Anhörung zu einer mgl. Sanktion wegen Bitte um Teilzeitstelle

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dumm aber lieb

Elo-User*in
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Hallo ihr Lieben,

ich habe mich wie gewohnt auf einen Vermittlungsvorschlag beworben und soll nun sanktioniert werden. (30%)

"Sie haben durch Ihr Verhalten ein Zustandekommen dieser Tätigkeit von vornherein verhindert."
"Sie haben sich zwar beworben, aber dem Arbeitgeber mitgeteilt, dass Sie kein Interesse an einer Vollzeitstelle haben."

Tja, was soll ich sagen.
1. MUSS ich mich logischerweise auf die VV bewerben, was ja ok ist.
2. Muss ich Vollzeit arbeiten? Ich habe kein Interesse an einer Vollzeitbeschäftigung, ich werde in meinem Leben nie wieder 40 Stunden arbeiten, denn ich brauche kein Geld, ich brauche Zeit.

Ich möchte arbeiten, aber niemals 40 Stunden, 45 Wochen im Jahr, das muss doch in Ordnung sein.
Es ist ja ok, dass das JC bestimmen kann, wo ich mich bewerbe, aber sie können doch nicht bestimmen, wie viel ich arbeite. Das ist doch absurd.

Dazu kommt noch, dass man in dem Gewerbe (Berufskraftfahrer) sowieso 10 Stunden und mehr am Tag arbeitet und 40-Stunden-Wochen eher die Ausnahme als die Regel sind. Auch das ist ok, würde ich machen, ich möchte dann aber jede zweite Woche frei haben.

Mir ist bewusst, dass Selbstbestimmung in ALGII so gut wie nicht existent ist, aber unter diesen Umständen werde ich ja in Arbeit gezwungen.
Ist das rechtens?
Ich werde natürlich erstmal den Sachverhalt schildern, vll kommt es ja gar nicht zu einer Sanktion. Ggf. werde ich dann widersprechen bzw. klagen, aber ich bin ehrlich gesagt ein bisschen ratlos, wie das weitergehen soll.
Es muss doch möglich sein, dass man mir gestattet einen vernünftig bezahlten Teilzeitjob zu suchen bzw. die Arbeitgeber zu fragen, ob das bei ihnen möglich ist.

Kommentare, Meinung und Tipps sind sehr willkommen.

Danke euch : )
 
G

Gast1

Gast
Zerberus X, Dein Beitrag ist nicht wirklich konstruktiv, sondern eher das Gegenteil.

Nachtrag: Wenn ich ne gute Idee hätte, wie ich dem Themenersteller helfen könnte, hätte ich schon längst eine entsprechende Antwort verfasst. Mir fällt aber nichts Entsprechendes ein.
 
Zuletzt bearbeitet:

dumm aber lieb

Elo-User*in
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Das ist so nicht richtig,Du musst dich nur vom JC abmelden.
Dann kannst Du so lange Arbeiten wie du willst,ob du dann davon Leben kannst ist deine Sache.:wink:

Hä, na ich bin ja arbeitslos, wie soll ich mich da "nur vom Jobcenter abmelden"? Wovon lebe ich dann?
Das ALGII ist ja genau dafür da, Menschen zu helfen, bis sie eine Stelle gefunden haben.
Ich finde gerade keine nach meinen Vorstellungen, also soll ich irgendeine annehmen, die das JC willkürlich festlegt, sonst werden mir die Leistungen gekürzt? Klingt für mich total nach Zwang das zu machen, was andere für richtig halten.
 

Pixelschieberin

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[...] also soll ich irgendeine annehmen, die das JC willkürlich festlegt, sonst werden mir die Leistungen gekürzt? [...]
Sofern der Vermittlungsvorschlag zumutbar ist und du deiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen bist:
Ja.
[...] Klingt für mich total nach Zwang das zu machen, was andere für richtig halten.
Das hat der Gesetzgeber (GG) so eingetütet.
Du hast mit deinem Antrag auf AlG 2 unterschrieben, daß du alles unternimmst, um deine Hilfebedürftigkeit zu vermindern - besser - zu beenden.
"Alles" bedeutet: Alles, was zumutbar ist.
Egal, ob es deiner Qualifikation entspricht.
Dieses "alles" bedeutet, daß die Arbeitsauswahl für AlG 2-Empfänger kein Wunschkonzert ist.
Wie das in deinen Ohren klingt, ist dem GG egal.

Nachtrag:
Btw, ich verstehe deinen Wunsch, nur Teilzeit arbeiten zu wollen.
Das war meine Haupt-Motivation, mich fortzubilden.
Nach den Abschlüssen das selbe Geld wie vorher - jedoch nur noch knapp mehr als die Hälfte der bisherigen Arbeitszeit.
Das fand ich erstrebenswert.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Gast1

Gast
Ergänzung zu @Pixelschieberin:

Und das ist ja gerade das Perfide am Hartz-IV-System. Es entspricht der neoliberalen Ideologie. Jede(r) muss irgendwie betriebswirtschaftlich verwertet werden können, ansonsten ist er oder sie nutzlos. Außer, er oder sie ist zu krank fürs Verwertet-Werdenkönnen.

Heute die folgende Nachricht im Radio, dass u. a. die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung mal wieder gesenkt werden sollen. Die können auch gleich mit der Wahrheit herausrücken: Sie wollen die Arbeitslosenversicherung komplett abschaffen. Dann wären wir wieder in einem Stadium von vor Bismarck. Bismarck würde sich vor lauter Freude im Grabe umdrehen.

https://www.deutschlandfunk.de/medi...traege-senken.1939.de.html?drn:news_id=871783

Sorry fürs Offtopic.
 

dumm aber lieb

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Ok, das bedeutet also, dass ich durch meine Bitte bzw. meine Aussage in der Bewerbung, dass ich nicht an einer Vollzeitbeschäftigung interessiert bin, tatsächlich sanktioniert werden kann?
Ich habe ja wirklich nach einer Teilzeitstelle gesucht und die Behauptung, ich habe ein Beschäftigungsverhältnis von vornherein verhindert ist falsch. Woher sollte ich denn wissen, ob der Arbeitgeber mir eine Teilzeitstelle anbietet oder nicht?

Weiß jemand, ob Arbeitszeiten jenseits der 40h (um die 45-55/Woche) auch als zumutbar gelten, oder ist bei 40h Schluss? Habe dazu bei google auf die Schnelle nichts gefunden.
 
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Gast1

Gast
@dumm aber lieb: Eine auf Deine Anfrage bezogene Frage:

Hast Du den Arbeitgeber darum gebeten Dir eine Teilzeitstelle anzubieten, siehe die Überschrift Deines Themas?

Falls ja, kann das nicht als Weigerung ausgelegt werden, dass Du keine Vollzeitstelle antreten wolltest.

Vielleicht könntest Du ja mal Dein Bewerbungsanschreiben hier einstellen, natürlich entsprechend anonymisiert.
 

vidar

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Moin @dumm aber lieb und :welcome:
"Sie haben sich zwar beworben, aber dem Arbeitgeber mitgeteilt, dass Sie kein Interesse an einer Vollzeitstelle haben."
Naja, hier könnte es auch auf Aussage gegen Aussage auslaufen. Du könntest ja auch gesagt/geschrieben haben, dass du gerne noch eine Weile in Vollzeit arbeiten möchtest, aber irgendwann mal doch kürzer treten möchtest, und deshalb mittelfristig einen 30 Wochenstunden Job anstrebst.
Es ist ja ok, dass das JC bestimmen kann, wo ich mich bewerbe, aber sie können doch nicht bestimmen, wie viel ich arbeite.
Solange du H4- Leistungen beziehst kann das JC dir jede zumutbare Arbeit aufbrummen mit der du dich aus dem H4-Bezug verabschieden oder deinen H4-Bedarf verringern könntest. Du wirst bestimmt auch bei deiner Antragsstellung angeben haben, dass es keine wichtigen Gründe gibt eine Vollzeitbeschäftigung nicht nachgehen zu können.
Es muss doch möglich sein, dass man mir gestattet einen vernünftig bezahlten Teilzeitjob zu suchen bzw. die Arbeitgeber zu fragen, ob das bei ihnen möglich ist.
Natürlich stets es dir frei einen Job zu suchen bzw. anzunehmen, mit dem du dich sofort aus dem Hartz IV – Bezug verabschieden könntest. Dem JC kannst du aber nicht vorgeben, dass du ausschließlich nur noch Vermittlungsvorschläge nach deinen Vorstellungen haben möchtest. Dem JC geht es nur darum dich so schnell wie nur möglich aus dem Leistungsbezug zu entfernen, und wird deshalb keine Rücksicht auf deine Wünsche nehmen.
 

dumm aber lieb

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@dumm aber lieb: Eine auf Deine Anfrage bezogene Frage:

Hast Du den Arbeitgeber darum gebeten Dir eine Teilzeitstelle anzubieten, siehe die Überschrift Deines Themas?

Nein, "gebeten" war wohl die falsche Formulierung.
Ich habe mich ganz normal vorgestellt und dann geschrieben, dass ich aufgrund der Tatsache, dass ich keinen Einfluss auf Arbeitsort, Arbeitgeber, Kollegen, Schichtzeiten, Arbeitsgeräte, Aufgabenbereiche usw habe, und weil mir bewusst ist, dass Berufskraftfahrer-Arbeitswochen deutlich länger als 40h sind, wenigstens Einfluss auf meine Arbeitszeit haben möchte und demnach nur an einer Beschäftigung in Teilzeit interessiert bin.
(da Teilzeit in dem Gewerbe schlecht funktioniert würde ich einem potentiellen Arbeitgeber ca 25-30 Wochen im Jahr voll zur Verfügung stehen)
Finde ich eine absolut normale Aussage und Forderung, woher soll ich denn wissen, dass ich das nicht darf? LoL.

Vidar, es ist verständlich, dass ich nicht verlangen kann, ausschließlich Teilzeit-Angebote zu bekommen.
Trotzdem finde ich es eine Frechheit, dass man einfach bestimmt, was mir zumutbar ist und was nicht.
Ich jedenfalls finde 10-Stunden-Schichten in Vollzeit bei 9€ brutto in einem verantwortungsvollen Job moderne Sklaverei und nichts anderes.
 

atori

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@dumm aber lieb

Sinn von Vermittlungsvorschlägen ist ja dass du letztendlich aus dem Hartz4 Bezug raus kommst. Wenn du also eine Teilzeitstelle findest wo du so viel verdienst dass du raus bist aus Hartz4 -kann dir das JC nichts....
 
G

Gast1

Gast
@dumm aber lieb: Wenn Du stichhaltig nachweisen könntest, dass im Transportgewerbe systematisch gegen Arbeitsschutzbestimmungen verstoßen wird, könntest Du eventuell die Sanktion abwehren, allerdings wahrscheinlich erst vor Gericht.
 

vidar

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Trotzdem finde ich es eine Frechheit, dass man einfach bestimmt, was mir zumutbar ist und was nicht.
So läuft aber nun mal das Spiel, wenn du Sozialleistungen beziehen möchtest. „Wessen Brot ich ess dessen Lied (muss) ich sing“.
Ich jedenfalls finde 10-Stunden-Schichten in Vollzeit bei 9€ brutto in einem verantwortungsvollen Job moderne Sklaverei und nichts anderes.
Mit Verlaub, du bist sicherlich Alt genug, um selbst Bestimmen zu können, wie für dich der vermeintlich „richtige Weg“ deines künftigen Arbeitslebens verlaufen muss. Wenn du mit den - für alle gültigen - Regelarien nicht einverstanden bist, musst du halt die Konsequenzen ziehen, und dich vom Sozialleistungsbezug verabschieden. Dem Staat (der Gemeinschaft) kannst du nun mal nicht Vorschreiben, wie du gedenkst dein Berufstätigkeit nur noch ausüben zu wollen. Ein H4-Leben bietet dir nun mal kein Wunschkonzert auf einem rosaroten Ponyhof.
 

Katzenstube

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Hallo dumm aber lieb,
meine SB's bzw. Mrs. Inga's, die ich ertragen musste wenn ein Jahresvertrag ausgelaufen war oder der Arbeitgeber verstorben war waren keine Freunde von mir sondern sie wurden zu Gegnern, sie haben meine Fähigkeiten und Aversionen ignoriert.

Ich selber sagte denen oft was sie hören wollen und tat, was ich für richtig hielt. Wenn ich Teilzeit arbeiten gewollt hätte, dann hätte ich dieses nur im persönlichen Gespräch versucht mit dem AG auszuhandeln.

Bei mir war es entgegengesetzt: ich wollte wegen Einkommen Vollzeit, der AG wollte Teilzeit. Nun gut, immer noch besser als die SB's ertragen zu müssen. Mittlerweile sind es 32 Stunden in der Woche und mehr ginge auch durch meine vielen Arzttermine nicht mehr. Alles hat sich so eingespielt dass es passt, aber ganz weit weg vom Einflußbereich der SB's. Allerdings zu dem Preis in den ersten Monatetn ein Minigehalt und aus eigenem Wunsch keine Aufstockung um diese Sklavenhändler der Agentur los zu sein.

Ich war immer nur kurz ALG1. Allerdings war klar, nur wenn ich Vollzeit zur Verfügung stehe, erhalten ich das volle Arbeitslosengeld (wenn ich auch zuvor Vollzeit gearbeitet hatte). Im anderen Fall sagen die: herzlichen Dank, früher Vollzeit - heute Teilzeit, also nur noch die Hälfte an Mäuschen.

Vidar hat Dir, meiner Meinung nach, ein paar gute Tip(p)s für die Zukunft mitgegeben ;-)

Gruß von Katzenstube
 

HermineL

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Die täglich Arbeitszeit ob Vollschichtig oder nur Teilzeit ist überhaupt nicht relevant. Einzig relevant ist das man bei dem Job keine Leistungen mehr braucht. Wenn man einen Job findet bei dem man mit Teilzeit aus dem Bezug kommt hat das JC keine Grundlage für Sanktionen.

Kommt man nicht aus dem Bezug sieht das anders aus denn man muss alles tun um seine Hilfebedürftigkeit zu verringern.
 

dumm aber lieb

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@dumm aber lieb

Sinn von Vermittlungsvorschlägen ist ja dass du letztendlich aus dem Hartz4 Bezug raus kommst. Wenn du also eine Teilzeitstelle findest wo du so viel verdienst dass du raus bist aus Hartz4 -kann dir das JC nichts....
Ja, das ist ja auch der Sinn meiner Arbeitssuche.
Meine Empörung gilt lediglich der Tatsache, dass ich allein deswegen sanktioniert werden soll, weil ich dem Arbeitgeber mitgeteilt habe, dass ich eben nur nach einer Teilzeitstelle suche.


@dumm aber lieb: Wenn Du stichhaltig nachweisen könntest, dass im Transportgewerbe systematisch gegen Arbeitsschutzbestimmungen verstoßen wird, könntest Du eventuell die Sanktion abwehren, allerdings wahrscheinlich erst vor Gericht.
Systematisch ist das, glaube ich, nicht unbedingt. Ich kenne mich mit diesen Bestimmungen auch nicht so gut aus.
10h am Tag maximale Arbeitszeit? 60h in der Woche? Nach 6h eine Pause? So in etwa war das.
Ich bin ja auch neu in dem Gewerbe und war bis jetzt nur 3 Wochen Probearbeiten. Schichtzeiten von 12h waren da keine Seltenheit, so dass ich in 9 Tagen auf eine reine Arbeitszeit von 100 Stunden kam.


Mit Verlaub, du bist sicherlich Alt genug, um selbst Bestimmen zu können, wie für dich der vermeintlich „richtige Weg“ deines künftigen Arbeitslebens verlaufen muss. Wenn du mit den - für alle gültigen - Regelarien nicht einverstanden bist, musst du halt die Konsequenzen ziehen, und dich vom Sozialleistungsbezug verabschieden. Dem Staat (der Gemeinschaft) kannst du nun mal nicht Vorschreiben, wie du gedenkst dein Berufstätigkeit nur noch ausüben zu wollen. Ein H4-Leben bietet dir nun mal kein Wunschkonzert auf einem rosaroten Ponyhof.
Ja klar bin ich dazu alt genug. Aus genau diesem Grund habe ich ja für mich entschieden, dass ich maximal 25h in der Woche arbeiten möchte. Ich schreibe dem Staat auch gar nichts vor. Wo habe ich dem Staat denn etwas vorgeschrieben? Ich halte mich an die Gesetze (SGB), bewerbe mich 5 mal in der Woche und suche nach einer für mich passenden Stelle.
Ich konnte ja nicht ahnen, dass es in diesem Staat bereits sanktionswürdig ist, dass man ausschließlich nach einer Teilzeitbeschäftigung sucht und dem potentiellen Arbeitgeber das mitteilt.
Ein Hartz 4-Leben soll mir auch kein Wunschkonzert auf einem Ponyhof bieten, das tut es sowieso nicht. Von reichlich 400€ im Monat zu leben, andauernd erreichbar und vor Ort zu sein, sich auf Stellen bewerben zu müssen, an denen man null Interesse hat ist doch kein Ponyhof.
Und was heißt schon Wunschkonzert? Ich habe ja bereits gesagt, dass man, wenn man "zumutbare" Arbeit angeboten bekommt, KEINEN Einfluss auf jegliche Faktoren hat. Da möchte ich wenigstens den Faktor Arbeitszeit beeinflussen, weil es ja mein Leben ist. Aber das ist wahrscheinlich auch zu viel Wunschkonzert.

Ich meine, man könnte das Vermittlungssystem so effektiv, dynamisch und human gestalten. Aber man will halt nicht, man möchte lieber Menschen als Ware, als Nummern und als Objekte sehen.
 

Nena

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Nein, "gebeten" war wohl die falsche Formulierung.
Ich habe mich ganz normal vorgestellt und dann geschrieben, dass ich aufgrund der Tatsache, dass ich keinen Einfluss auf Arbeitsort, Arbeitgeber, Kollegen, Schichtzeiten, Arbeitsgeräte, Aufgabenbereiche usw habe, und weil mir bewusst ist, dass Berufskraftfahrer-Arbeitswochen deutlich länger als 40h sind, wenigstens Einfluss auf meine Arbeitszeit haben möchte und demnach nur an einer Beschäftigung in Teilzeit interessiert bin.
(da Teilzeit in dem Gewerbe schlecht funktioniert würde ich einem potentiellen Arbeitgeber ca 25-30 Wochen im Jahr voll zur Verfügung stehen)
Finde ich eine absolut normale Aussage und Forderung, woher soll ich denn wissen, dass ich das nicht darf?

Okay, Du hast Deine Rechte wahr genommen und nur die Wahrheit geschrieben. Und der AG? Lies das mal aus der Perspektive eines potenziellen AG. Der sieht, da ist einer, der will den Job gar nicht (deshalb, weil Du mir etwas anderes "anbietest", als ich brauche - ich hatte ja Vollzeit ausgeschrieben) - und schreibt das dann auch so dem JC zurück. Die logische Konsequenz daraus ist die Anhörung, in der Du ja jetzt Deinen Standpunkt klar machen kannst.
(Wirst Du wirklich von 9 Euro Vollzeit 25-30 Wochen/Jahr unabhängig von ALG2?)
 

HermineL

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Ja klar bin ich dazu alt genug. Aus genau diesem Grund habe ich ja für mich entschieden, dass ich maximal 25h in der Woche arbeiten möchte. Ich schreibe dem Staat auch gar nichts vor. Wo habe ich dem Staat denn etwas vorgeschrieben? Ich halte mich an die Gesetze (SGB), bewerbe mich 5 mal in der Woche und suche nach einer für mich passenden Stelle.
Ich konnte ja nicht ahnen, dass es in diesem Staat bereits sanktionswürdig ist, dass man ausschließlich nach einer Teilzeitbeschäftigung sucht und dem potentiellen Arbeitgeber das mitteilt.
Sorry aber das hättest du sehr wohl wissen können. Das ergibt sich schon aus § 2 SGB II
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte und die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen müssen alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit ausschöpfen.

Wie schon gesagt, die Ausnahme wäre wenn du mit Teilzeit soviel verdienst das du ohne Hilfe auskommst. Ist das nicht der Fall hast du nicht alles getan um deine Hilfebedürftigkeit zu beenden und das JC dürfte damit im Recht sein. Ich sehe hier nicht wie du diese kommende Sanktion kippen willst.

Eine weitere Alternative wurde dir ja schon genannt. Verzichte auf ALG II und dann kannst du nach Herzenslust Teilzeit arbeiten. Allerdings musst du dann auch sehen das du dann mit dem Verdienst finanziell klar kommst.

Man kann sich treffend darüber streiten ob dieses was da im SGB II steht alles überhaupt Sinn macht aber es ist nun einmal die geltende Rechtslage ob uns das passt oder nicht.
 

vidar

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... Aus genau diesem Grund habe ich ja für mich entschieden, dass ich maximal 25h in der Woche arbeiten möchte
Sorry, ich weiß nicht warum du hier noch soviel Aufhebens mit/bei der rechtlichen Sachlage machst. Dir wurde hier mehrmals zu verstehen gegeben, dass du dir einfach mal selbst einen Job suchen solltest, mit dem du dich aus dem Leistungsbezug verabschieden könntest. Im welchen Arbeitszeitrahmen sich das Beschäftigungsverhältnis befinden sollte, ist dann vollkommen irrelevant. Bewirb dich also weiter auf die dir genehmen Stellenangebote. Auf die VV des JC reagierst zu mit normalen Bewerbungsschreiben, ohne jedwede Einschränkungen hier mit aufzuführen. Es heißt ja noch lange nicht, dass der Stellenanbieter dich auch einstellen wird. Falls es doch zu einer Einstellung kommen sollte, ist es immer noch besser dann sich aus dieser Situation um einen alternativen Job zu kümmern, als dies mit einem H4-Bezug unter Druck machen zu müssen.

Über die prekäre rechtliche Situation von Langzeitarbeitslosen, noch folgender Hinweis. Diese Gruppe kann sogar unterhalb des normal zu zahlenden Mindestlohns über einen Zeitraum von 6 Monaten eingestellt werden.
 

Makale

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Zwar wird durch das SGB II die Verringerung oder Beendigung des Leistungsbezuges erwartet, aber es setzt nicht jedwede Selbstbestimmung außer Kraft. Davon abgesehen, dass dies auch nirgendwo geschrieben steht, würde eine derartige Lesart mit internationalem Menschen- und Sozialrecht kolledieren (zB Menschenrechtskonvention, europäische Grundrechtscharta).

Zudem hätte es bei Interesse an der Arbeitskraft des TE dem Arbeitgeber oblegen in einem persönlichen Gespräch die Hintergründe des Wunsches nach Teilzeit zu erfragen und ggf. einen Kompromiss zu finden. Vordergründig sollte das Persönlichkeitsprofil (Soft- und Hardskills) eines Bewerbers eine Rolle spielen.

Leider sind selbstbestimmte Menschen der Wirtschaft bzw. den meisten Unternehmen ein Dorn im Auge. Sie wollen willenlose Sklaven und JA-Sager. Leider ist es nunmal eine Tatsache, dass so größtenteils unser Wirtschaftssystem funktioniert. Davon abgesehen ist die 40 Stundenwoche sowieso absurd. Ich verstehe jeden, der sich diesem, insbesondere familienfeindlichen Diktat nicht beugen will.

Daher teile ich jegliche Kritik am Verhalten des TE nicht. Eher greife ich das Unternehmen an, weil dort offensichtlich jemand nicht verstanden hat, wie man langfristig gute Mitarbeiter findet und halten kann.
 

Pixelschieberin

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<Nachtrag> Meinem ersten SB hatte ich mitgeteilt, daß ich besonders bei Teilzeitstellen berücksichtigt werden will.
Dazu muß sich der HE nicht gleich selbständig machen.
Wie auch - ohne Geld auf der Naht?
Solche Vorschläge sind mehr als zynisch. </Nachtrag>
[...] Meine Empörung gilt lediglich der Tatsache, dass ich allein deswegen sanktioniert werden soll, weil ich dem Arbeitgeber mitgeteilt habe, dass ich eben nur nach einer Teilzeitstelle suche. [...]
Solltest du das schriftlich - also nachweisbar - mitgeteilt haben, war das - wenn auch lieb - ziemlich dumm von dir.
Der Anwurf "Vereitelung" könnte durchaus greifen wenn im Vermittlungsvorschlag (VV) explizit von Vollzeit die Rede ist.
Wer dann SCHREIBT, nöööö - willichabaaanüchsooooooo - hat schlichtweg NICHT regelkonform mitgewirkt.
Sondern - gegen die zuvor vereinbarten Regeln verstoßen.

DU hast einen Vertrag mit der Allgemeinheit abgeschlossen, die dich - zu deren Bedingungen - unterstützt.
Hör auf, hinterher darüber zu lamentieren, ob dir das Regelwerk paßt oder nicht.

Hast du NICHT schriftlich mitgeteilt, die Regeln einseitig verändern zu wollen, steht Aussage gegen Aussage.
Sofern du ein Vier-Augen-Gespräch geführt hast.
[...] Ich kenne mich mit diesen Bestimmungen auch nicht so gut aus. [...]
Dann ists an der Zeit, sich damit zu befassen.
[...] Ich bin ja auch neu in dem Gewerbe und war bis jetzt nur 3 Wochen Probearbeiten. [...]
In dem SELBEN Betrieb, bei dem du dich per VV vorzustellen hattest?
Falls jedoch woanders - dann dürfte dir nachfolgendes Lamento als Kaffeesatzleserei ausgelegt werden:
[...] Schichtzeiten von 12h waren da keine Seltenheit, so dass ich in 9 Tagen auf eine reine Arbeitszeit von 100 Stunden kam. [...]
Dafür gibt es im Streitfall Stundenzettel und das Arbeitsgericht.
[...] Ich konnte ja nicht ahnen, dass es in diesem Staat bereits sanktionswürdig ist, dass man ausschließlich nach einer Teilzeitbeschäftigung sucht und dem potentiellen Arbeitgeber das mitteilt. [...]
Deinem Wehklagen ist zu entnehmen, daß du den Vertrag nicht geblickt hast, den du mit der Allgemeinheit abgeschlossen hast.

Altgedienten Sachbearbeitern (SB) kommen deine Einwände wahrscheinlich so vor wie wenn Sugardaddies kleine Prinzessin - auf Papis Knien hockend - schniefend vor sich hin schimpft, daß ihr von den fremden Kindern keins erlaubt hat, sich die Rosinen aus deren Kuchenbuffet raus zu picken.
[...] Und was heißt schon Wunschkonzert? [...]
Jaaaaaaaa, komm jetzt mal aus der Dauerschleife.

Antworten dazu:
Siehe oben.

Kurzversion:
Vertrag ist Vertrag.

Merk dir für die Zukunft:
Der Staat ist kalt.
 
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Gollum1964

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Eine weitere Alternative wurde dir ja schon genannt. Verzichte auf ALG II und dann kannst du nach Herzenslust Teilzeit arbeiten. Allerdings musst du dann auch sehen das du dann mit dem Verdienst finanziell klar kommst.

Hallo,

ich möchte auch noch mein Wort zum Sonntag abgeben.
Ich selber habe neben den JC-Zwangsbewerbungen auch aktiv nach Teilzeitstellen gesucht, um nach längerer Arbeitslosigkeit nicht gleich von Null auf Hundert starten zu müssen und auch, weil ich noch Zeit für meine Ehrenämter haben will.
Es ist in der Tat so, das selbst im Falle einer (schlecht bezahlten) TZ-Arbeit man im Falle der ALG2-Aufstockung vom JC gezwungen werden kann, nach Vollzeitstellen zu suchen, um seine Hilfebedürftigkeit völlig zu überwinden.
Alternativ kann man dann aber auch alternativ mit Wohngeld aufstocken, wenn man ein gewisses Mindestnettoeinkommen verdient (Faustregel: Nettoverdienst > Kaltmiete + ALG2-Satz).
Das macht dann zwar etwas weniger als die ALG2-Aufstockung aus, ist aber an nicht so strengen Auflagen gebunden (keine EGV, keine Einladungen zur Besprechung der beruflichen Situation, keine unsinnige VV-Zwangsbewerbungen).
 

dumm aber lieb

Elo-User*in
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Ok, danke für alle Antworten. Jetzt habe ich es endlich kapiert und werde mich in Zukunft ordentlich auf VV bewerben.

Da ich mich in den letzen Wochen aber ausschließlich als Teilzeitkraft vorgestellt habe, auf alle VV, könnte mir das Jobcenter ja für jede angebliche Fake-Bewerbung Sanktionen androhen, oder nicht?
 
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