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Angefangenen Job absagen. Konsequenzen???

Hungrid

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Hallo,

dies ist mein erster Beitrag hier, ich habe mich etwas eingelesen und hoffe, alles richtig zu machen.
Ich habe Anfang des Jahres meinen Master in einem geisteswissenschaftlichen Fach mit einer sehr guten Endnote gemacht.

Nach dem ganzen Hin und Her mit dem JC (das berichte ich vielleicht irgendwann in einem anderen Thread) habe ich nach drei Monaten Arbeitssuche von dort eine Bewerbungsaufforderung bekommen. Der Arbeitsort ist 50 km von meinem Heimartort entfernt, mit idealer Zugverbindung 55min pro Strecke, von Hbf zu Hbf, versteht sich.
Nur ist das fernab jeglicher Realität. Mit dem halbwegs bezahlbaren Monatsabo muss ich morgens um 6:00 den Bus bei meiner Haltestelle Richtung Hbf nehmen. Von da aus dann weiter, im Endeffekt komme ich um 8:30 bei der Arbeit an. Die Rückfahrt sieht genauso aus.

Ich fahre bzw. benötige etwa 2.5 Stunden bis zur Arbeit, zurück ebenfalls. Morgens um kurz vor 6 aus dem Haus, abends um halb 8 wieder daheim.
Ich habe das nun einige Zeit lang ausprobiert, aber es ist nicht machbar. Ich bin mindestens 13 Stunden am Tag unterwegs. Wenn ich zuhause ankomme, dusche ich, esse ich und falle halbtot ins Bett.
Ich befinde mich noch in der Probezeit.
Kann ich den Job wieder absagen und weiterhin auf die Zahlung von AlgII hoffen?
Ich hoffe, mein Problem wird hier deutlich. Ich möchte vorerst keine weiteren Angaben zum Abschluss bzw. zu den Orten machen. Man weiß ja nie, wer hier noch mitliest oder was passiert.
 

Fritz Fleißig

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Eine tägliche Pendelzeit von mehr als drei Stunden (insgesamt, also für Hin- und Rückfahrt zusammengerechnet) ist auch im Bereich SGB II nicht mehr zumutbar. Das unter der Voraussetzung, daß die tägliche Arbeitszeit dort mehr als sechs Stunden beträgt, sonst liegt die Grenze bei 2 1/2 Stunden Pendelzeit. Pendelzeit ist dabei die gesamte Zeit, welche du von der Haustür bis zur Arbeitsstelle brauchst, und zurück. Siehe fachliche Hinweise zu § 10 SGB II.

Du kannst also diese Arbeit wegen Unzumutbarkeit aufgeben. Das solltest du aber vorher sicherheitshalber mit dem JC klären.

Wenn es vorteilhaftere, aber teurere Zugverbindungen geben sollte, mit denen die Pendelzeit unter diese Grenze käme, müßte dir das JC diese schon bezahlen. Auch das kannst du klären.
 

Hungrid

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Gelesen hatte ich das auch schon. Würden mir dann trotzdem weiterhin Leistungen bezahlt werden?
Das ist so eine blöde Situation gerade...
Ich habe jetzt gerade ein "Einstiegsgeld" für zwei Monate bewilligt bekommen.
Das JC sagte mir, das könne man für nen Übergang zahlen. Das wäre die Hälfte des AlgII-Satzes, zur Ermöglichung, die Reisekosten für die Zeit ohne ersten Lohn bewältigen zu können.
 

Fritz Fleißig

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Wie das JC darauf reagiert, kann man schlecht im voraus sagen. Berechtigt zu einer Arbeitsaufgabe bist du wegen Unzumutbarkeit eindeutig. Die theoretische Lage und die praktische Lage sind im Leben oft verschieden. Da mußt du dir halt ein dickes Fell zulegen.

Jedenfalls geht das so, wie du das geschildert hast, nicht weiter. Du betreibst dabei, wenn du dich zwischendurch nicht ausreichend erholen kannst, Raubbau an deiner Gesundheit. Wenn es Probleme geben sollte, könntest du hilfsweise auch mal einen Arzt aufsuchen und an eine Krankschreibung denken.
 

qwertz123

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Mich würde mal interessieren wie dass dann mit dem Umzug ist, kann das JC das verlangen? Manche müssen sich ja auch Deutschlandweit bewerben, da wäre das mit den Fahrtzeiten immer unzumutbar.
 

Homer450

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Die Frage muss auch sein, lohnt sich das wirtschaftlich?
Oder geht es hier jetzt nur um das körperliche Befinden?
Ich stelle mir jetzt deshalb die Frage, weil 50 Km bis zu einen Arbeitsplatz sind noch relativ wenig. (So könnte das JC argumentieren)
Wo ich wohne da müssen viele Morgens mit der S.Bahn nach Hannover, und Hannover ist von uns ungefähr 50 Km entfernt.
Ich weiß also nicht ob 12 Stunden unterwegs, als Grund von JC anerkannt wird.
Anders würde der wirtschaftliche Aspekt aussehen.
Wenn ich durch die lange Fahrt nichts verdiene und noch drauf legen muss, dann könnte ich vielleicht mit so was argumentieren.
Aber ich bin kein Rechtsexperte und schreibe hier nur meine persönliche Meinung.
Nur eins noch so ein Schritt wie eine Kündigung muss sehr gut überlegt sein, und abgewogen. So was würde ich vielleicht mal mit einen Fachanwalt besprechen, oder alternativ bei einer Beratung mit einer der Sozialverbände SovD oder VDK. Die kennen sich mit so was auch aus.
 

Fritz Fleißig

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Es kommt nie auf die Entfernung an, sondern auf die notwendige Pendelzeit. Diese kann je nach Verkehrsverhältnissen bei gleicher Entfernung sehr unterschiedlich ausfallen.

Daß mehr als drei Stunden Pendelzeit in jeden Fall unzumutbar sind, ergibt sich aus den oben erwähnten "fachlichen Hinweisen" zur Zumutbarkeit im Bereich SGB II. Kann natürlich trotzdem sein, daß das Dschobb-Zenter da merkwürdige Ansichten vertritt und man sich erst einmal durchsetzen muß.

Wenn das Dschobb-Zenter einen Umzug verlangen sollte, müßte erst einmal dessen Zumutbarkeit geprüft werden, und dann vor allem die Kosten übernommen werden (einschließlich eventuell höhere Miete am Arbeitsort und dergleichen).

Die finanzielle Zumutbarkeit ist noch eine zusätzliche Frage. Falls netto gar kein Verdienst mehr rauskommt (Fahrtkosten höher als Lohn), ist das ebenfalls unzumutbar.
 

Homer450

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Das Problem was ich aber hier sehe ist, das hier bereits ein Arbeitsverhältnis besteht und der TE schon dort arbeitet.
Ich denke mal das diese Unzumutbarkeitsregelung für zugewiesene Jobs gilt, die nicht bereits begonnen wurden.
Den wenn ich schon im Arbeitsverhältnis stehe, und da schon am arbeiten bin, dann wusste ich was auf mich zu kommt, und kann nicht im Nachhinein argumentieren die Fahrtzeit ist zu lang.
 

Caso

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Gelesen hatte ich das auch schon. Würden mir dann trotzdem weiterhin Leistungen bezahlt werden?
Das ist so eine blöde Situation gerade...
Ich habe jetzt gerade ein "Einstiegsgeld" für zwei Monate bewilligt bekommen.
Das JC sagte mir, das könne man für nen Übergang zahlen. Das wäre die Hälfte des AlgII-Satzes, zur Ermöglichung, die Reisekosten für die Zeit ohne ersten Lohn bewältigen zu können.
Dir geht es einzig um die Pendelzeit?
In den Fachlichen Hinweisen gibt es einen Passus, den die JC auch gern ziehen.
Mehr als 3 Std. bei Vollzeitbeschäftigung sind in ländlichen Bereichen oder Ballungszentren üblich und deshalb anzunehmen.
http://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mdk1/~edisp/l6019022dstbai377931.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI377934
Randziffer 10.31

Ob nun 5 Std tgl. noch zumutbar ist?? Man wird dir schnellere Verbindungen vorschlagen, um auf etwa 3 Std zu kommen.
Dann wird man dir vorschlagen, doch jeweils 1 Std. im Zug zu lesen, als Entspannung sozusagen, oder zu schlafen.

Andererseits:
13 Std. außer Haus sind viele AN---aber das muß ja kein Maßstab sein.
Wäre es denkbar, daß du nach der Probezeit dorthin ziehst?
Oder denkbar, daß du dir ein Auto zulegst? dann sind 50 km pro Strecke etwas sehr übliches.
 

Neudenkender

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Kann ich den Job wieder absagen und weiterhin auf die Zahlung von AlgII hoffen?
Alles viel zu kompliziert hier.

Der Job macht dich kaputt, offenbar.
Also längerfristige AU, Burn-out-Syndrom, Depression, Migräne, ... irgendwas hat man doch immer.

Und schnell ist sie da, die Kündigung in der Probezeit durch den Arbeit"geber" ohne Angabe von Gründen und damit auch ohne Konsequenzen, was das ALG2-Zustromwiederaufleben nach entsprechendem Antrag betrifft.

Und das ist auch gut so. Weil Gesundheit ist das höchste Gut. Gerade auch für den nächsten Job ...
 

Holler2008

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In den Fachlichen Hinweisen gibt es einen Passus, den die JC auch gern ziehen.
Mehr als 3 Std. bei Vollzeitbeschäftigung sind in ländlichen Bereichen oder Ballungszentren üblich und deshalb anzunehmen.
Was interessieren mich denn Fachliche Hinweise wenn es im gesetz anders steht?
Die Fachichen Hinweise sagen mir höchstens, dass sich das Amt nicht ans Gesetzt hält und ich evtl. klagen muss.

Ich hätte es wie Neudenkender gemacht.
 

Hungrid

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Entschuldigt bitte meine Abwesenheit.
Vieles ist leider nach Feierabend nicht mehr drin bei mir.
Also ein Freund von mir (5 Jahre lang beim JC gearbeitet und Anträge bearbeitet) sagte, dass ich im Grunde nichts mehr mit dem JC zu tun hab. Weil ich jetzt vermittelt wurde und Arbeit habe.
 

Fritz Fleißig

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Mag schon sein, daß du jetzt nichts mehr mit dem JC zu tun hast, weil du vermittelt wurdest und Arbeit hast, wenn auch diese Stelle mit überlanger Pendelzeit.

Darum geht es aber gar nicht. Wenn du die Stelle aufgibst, wirst du wieder mit dem JC zu tun bekommen. Dann wird die Frage sein, ob du einen rechtfertigenden Grund für die Arbeitsaufgabe hattest oder nicht. Falls nein, wird eine Sanktion die Folge sein. Deshalb die ganze Diskussion hier über die (Un-)Zumutbarkeit der Pendelzeit.
 

Hungrid

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Hallo allerseits,

entschuldigt bitte, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe.
Es hat sich mittlerweile (fast) alles zum Guten gewendet. Ich habe nach meiner ersten Arbeitswoche, mit 40 Arbeitsstunden und 25 Stunden Fahrtzeit, eine Mitfahrgelegenheit gefunden.
Ich bin jetzt innerhalb von 50 Minuten bei meinem Arrbeitsort bzw. in meinem Büro.
Es ist zwar noch immer nervig, aber "heutzutage" wohl normal und erträglich.
Für die Tage, an denen meine MFG ausfällt oder Urlaub hat, muss ich immer mal wieder auf die Bahn umsatteln.
 

Fritz Fleißig

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Danke für die Rückmeldung.

Schön für dich, daß sich doch noch eine halbwegs praktikable Lösung gefunden hat.
 

Hungrid

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Hallo liebes Forum. Ich wollt mich mal, jetzt nach einem halben Jahr, wieder melden.
Zuallererst: Der Job ist wirklich gut und ich bin schon fast etwas traurig, dass nur noch 6 Monate folgen und dann Schluss ist.

Leider ist die Fahrt-Situation wieder etwas schlechter geworden.
Meine FahrGelegenheit ist leider häufiger auf AußenTerminen, im Urlaub, krank oder Sonstiges. Ich nehme für solche Umstände dann wieder die 5-6Stunden Bahnfahrt bzw Gesamtanreise pro Tag auf mich und etwa 30 Euro Kosten. Ich liege beinahe in jedem Monat bei über 300 Euro Fahrtkosten. Dazu meine Wohnung.
Falls Nachfragen kommen: Ich mache eine Art Referendariat, oder praktisches Jahr. Deshalb sind die 300 Euro im Monat echt happig, an ein eigenes Auto ist gar nicht erst zu denken.
Tja, so sieht meine Bilanz nach der Hälfte also aus. Arbeit hui, Fahren pfui.
Liebe Grüße
Hungrid
 

schnuckelfürz

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