Angemeldeter Hausbesuch (1 Betrachter)

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mandarb

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Wie aus dem eingescannten Bildern zu ersehen hatte ich zwei Wochen davor aus dem Nichts die Ankündigung eines Hausbesuchs in der Post. Angerufen und um einen neuen Termin gebeten um mich etwas zu sortieren. Erstes Schreiben entspricht dem eingescannten 1:1 bis auf den Hinweis, dass es bereits eins gegeben hätte

24.Mai dann der zweite Brief mit dem Termin für morgen. Muss gestehen das ich wenig bis gar keine Lust habe jemanden in meine Wohnung zu lassen, zumal mich aufgeregt eventuell geht das nur mir so das ich aus dem Schreiben nicht ableiten kann was die Damen und Herren eigentlich bei mir wollen.

Das ich die Damen und Herren des JC nicht reinlassen muss, ist mir bekannt allerdings macht mir das Unaufklärbarkeitsgefassel doch ein wenig zu schaffen. Zu verbergen habe ich nichts alles wie bei der Verlängerung des Antrags angegeben.

Jemand mal nen heißen Tipp wie ich mich nun schlauerweise Verhalte. Besuch einfach über mich ergehen lassen, kleineres Übel und so?
 

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TazD

Super-Moderation
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Die berechtigte Frage ist tatsächlich, welchen Zweck dieser Hausbesuch erfüllen soll, da ein Hausbesuch nur dann erfolgen soll, wenn es keine andere Möglichkeit zur Feststellung der leistungsrelevanten Tatsachen gibt.
Das ist eigentlich nur in ganz ganz wenigen Fällen wirklich gegeben (Z.Bsp. bei Prüfung, ob eine Erstaustattung notwendig ist), ansonsten sind die Angaben im Antrag mitsamt der dazugehörigen Belege in 99,9% aller Fälle völlig ausreichend.
Wenn der Außendienst (AD) nun vor deiner Tür steht, lass dir erstmal die Ausweise zeigen. Des Weiteren müssen die eine entsprechende Beauftragung vorzeigen können. Daraus geht auch der Grund des Hausbesuchs hervor. (So hab ich das zumindest noch in Erinnerung, bitte bei Bedarf korrigieren).
Außerdem hast du ein Recht auf ein Protokoll des Hausbesuchs, welches du dir am besten direkt vor Ort aushändigen lässt mitsamt Unterschriften der AD-Pappnasen. Nicht abwimmeln und auf später vertrösten lassen. Eine zweite Person deines Vertrauens, die dich unterstützt kann auch nicht schaden.
Wenn du absolut keine Lust hast, dann lass sie halt nicht rein. :wink:

"Klärung der Wohnsituation" ist doch sehr schwammig. Welche Wohnsituation soll denn geklärt werden?
 

Alucard

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Hol dir von einem Bekannten ein großen etwas anhänglichen Hund (Doggen, Rottweiler etc) :D

Klärung der Wohnverhältnisse dürfte etwas sehr schwammig sein, hast du ne Waschmaschine etc beantragt, oder lebst du mit jemanden zusammen (Stichwort HG/WG)?
Ansonsten lässt sich alles ohne Hausbesuch klären. PS aus diese WG lassen sich nicht mit einem Hausbesuch klären im Gegenteil dadurch kann es komplizierter werden.
 

AsbachUralt

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Hier kannst Du Dich genau informieren, inwieweit sich der Datenschutz und der Hausbesuch vertragen:

Grundlegende Überlegungen vor der Durchführung eines Hausbesuches
Der wichtigste zu beachtende Grundsatz ist der „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“. Die Verwaltung darf hiernach nur das geeignete, erforderliche und angemessene Mittel zur Zielerreichung einsetzen.

  1. Geeignet ist ein Mittel, wenn es das angestrebte Ziel fördert.
  2. Erforderlich ist das Mittel, wenn es kein gleich geeignetes und weniger belastendes Mittel gibt.
  3. Angemessen ist das Mittel, wenn der Erfolg und die Beeinträchtigung des Betroffenen in keinem offenbaren Missverhältnis zueinander stehen.
Um den Artikel 20 GG nicht zu verletzen, braucht die Verwaltung eine Ermächtigungsgrundlage zur Durchführung eines Hausbesuches. Im Grundsatz findet sich die Ermächtigungsgrundlage in § 20 SGB X i.V.m. § 21 Abs. 1 Nr. 4 SGB X. Die Grenze der Erhebung von Sozialdaten findet sich in
§ 67a Sozialgesetzbuch Zehntes Buch – Sozialverwaltungsverfahren -. Hiernach darf die Behörde nur die Sozialdaten ermitteln, die zur Aufgabenerfüllung erforderlich sind. Es ist oftmals im konkreten Einzelfall schwierig, genau zu definieren, was erforderlich ist.
https://www.datenschutzzentrum.de/sozialdatenschutz/hausbesuche.htm
 
R

RedHotChili

Gast
Musst Du wissen. Ist jetzt blöd, da Du ja den Termin irgendwie vereinbart hast. Aber ich würde diese Leute niemals in meine Wohnung lassen. Oder ist Deine Wohnsituation derart ungewöhnlich, dass man ahnen könnte, warum die überhaupt kommen wollen?

Schade, dass Du nicht vorher gefragt hast, denn eh ich da einen neuen Termin vereinbart hätte, hätte ich erstmal schriftlich nachgefragt, wozu der Hausbesuch überhaupt dienen soll bzw. was genau an Deiner Wohnsituation der Klärung bedarf.
 

0zymandias

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[...] Muss gestehen das ich wenig bis gar keine Lust habe jemanden in meine Wohnung zu lassen, zumal mich aufgeregt eventuell geht das nur mir so das ich aus dem Schreiben nicht ableiten kann was die Damen und Herren eigentlich bei mir wollen.
[...]
Dann lasse es.
Eine Wohnung in Deutschland funktioniert so, dass der Bewohner entscheidet, wer herein kommt und wer nicht.
Das gilt auch im Unrechtskreis des SGB II.

[...]
Jemand mal nen heißen Tipp wie ich mich nun schlauerweise Verhalte. Besuch einfach über mich ergehen lassen, kleineres Übel und so?
Das kleinere Übel bleibt besser draußen.
Es hat keine Manieren und kann nicht straight sagen, warum es herein möchte.
Keine Manieren, kein Eintritt.

Davon ab ist der Bedarfsermittlungsdienst dafür da, das Fehlen eines Bedarfs festzustellen.
Dazu werden bisweilen, wenn auch sicherlich nicht immer, aus den geringsten Fakten die erstaunlichsten Zusammenhänge konstruiert (z.B. die Zahl der Kartoffeln im Kochpott als Beweis für eine tiefergehende zwischenmenschliche Beziehung).
Auch deswegen bleibt das kleinere Übel einfach draußen.

[...] Ist jetzt blöd, da Du ja den Termin irgendwie vereinbart hast. [...]
Es ist ein zweiter Termin "vorgeschlagen" worden und zwar durch dreiste Benennung des Ankunft-Zeitfensters, mit der mafiös-unverhohlenen Drohung, dass eine Zutrittverweigerung zu mandarbs Lasten gehen könne (Legä Disch nie mit familia an, Luigi! :biggrin:).
Eine Vereinbarung erfüllt meiner Meinung nach ganz andere Kriterien.

Hätte mandarb selbst einen Termin gleicher Art benannt, würde auch daraus keinerlei Verpflichtung zur Zutrittsgewährung erfolgen.
 

Silvercoin82

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Also ich würde eine solche Ankündigung des JC der Ankündigung des örtlichen Schrotthändlers seine Runde zu machen gleichsetzen.

Dir können keine Leistungen gestrichen werden , nur weil du an diesem Tag nicht daheim bist. Das JC muss triftige Beweise anführen, wenn es Leistungen kürzt oder ändert..

Am besten solche Schreiben ignorieren.
 
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