Anmeldung bei Arge überhaupt sinnvoll

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

baller

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
15 März 2017
Beiträge
3
Bewertungen
0
Hallo bin neu hier und bereits eine Reihe Beiträge gelesen. Danach habe ich das Gefühl das ein anmelden bei der Arge in bestimmten Fällen eigentlich überhaupt nicht sinnvoll ist. Beispiel von mir: bin ca 60 und habe vor aus priv. Gründen meine Arbeit zu kündigen. Will mit 63 incl Abzügen in Rente gehen, fehlen also 3 Jahre. Da ich keinen neuen Job annehmen kann würde ich nach den hier beschriebenen Erfahrungen keine Leistung bekommen (Skandal eigentlich nach über 40 Jahren Beiträgen, für andere Gruppen scheint Geld keine Rolle zu spielen, aber lassen wir das) Wie ist die Meinung dazu, soll man sich melden oder hat es eher keinen Zweck. Gut man kann einen "großzügigen" Mitarbeiter bekommen aber glaub ich nicht dran.
Welchen Vorteil hätte ich bei einer Meldung / Registrierung. Danke
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Ich gehe davon aus, Du meinst die Agentur für Arbeit, also Versicherungsleistungen nach dem SGB lll?

In Deinem Fall gehe ich also von einem Anspruch von 24 Monaten Alg1 aus, wenn ich das mit den 40 Jahren Beiträge richtig deute.
Evtl. noch mehr, wenn es nach SuperMartin geht (SPDSchulz)

Willst Du wirklich auf die Dir zustehenden Leistungen aus der von Dir und Deinen Arbeitgebern 40 Jahre lang gezahlten Beiträge verzichten?
Zusätzlich ist auch noch die Frage der Krankenversicherung relevant für Dich, wenn Du keine Familienversicherung beanspruchen kannst, müsstest Du Dich selber versichern.

Da Du nicht vorhast zu arbeiten ist es am Ende eine moralische Frage.
Meine Meinung:

Mit Gutmenschentum kommst Du hier nicht weiter, nimm die Kohle mit und spiel das Spiel mit.
Deine Geldbörse und Dein jahrelanger Einsatz für die Gesellschaft werden es Dir danken.
 

Gollum1964

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
1.497
Bewertungen
2.943
Hallo baller,

ich würde mich an deiner Stelle beim Arbeitsamt melden, da du in deinem Alter 24 Monate Anspruch auf ALG1 (abzüglich 3 Monate Sperre bei Eigenkündigung!) hast und somit fast die Zeit bis zu deiner Rente überbrücken kannst. Du brauchst den Leuten dort ja nicht auf die Nase binden, das du eigentlich nicht mehr arbeiten willst.
Aus Erfahrung (bin selber 53) kann ich dir sagen, daß sich weder das Arbeitsamt und noch weniger die Arbeitgeber gerne mit "Alteisen" abgeben. Ich selber hatte während meiner ALG1-Zeit kaum Kontakt zu der Behörde. ALG2 ist natürlich was anderes, was dich dann allerdings nicht mehr betrifft.

Bedenke außerdem, daß du die Krankenkasse aus eigener Tasche bezahlen mußt und auch deine Rentenansprüche sinken bei Nichtmeldung, da aus ALG1 noch Beiträge an die RV bezahlt werden.

Gruß Thomas
 
A

ALGler

Gast
Hallo baller,

eine kurze Nachfrage.

In deinem Post sprichst du davon, dass du keinen Job annehmen kannst. Möchtest oder kannst du nicht?

Gruß vom ALGler
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Alleine der Kapitalwert der 2 Jahre RV-Zahlung mit 80% der Beiträge kann je nach Einkommen im fünfstelligen Bereich liegen.

Durchschnittsverdienst 2017: 37.103€ = 1 Rentenpunkt
Alg1 = 0,8 Rentenpunkte x 2 Jahre
1,6 Rentenpunkte x 30,45€ (West) = 48,72€ Brutto- Rente/ Monat!

Einfach Deinen Jahres-Verdienst ins Verhältnis zu den 37.103€ setzen, da weisst Du dann Deinen Betrag.
(Westdeutschland)


Zusätzlich natürlich die min. 21 Monate Alg1.

Das willst Du verschenken?
 

baller

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
15 März 2017
Beiträge
3
Bewertungen
0
Danke für die Antworten. Die Frage kann oder will geht in die Richtung will obwohl bei uns jetzt gegf eine Änderung zu 3 Schichten ansteht, dann ist es eher kann denn damit bin ich früher schon nicht klar gekommen. Wenn ich mich nicht melde muss ich die Krankenversicherung selber zahlen. Hatte da vor einiger Zeit schon mal bei der aok nachgefragt und müsste ca 200.- löhnen als freiwillig Versicherter ohne Einkommen. Also wäre es letztlich kein Fehler sich zu melden auch wenn es nichts geben würde. Mir geht es darum irgendwelchen Bewerbungskram aus dem weg zu gehen. Habe das noch nie gemacht. Bin seit Beginn an in der gleichen Firma.
 
M

mucel

Gast
Mir geht es darum irgendwelchen Bewerbungskram aus dem weg zu gehen. Habe das noch nie gemacht. Bin seit Beginn an in der gleichen Firma.

Dann würde ich mal drüber nachdenken, eine gewisse Zeit krankheitsbedingt daheim zu bleiben und dann noch das ALG 1 voll auszuschöpfen. In deinem Alter sollten da "locker" 3 Jahre zum Überbrücken drin sein.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Ich kann Deine Situation sehr gut nachvollziehen.

Da ist man 40 Jahre im Berufsleben und wahrscheinlich die letzten Jahre im Hamsterrad, aufgrund der sich verändernden Arbeitswelt und nun soll man sich bewerben.

Am Liebsten möchte man einfach "nur arbeitslos" sein und die sollen einen in Ruhe lassen.
Leider haben sich auch hier die Zeiten geändert.

In den 90ern haben die Arbeitsämter das Spielchen zusammen mit den Unternehmen auf Kosten der Beitragszahler anstandslos mitgemacht.
Das geht nun nicht mehr.

Man kann da durchaus unterschiedlicher Meinung sein, am Ende musst Du das entscheiden.
Es geht letztendlich wie immer um Geld.

Allerdings imho um so viel Geld, dass man sich das sehr gut überlegen sollte.

Les Dich doch noch ein wenig hier ein, damit Du keine unnötigen Fehler am Anfang begehst.
Bedenke aber bitte auch, dass nicht alle Horrorszenarien die Du hier so findest, eintreten müssen.

Man muss ja auch nicht zu aggressiv an die Sache rangehen, evtl. findest Du ja doch einen guten SB.
Fürs Erste ist es doch ausreichend keine Email und Telefonnummer anzugeben und nichts ohne vorherige Prüfung zu unterschreiben.

Alles weitere kann man dann sehen.

Ich wünsche Dir viel Glück bei Deiner Entscheidungsfindung.

P.S.: Die von Dir beschriebene Änderung auf drei Schichten bedarf in der Regel einer Änderungskündigung, wenn Du das nicht freiwillig machen willst.

Denk mal über den hier enthaltenen Tipp nach. ;-) ...
 

Gollum1964

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
1.497
Bewertungen
2.943
Bedenke aber bitte auch, dass nicht alle Horrorszenarien die Du hier so findest, eintreten müssen.

Hallo Baller,

die Geschichten, die du hier liest, betreffen zu über 90 % die Erwerbslosen, die in ALG2 hineingerutscht sind. Da beginnt dann der richtige Terror bzgl. Zumutbarkeit der angebotenen Stellen, Maßnahmenzuweisung, etc. Solange du in ALG1 bist, läßt man dich weitgehend in Ruhe, zumal mit deiner Vita. Schlimmstenfalls kommen in deinem Alter jährlich ein halbes Dutzend Vermittlungsvorschläge und du mußt 3-5 Bewerbungen monatlich schreiben. Mich, selber schon ein älteres Semester, hat man damals so ziemlich in Ruhe gelassen. Und keine Sorge, wenn du Bewerbungen schreibst, wird dich in deinem Alter niemand mehr einstellen wollen, unabhängig von der Qualifikation. Laß dich von der Propaganda der Politiker und der Statistikfälscher bei der BA nicht kirre machen.

Gruß Thomas
 

baller

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
15 März 2017
Beiträge
3
Bewertungen
0
Danke nochmals für die Antworten. Ich werde, wenn die Zeit ran ist, mich auf dem Amt melden. Am Ende kann ja max eine Streichung der Bezüge die Folge sein wenn man nicht mitspielt und das wäre das gleiche wie nicht melden, so sehe ich das mal.
 

Cha

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
27 Juni 2006
Beiträge
869
Bewertungen
547
.... Am Ende kann ja max eine Streichung der Bezüge die Folge sein wenn man nicht mitspielt und das wäre das gleiche wie nicht melden, so sehe ich das mal.

Das siehst du richtig.

Zur Klarstellung:
Wenn Arbeitslosengeld gezahlt wird, werden die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt und auch Beiträge zur Rentenversicherung.

Die Voraussetzungen für Arbeitslosengeld sind
- Arbeitslosigkeit
- mindestens 12 Monate Beiträge zur Arbeitslosenversicherung in den letzten 2 Jahren
- persönliche Meldung bei der Agentur für Arbeit

Die Voraussetzung für "Arbeitslosigkeit" ist u.A. dass man sich bemüht, die eigene Beschäftigungslosigkeit zu beenden (Eigenbemühungen) und den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit).

Das bedeutet, dass man dem "Bewerbungskram" definitiv nicht aus dem Weg gehen kann.

Viele Grüße

Cha
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten