Anhörung wegen einer Sanktion, weil ich mich angeblich nicht beworben habe, obwohl das nicht ganz der Fall ist. Wie reagieren?

Zertran

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Hallo allerseits!

Folgendes: Ich habe heute eine "Anhörung zum möglichen Eintritt einer Sanktion" erhalten, weil ich mich angeblich nicht auf einen Vermittlungsvorschlag mit angehängter Rechtsfolgenbelehrung beworben habe. Das Ding ist: Ich habe mich beworben. Per E-Mail. Dazu hat sich laut dem Schreiben der Anhörung (Anhang unten) der Arbeitgeber wie folgt geäußert: "Sie haben sich nicht vorgestellt bzw. beworben". Wie gesagt, das ist zumindest insoweit Quatsch, weil ich ja nachweisen kann, dass ich es eben doch getan habe, inklusive Eingangsbestätigung per Mail von der Zeitarbeitsfirma.

Worum es dem Arbeitgeber vermutlich eher geht, was aber bei dem Schreiben der Anhörung nicht deutlich wird beziehungsweise vermutlich mit den Wörtern "nicht vorgestellt" gemeint sein wird: Einige Tage nach Versendung meiner Bewerbung habe ich eine Email von der Firma bekommen, ich möge doch bitte meine Telefonnummer verraten, die ich nicht in meiner Bewerbung angegeben habe. Diese Email vom 26. Oktober habe ich leider erst vor wenigen Tagen entdeckt und bislang nicht drauf geantwortet. Nun ist es ja so: Laut dem Schreiben der Anhörung habe ich mich nicht beworben, doch das Gegenteil ist der Fall. Von fehlender Mitwirkung, also das Nachsenden der Telefonnummer, steht da nix. Ist das gut oder schlecht oder steht das da doch? Wie sollte ich darauf reagieren? Oder sollte ich der Email von der Zeitarbeitsfirma noch antworten, im Sinne von: tschuldigung für die Verzögerung, sie erreichen mich unter meiner Postanschrift oder per Mail, und dann dem Jobcenter sagen, hierdings, ich hab alles getan, was in meiner Macht stand?

Eins noch: Ich hatte Anfang der Woche bereits ein anderes Problem mit dem Jobcenter, das mittlerweile gelöst wurde. Leider bin ich ans Telefon gegangen, als das Jobcenter angerufen hat, allerdings in der Annahme, es gehe um das andere Problem, weil ich nur eine halbe Stunde zuvor bereits deswegen mit jemanden aus der Leistungsabteilung gesprochen habe. Tja, in dem Fall wars leider mein Sachbearbeiter, der mich direkt darauf ansprach und bereits ankündigte, ich werde eine Anhörung bekommen. Ich sagte am Telefon bereits, dass ich mich beworben habe und ich das nachweisen könne, und ich fragte meinen Sachbearbeiter auch, inwieweit ich diesen "Beweis" einreichen soll, woraufhin er sagte, ich solle ihm die Email an die Zeitarbeitsfirma ebenfalls per Mail schicken.

Soll ich das tun? Eigentlich habe ich darauf keine große Lust, weil er eventuell an meiner Bewerbung rummeckern würde, die ich nach Anleitung aus diesem Forum bei Bewerbungen an Zeitarbeitsfirmen eher, naja, schlicht gestaltet habe, also eben ohne Bild oder Handynummer. Nur für den Fall, dass es keine andere Möglichkeit gibt als den Nachweis meiner Bewerbung, wäre ein (ausgedruckter?) Screenshot der "Sendedetails" der Email besser? Also wo einzusehen ist, wann die Email an wen versendet wurde, aber halt ohne direkten Anhang der Bewerbung. Ich würde natürlich vermeiden wollen, dass mein Sachbearbeiter, von dem ich glaube, dass er nicht gut auf mich zu sprechen ist, bei der Zeitarbeitsfirma nachfragt und nähere Details wissen will.

Wird das der Fall sein? Ich mein, wenn ich belege, dass ich mich ja tatsächlich beworben habe und das eindeutig aus meinem eingereichten Beweis hervorgeht (wie auch immer das letztlich aussehen mag), wird mein Sachbearbeiter sich dann nicht fragen, warum die Zeitarbeitsfirma mich verpetzt hat, wenn doch angeblich alles gut sei? Ich hoffe, ich habe alle nötigen Hinweise beigefügt, falls nicht, werde ich das natürlich nachreichen.

Ich bin immer mal wieder stiller Leser des Forums, aber diesmal muss ich direkt um Hilfe bitten. Ich hoffe sehr, dass ihr Ratschläge für meine weitere Vorgehensweise habt.
 

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akaKnut

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Die E-Mail an die ZAF brauchst du nicht weitergeben. In die Anhörung würde ich nur schreiben, dass du dich am xxx per Mail beworben hast und laut Lesebestätigung hat die Firma deine Bewerbung am xxx erhalten. In der Anhörung geht man nur auf das ein, was einem vorgeworfen wird, nicht ins Plaudern kommen!

Sehr geehrte Damen und Herren,
zu Ihrer Anhörung vom xx teile ich Ihnen mit, dass Ihre Vorwürfe, ich hätte mich nicht bei XX beworben, jeder Grundlage entbehren.
Ich habe mich am XX per Mail beworben. MfG

Nachweise brauchst du nicht einreichen, dein Wort zählt. Wenn das JC der Meinung ist, dass du schwindelst, muss das JC das beweisen, eine blose Vermutung reicht da nicht.
Wenn du unbedingt willst, kannst du die Sende-/Lesebestätigung aber auch an die Anhörung rantun, aber definitiv ohne die Bewerbungsmail.

Die ZAF darf dir übrigens gern Mails schicken, das Risiko, dass die nicht bei dir ankommen, liegt bei denen. Da kann dir also auch niemand einen Strick draus drehen, wenn du deine Tel-Nr. nicht mitteilst. Im Zweifel können die auch Briefe schreiben. Solltest du übrigens bei solchen Firmen auch, das spart die lästigen Rückmeldungen.

Beim JC auch mal die Löschung von Tel und Mail verlangen.
 

abcabc

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Hallo und willkommen im Forum.

An deiner Stelle würde ich auf die Anhörung schriftlich und vor allem nachweisbar reagieren (z.B. per Fax mit qualifiziertem Sendebericht). E-Mails können einfach mal verschwinden. Das Anhörungsformular würde ich an deiner Stelle NICHT verwenden, sondern selbst was formulieren.

Was genau hast du an "Beweismaterial"?
- Deine Bewerbungsmail an die Firma (ist das Anschreiben auch Anti-ZAF oder nur der Lebenslauf im Anhang?)
- Eine Bestätigung der Firma, dass die Bewerbung eingegangen ist per Mail
- Eine Mail der Firma, dass du deine Telefonnummer mitteilen sollst



Auf die Anhörung würde ich kurz und knapp schreiben:

Sehr geehrter Herr XY,
in Ihrer Anhörung vom xx.xx.xxxxx werfen Sie mir vor, dass ich mich auf den VV mit RFB vom xx.xx.xxxx bei der Firma XY nicht beworben hätte. Ich habe mich am xx.xx.xxxx per Mail bei der Firma XY beworben. Als Nachweis sende ich Ihnen im Anhang die Eingangsbestätigung der Firma XY, dass sie meine Bewerbung erhalten hat. Damit ist bewiesen, dass ich mich beworben habe und auch dass die Firma meine Bewerbungsmail erhalten hat.

Mit freundlichen Grüßen
XY

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Sonne11

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Hallo,

Eigentlich habe ich darauf keine große Lust, weil er eventuell an meiner Bewerbung rummeckern würde, die ich nach Anleitung aus diesem Forum bei Bewerbungen an Zeitarbeitsfirmen eher, naja, schlicht gestaltet habe, also eben ohne Bild oder Handynummer.
Ab heute dann bitte daraus Nutzen ziehen und nicht mal per Mail bewerben, auch wenn es so einfach erscheint! Du hast ab jetzt die passende Begründung geliefert bekommen, sich per 80 Cent Brief bei ZAF zu bewerben und die sollen dann per Brief antworten.;)

Wenn dann die ZAF'en nach Mail und TEL betteln, kannst Du immer die Floskel bringen, dass man Dir bereits Sanktionen angedroht hat, weil eine ZAF gemeint hat, man hätte sich nicht beworben oder "etwas" nicht erhalten. Es gilt, nie den Schriftkontakt von sich aus mit den ZAF zu beenden. Nur eben nicht mailen oder telefonieren.

Für alle andren Leser hier: auch wenn man nie Sanktionen aus solchen Gründen angedroht bekommen hat, nimmt man das als Begründung um nicht mit ZAF, schrottigen AG oder dem JC zu mailen oder zu telefonieren! ;)

Ich würde hier die Bestätigung als Kopie zuschicken, nicht die Bewerbung. Und keine ungelesenen Mails erwähnen, die gab es nie. Nur vieeel Spam und Werbung. Ich würde auch die eigene Mail schwärzen, wenn das JC sie nicht hat. Denn dann hat das JC sie ganz sicher ungefragt. ;):rolleyes:
 

Zertran

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Zunächst vielen Dank für eure Hilfe!
Die ZAF darf dir übrigens gern Mails schicken, das Risiko, dass die nicht bei dir ankommen, liegt bei denen. Da kann dir also auch niemand einen Strick draus drehen, wenn du deine Tel-Nr. nicht mitteilst. Im Zweifel können die auch Briefe schreiben. Solltest du übrigens bei solchen Firmen auch, das spart die lästigen Rückmeldungen.

Beim JC auch mal die Löschung von Tel und Mail verlangen.
Ja, über die Löschung von Telefonnummer und Mail habe ich auch schon nachgedacht, weil es hier ja relativ oft empfohlen wird. Bislang hatte ich zumindest mit den Sachbearbeiter*innen relativ viel Glück und die haben sich mit meiner Situation "fair" auseinandergesetzt, aber leider hat sich das mit dem neuen Sachbearbeiter komplett geändert.

Ab heute dann bitte daraus Nutzen ziehen und nicht mal per Mail bewerben, auch wenn es so einfach erscheint! Du hast ab jetzt die passende Begründung geliefert bekommen, sich per 80 Cent Brief bei ZAF zu bewerben und die sollen dann per Brief antworten.;)
Bislang hat es nie derlei Probleme gegeben, weswegen ich nie an Emails gezweifelt habe. Aber naja, hinterher ist man immer schlauer. :) Jetzt ist der Schaden da und ich werde entsprechend reagieren.

Was genau hast du an "Beweismaterial"?
- Deine Bewerbungsmail an die Firma (ist das Anschreiben auch Anti-ZAF oder nur der Lebenslauf im Anhang?)
- Eine Bestätigung der Firma, dass die Bewerbung eingegangen ist per Mail
- Eine Mail der Firma, dass du deine Telefonnummer mitteilen sollst
Das Anschreiben ist auch Anti-ZAF. So sehr Anti-ZAF wie es nur geht, denn obwohl der Job teilweise durchaus wichtig ist, kann ich mir persönlich nicht vorstellen, als Callcenteragent zu arbeiten, zumal meine Qualifikationen dafür nicht im geringsten passen.

Also, wie ihr empfohlen habt, werde ich die Eingangsbestätigung der Zeitarbeitsfirma an ein kurzes Schreiben dranhängen und dann per Fax mit Sendebericht wegschicken. Ich weiß, es macht nur Kummer, an das zu denken, was noch nicht eingetreten ist, aber sollte mein Sachbearbeiter bei der Zeitarbeitsfirma nachfragen und erfahren, dass die ganze Sache eigentlich diese doofe Email betrifft - kann er mir daraus einen Strick drehen, gar eine neue Anhörung ansetzen oder kann ich, wie ihr ja schon andeutet, einfach behaupten, also irgendwie ist die Email verloren gegangen (so in der Art)?
 

Claus.

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Du machst das schon richtig :p -> mein Eindruck, weil du offensichtlich dazulernen willst -und- dazulernen tust.

Sachbearbeiter [...] kann er mir daraus einen Strick drehen, gar eine neue Anhörung ansetzen
Auf ein und dieselbe Sache können SB´s gottseidank^^ immer nur maximal eine Anhörung veranstalten. Andernfalls gäbe es sicherlich in Windeseile auch "Profis" die so einen Vorgang über 10 und gar 15 Jahre "dehnen" würden. Das dt. Recht kennt nicht nur die Anhörung, den Widerspruch, usw., sondern ebenso die Notwendigkeit daß "irgendwann" auch mal wieder "Rechtsfriede" einkehren muß.

Ein Umstand der auch mir unverständlich ist, ist allerdings, daß die in der Anhörung erhobenen Vorwürfe immer wieder nicht zwingend etwas mit dem zu tun haben müssen, was dann letztendlich ggf. als Sanktionierungsgrund zu lesen ist. Wie gesagt ... verstehe ich auch nicht warum dem "dann probiere ich eben einen durch die Anhörung gar nicht abgedeckten gänzlich neuen Vorwurf aus" nicht endlich mal vonseitens der Gerichte ein Riegel vorgeschoben wird.

oder kann ich, wie ihr ja schon andeutet, einfach behaupten, also irgendwie ist die Email verloren gegangen
Natürlich kannst du dich selber an den Galgen quatschen^^; müssen tust du allerdings nicht.
Das läuft im dt. Recht so: damit etwas wirksam werden kann, muß dieses etwas denjenigen erreichen gegenüber dem dies wirksam werden soll. Den Nachweis darüber, daß dieses etwas auch tatsächlich den angedachten Empfänger erreicht hat, hat der Absender zu führen.
Geht dieses etwas unterwegs verloren, "darf" der Absender fluchen. Behauptet der Empfänger daß er von nichts wüsste/weiß, und kann der Absender nichts gegenteiliges beweisen, "darf" ebenfalls der Absender fluchen. Usw. ...

Insofern sicherheitshalber noch die Nachfrage: du verstehst unter einer ZAF-Email-Eingangsbestätigung schon auch irgendsoeine mehr oder weniger (freiwillige) schwachsinnige Autoresponder- oder sonstwie geartete Antwortmail vonwegen "Herzallerliebsten Dank, wir werden uns ggf. in Kürze bei Ihnen melden"?
Denn damit wäre bewiesen daß deine Bewerbung in den "elektronischen Briefkasten" der ZAF eingelegt bzw. eingeworfen worden ist, und somit in den "Machtbereich" des Empfängers /der ZAF gelangt ist. Und geht dann ein Brief zwischen Briefkasten und Haustüre, zwischen elektronischem Briefkasten und Monitor, zwischen elektronischem Briefkasten und Hirnkastl ... verloren - hat das der Empfänger zu verantworten.
 
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