Angemessene Wohnkosten (1 Betrachter)

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professorexabyte

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Hallo!

Ich frage das mal ausserhalb von meinem Thema.

Denn eine Sache scheint mir nicht schlüssig.

Bevor ich irgendwann ALGII beantragt habe, wohnten wir schon in der besagten Wohnung

Die Wohnung hat 74m² kostet 471,50€ und hat sonst nur Gaskosten von ca. 40€, damit ist die Bude warm, und das Wasser zum Duschen geheizt.

Das JC ist der Meinung, dass das unangemessen ist. Aber die Realität in Marburg sieht so aus, dass kleinere Wohnungen GRUNDSÄTZLICH teurer sind, oder gleich viel kosten.

Also in Marburg eine 60m² Wohnung zu finden (die laut JC als max. Obergrenze für 2 Pers. gilt) ist für den Preis nicht möglich. Hier werden WG-Zimmer mit 14m² für 380€ angeboten. Damit mal mal eine grobe Vorstellung vom Wohnungsmarkt in MR bekommt.

Als wir einigen Bekannten von unserer Wohnung erzählt haben, sind sie fast neidisch geworden, weil andere für die gleiche m² Zahl um die 1000€ bezahlen!!!

Lohnt es sich, dagegen vorzugehen? Ich mein klar ist: Die Wohnung ist einige m² über der Größe, die die gerne hätten. Dieses Haus ist Top isoliert, neue fenster etc. Hier brauche ich fast nie heizen etc. etc. Würde ich jetzt eine kleinere Wohnung suchen, würden die Kosten 100%ig steigen für das Jobcenter, da normalerweise in solchen Wohnungen niemals ein so niedriger Preis zu erzielen ist. Die üblichen Mietpreise sind hier ca. 600-1000€ gesammt für eine 60m² Bude, die dann aber nicht isoliert ist, sodass da aus den 40€ Gaskosten hundertprozentig 80€ Gaskosten werden. Die haben meinen, die Wohnung wäre noch ca. 100-120€ zu teuer. Aber es geht nicht billiger. Ausserdem wäre mit all' unserem Krempel ein Umzug nicht für wenige hundert € gemacht. Ein Umzug würde mit Umzugshelfern bei den ganzen alten Massivholzmöbeln, die vom Sperrmüll gerettet worden sind mehrere tausend kosten! Selbst ein Klavier haben wir mal irgendwann umsonst bekommen, welches ich liebevoll wieder aufgearbeitet und gestimmt habe.

Also lohnt es sich generell bei einem Bescheid, gegen die "unangemessenheit" zu wiedersprechen?
PS: Selbst Sozialwohnungen sind mind. genau so teuer bei 60m² wie unsere Wohnung.
 

HartzVerdient

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Mir fallen da pauschal paar Dinge ein, die ich mal in den Raum werfe:

1) Wie sieht das Miet- und Wohnkonzept der Stadt Marburg denn aus ? Wenn man von Bedürftigen verlangt, dass sie ihre Wohnung aufgeben, um sich eine neue - und günstigere - Wohnung zu suchen, dann muss die Stadt Marburg dies im Rahmen von Sozialbaumaßnahmen auch nachweisen.

2) Gilt das sogenannte "Preisprinzip". Nicht die Wohnraumgröße ist entscheident, sondern der Mietpreis. Wie du oben schon richtig beschreibst. Wenn eine 50qm Wohnung genausoviel kostet wie deine 74qm Wohnung (die im Übrigen top isoliert ist: Also auch Energiepass und Co.), dann sollte man das auch so begründen.

3) Bei Harald-Thome gibt es eine Liste mit dne Mietstufen der jeweiligen Stadt. Da kannst du dir mal Marburg raussuchen und den qm Preis vergleichen.

4) Du müsstest jetzt nach der Aufforderung anfangen den Wohnungsmarkt zu sichten und alles zu "Dokumentieren". Solange du so eine Dokumentation nachweislich führst - aber keine Wohnung findest, solange muss das Jobcenter deine gegenwärtige Wohnung weiter bezahlen.

5) Wenn Krankheiten oder Behinderungen bekannt sind, dann könnte dies u.U. den Verbleib in der Wohnung rechtfertigen.

Ist alles Sche!sse ich weiß....
 

Hartzeola

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Also lohnt es sich generell bei einem Bescheid, gegen die "unangemessenheit" zu wiedersprechen?
Eine Kostensenkungafforderung ist vorerst kein Bescheid, dagegen kannst nicht "vorgehen". Du kannst aber dazu Stellung nehmen und Deine Gründe darlegen.

Vorgehen kannst Du erst gegen Kostenabsenkungbescheid.
 

professorexabyte

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Nun, das Kind ist eh' schon in den Brunnen gefallen, da ich das damals (schon ein Jahr her) so akzeptiert habe, dass die mir jetzt da ca. 40-50€ weniger bezahlen...

Naja, ich wollte das nur mal fragen, da ich dieses Forum ja jetzt erst gefunden habe, und mich hier mal schlau machen wollte.

Wobei ich meinen Bescheid sowieso nicht nachvollziehen kann. Die zahlten mir nur ca. 420€. (da ist der Mietanteil mit drin) In einer Bedarfsgemeinschaft müsste mein Teil in diesem Falle so ca. bei 600€ liegen. Ich meine, noch bekomme ich Kindergeld, aber davon werden ja auch nur ca. 30€ angerechnet, weil der Rest im Freibetrag liegt.

Das wird jetzt alles nach und nach mal aufgedröselt. Ich hoffe ja, spätestens Ende des Jahres mit meiner Frau wieder normal den Regelsatz zu erhalten... (Egal ob jetzt Sozialhilfe/Geld, oder ALG II) das werden die nächsten Wochen zeigen. Dazu ist ja aber das andere Thema.

Hier wollte ich nur schnell mal fragen, wie das rechtlich mit dem Mietpreis aussieht.

Danke!
 

Ines2003

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Ich meine, noch bekomme ich Kindergeld, aber davon werden ja auch nur ca. 30€ angerechnet, weil der Rest im Freibetrag liegt.
Von den 190 EUR Kindergeld werden 160 EUR angerechnet, 30 EUR verbleiben aufgrund der Versicherungspauschale vom Kindergeld ohne Anrechnung erhalten.
 

professorexabyte

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Das bedeutet also, dass es für eine Bedarfsgemeinschaft 0 Unterschied macht, ob da jetzt Kindergelder (für einen selbst) kommen oder nicht?

Dann haben diese blöden Idioten damals im Jobcenter vor 6 Jahren aber absoluten Blödsinn erzählt. Die sagten mir, dass das als Einkommen gerechnet wird, und da 30€ über den 160 sind...

Und ich habe schon immer so große Töne beim Erzählen gelassen wie: "Wenn ich einen Euro selbstständig erarbeiten würde, würde der unverzüglich wieder abezogen werden, weil ich meinen Freibetrag schon voll habe"...

Und mir stellen sich schon immer die Nackenhaare hoch, wenn ich an die Zeit nach dem Kindergeld denke... Aber wenn es keinen Unterschied macht... Dann kann das ja auch egal sein...

Dumm nur, wenn man dann solche Idioten, wie die im JC Goslar hat, die einem so einen Stumpfsinn erzählen.
Aber dann ist das ja nicht das Problem.

Ich wäre ja schon heilfroh, wenn beide von uns den normalen Eckregelsatz bekommen würden... Denn nach all' meinen Angaben wäre die Höhe der Leistungen irgendwo bei gut 1200 für uns beide angesiedelt. Damit halt für jeden nach Abzug der Wohnkosten etc. noch die üblichen 360€ bleiben... Im Vergleich zu jetzt würde ich mich ja schon wie ein Scheich fühlen, wenn ich so viel Geld im Monat hätte... Könnte ich mal Besseres essen, als immer nur angebratene Nudeln ohne was dazu. Das macht auf Dauer echt krank.
 

Ines2003

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Wenn du kein Kindergeld mehr bezieht hast du im Vergleich mit jetzt monatlich 30 EUR weniger.
Der Freibetrag den du meinst wird nur auf Erwerbstätige Einnahmen gewährt.
 

professorexabyte

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So habe ich es ja durch euch jetzt auch verstanden.

Deswegen sage ich ja: Die erzählen echt manchmal viel wenn der Tag lang ist im JC.
 

professorexabyte

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Wo gerade weiter oben jemand was von gesundheitlichen Gründen sagt.

Welchen gesundheitlichen Grund gibt es denn, eine zu große Wohnung zu haben?

Mal von Rollstuhlfahrern abgesehen, die ja sowieso wegen ihres fahrbaren Untersatzes mehr Platz brauchen.
 
P

Pichilemu

Gast
Welchen gesundheitlichen Grund gibt es denn, eine zu große Wohnung zu haben?
Relativ wenige. Dafür gibt es aber umso mehr Gründe, die einem Umzug an sich widersprechen können, wenn man schon in der zu großen Wohnung ist. Das können z. B. gesundheitliche Gründe sein, und das denke ich wäre bei dir und deiner Frau sicher der Fall, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie sie in ihrer derzeitigen Verfassung einen Umzug bewältigen soll.
 
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