteiligten so gut wie nur Nachteile. Die älteren Arbeitssuchenden bewerben sich fast immer umsonst, auf der anderen Seite ersticken die Arbeitgeber in der Masse der Bewerbungen und verursachen unnötige Kosten und Frust.
Als Argument für die Regelung wird gerne die Diskriminierung angeführt, die dadurch verhindert werden soll. Toll! :icon_kinn:
Der Schlag ins Gesicht erfolgt halt dadurch nur etwas später, in Form von vielen Absagen... und so landet der schwarze Peter wieder genau da wo er eh schon oft gelegen hat.

Die Politik (aber auch die Unternehmen) ziehen aus dieser Sachlage aber auch ihren Nutzen. Es wir so offiziell verschleiert, dass ältere Arbeitslose so gut wie keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt haben. Firmen, die nur junge Mitarbeiter einstellen, erhalten durch ihre Personalpolitik kein negatives Image... usw.

Allen ein schönes Wochenende... :icon_smile:
 

Koelschejong

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Zumindest in den USA und in Kanada gibt es nur anonyme Bewerbungen, und darauf wird sehr geachtet.

Mein Sohn musste sogar seine Bewerbung für eine Praktikumsstelle in einer amerikanischen Anwaltskanzlei neu schreiben, obwohl die nur für die Akten war. Die Stelle hatte er schon zuvor hier auf einer Jobbörse durch persönliches Gespräch mit einem der Partner erhalten.

Seine "Fehler" in der Bewerbung:

  • Bild
  • Vorname
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort
  • Lebenslauf mit z.B.
    -Einschulungsdatum
    -Studium ab Datum
    -LL.B. am Datum

all diese "verräterischen Details" haben in einer US-Bewerbung anscheinend nichts zu suchen.
 

franzi

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Kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Wenn er Zeugnisse vorlegen muss, stehen die Daten ja dort auch drauf. Oder muss das dann alles geschwärzt werden?

Gr** Sch** in A*** von 19** bis 19**

Am besten noch alle Vokale weglassen :icon_twisted:
 

Kerstin_K

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Ich sehe das ganze als zweischneidiges Schwert.

Z. B. wenn man eine Behinderung hat. GIbt man die in der Bewerbung an, wird man von vielen Arbeitgebern gleich aussortiert, egal, wie gut man fachlich geignet ist und ob man trotz der Behinderung für die Stelle geeignet wäre oder nicht. Offiziell sagt einem das zwar heute keiner mehr wegen AGG. aber man muss ja nicht die Wahrheit in die Absage schreiben und denm AG Diskriminierung nachzuweisen, ist in diesem Fall schwer. In so einem Fall wäre eine anonyme Bewerbung natürlich eratmal von Vorteil, denn man hat im persönlichen Gespräch mit dem AG doch die Möglicheit, diesen zu überzeugen.

Aber dann gibt es auch Arbeitgeber, die sichern einem Bewerber mit Behinderung in jedem Fall ein Vorstellungsgespräch zu. Das geht natürlich mit einer anonymen Bewerbung nicht mehr.

Aber wie auch immer, wenn ein Arbeitgeber eine bestimmte Gruppe von Menschen nicht einstellen möchte, wird er immer Wege finden, spätestens in der Probezeit.
 

Koelschejong

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Kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Wenn er Zeugnisse vorlegen muss, stehen die Daten ja dort auch drauf. Oder muss das dann alles geschwärzt werden?

Gr** Sch** in A*** von 19** bis 19**

Am besten noch alle Vokale weglassen :icon_twisted:
Zeugnisse etc. werden beim Vorstellungsgespräch vorgelegt.
 
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