Angekündigte Maßnahme (Warteliste) und geplante Ortsabwesenheit (1 Betrachter)

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Marily

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Hallo,
ich bin hier ganz neu und habe ein Problem mit einer angekündigten Maßnahme und meiner geplanten Ortsabwesenheit.
ALG 1 seit dem 1.7.2014. Bin über 60 und habe 6 Monate Sperrfrist wegen eigener Kündigung
War während der letzten 15 Jahre nicht arbeitslos und habe keine AA Erfahrung.
Angekündigte Maßnahme, 8 Wochen Bewerbungstraining. Beginn dieser Maßnahme sobald ein freier Platz da ist. Kann also jederzeit losgehen und fällt mit hoher Wahrscheinlichkeit in meine geplante Ortsabwesenheit.
Geplante Ortsabwesenheit 3 Wochen im August. Keine Reisebuchung, da Campingurlaub.
Ehepartner hat betriebsbedingt (Schule) Urlaub in der Ferienzeit.

Meine Frage ist, wie und ob ich meine geplante Ortsabwesenheit realisieren kann. Ich sehe folgende Möglichkeiten,:
1. Ortsabwesenheit so schnell wie möglich mit Bescheinigung für betriebsbedingten Urlaub des Ehepartners beantragen, genehmigt bekommen und alles ist geregelt. Wie sind eure Erfahrungen? Wird eine Ortsabwesenheit nach 4 Wochen genehmigt, wenn eine Maßnahme geplant ist?
2. Ortsabwesenheit beantragen, bei Ablehnung trotzdem fahren und dieses dem Amt mitteilen. Kein Geld für die Dauer der Abwesenheit. Meine Rechtsberatung sagte mir, es gäbe keine zusätzliche Sperrfrist, weil ich mich in einer Sperrfrist befinde. Das kann ich kaum glauben.
3. Für die Ortsabwesenheit vom Amt abmelden und für diese Zeit keine Leistungen beziehen. Ist das ohne Begründung möglich und hat es Folgen bei der Wiederanmeldung ein paar Wochen später?
Vielen Dank für eure Hilfe.
 

Fritz Fleißig

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Hier erst einmal ein paar Fragen:

1. Wieso ist es überhaupt zu einer Sperrzeit beziehungsweise Minderung der Anspruchsdauer um sechs Monate gekommen, beziehungsweise wieso hast du deine Arbeitsstelle selbst gekündigt? Hattest du hierfür wichtige Gründe? Von wann ist der Sperrzeitbescheid (wegen Rechtsbehelfsfrist)?

1a. Die Minderung der Anspruchsdauer von sechs Monaten ist übrigens korrekt, weil dir altersbedingt bis zu 24 Monate ALG zustehen und die Minderung der Anspruchsdauer bei Arbeitsaufgabe ein Viertel dieser Zeit beträgt. Ist hier zeitlich nicht identisch mit der reinen Sperrzeit.

2. Was sollst du denn Tolles während dieser Bewerbungsübungen lernen? Und wozu braucht man dazu acht Wochen? Um zu lernen, daß man einen Bewerbungsbrief ansprechend gestaltet und hinterher unterschreibt? Mit Verlaub, diesen ganzen Kram kannst du dir mit etwas Eigeninitiative innerhalb von acht Stunden aus einem der zahlreichen guten Ratgeber im Internet selbst aneignen. Hier will man dich nur in einer der beliebten Maßnahmen "parken".

3. Du kannst dich ohne weiteres während des Urlaubs aus der Arbeitsvermittlung abmelden. Zu beachten wäre allenfalls (theoretisch) § 148 Abs. 1 Nr. 6 SGB III. Du hast aber aus meiner Sicht für deine Abmeldung einen wichtigen Grund, nämlich den seit längerem mit deinem Partner geplanten Urlaub, so daß man dir da eigentlich nichts anhängen kann.

Eine Ortsabwesenheit würde ich gar nicht beantragen, weil du nämlich während der Sperrzeit ohnehin kein Geld bekommst und du somit die dreiwöchige Ortsabwesenheitsfrist für dieses Kalenderjahr völlig unnütz aufbrauchen würdest.
 

Marily

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Fritz Fleißig, erst einmal Danke für deine schnelle und hilfreiche Antwort

Zu 1 und 1a.: Da hätte ich korrekt wohl Minderung der Anspruchsdauer schreiben sollen.

Zu 3: Das klingt sehr gut für mich.
Gibt es dabei Formalitäten zu beachten. Abmeldung in der Leistungsabteilung oder beim SB? Muss ich den wichtigen Grund in der Abmeldung nennen? Wann sollte die Abmeldung erfolgen, so früh wie möglich, wegen der Maßnahme; oder 1 Woche vorher?
Was ist, wenn ich dann in dieser Maßnahme stecke, gilt das dann als Abbruch, wenn ich mich vom AA abmelde? Sollte das Ende der Unterbrechung auch schon genannt werden?

Fragen über Fragen. Ich werde jetzt im Forum suchen, was ich dazu finde.
 

Fritz Fleißig

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Ich würde mich beim zuständigen Arbeitsvermittler abmelden, der muß das ohnehin an die Leistungsabteilung weiterleiten. Gründe brauchst du nicht zu nennen. Ich würde hier einfach pauschal etwas in die Richtung "seit längerem mit dem Ehepartner geplante Urlaubsreise" schreiben.

Ich würde das umgehend melden, sobald der Termin der Reise feststeht. Abändern kannst du das immer noch, falls sich etwas ändert.

Dein Ziel sollte es unbedingt sein, die Zuweisung zu so einer Unsinnsmaßnahme überhaupt zu vermeiden. Daher auch meine Frage, was das eigentlich soll. Das eigentliche Ziel der Arbeitsagentur ist, eine bereits im voraus eingekaufte Maßnahme mit Teilnehmern zu füllen, nicht die Vermittlung bestimmter notwendiger Kenntnisse. Das wird der Arbeitsvermittler selbst auch wissen.

Aus ähnlichem Grund auch meine bislang nicht beantwortete Frage nach den Gründen für die Sperrzeit beziehungsweise die Eigenkündigung. Hier müßte man erst einmal Näheres wissen, um beurteilen zu können, ob das berechtigt ist oder nicht.
 

swavolt

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So einfach abmelden geht nicht.
Du must OAW beantragen. Die höchstwahrscheinlich nicht genehmigt wird, da du bald eine Maßnahme machen sollst.
Gehst du trotzdem in Urlaub gibts weitere Sperrzeiten wegen Meldeterminversäumnis oder Nichtantritt der Maßnahme, wenn welche während des Urlaubs eintreffen.

Das ist ein ähnlicher Fall:
4-monatige Weltreise - Eigenkündigung / Sperrfrist / Arbeitslosengeld
 
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