Anhörung zu Überzahlung Heiz- u. Wasserkosten: worauf ist in meinem Fall zu achten?/ Aufforderung zur Mitwirkung: Betriebskostenabrechnung für 2017 noch nicht erhalten

Tonigo

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Hallo Ihr,

ich habe eine Heizkosten (290,00€) - und eine Wasserkosten - Gutschrift (35,00€) viel zu spät beim jobcenter eingereicht (unaufgefordert selbst angezeigt). Ich befand mich in einer für mich sehr herausfordernden Weiterbildung nach einer langen psychisch belasteten Zeit. Die Gutschriften sind im Stress wirklich untergegangen. So habe ich es auch in einem kurzen Schreiben erklärt und mich für mein Versagen entschuldigt.

Nun habe ich 4 Schreiben vom jobcenter erhalten:
  • 2 Änderungsbescheide wegen der Wasserkosten (nachvollziehbar)
  • 1 Anhörung zu Überzahlung
  • 1 Aufforderung zur Mitwirkung (hier wird die vollständige Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2017 verlangt, die mein Vermieter noch nicht erstellt hat, wie er mir gestern per Mail mitteilte)
Meine Fragen:
  • Gibt es etwas, worauf ich bei der Formulierung der Anhörung achten muss?

    Ich würde mich nochmal für mein Versagen entschuldigen, meine Situation erklären und mich natürlich bereit erklären, das Geld zurückzuzahlen.

    Habt Ihr sonst nocheinen Tip für mich?
  • Die Betriebskostenabrechnung meines Vermieters müsste doch keine Rolle mehr spielen, weil die noch nicht erstellt ist? Oder meint Ihr, dass das jobcenter nun meinen Vermieter auffordert, diese nachträglich zu erstellen?
Oder fällt euch sonst noch etwas Wichtiges ins Auge, was ich beachten sollte, wenn Ihr den Fall so lest?

Vielen Dank für Eure Mühe schon mal!
 
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wolf77

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Dein Vermieter hat für die Erstellung der Heiz-und Betriebskostenabrechnung Zeit bis zum Ende des darauffolgenden Jahres.
Dh. für die 2017er HATTE er Zeit bis 31.12.2018!
Freundlich anmahnen und schleunigst einreichen!
 

Caye

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Die BK-Abrechnung ist irrelevant. Das JC wartet bzw hofft hier halt auf eine weitere nicht gemeldete Rückzahlung.

Teile dem JC also mit, dass du keine erhalten hast, da müssen sie durch.

Ob du beim Vermieter deswegen Stress machen willst (und wie viel davon) ist aber deine Entscheidung. Die rechtliche Lage wurde ja schon aufgezeigt, aber wenn man aus Erfahrung weiß, dass die Vorauszahlungen ganz gut hinkommen, dann hat man vielleicht auch Gründe, sich nicht mit dem Vermieter anlegen zu wollen.

Die Anhörung ist eine Formsache, ohne Anhörung dürfen sie kein Geld von dir zurück verlangen, auch wenn du den Sachverhalt vorher schon geschildert hast.
Theoretisch kannst du die ignorieren oder stumpf "trifft zu" drauf schreiben.
Praktisch könnte man dir aber natürlich ein Bußgeld für die verspätete Meldung aufdrücken, also ist das mal so eine Situation, in der man niemanden reizen will. ;)
Ich persönlich hätte aber auch keine Lust, ne eklige Entschuldigungsschleimspur zu produzieren - kopier doch einfach das, was du eh schon geschrieben hast.
 

wolf77

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Dein Vermieter hat für die Erstellung der Heiz-und Betriebskostenabrechnung Zeit bis zum Ende des darauffolgenden Jahres.
Dh. für die 2017er HATTE er Zeit bis 31.12.2018!
Freundlich anmahnen und schleunigst einreichen!
örks... habe mich vertan... "Sprotte" hat mich auf meinen Fehler aufmerksam gemacht.
Ein Vermieter ist verpflichtet, gemäß § 556 Abs. 3 Satz 1 BGB jährlich über die Nebenkosten abzurechnen. In § 556 Abs. 3 Satz 2 heißt es: „Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen.“

Das muss also nicht zwingend Ende des Jahres sein - auch wenn es oft so ist.
 

ela1953

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Die Nebenkostenabrechnung muss immer vom AlG II Empfänger angefordert werden. Darauf bestehen die JC. Egal, wie dann das Verhältnis Mieter/Vermieter wird.
Denn es wird unterschiedlich gehandelt.
Bekommt der Vermieter Geld, kam die Abrechnung zu spät.
Bekommt der Mieter eine Gutschrift, muss der Vermieter zahlen.
Und diese Gutschrift kassiert das JC.
Eine Nachzahlung wird abgelehnt.
 

Tonigo

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Vielen lieben Dank für die ganzen Informationen und die Zeit, die Ihr Euch dafür genommen habt!
 
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