angsterkrankung-was tun?

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XXvalentinaXX

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hallo..

ich hoffe sehr auf hilfe oder erfahrungsberichte!

es geht um folgenden fall:

mein partner (24) leidet unter einer angsterkrankung.

nach der schulbildung hat er keine weitere ausbildung oder lehre absolviert. er hat nie irgentwelche staatlichen gelder bezogen. er war selbstständig tätig, zunächst als freiberuflicher mitarbeiter, dann selbstständig mit eigenem gewerbe.

er ist noch nicht in therapeutischer behandlung. vor jahren war er kurzweilig bei einem therapeuten, der ihm für die bundeswehr die psychische erkrankung attestierte. jedoch hat er sich weiterhin leider nicht behandeln lassen.
eine zeitlang hat er freiberuflich arbeiten können. jedoch hat sich sein zustand verschlechtert, und er konnte dies aufgrund seiner angstzustände nicht weiterführen. die selbstständigkeit war zunächst eine lösung um überleben zu können, da ein "normaler" job undenkbar wäre.

nun versinken wir in unseren kosten und wissen nicht wie wir überleben können. ich für meinen teil kann die hälfte der kosten gerade mal erwirtschaften (bin studentin).
mein partner hat leider aufgrundessen auch seine krankenversicherung (privat- da selbstständig) seit mehreren monaten nicht zahlen können.
er möchte sehr gerne eine therapie machen.
jedoch ist daran grad kaum zu denken da er nicht krankenversichert ist- bzw zunächst selbst zahlen muss.

meine frage ist- was machen wir bloß???
bin sehr verzweifelt weil dies ein teufelskreis ist.

wenn er nun zum arbeitsamt geht kann er ja nichts über seine erkrankung belegen-
zum arzt gehen geht aber auch nicht.
falls er zum amt geht- wird bestimmt seine erkrankung nicht anerkannt werden oder?
wie kann man jetzt vorgehen?

vielen dank für eure antworten
lg*
 
E

ExitUser

Gast
Wenn er zum Amt geht und er wird als Hilfebedürftig eingestuft und der Antrag wird angenommen, dann ist er auch seit der Abgabe des Antrages krankenversichert....

...eventuell muss er Beiträge bei der Krankenkasse nachzahlen (kommt auf den Fall an), aber er kann dann jedenfalls zum Arzt (Neurologen) gehen....

...beim Amt muss er auch (erstmal) nichts von seiner Erkrankung sagen....

(das erst mal in Kürze) ...vieleicht wissen andere hier besser bescheid....:-D
 
F

FrankyBoy

Gast
Meines Wissen besteht der zwang zu einer Krankenversicherung erst seit dem 1. 01. 09; Montag ist also erst der 5. Tag, an dem diese Pflicht besteht.
Ab dem 1. Januar 2009 ist die Absicherung im Krankheitsfall für alle Bürger sichergestellt. In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt seit dem 1. April 2007 die Versicherungspflicht für alle. Ab Januar 2009 sind auch alle
Personen versicherungspflichtig, die der privaten Krankenversicherung zuzuordnen sind

Da der 24-jährige Partner keinerlei Einkommen mehr hat, hat er ein Recht auf Leistungen nach dem SGB II also ab zum Amt.

Wie die vertragliche Grundlage mit der privaten Krankenversicherung aussieht steht wieder auf einem anderen Blatt; kann mich an Mindestlaufzeiten etc. erinnern; meine Infos zu dem Thema sind jedoch mehr als 10 Jahre alt und man müsste mehr Details hierüber wissen.

Mehr dazu: » Gesundheitsreform – Was sich für den Versicherten ändert » Versicherung Tipps
 
E

ExitUser

Gast
Zu dem Thema gibt es massenhaft spezialisierte Seiten im Internet auf denen Du mit Sicherheit mehr Fachkompenz dazu finden wirst, als ausgerechnet in einem Forum für Erwerbslose, wenn es um das Angstproblem an sich geht.

Von mir zum Thema nur so viel.

Schritt 1: Man muß begreifen, daß man sich den Ängsten stellen muß. Versucht man sie zu meiden, dann wird es schlimmer. Kommen die Angstattacken muß man durch. Hilfe mittels Beruhigungsmitteln mag zwar auf den ersten Blick toll sein, löst das Problem aber nicht und führt am Ende zu einer Sucht, die dann wieder therapiert werden muß. Die Sache mit Teufel und Belzebub also...

Schritt 2: Man braucht einen guten Therapeuten als Stütze. Wohlgemerkt nur in der Form, wie jemand mit einem gebrochenen Bein eine Krücke auf Zeit braucht. Auf gar keinen Fall soll daraus ein Dauerzustand werden. Auch Freunde etc. dürfen auf gar keinen Fall auf die Idee kommen dem jenigen abzunehmen wobei er Angst hat. Das verstärkt das Problem. Hilfe zur Selbsthilfe heißt die Lösung. Daher wird ein guter Therapeut auch diverse Entspannungstechniken vermitteln. Nichts hilft sofort, man braucht Geduld und Konsequenz dabei. Stecken hinter der Problematik Traumata, dann wird es eine langwierige Angelegenheit. Aber nie aufgeben, es wird besser.

Ich bin selbst vor etlichen Monaten medikamentenverursacht in eine Angst-Panikstörung hineingerutscht. Es war die Hölle. Die körperlichen Beschwerden reichten von Herzproblemen bis Schmerzen verschiedenster Art. Auch der Blutdruck entgleiste immer wieder. Jetzt ist ein halbes Jahr seit Beginn vorbei und ich habe es im Griff. Hin und wieder kommt es 'mal ganz leicht durch. Aber nie so stark, daß es mich beherrschen könnte. Im Gegenteil beherrsche ich jetzt wieder die Angst und verschiedene Entspannungsarten lösen relativ schnell die Anspannung. Mir ist allerdings durchaus klar, daß durch unerwartete Auslöser es auch wieder schlimmer werden könnte. Aber die Angst vor der Angst ist jetzt so weit weg, daß ich davor eben keine Angst mehr habe.

Alles weitere dann im Internet auf Selbsthilfe- und medizinischen Seiten zum Thema. Google hat da massenhaft Angebote in der Liste. Praktisch für jede Variante.

Angst- und Panikstörungen sind heute gut behandlbar, wenn man konsequent daran arbeitet und begriffen hat, daß die Hauptarbeit dabei der Patient leisten muß, nicht der Arzt oder Therapeut.

Was nun die Finanzen angeht: Natürlich sofort zur ARGE, wie hier schon erwähnt. Krankmeldungen nicht vergessen, wenn man in der Zeit die nicht gerade hilfreichen Schikanen der ARGE vermeiden will. Dazu ist aber nötig, daß ein Arzt oder medizinischer Therapeut einbezogen wird, der hier die notwendige Unterstützung leistet. In der Regel wird die Behandlung medikamentös unterstützt werden. Es gibt etliche sehr gute Mittel, die meistens auch gut vertragen werden. Allerdings kann es passieren, daß nicht gleich das erste Mittel hilft und man mehrere testen muß. Das hat nichts mit mangelnder Kompetenz des Arztes zu tun, sondern nur damit, daß eben nicht jeder Mensch gleich ist.

Es sollte bei einer sehr starken Störung unbedingt darüber nachgedacht werden eine zeitweise Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Damit ist dann genug Ruhe um das Problem vernünftig angehen zu können. Zu Terminen den Betroffenen niemals allein gehen lassen. Was eigentlich für alle ALG II Bezieher gilt, gilt hier besonders. Sinnvoll ist jemand als Begleitung, der sich mit den Spielchen der ARGEn auskennt.

Sollten sich Schulden angehäuft haben, unbedingt eine Schuldenberatung aufsuchen.

Und nicht vergessen, auch wenn das Schlimmste danach erst einmal abgewendet ist, sollte unbedingt am eigentlichen Problem gearbeitet werden. Tagesklinische Klinikbehandlungen können einen guter und sehr intensiver Schritt zur Lösung sein. Es muß aber unbedingt dafür gesorgt werden, daß hinterher ein medizinischer Therapeut für die weitere Behandlung schon bereit steht.

Angsterkrankungen sind wie schon erwähnt sehr häufig. Daher keine Angst davor sich Spezialisten anzuvertrauen. Glauben einem ARGE oder Arbeitsamt nicht, so können sie einen Amtsarzt hinzuziehen. Davor aber keine Angst. Vorher sinnvollerweise die Symptome aufschreiben, auch wann etwas auftritt bzw. wann man zum ersten Mal die Probleme hatte und natürlich welche Folgen sie für einen selbst haben.

Viel Glück bei diesem zwar harten, aber lohnenden Kampf.

hallo..

ich hoffe sehr auf hilfe oder erfahrungsberichte!

es geht um folgenden fall:

mein partner (24) leidet unter einer angsterkrankung.

nach der schulbildung hat er keine weitere ausbildung oder lehre absolviert. er hat nie irgentwelche staatlichen gelder bezogen. er war selbstständig tätig, zunächst als freiberuflicher mitarbeiter, dann selbstständig mit eigenem gewerbe.

er ist noch nicht in therapeutischer behandlung. vor jahren war er kurzweilig bei einem therapeuten, der ihm für die bundeswehr die psychische erkrankung attestierte. jedoch hat er sich weiterhin leider nicht behandeln lassen.
eine zeitlang hat er freiberuflich arbeiten können. jedoch hat sich sein zustand verschlechtert, und er konnte dies aufgrund seiner angstzustände nicht weiterführen. die selbstständigkeit war zunächst eine lösung um überleben zu können, da ein "normaler" job undenkbar wäre.

nun versinken wir in unseren kosten und wissen nicht wie wir überleben können. ich für meinen teil kann die hälfte der kosten gerade mal erwirtschaften (bin studentin).
mein partner hat leider aufgrundessen auch seine krankenversicherung (privat- da selbstständig) seit mehreren monaten nicht zahlen können.
er möchte sehr gerne eine therapie machen.
jedoch ist daran grad kaum zu denken da er nicht krankenversichert ist- bzw zunächst selbst zahlen muss.

meine frage ist- was machen wir bloß???
bin sehr verzweifelt weil dies ein teufelskreis ist.

wenn er nun zum arbeitsamt geht kann er ja nichts über seine erkrankung belegen-
zum arzt gehen geht aber auch nicht.
falls er zum amt geht- wird bestimmt seine erkrankung nicht anerkannt werden oder?
wie kann man jetzt vorgehen?

vielen dank für eure antworten
lg*
 

Muzel

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"
hallo..



er ist noch nicht in therapeutischer behandlung. vor jahren war er kurzweilig bei einem therapeuten, der ihm für die bundeswehr die psychische erkrankung attestierte. jedoch hat er sich weiterhin leider nicht behandeln lassen."

Gibt es irgendeinen Zusammenhang zwischen der Armeezeit deines Freundes und seiner Angsterkrankung? Möglicherweise könnte er einen Anspruch nach den BVG (Bundesversorgungsgesetz) haben? Aber ich habe wirklich nur ins Unreine gedacht!
 
E

ExitUser

Gast
Sehr guter Artikel zum Thema Angsterkrankung

Ängste können nützlich sein, um bestimmte Ziele zu erreichen, sagt auch Mauler. Werden die Ängste aber so stark, dass sie den Alltag des Betroffenen behindern, ist ärztliche Hilfe sinnvoll. Bei Personen mit Angstsymptomen sollten die Alarmglocken angehen, wenn sie nicht mehr das tun, was sie eigentlich gerne möchten, rät Ströhle.
„Hilfe finden Betroffene in Kliniken und bei niedergelassenen Psychologen und Psychotherapeuten.“ Dort würden Angsterkrankungen entweder medikamentös oder durch eine Psychotherapie behandelt. Das sei in den meisten Fällen eine kognitive Verhaltenstherapie. „Diese Therapieform hat sich durchgesetzt und liefert langfristig die größten Erfolge.“ Dabei sei es vor allem wichtig, dass Vermeidungsverhalten anzugehen – zum Beispiel durch Konfrontationsübungen.

Psychologie: Wenn die Angst zu versagen übermächtig wird - Nachrichten Wissenschaft - Psychologie - WELT ONLINE
 

münchnerkindl

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Naja, kommt drauf an was für einen Hintergrund die Angsterkrankung hat, da könnte ggf ja auch was traumatisches oÄ dahinterstecken, dann hilft Konfrontationsbehandlung und Exposition nicht.

Aber das muss abgeklärt werden durch gründliche Diagnose, was es für Ursachen gibt und welche Strategie helfen kann. Ich würde vorschlagen ihr macht die Anmeldung beim Amt und dann würde ichda er ja ohnehin nicht arbeiten kann nach einer guten psychosomatischen Klinik suchen. Ich könnte mir vorstellen daß so am schnellsten eine handfeste Besserung bringen wird.
 

pfarrer_braun

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Also ich kann Dir nur meine Erfahrungen schildern,da ich ebenfalls Angstpatient war(bin).Werde aber einiges weglassen und mich so kurz wie möglich fassen.
Als ich vor ca.6 Jahren in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik gelandet bin,war ich auch nicht krankenversichert.Ich hatte zu diesem Zeitpunkt eine schwere Depression und bereits mehrmals die Woche heftige Panikattacken,was ich damals natürlich nicht wusste bzw.ich konnte nicht einordnen,was mit mir passierte.Die Tatsache,dass ich nicht krankenversichert war,war mit der Hauptgrund warum ich solange keine Hilfe in Anspruch genommen habe.Aber gerade dadurch habe ich meinen Zustand nur noch verschlimmert!Dazu kommt noch der Teufelskreis mit dem Alkohol,weil man durch ihn die Leiden kurzfristig lindert,mittel und langfristig aber alles noch schlimmer wird.Dasselbe gilt natürlich auch für Beruhigungsmittel.
Es kommt jetzt darauf an,wie weit die (unbehandelte)Krankheit Deines Freundes fortgeschritten ist,also inwiefern er sich noch selber um eine Therapie kümmern kann(will).Ich erwähne das deshalb,weil ich damals nicht mehr in der Lage war mich um irgendetwas zu kümmern(Finanzen,Krankenversicherung,Einweisung etc.).Hätten Freunde und Familienangehörige mich damals nicht in diese psychiatrische Klinik gebracht,ich weiss nicht,was aus mir geworden wäre!Jedenfalls wusste ich,dass ich so nicht mehr weiterleben wollte/konnte!Ich war dann ca.6 Wochen dort und die Kosten hat der für mich zuständige Bezirk übernommen.Dort wurde mir auch dabei geholfen einen Antrag auf Kostenübernahme einer stationären Therapie zu stellen.Auch das wurde dann vom Bezirk übernommen und ich war insgesamt fast ein halbes Jahr in Behandlung.
Ich kann heute ohne Übertreibung sagen,dass damals mein Leben gerettet wurde und ich ein neues Leben angefangen habe.Mein Beispiel ist vielleicht extrem,aber was ich damit sagen möchte ist,dass die fehlende Krankenversicherung absolut kein Grund dafür ist keine Hilfe zu suchen!D.h es muss bei Deinem Freund eben nicht soweit kommen,dass ihn,wie in meinem Fall,jemand fünf vor zwölf in eine Klinik verfrachten muss.Es gibt genügend soziale Einrichtungen,die Euch beim Beantragen einer Therapie helfen werden,auch wenn Ihr es nicht schafft das mit der Krankenversicherung zu regeln.Ich hab' damals übrigens zum erstenmal davon gehört,dass man wegen fehlender Krankenversicherung von keinem Krankenhaus in Deutschland abgewiesen wird.Ich bin kein Arzt und noch weniger ein Hellseher,deshalb kann ich natürlich nicht einschätzen wie schlecht/gut es Deinem Freund geht,aber ich weiss,dass ich die finanziellen Probleme erst anpacken konnte,nachdem ich wieder "gesund" war.

Soweit zu meiner kurzen Geschichte..kümmert Euch um eine Behandlung seiner Angst und es wird alles gut:icon_smile:
 
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