Anhörung zu Überzahlungen,beabsichtigte Aufrechnung, wer hat Rat für mich?

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Empyria

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Ich bin gerade ziemlich verzweifelt und verstehe nur noch Bahnhof.
Ich erhalte aufstockende Leistungen, bin alleinerziehend mit 2 Kindern und arbeite in einer 55% Stelle in der Altenpflege.

Nun sollte ich einen Weiterbewilligungsantrag ausfüllen und meine Lohnabrechnungen des letzten Jahres beigeben. Habe ich gemacht. Heute erhalte ich ein Schreiben des JC was eine Anhörung wegen Überzahlung beinhaltet.

Ich werd nicht mehr, die fordern von mir knapp 3000€ zurück.
Mein Einkommen war dem JC bekannt.
Dieses Einkommen reicht gerade mal für die monatliche Miete und Fixkosten wie Bustickets, Kinderbetreuung, Telefon und was eben so dabei ist.
Unterhalt sowie Unterhaltsvorschuss erhalte ich keinen.

Bei rund 1100€ Gehalt netto, sowie Kindergeld und aufstockende Leistung in Höhe von 330€ monatlich haben sie mich angeblich überzahlt?
Wie soll das gehen?
Irgendwie kann das doch nicht hinhauen.

Ich weiss nun auch nicht was ich dazu schreiben soll. Ich soll ankreuzen ob der Sachverhalt zutrifft und ob ich mich dazu äußern möchte.
Ich? Ich hab doch gar nichts falsches getan. Was soll ich da denn schreiben?

Ebenso ist ein Fragebogen zur Prüfung einer beabsichtigten Aufrechnung beigefügt.
Da "drohen" sie einem damit, dass ohne Abgabe dieses Bogens die Umstände negativ gegen mich gewertet werden können. Das Ausfüllen und Abgeben sei jedoch freiwillig...

Ohne Worte...

Dabei ist auch eine Erklärung zum Verzicht auf den gesetzlichen Aufrechnungsschutz.

Ich hab das dumpfe Gefühl, dass dieses Schreiben kein Vorteil für mich sein wird, sehe ich das richtig?

Liebe Grüße,
Empyria
 

RoxyMusic

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Hallo Empyria,

das ist ja heftig! Kannst du das Schreiben incl. Berechnungsbogen anonymisiert hier einstellen? Kannst du die Berechnungen nachvollziehen und wurde dein Einkommen in den aufgeführten Monaten vorher korrekt angerechnet? Welche Begründung wird für die Überzahlungen angeführt?
 

Empyria

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AW: Anhörung zu Überzahlungen

Hallo,

ich muss mal schauen, wie ich die Schreiben online bekomme. Heute schaffe ich das wahrscheinlich nicht mehr.

Begründung steht keine wirklich dabei. Sie erzielten Einkommen, steht da. Mehr nicht.
Klar erziele ich Einkommen. Einkommen das bekannt war.
Bisher wurde mein Arbeitseinkommen immer mit 1400€ Brutto und 1.150€ netto berechnet.
Auf Erklärung, dass mein Gehalt nie diesen Nettobetrag erreicht, sagte man mir, dass würde nach jedem Bewilligungszeitraum nachberechnet und ich würde die zuviel berechnete Differenz ausgezahlt bekommen.
Die Situation mit der Weiterbewilligung hatte ich jetzt. Ich müsste eigentlich Geld wiederbekommen, nach meiner Rechnung.

Abzüglich Gehalt, Kindergeld und 320€ Freibetrag, kommen ich auf 1214€ berücksichtigtes Gesamteinkommen, bei einem Gesamtbedarf von 1905,78.
Laut vorläufigen Bescheid vom 6. April (Nachberechnung war noch nicht fertig) auch korrekt. Dort steht, das ich 691,78€ bekomme. Bis dahin also alles ok soweit.

Und heute nun das oben genannte Schreiben.
Die Nachzahlung für den ersten Monat Arbeitsaufnahme kann ich nachvollziehen. Klar, das ist ja auch gerechtfertigt, dass der Betrag zurück gezahlt werden muss, wenn man am Ende diesen Monats sein Gehalt bekommt.
Danach kann ich rein gar nichts mehr nachvollziehen.
 

RoxyMusic

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Hattest du vllt. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld bekommen und/oder ein Betriebskostenguthaben? Welcher Abrechnungszeitraum bzw. Monate sind in dem Anhörungsschreiben aufgeführt? Die Begründung ist wirklich sehr dürftig.

Zum Unterhalt - wie alt sind deine Kinder? Alleinerziehende können ab Juli 2017 auch für Kinder ab 12 Jahren Unterhaltsvorschuss beantragen. Würde das für dich in Frage kommen?
 

vidar

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Moin @Empyria

Ich erlaube mir mal eine unverbindliche Musterrechnung für 2016 zu erstellen:

Hartz 4 Regelbedarf (2016)
Du................................... = 404
Kind_1 ............................. = 237 (Beispiel 6 Jahre alt)
Kind_2 ............................. = 270 (Beispiel 9 Jahre alt)
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Regelbedarf der Familie........ = 911,00
+ Kosten der Unterkunft ..... = 750,00 (Bornheim 500 Kalt + 250 NK (Geschätzt für Neben+HeizKost)
………………………………………………………………………………………………………..
Gesamtbedarf...................= 1.661,00
Mehrbedarf...................+. =.. 145,00 (Alleinerziehende)
Versich.Pauschale..........+. =... 30,00
...........................................................................................................................................
Leistungsbedarf gesamt... = 1.836,00
dein Einkommen .......... - = .. 780,00 (1.100 – 320 (Freibetrag)) monatlich über das Jahr
das Kindergeld ............ - = .. 384,00
………………………………………………………………………………………………………..
Auszahlung durch JC .......... = 664,00 (geschätzt)
======================================================================
Insofern sind die von dir angegeben 691,78 € des JC für 2017 als realistisch anzusehen. Es gibt bestimmt noch einige Abzugsmöglichkeiten von deinem Einkommen, z.B. berufsbedingte Fahrtkosten, die ich nicht berücksichtigt habe. Auf die jetzige Rückforderungsberechnung des JC von fast 3000 € bin ich mal gespannt, wie das Amt meint, diese Forderung begründen zu können. Interessant wäre es auch zu wissen, wie weit zeitlich zurück die Forderung des JC greifen soll.

Wenn du deiner Mitwirkungspflicht nachgekommen bist und deine Einkommensdaten fortlaufend (auch bestätigt) nachgewiesen hast, sehe ich kein Problem auf dich zukommen.
 

Empyria

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Betriebskostenguthaben gab es keines, im Gegenteil. Musste nachzahlen.
Kinder sind 14 und 7 Jahre alt. Im Juli werde ich natürlich wieder Unterhaltsvorschuss beantragen, da meine 6 Jahre für die Kinder längst abgelaufen sind, war da bislang leider nichts mehr zu machen.

Abrechnungszeitraum geht über ganz 2016 bis dieses Jahr Februar.
UG und WG in dem Sinne keines, lediglich eine Einmalzahlung in Höhe von circa 400€ was in unserem Haus etwas ähnliches wie WG ist. Selbst diese kann als Neutrum angesehen werden, da ich bis auf oben genannten einen Monat immer unter dem berechneten Satz von 1400b/1150n bekommen habe. Oft sogar nicht einmal 1000€.
Hab eben extra nochmals alle Abrechnungen durchgesehen.
 

vidar

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Abends @Empyria,

Wenn Du keinen Fehler beim Ausfüllen des Weiterbewilligungsantrags in Verbindung mit den sonst noch dazugehörigen Anträgen gemacht haben solltest, wüsste ich nicht, worauf sich die JC -Forderung gegen dich begründen soll. Gehe erst einmal zur Anhörung und informiere dich darüber welche Punkte wirklich ursächlich für die Differenzbeträge verantwortlich sein sollen. Vielleicht kannst du ja dann schon vor Ort etwaige Missverständnisse aus dem Weg räumen, und alles wird gut.

Ansonsten wendest du dich gerne wieder an die Foristen hier. Zwecks Überprüfung durch die hier Anwesenden wären dann, die (anonymisierten) Schriftsätze der Leistungsabteilung bestimmt hilfreich, um die Forderungsbegründung auf Plausibilität überprüfen zu können.
 

Frank71

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Vielleicht wäre zur Klärung des ganzen noch einen Fachanwalt/in für Sozialrecht mit ins Boot zu nehmen.

Beratungsschein gibt es bei deinem zuständigen Amtsgericht, kostenpunkt 15€.
 
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