Anlage EKS Wareneinkauf ?

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OlliPM

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Hallöle an die Runde !

Mir ist mal was aufgestossen beim heutigen ausfüllen der EKS zur abschliessenden Rechnung des Bewilligungszeitraums 01.01.-31.03.08.
Da gibt es ja nun die schöne Spalte des Wareneinkaufes. Wenn man Waren einkauft, welche man z.B. nicht gleich im selben Monat verkauft, sondern über mehrere Monate hinweg, wie verhält sich das dann im neuen Bewilligungszeitraum. Da hab ich ja dann den "Verlust" des Wareneinkaufes nicht mehr, jedoch die Betriebseinnahme des Verkaufes. Da der Arge aber der Verlust bei Einkauf egal ist, heisst ich kriege eh nicht mehr Geld, wird jedoch beim Verkauf dann die Einnahme als Einkommen gerechnet, obwohl der Einkaufspreis im anderen Zeitraum lag. Wie soll man das denn nun ausgleich können ? Hoffe hab es verständlich ausgedrückt.

Gruss Olli
 
E

ExitUser

Gast
So wie ich das deute zählen ausnahmslos der Zeitpunkt des Einkaufs als Ausgaben und der des Verkaufs als Einnahmen. Allerdings werden alle Einnahmen und Ausgaben des Bewilligungszeitraumes zusammengezählt und dann durch die Monate geteilt.

Zu deinem Fall:
Wenn du von Januar bis März kräftig einkaufst und wenig verkaufst, machst du wenig Gewinn und bist entsprechend mehr bedürftig.
Verkaufst du die Waren erst im neuen Bewilligungszeitraum, steigt der Gewinn für diese Zeit. Somit sinkt für diesen Zeitraum die Bedürftigkeit und damit das Alg II.

Wenn vorhersehbar ist, dass demnächst ein Großauftrag rein kommt, der deine Bedürftigkeit behebt, könnte es also günstig sein, wenn du noch während der Bedürftigkeit ordentlich einkaufst.
Nur übertreiben darfst du nicht. Man könnte dir Absicht unterstellen. Es werden aber nur "notwendige" Ausgaben anerkannt - was das auch heißen mag.
 

Koelschejong

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@Patenbrigade hat leider den eigentlichen Knackpunkt nicht beantwortet, vermutlich, weil er das genausowenig kann wie ich:

Du kaufst im Bewilligungszeitraum Waren
für € 1000 Euro Ware
Du verkaufst die Ware im Bewilligungszeitraum für
€ 1.200, dann hast Du € 200 Gewinn, so weit ok,
aber jetzt wird's interessant:
Dieser Gewinn wird Dir im nächsten Bewilligungszeitraum sofort auf Dein
ALG II angerechnet, d.h. Du kannst bestenfalls für € 1.120 neue Ware kaufen, nicht für € 1.200 = wirtschaftlicher Schwachsinn.

Noch lustiger wird's dann hier:
Du kaufst im Bewilligungszeitraum Waren
für € 1000 Euro Ware
Du verkaufst einen Teil der Ware im Bewilligungszeitraum für
€ 500, dann hast Du € 500 Verlust,
und im neuen Bewilligungszeitraum verkaufst Du den Rest der Ware
für € 700 und hast damit einen Gewinn von € 700,
weil die Verlust aus dem vorherigen Bewilligungszeitraum "natürlich" unberücksichtigt bleiben. Und dieser "Gewinn" wird Dir dann spätestens im übernächsten Bewilligungszeitraum auch angerechnet. D.h. Dir bleiben aus diesem Geschäft für den Neueinkauf von Waren € 220,00, mit anderen Worten, Du kannst Deinen Laden schließen.
Natürlich werden viele versuchen, die im vergangenen Bewilligungszeitraum entstandene "Lücke" von € 500 durch Einnahmen (ALG II und evtl. vorhandenes Vermögen) im laufenden Bewilligungszeitraum zu schließen, und mit der rechnerisch schon jetzt vorhandenen Lücke im nächsten Bewilligungszeitraum (Anrechnung von € 700 Gewinn, der nie entstanden ist), glaubt man sich dann erfolgreich beschäftigen zu können.

Beispiele, wie so etwas endet, findet man zu hunderten im Bundesanzeiger unter der Rubrik eröffnete Insolvenzverfahren.
 

gerda52

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Im § 2a stehts so:

(2) Das Einkommen ist für das Kalenderjahr zu berechnen, in dem
der Bedarfszeitraum liegt (Berechnungsjahr). Für jeden Bedarfszeitraum
ist ein Zwölftel des Einkommens im Berechnungsjahr als Einkommen
zu berücksichtigen.
D.h., man sollte auf die Vorläufigkeit der Bescheide in den einzelnen Bewilligungsabschnitten Wert legen, sodass bei Vorliegen der geschilderten Voraussetzungen bei der endgültigen Nachberechnung auch die zeitweiligen Verluste mit einfließen. Dem stehen auch Anpassungen im lfd. Jahr nicht entgegen.
 

OlliPM

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Danke für eure Meinungen dazu. Koelschejong hat den Knackpunkt erfasst. Es geht nicht um Warenein/ausgänge im selben Bewilligungszeitraum, sondern um Waren, welche man in einen neuen Zeitraum (logischerweise) reinschleppt. Jeder Kaufmann würde in seiner Abrechnung wie folgt rechnen: Den Warenerlös beim Verkauf abzüglich den dafür entsprechenden Einkaufspreis welchen man selber bezahlt hat, ergibt dann den Gewinn ( oder auch Einkommen) für einen selbst. Mit dem reinen Verkaufswert als Betriebseinnahme zu rechnen, ist ohne den Einkaufswert zu berücksichtigen, absolut ökonomischer Schwachsinn. Wieso hat das niemand in der Behörde, welche diese Formulare entwickelt haben bemerkt ???

Gruss Olli
 

Koelschejong

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@Gerda52 - der 2a stammt aus der alten ALGII-VO, den gibt's heute (leider) nicht mehr. Heute gilt der § 3 ALG II VO und dort steht im Absatz 4
(4) Für jeden Monat ist der Teil des Einkommens zu berücksichtigen, der sich bei der Teilung des Gesamteinkommens im Bewilligungszeitraum
durch die Anzahl der Monate im Bewilligungszeitraum ergibt.
und nur als Ausnahme wird in § 5 eine Berücksichtigung des Jahreseinkommens erwähnt.
 
E

ExitUser

Gast
Auch hier bitte Bedenken, daß neue Regelungen meist erst durch Sozialgerichtsklagen eine einigermaßen verträgliche Form bekommen. Wie schon erwähnt, ist hier die Vorläufigkeit der jeweiligen Leistungsbewilligungen der Knackpunkt. Darauf sollte man es abstellen und diesen dann die realen Fakten gegenüberstellen, sobald diese vorliegen. Sollte die ARGE Verluste nicht berücksichtigen wollen, so hilft wie immer nur die Klage.
 

gerda52

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Veraltete Verordnung

Koelschejong meinte:
und nur als Ausnahme wird in § 5 eine Berücksichtigung des Jahreseinkommens erwähnt.
Die Ausnahmevoraussetzung ist bei stark schwankenden Gewinnen doch gegeben. :icon_mad: Danke übrigens für Deinen Hinweis. In der Tat hatte ich aus der Vorordnung mit Fassungsdatum 09.10.2007 zitiert und den Fehler nicht einmal bemerkt.
 

michaelulbricht

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Wenn ihr einen Verlust habt dann müßt ihr den doch durch einen Kredit/Wechsel ausgleichen oder.

Wenn du im nächsten Zeitraum Gewinn hast dann löst du den Kredit aus bzw. den Wechsel.

Wo ist das Problem.

Beispiel du kaufst also Ware für 1000 € ein.
Woher kommen die 1000 € ? Entweder leihst du Sie dir von anderen oder du entnimmst Sie deinem geschütztem Vermögen oder ?

Die Ware bleibt also dein Eigentum und Sie ist erst mal 1000 € wert.
Ob das Geld nun bar bei dir unter dem Kopfkissen liegt oder als Ware im Lager ist erstmal unerheblich.

Beispiel:
Du sitzt zu Hause und hast 1000 €.
Diese gehören zu deinem geschützten Vermögen.
Nun überlegst du wie du als Selbständiger dein Geld vermehren kannst.
Du kaufst also 1000 Tafel Schokolade.
Diese gehören immer noch zu deinem geschützten Vermögen.Du hast lediglich dein geschütztes vermögen umgewandelt.
Nun kannst du im nächsten Quartal die Schokolade für 1400 € verkaufen.
Dann hast du einen Umsatz von 1400 €.
Davon must du doch 1000€ wieder an dich selbst oder an den Geldgeber zurückführen.
Ansonsten haut das doch Buchhalterisch nicht hin.

Die meisten habe da so ihre Probleme.
Aber weil unter der Einnahme/Überschußrechnung ein + erscheint heist das noch lange nicht das das anrechenbares Einkommen ist.

Klaus
 

michaelulbricht

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Hallo tom,

daher ist das Geld schon in der Einnahme / Überschußrechnung wieder zurückzuführen.

dann erscheint da auch kein dickes + mehr.

Und wenn die auf der Arge dann noch uneinsichtig sind dann mußt du dennen das erklären als wenn es kleine Kinder sind.
Nimm Monopoligeld und kleine legosteine mit, das können die meistens noch verstehen.

Klaus
 
E

ExitUser

Gast
Beispiel:
Du sitzt zu Hause und hast 1000 €.
Diese gehören zu deinem geschützten Vermögen.
Nun überlegst du wie du als Selbständiger dein Geld vermehren kannst.
Du kaufst also 1000 Tafel Schokolade.
Diese gehören immer noch zu deinem geschützten Vermögen.Du hast lediglich dein geschütztes vermögen umgewandelt.
Nun kannst du im nächsten Quartal die Schokolade für 1400 € verkaufen.
Dann hast du einen Umsatz von 1400 €.
Davon must du doch 1000€ wieder an dich selbst oder an den Geldgeber zurückführen.
Ansonsten haut das doch Buchhalterisch nicht hin.

Die meisten habe da so ihre Probleme.
Aber weil unter der Einnahme/Überschußrechnung ein + erscheint heist das noch lange nicht das das anrechenbares Einkommen ist.

Klaus

Da gibt es doch den ominösen Punkt 8 in den Einnahmen:
"abzüglich Zugang Forderungen"

Da könnte man ja die 1000 Euro aus dem geschützten Vermögen rein schreiben. Dir geht aus dem privaten Vermögen eine Forderung zu. Diesen Zugang ziehst du ab. Schon sind sie aus dem Gewinn raus.
Ich denke mal, dass das jetzt totaler Quatsch ist. Durchkommen wirst du damit aber bei deinem SB allemal.
Schließlich konnte mir bis jetzt noch keiner in diesem Verein erklären, was es mit diesem Punkt auf sich hat.
Ich habe meiner ARGE übrigens schriftlich mitgeteilt, dass ich mich weigern werde die abschließende Berechnung zu machen, bevor die mir nicht sagen, was der Begriff "abzüglich Zugang Forderungen" bedeutet.

Mal sehen, obs da eine Antwort gibt.
 

ichnunwieder

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Du kaufst im Bewilligungszeitraum Waren
für € 1000 Euro Ware
Du verkaufst die Ware im Bewilligungszeitraum für
€ 1.200, dann hast Du € 200 Gewinn, so weit ok,
aber jetzt wird's interessant:
Dieser Gewinn wird Dir im nächsten Bewilligungszeitraum sofort auf Dein
ALG II angerechnet, d.h. Du kannst bestenfalls für € 1.120 neue Ware kaufen, nicht für € 1.200 = wirtschaftlicher Schwachsinn.

oder hier : Du kaufst dir ein paar Hühner und die legen Eier.
Aus Eiern werden Hühner und Hühner legen wieder Eier.Eier-Hühner , Hühner Eier!Nach ein paar Monaten hast Du so um die 10.000 Hühner!
Jetzt kommt ein großer Regen und alle deine Hühner ertrinken. Und was lernst Du daraus: Enten, ich hätte Enten kaufen sollen!
 

gerda52

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Patenbrigade meinte:
Da könnte man ja die 1000 Euro aus dem geschützten Vermögen rein schreiben. Dir geht aus dem privaten Vermögen eine Forderung zu. Diesen Zugang ziehst du ab. Schon sind sie aus dem Gewinn raus.
Ich denke mal, dass das jetzt totaler Quatsch ist.
Den letzten Satz kann man ohne Vorbehalt unterschreiben. Wenn ich privates Vermögen einbringe, entsteht daraus keine Forderung. Forderungen sind u.a. noch nicht beglichene Ausgangsrechnungen. Die werden aber nur von den Einnahmen abgezogen, wenn sie vorher als Erlös dort mitberücksichtigt wurden.
 

michaelulbricht

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hallo gerda 52

das würde aber doch nur auf leute zutreffen die Bilanzpflichtig sind oder?
Nur die müssen eine Rechnung versteuern wenn Sie sie ausstellen.

klaus
 

gerda52

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Ich denke, davon wird es auch einige unter den Aufstockern geben. Es gab da vll. mal bessere Zeiten in der Vergangenheit oder aber die gewählte Rechtsform des Unternehmens schreibt die Bilanzierung vor. Auf jeden Fall sind Forderungen nur abzuziehen, wenn sie bei den Einnahmen berücksichtigt wurden, alles andere macht keinen Sinn.
 
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