Angemessener Wohnraum? Gibt es den? (1 Betrachter)

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Kasalis

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Hallo,

ich lese und lese, werde aber nicht schlauer. Statt logischer Antworten, kommen bei mir nur noch mehr Fragen auf.

Ich habe gesehen, dass es Tabellen gibt, wo angegeben ist, wie viel angemessener Wohnraum kosten darf.
Wie kommt denn dieser Betrag zu stande?

Für meinen Ort würde angemessene Bruttokaltmiete mit 380 Euro für 50m² veranschlagt werden. Einen Mietspiegel den man einsehen könnte gibt es so nicht. Den müsste man beim Mieterbund kaufen.

Ich gucke nun sehr viel in den Wohnungsanzeigen, aber eine Wohnung zu diesem Preis habe ich noch nie gesehen. Die fangen alle erst bei mindestens 400 Euro an und dasss ist dann auch nur die Nettokaltmiete. Da kämen dann noch die kalten Betriebskosten dazu und Heizung.

Es gab, wenn man wirklich viel Glück hatte, vor zwei Jahren noch ab und zu mal vereinzelt eine günstige Wohnung. Die gibts es nun schon lange nicht mehr. Alle günstigen Wohnungen wurden von der Stadt angemietet, komplett saniert und modernisiert und dort leben nun Flüchtlinge.

Die günstigsten Wohnungen gibt es bei der LEG und selbst die liegen über der angemessenen KDU und selbst wenn sie angemessen wären sind die auch nur im ersten Jahr günstig, weil die sofort nach ablauf der Schutzfrist die Miete an den Mietspiegel anpassen. Dass geht dann jedes Jahr so.

Somit ist dann nach 15 Monaten die Wohnung unangemessen.

Wie machen das denn die Leute? Müssen die jedes Jahr umziehen?

Wie kann man eine angemessene Wohnung finden, wo es gar keine gibt bzw. wieso muss man aus diesem Grund von seinem eh schon knappen Geld den Differenzbetrag zahlen?

Ich verstehe wirklich nicht, wie sich das genau verhält.

Es wäre sehr nett, wenn sich jemand die Zeit nähme, mir das so einfach wie möglich zu erklären.

Liebe Grüße
Kasalis


Herrjeh...falsche Kategorie. :icon_evil: Könnte dass jemand an die richtige Stelle schieben? DANKE!
 

Wutbuerger

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Heizkosten gehen extra, die sind in den KDU nicht drin.
Ermittelt werden sie entweder nach dem Wohngeldgesetz (für Kommunen die kein Konzept haben),
nach Ratsbeschluss oder nach schlüssigem Konzept.
Kommt in einer Wohnung nach 12 Monaten eine Erhöhung, kann das JC eine Kostensenkungsaufforderung schicken. Damit sind normalerweise 6 weitere Monate abgedeckt. Findet man trotz intensiver Suche nichts und kann die Bemühungen nachweisen kann auch weiterhin die zu teure Miete übernommen werden .
Wird nach WoGG ermittelt gibt es nach Gerichtsentscheid einen Zuschlag von 10% als Sicherheitszuschlag. Damit ist man eigentlich am besten bedient, zumal die Sätze im WoGG 2016 deutlich angepasst worden sind.
 

gelibeh

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nach Ratsbeschluss oder nach schlüssigem Konzept.
Wobei diese beiden Methoden oft schon sehr fragwürdig sind. Ein schlüssiges Konzept kann meiner Meinung nicht passen, wenn es keine Wohnungen in der Preisspanne gibt. Noch schlimmer sieht das bei einem Ratsbeschluss aus, da dürfte das noch weniger Hand und Fuß haben, sondern eher nach Kassenlage entschieden worden sein. Notfalls muss man das über das Gericht klären lassen.
 

Wutbuerger

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Wobei diese beiden Methoden oft schon sehr fragwürdig sind. Ein schlüssiges Konzept kann meiner Meinung nicht passen, wenn es keine Wohnungen in der Preisspanne gibt. Noch schlimmer sieht das bei einem Ratsbeschluss aus, da dürfte das noch weniger Hand und Fuß haben, sondern eher nach Kassenlage entschieden worden sein. Notfalls muss man das über das Gericht klären lassen.
Wobei nach Ratsbeschluß aber einfach anfechtbar sein sollte als nach SK. Hier läuft ja eine Diskussion Nordsachsen 4Euro/qm wo das Gericht das SK abgenickt hat.
Entweder WBS beantragen oder hoffen das Mehrkosten übernommen werden, evtl auch im Klageweg.
Oder wenn es 20 -30 Euro sind zähneknirschend akzeptieren.
 

Kasalis

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Und wie findet man heraus, was aktuell gilt?

Ich finde da nur die Tabelle vom Jobcenter, die halt besagt, dass 380 Euro für 50 m² angemessen sind. Jobcenter ME-Aktiv | Kosten der Unterkunft(etwas runterscollen)

Schaue ich auf der Wohngeldseite nach, hier gilt Stufe 5, steht da allerdings 482 Euro. § 12 WoGG - Höchstbeträge für Miete und Belastung

Da stimmt doch was nicht. Oder bin ich einfach du dämlich um es zu verstehen?

Ein Wohnberechtigungsschein würde ebenfalls nicht helfen, da es hier so gut wie keine geförderten Wohnungen gibt. Die wurden alle über die letzten Jahre verkauft und keine neuen gebaut. Es gibt noch so Barackenbauten aus den Nachkriegsjahren, für die man zwar einen Schein benötigt, die aber trotzdem weit über der Angemessenheit der KDU liegen.



Es ist wirklich alles sehr unübersichtlich, für jemanden der keine Ahnung hat. Zumal ja immer mit allen möglichen Paragaphen hantiert wird. Hätte ich gewußt, dass mich diese Paragraphen mal an den Rand meiner Nervenkräfte bringen würden, hätte ich Jura studiert.
 

Wutbuerger

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Du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen oder nicht verstanden, was kein Vorwurf sein soll .Diese ganze KDU Geschichte ist kompliziert und teilweise sehr ungerecht. KDU nach WoGG ist nur eine mögliche Art der Bedarfsermittlung. Viele Kommunen bedienen sich aber einer anderen , der KDU nach Ratsbeschluss oder nach schlüssigem Konzept. Im letzten Fall setzt eine Firma eine Bedarfsermittlung, Kosten, Verfügbarkeit in ein Konzept um das für die Kommune als Richtwert gilt. Da es Spezialisten sind ist es schwer zu knacken. Die dritte Art ist nach Ratsbeschluss. Hier setzt der Stadtrat oder das zuständige Gremium sich selbst einen Grenzwert fest. Der gilt dann bis auf weiteres- also bis man das vor Gericht gekippt bekommt. Offenbar hat Mettmann nach Ratsbeschluss ermittelt wenn ich das in dem Artikel lese:

Der Kreis Mettmann, als zuständiger Träger, hat für die Städte im Kreis jeweils angemessene Kaltmieten ermittelt.

Damit ist das WoGG für dich wertlos. Man kann nur nachfragen ob es ein schlüssiges Konzept gibt oder nach welchen Fakten dieser Beschluss gefasst wurde. Man kann auch nachfragen von wann der Beschluss ist- mit etwas Glück ist der länger nicht mehr angepasst worden. Aber es macht den Politikern ja kaum Arbeit -in der Regel wird nach 2 Jahren wieder abgestimmt und damit sind dann wieder schön niedrige KDU rechtskräftig.
Also entweder an die Richtwerte halten, zuzahlen, oder klagen- dann muss aber mehr kommen als "das finde ich zu wenig"...
 

Kasalis

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Noch betrifft es mich selbst nicht. Ich lese hier immer soviel darüber und verstehe es halt nicht. Damit ich es verstehe, muss ich ja irgendwo einen Anfangsfaden finden.

Dabei hast du mir schon sehr geholfen.
 

Wutbuerger

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Noch betrifft es mich selbst nicht. Ich lese hier immer soviel darüber und verstehe es halt nicht. Damit ich es verstehe, muss ich ja irgendwo einen Anfangsfaden finden.

Dabei hast du mir schon sehr geholfen.
Das erklärt vieles. Jobcenter sind schon eine eigene Welt. Ich hatte schon Schwierigkeiten zu definieren was JC rechtlich eigentlich sind. Dann gibt es welche als gE (gemeinsame Einrichtung ) und andere als Optionskommune.
Im JC findest du dann eine Leistungsabteilung und eine Arbeitsvermittlung. In gE JC Macht die AfA die Vermittlung, die Leistungsabteilung stellt deine Bedürftigkeit fest und zahlt dein Geld aus, bestehend aus Regelsatz der vom Bund festgesetzt wird und der KDU die von den Kommunen getragen werden.
Da weiß die Leistungsabteilung dann nicht wie die KDU zustande gekommen sind denn die kennt nur den Betrag. Und oft genug weiß der eine nicht was der andere treibt ...
 

paulebeinlich

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Das erklärt vieles. Jobcenter sind schon eine eigene Welt. Ich hatte schon Schwierigkeiten zu definieren was JC rechtlich eigentlich sind. Dann gibt es welche als gE (gemeinsame Einrichtung ) und andere als Optionskommune.
Im JC findest du dann eine Leistungsabteilung und eine Arbeitsvermittlung. In gE JC Macht die AfA die Vermittlung, die Leistungsabteilung stellt deine Bedürftigkeit fest und zahlt dein Geld aus, bestehend aus Regelsatz der vom Bund festgesetzt wird und der KDU die von den Kommunen getragen werden.
Da weiß die Leistungsabteilung dann nicht wie die KDU zustande gekommen sind denn die kennt nur den Betrag. Und oft genug weiß der eine nicht was der andere treibt ...
Und das größte Übel bei einer Optionskommune ist dann die Aufsichtsbehörde. Sollte es mal Spitz auf Knopf zugehen, dass man eine Wohnung benötigt, weil der Mieter gekündigt hat. Dann ist der Weg zum Regierungspräsidium notwendig, denn dort soll die zuständige Aufsichtsbehörde für den Wohnraum sitzen. Einfach Toll wie diese Verwaltungskasper mit Menschen umgehen.
 

Fabiola

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Ich finde da nur die Tabelle vom Jobcenter, die halt besagt, dass 380 Euro für 50 m² angemessen sind. Jobcenter ME-Aktiv | Kosten der Unterkunft(etwas runterscollen)
Habe mir die Seite mal angesehen. Was mir aufstößt, ist die Deckelung der Heizkosten
Zitat
"Angemessene Heizkosten
Die angemessenen Heizkosten orientieren sich an dem jeweils aktuellen Bundesheizkostenspiegel.
Der Bundesheizkostenspiegel unterscheidet hinsichtlich des Energieträgers (Erdöl, Erdgas, Fernwärme und Sonstige/alle anderen) und der Fläche in Quadratmetern im Gebäude, die mit der Heizanlage versorgt werden.
Die genaue Angemessenheitsgrenze kann erst nach Vorlage sämtlicher erforderlicher Unterlagen bestimmt werden."


Meines Wissens nach müssen Heizkosten doch in tatsächlicher (angemessener) Höhe gezahlt werden. Demnach dürften die Heizkosten nicht auf diese Art gedeckelt werden.
Heizkosten hängen ja immer von verschiedenen Faktoren ab: Dachgeschoss, Anzahl der Außenwände, Raumhöhe etc.

Eine Pauschalisierung, wie der Durschnittswert des Heizkostenspiegels, berücksichtigt diese Dinge doch gar nicht, zumal die zu Grunde liegenden Daten aus der Vergangenheit rühren.
 

paulebeinlich

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Habe mir die Seite mal angesehen. Was mir aufstößt, ist die Deckelung der Heizkosten
Zitat
"Angemessene Heizkosten
Die angemessenen Heizkosten orientieren sich an dem jeweils aktuellen Bundesheizkostenspiegel.
Der Bundesheizkostenspiegel unterscheidet hinsichtlich des Energieträgers (Erdöl, Erdgas, Fernwärme und Sonstige/alle anderen) und der Fläche in Quadratmetern im Gebäude, die mit der Heizanlage versorgt werden.
Die genaue Angemessenheitsgrenze kann erst nach Vorlage sämtlicher erforderlicher Unterlagen bestimmt werden."


Meines Wissens nach müssen Heizkosten doch in tatsächlicher (angemessener) Höhe gezahlt werden. Demnach dürften die Heizkosten nicht auf diese Art gedeckelt werden.
Heizkosten hängen ja immer von verschiedenen Faktoren ab: Dachgeschoss, Anzahl der Außenwände, Raumhöhe etc.

Eine Pauschalisierung, wie der Durschnittswert des Heizkostenspiegels, berücksichtigt diese Dinge doch gar nicht, zumal die zu Grunde liegenden Daten aus der Vergangenheit rühren.
Das habe ich auch so gedacht. Leider musste ich bei Gericht eine andere Erfahrung machen.
Grundlage der Berechnung von Heizkosten ist die Wohnungsgröße. Da meine Wohnung 57 qm hat, liege ich über dem mit der Toleranzgrenze liegendem Wert von 50 qm. Somit liegen die Kosten der Heizung natürlich über dem Richtwert der im Mietspiegel steht. Der Mietspiegel ist lt. Urteil des BSG anzuwenden, wenn keine eindeutige Grundlage der Heizkostenberechnung möglich ist. Das ist bei mir der Fall, denn ich habe eine Nachtspeicherheizung in der Wohnung. Deshalb wird aus dem Mietspiegel der höchst berechnete Wert herangezogen und das ist in meinem Fall die Fernwärme. Alle weiteren höheren Kosten für die Heizung wird vom Jobcenter nicht übernommen.

Tja und eine Wohnung zu finden die dem JC entspricht ist eine Utopie. Aussage vom Gericht man muss sich nachweislich auf alle Wohnungsangebote bewerben. Nur was der Nachweis sein soll konnte man mir nicht sagen.
Man wird eben v............t. Den angemessenen Wohnraum gibt es nicht mehr .... meine Erfahrung.
 

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Fabiola

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Da meine Wohnung 57 qm hat, liege ich über dem mit der Toleranzgrenze liegendem Wert von 50 qm.
Ich lebe auch in BW - hier werden lediglich 45qm anerkannt.
Woher nimmst Du die 50qm?

Überprüfungsantrag gg. den Vergleich? Hmmm
Oder hast Du einen neuen Leistungsbescheid, den Du überprüfen lassen möchtest?

Edit: Im Übrigen bin ich mir nicht sicher, ob unser Austausch bereits OT ist.
Sollte eigentlich nicht so sein, da TE hier ja eine Grundsatzfrage zu den KdU aufgeworfen hat.
 

paulebeinlich

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Ich lebe auch in BW - hier werden lediglich 45qm anerkannt.
Woher nimmst Du die 50qm?
Aus NRW gibt es ein Urteil das diese strikte 45 qm Regelung gekippt hat und was dort Gültigkeit hat kann ja in BW nicht ungültig sein.

Überprüfungsantrag gg. den Vergleich? Hmmm
Oder hast Du einen neuen Leistungsbescheid, den Du überprüfen lassen möchtest?
Habe noch ein weiteres Widerspruchverfahren laufen, welches ruhend gestellt ist. Wollte mir das Gericht mit der Sache für erledigt erklären, was ich jedoch nicht gemacht habe.
Möchte noch darauf hinweisen, in der SGung ist doch alles möglich. Was da manche aus dem Ärmel zaubern es ist unerhört.
 

Fabiola

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Aus NRW gibt es ein Urteil das diese strikte 45 qm Regelung gekippt hat und was dort Gültigkeit hat kann ja in BW nicht ungültig sein.
Vielleicht ist die qm-Regelung ja Ländersache ...?
Wäre für mich gut (rechtssicher) zu wissen, da ich auch gerade auf Wohnungssuche bin.
 

paulebeinlich

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Vielleicht ist die qm-Regelung ja Ländersache ...?
Wäre für mich gut (rechtssicher) zu wissen, da ich auch gerade auf Wohnungssuche bin.
Neue Wohnflächengrenzen NRW - BG45

Hier die neueste Tricksermethode nach dem Motto ich hab noch einen Koffer in Berlin mit Genehmigung des Bundessozialgerichts. https://sozialberatung-kiel.de/tag/bsg-urteil-vom-17-02-2016-b-4-as-1315-r/
Also neue Wohnung beziehen mit höheren Kosten, dann 1 Monat arbeiten und dann neuen H4-Antrag, dann sollten die höheren Kosten übernommen werden. Ist doch Toll, soweit die Theorie des BSG.

Es ist immer der Preis mit den qm gekoppelt. Damit der JC und das Gericht immer eine Ausrede parat haben können, sollte man selbst einen kleinen Fehler bei der Wohnungssuche gemacht haben.
Was man immer machen kann 60 qm mieten und 45 qm steht im Mietvertrag. Ist nur eine Frage der Kosten dann noch zu lösen.
 

Heidschnucke

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Hallo

ich kann einen Frust nachvollziehen, es ist so, das wir per se einen Marktwirtschaftlichen Wohnungsmarkt haben, was heißt jeder Vermieter kann seinen Mietzins für sich festlegen, und selbst wenn es für seinen erdachten Mietzins keinen Mieter gibt rechnet sich die Wohnung noch weil es sie dann mit Verlusten abschreiben kann.

Der Mietpreisspiegel egal welcher hinkt der Realität hinter her und ist mehr Wunschdenken.

Die Kommunen haben sich in den letzten Jahren von Ihren Wohnungen getrennt sie haben sie verkauft für billig Geld um Löcher zu stopfen und die "schwarze Null" zu erreichen. jetzt müssen sie die Wohnungen wieder teuer anmieten um diverse Wohnungssuchende unter zu bringen, eine Lösung wäre ein Sozialer Wohnungsbau aber das ist politisch nicht gewollt oder auch die Subventionierung der Mieten was schlussendlich ein pamperen der Vermieter bedeuten würde. Lieber werden tausende Wohnungen "zurück gebaut" abgerissen, was nur einen Zweg dienst die Mieten auf einen hohen Stand stabil zu halten.

Ein weiterer Knackpunkt in meinen Augen ist der Begriff und die Anwendung der so genannten Bruttokaltmiete, so was gibt es eigentlich gar nicht die Miete besteht aus drei Teilen der Kaltmiete, den Kalten-Nebenkosten und der Heizkosten. Bei der Bruttokaltmiete werden nun die Kaltmiete und die Nebenkosten zusammengefast, und damit wird nur eines erreicht, denn die eigentlichen Kosten werden verschleiert, denn in den Nebenkosten sind ja auch Kommunale Abgaben enthalten wie auch kosten des Vermieters und das ist seine Unternehmerische Entscheidung wie er das regelt.

Ein weiteres Problem ist auch das es natürlich keinen Wohnraum gibt der angemessen ist und wenn kann man den durchaus als Loch bezeichnen, z.B. Wohnung bis 50qm sind absolute Mangelwahre. und für den Preis schon gar nicht.

Bis vor ein paar Jahren hat man Wohnungen noch in sogenannte Wohnstandarts eingeteilt (einfache; mittlerer und gehobenen) nach SGB sollte ein hilfesuchender nur einen einfacher Wohnstandart zugestanden werden, Gott sei Dank ist man zumindest davon abgerückt, denn man hatte Probleme die Standards zu definieren, was nicht heißt das es einige JC den alten Gaul noch reiten wollen.

Die Lösung ist erst mal nicht einfach einen Wohnung suchen die angemietet werden kann und das auch machen, wenn der Vermieter den Mietzins erhöht über das SG die Übernahme erstreiten. Langfristig kann nur ein dem Markt angepasster sozialer Wohnungsbau Abhilfe schaffen, oder eine Mietpreisvorgabe, aber das würde gegen jede Marktwirtschaft sprechen und wir hätten Linke Träume war werden lassen.

Also

Munter Bleiben!
 
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Ich bewohne jetzt eine Sozialwohnung. Die ist aber natürlich auch nicht angemessen, vor allem, weil der Gesetzgeber einen Stellplatz vorschreibt, der dann auch nochmal auf die Miete aufgeschlagen werden muss.
Dazu kommt eine Staffelmiete. Jetzt kann ich mir das leisten, aber was ist, wenn ich mal gar nicht mehr arbeiten kann oder das Rentenalter erreicht habe ...?

Die Realität ist, dass sehr viele Leistungsberechtigte draufzahlen oder in wenig gesundheitsförderlichen Umgebungen wohnen. Die Kommunen haben auf die zahlreichen Klagen mit sogenannten schlüssigen Konzepten reagiert und mir ist noch kein Fall bekannt, in dem so ein Konzept gekippt wurde. Da gibt es Agenturen, die damit werden, dass sie ein "gerichtsfestes" Konzept erstellen.
 

paulebeinlich

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Hallo
Die Lösung ist erst mal nicht einfach einen Wohnung suchen die angemietet werden kann und das auch machen, wenn der Vermieter den Mietzins erhöht über das SG die Übernahme erstreiten. Langfristig kann nur ein dem Markt angepasster sozialer Wohnungsbau Abhilfe schaffen, oder eine Mietpreisvorgabe, aber das würde gegen jede Marktwirtschaft sprechen und wir hätten Linke Träume war werden lassen.
Also
Munter Bleiben!
Momentmal, ich dachte hier in Deutschland wird jeder gleich behandelt. Wie kann der Staat Häuser kaufen, Wohnungen anmieten, Containerburgen bauen, neue Wohungen bauen für Personen die er gedenkt damit unterstützen zu müssen, sowohl finanziell als auch materiell noch dazu. Ist das marktwirtschaft für den Bedarf. Das sind doch Subventionen für eine bestimmtes Klientel. Was für Personen das sind und woher die kommen interessiert mich in keinster Weise. Wieso werde ich deshalb nun als Mensch zweiter Klasse behandelt und kalt gestellt von allen Behörden und bei Gericht benachteiligt? Ist mein Recht auf ein menschenwürdiges Leben abgelaufen.

Nur weil ich 40 Jahre, man bedenke 40 Jahre medizinisch falsch behandelt wurde (Die Rückenbeschwerden sind ein löchriger Darm mit Infektionserkrankungen, dass es nur so kracht - ach ja vielen Dank an die Lebensmittelbehörden insbesonders die Fleischindustrie) und nun mit 55 Jahren in Hartz4 bin, weil ich mein 100Tsd. Euro erspartes die ich mir erarbeitet hatte aufgebraucht habe, soll ich jetzt unter der Brücke leben?
In Deutschland und so denken viele gab es mal ein Recht auf eine Wohnung. Doch dieses Recht ist bei der EU die ja alles nur dem Wettbewerb auslegt nirgendwo mehr zu finden.
Bei der EU gibt es kein Recht auf eine Wohnung, das haben die wenigsten noch nicht verstanden, deshalb bin ich gegen diese EU.

Wo ist hier die Gleichbehandlung. Wo bitte! Dieses Doffvolk von Politik und Verwaltung alle die damit zu tun haben, die nur in Ihre Tasche arbeiten. Jeder von denen die meinen nur weil Sie einen Job haben können Sie von oben herab jeden einfach erniedrigen. Überall stehen die Zeitarbeiter in Uniformen herum. die nicht mal einen fehlerfreien verständlichen Satz in der Sprache dieses Landes formulieren können (von lesen, rechnen und schreiben rede ich schon mal gar nicht) und meinen Sie müssen mich anweisen, wie ich in einer Reihe zu stehen habe. Aber hallo gehts noch?

Ich habe als Kind auf dem Land arbeiten müssen und habe mit 14,5 Jahre meine Hauptschule abgeschlossen und seither gelernt und gearbeitet. Und jetzt kommen diese Anstalten des öffentlichen Rechts und die dürfen sich gegenüber dem Menschen benehmen, wie wir es schon mal hatten. Ich bin kein Rechtsradikaler, aber wenn man die Wahrheit sagt und beschreibt, dann wird man einfach zu dem gemacht. Ich appeliere an jeden, wenn man sich äußert an die Tragweite zu denken.

Ich habe einen Hausstand, d.h. nicht nur eine Matratze und einer Koffer, ne Rolle Toilettenpaier auf Reserve, ordentliche Kleidung im Schrank, eine Waschmaschine, Teller, Wohnzimmerschrank, Suppenkelle und und und, soll ich das abholen lassen zum versteigern? Ach Leute ich brauch einfach keine klugen Erklärungen. In meiner Straße gegenüber wurden in einem Zeitraum von 1 Jahr 6 Wohnungen frei. Man bewirbt sich und bekommt sie nicht. Will mich gar nicht auslassen wer und wie die Wohnungen verkaspert werden.
 
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Wohnungsnot gab es in der BRD immer. Viele merken das halt erst, wenn sie selbst oder jemand in ihrem Umfeld davon betroffen sind.

Es bringt nichts, sich über andere bedürftige Menschen zu erheben und auf ihnen rumzuhacken.

Das ist genau das Verhalten, was den Mächtigen zugute kommt und auch schamlos von fast allen Parteien zum Stimmenfang ausgenutzt wird.

Dann frag doch lieber, warum fast alle Sozialwohnungen fehlbelegt sind, warum sie zu teuer sind, warum es sie kaum noch gibt ...

Migranten wohnen da eher nicht.
 

HartzVerdient

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Wohnungsnot gab es in der BRD immer. Viele merken das halt erst, wenn sie selbst oder jemand in ihrem Umfeld davon betroffen sind.
Ohne jetzt Stimmungsmache betreiben zu wollen.

Die BRD hat alleine im letzten Jahr ca. 700.000 Migranten im Rahmen der Freizügigkeit hinzubekommen. Dazu kommen ca. 1.800.000 Flüchtlinge. Alle wollen eine Wohnung haben und die Städte wissen einfach nicht mehr wohin mit den Menschen. In unserer Kleinstadt wurden auf einigen Äckern bereits Wohncontainer (wie bei Peter Lustig) aufgestellt, um dort die Menschen unterzubringen (vermutlich eher für Flüchtlinge).

Die BRD hat ca. 2060 Städte. Wenn ich nun Pi-Mal-Daumen 2.500.000 Menschen auf 2.060 Städte verteile, dann erhält jede Stadt im Schnitt ca. 1215 Neubürger (2015). Wo sollen die Menschen noch untergebracht werden ? Wo soll der Platz für Wohnraum geschaffen werden und wie soll das alles bewältigt werden ?

Zahlreiche Kommunen haben bereits bei Schäublette um weitere Gelder gebeten, da die utopische Rechnungen von Schäublette und Co. vollkommen realitätsfern sind. Der hat leider abgewunken.

War die Wohnungssuche vorher schon mit Herausforderungen verbunden, so ist sie seit ca. 1 Jahr vollkommen utopisch. In Hamburg gelten Wartezeiten von 2-3 Jahren pro Wohnung. Daher leben viele auch in Hamburg-Harburg oder Pendeln sogar weiter bis nach Buchholz. Bremen ist auch dicht. Dort plant der Senat sogar leerstehende Kneipen, Tanzkaffees und leerstehende Bürogebäude in Wohnräume umzubauen (oder zu sanieren).

Da schlagen sich:
  • Arbeitslose (ALG1 und ALG2)
  • Studenten und Schüler (und Auszubildende)
  • Soldaten
  • Singles, Wittwe/r, Rentner und Co.
  • Kommunen

... um diese (bezahlbare) Wohnungen.

Gestern war ich in Hamburg und hatte dort geschäftlich in der ABC-Straße zu tun. Wir saßen im Biergarten des Marriott Hotel und genossen die Aussicht (erstklassige Location by the way). Plötzlich bemerkte eine meiner Begleitungen einen Kleinbus mit Flüchtlingen, das dort anhielt. Es war klar, dass die Flüchtlinge sehr dort einquartiert wurden. Der Gepäckboy hat sogar noch die Trolleys in so einen Gepäckwagen aufgeladen und in das Hotel geschoben.

Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist folgendes:

Unsere Kapazitäten sind vollständig erschöpft und Wohnraum Mangelware geworden.

Sicherlich gibt es noch in einigen Ballungsgebieten bzw. toten Ecken Deutschlands Wohnungen. Allerdings sind diese Buden dann stark renovierungsbedürftig (achwas: Kernsaniert werden müssten viele), heruntergekommen bzw. ist die Infrastruktur der Kommune so schwach (weil nur Arbeitslosigkeit), dass sich die Kommunen mit Händen und Füßen gegen Neuzuwächse wehren.

Waren die Kassen bereits vorher schon leer, so sind sie es nun definitiv. Der Auftrag der Polizei und Ordnungsämter ist es, nur noch Kohle herbeizuschaffen. Geblitzt wird an jeder Ecke, nur um die klammen Kassen zu füllen.

Wilhelmshaven ist ein Beispiel, wo man das deutlich sehen kann. Da wird im Winter nicht einmal mehr die Hauptstraßen gestreut, da einfach kein Geld da ist. 1€ Jobber werden eingesetzt, um die Straßen zu reinigen (sind morgens mit dem Bollerwagen und Greifstangen unterwegs). Ich glaube, dass die Stadt sich einfach nichts mehr leisten kann. So wird es wohl einigen schwächeren Regionen gehen.

Vor Jahren bin ich auf Grund meiner Arbeitslosigkeit wieder bei meinen Eltern eingezogen. Seit dem ist auch hier Ebbe und ich leide unter dem sogenannten "Lock-in-Effekt". In unserer Straße (normale Häuser und Reihenhäuser Wohngegend), wurden einige Häuser in Mehr-WG's umfunktioniert. Da stehen dann vorne an der Klingel 5-7 Namen von Jugendlichen bzw. Auzubildenden usw. dranne, weil es hier einfach nix mehr zu mieten gibt. Auch unsere Nachbarin nebenan hat nun wieder eine Mitbewohnerin.

Hinweis: Ich möchte klarstellen, dass ich hier nicht die Flüchtlinge instrumentalisieren möchte. Es geht nur um eine themenbezogene Betrachtung der Wohnsituation, wie sie von mir wahrgenommen wird. Ich bin selbst betroffen und suche seit einiger Zeit nach einer bezahlbaren Wohnung. Damit meine ich aber nicht: Katastrophenbude im Brennpunkt. Luxus muss es auch nicht sein, aber vernünftig und menschenwürdig sollte sie schon sein.

Nix! Zumindest nix zum Preis dessen, was die Kommunen zu zahlen bereit wären.
 
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ExitUser

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Ohne jetzt Stimmungsmache betreiben zu wollen.
Ob du es willst oder nicht, du tust genau das.
Als ob Flüchtlinge sich um Infrastrukturen kümmern, nach Kapazitäten fragen könnten oder würden.
Jedes Land, muss gemäß seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit aufnehmen. Alles andere ist eine Frage der Verteilung: von Arbeit, Vermögen, Chancen ...

Nie habe ich erlebt, dass Migranten mit mir um eine Wohnung konkurriert haben oder dass sie in Wohnungen eingezogen sind, für die ich mich interessiert habe. Das sind eher Durchschnitts- oder Besserverdiener, die heute mit uns um bezahlbaren Wohnraum konkurrieren.

Ich musste auch meine Heimat verlassen und in eine strukturschwache Gegend ziehen, weil mir niemand eine Wohnung vermieten wollte. Ich kann nicht sehen, dass Migration dafür verantwortlich ist.

Wenn, dann schimpfe gegen die gehobene Mittelklasse, die ganze Stadtviertel gentrifiziert und entvölkert und zudem das politische System stützt.
 

HartzVerdient

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Ob du es willst oder nicht, du tust genau das.
Bitte meine Ausführungen nicht im Munde umdrehen. Ich habe nur eine gegenwärtige Analyse der Situation wiedergegeben. Ich habe nicht die Flüchtlinge verurteilt, sondern die Problematik in der wir (also unserer Personenkreis (Arbeitslose, Studenten, Singles und Co.)) sich gegenwärtig befinden. Wenn innerhalb 1 Jahres 1500 Menschen in eine Kleinstadt aufschlagen, dann ist das eine Herausforderung für jeden Mitarbeiter dieser Stadt.

Ich habe auch eine Zukunft, gegenwärtig Existenzängste und sicherlich keine 20 Jahre mehr Zeit, um für meinen Altersruhestand vorzusorgen. Ich wünsche auch eine Famile zu gründen, um dafür zu sorgen, dass unser Name weiterhin bestehen bleibt.

Womit ?

Ich habe auch Angst, das, sollten mal meine Eltern sterben (und der Tag wird sicherlich kommen), ich die Bude - für die mein Vater sich 30 Jahre den ********** aufgerissen hat - verkauft werden muss und ich den Rest meines Daseins auf einem Müllplatz verbringen darf. Trotz Studium, Ausbildung und Co.. Das Problem ist das jetzt und hier und die liniare Konstante "Zeit", die mir davon rennt.

Nie habe ich erlebt, dass Migranten mit mir um eine Wohnung konkurriert haben oder dass sie in Wohnungen eingezogen sind, für die ich mich interessiert habe. Das sind eher Durchschnitts- oder Besserverdiener, die heute mit uns um bezahlbaren Wohnraum konkurrieren.
Ich war vor ca 2 Monaten bei uns in der Leistungsabteilung der Optionskommune. Es ging primär um meine angedachte selbstständige Tätigkeit. Wir sind dabei u.A. auch auf das Thema Mietwohnung gekommen, da ich bei meinen Eltern wohne und die Ausübung meiner angedachten selbstständigen Tätigkeit sicherlich nicht immer als einfach anzusehen wäre. Unsere Kommune ist wohnungstechnisch dicht, so die Aussage der Leistungsabteilung → die im Übrigen selbst Probleme hat, an Wohnraum ranzukommen.

Ich kann nicht sehen, dass Migration dafür verantwortlich ist.
Die sind ja auch nicht dafür verantwortlich!

Verantwortlich ist die Politik!

Die Kommunen haben sich nicht um sozialen Wohnungsbau gekümmert, die Kassen sind leer, der Platz (zumindest in kleineren Städten) nicht vorhanden und niemand hat einen Plan, wie das alles zeitlich zu regeln und zu lösen ist. Du kannst es ja gerne drehen und wenden wie du möchtest. Leute wollen ein Dach über den Kopf und eine gesicherte Existenz.
 
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