Angebot vom JC erhalten: Impulse für Erwerbsarbeit (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

verona

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Hallo,

diesmal gab man mir beim letzten Termin ein Angebot aus dem hiesigen Perspektivzentrum des JC´s.
- Impulse für die Erwerbstätigkeit-

Nach hartnäckigem Nachfragen rückte der (die) "Jobcoach" zumindest mit ein paar Rahmenbedingungen heraus. das könne man doch alles im persönlichen gespräch gut klären....

Zum Inhalt im Groben:
- Einstiegsberatung 5x 90 Mon.
- Berufl. Standortbestimmung mit pers. Entwicklungsperpektive = 8x 75 Min.
- Vertiefende Potenialanalyse = 8x 75 Min.
- Impulse für die Erwerbsarbet nach dem syythemischen ansatz= 8x 75 Min.
- Klärung von Basiskompetenzen = Zeit keine Angabe
- Coaching nach Beschäftigungsaufnhame = Zeit keine Angabe

Die Begleitungen sind mit (geschulten) Psychologen und auch in gemeinsamen Gesprächen mit dem Jobcoach. Lt. Ausasage der Jobcoach hat kaum einer über die vertiefende Potentialanalyse hinaus weitergemacht oder bis dahin geschafft. Wie man das jetzt auch immer interrpretieren möchte.

Ich gewinne hier eher den Eindruck, dass das ganze sehr therapeutisch ausgerichtet sein wird und durchaus dienlich sein kann, Harzter in Grusi zu bekommen.

Wer hat an so etwas schon teilgenommen? Läuft in anderen Städten in irgendeiner Form wahrscheinlich vergleichbares. Da ich keine EGV unterschreibe, werde ich wohl keinen Kontakt aufnehmen.
 

Gollum1964

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Hallo Verona,

ja diese Initiativen gibt es überall. Böse Zungen bezeichnen diese Maßnahmen als Kindergartenveranstaltungen für Ü50.

In Hamburg gab es bis Ende 2015 "Mitnmang", die dann wohl mangels Erfolg eingestellt wurde. Danach ist "INGA" in den Fokus gerückt. Wie du schon schreibst, werden hiermit verschiedene Ziele verfolgt, nur nicht die nachhaltige Vermittlung der Ü50 in den 1. Arbeitsmarkt.
Neben den Abschieben der Betroffenen in die EM-Rente oder falls nicht möglich in die GruSi ist die Beschönigung der Arbeitslosenstatistik wohl als vorrangiges Ziel angedacht. Es kann ja nicht sein, daß die zumeist hochqualifizierten älteren Arbeitslosen die Arbeitsmarktstatistik verhageln und als Hemmstein für den Wunsch der Industrie/ Politik mißbraucht werden könnten, die Altersgrenze für den Renteneintritt immer weiter anzuheben.
 

verona

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Hallo Verona,

ja diese Initiativen gibt es überall. Böse Zungen bezeichnen diese Maßnahmen als Kindergartenveranstaltungen für Ü50.
Es handelt sich hier aber um eine intensive, individuelle Versorgung. Also keine Gruppen- (spiele). Direkte (klientenzentrierte) Gespräche/Analysen mit Psycholologen und deren Begleitung als Ansprechpartner über längere Zeit.
Was nicht heißen soll, dass die Intention seitens des Amtes auch hier durchaus perfider Natur sein kann.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Hast du das schriftlich?
Dann das Maßnahmeangebot einstellen.
 

Gollum1964

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Es handelt sich hier aber um eine intensive, individuelle Versorgung. Also keine Gruppen- (spiele). Direkte (klientenzentrierte) Gespräche/Analysen mit Psycholologen und deren Begleitung als Ansprechpartner über längere Zeit.
Was nicht heißen soll, dass die Intention seitens des Amtes auch hier durchaus perfider Natur sein kann.
Hallo Verona,

aus eigener Erfahrung (letztes Jahr "Jobcoaching") kann ich sagen, daß in solch einer Maßnahme suggeriert wird, du seist selber daran schuld, keinen Job zu bekommen und das trotz guter Qualifikation und >20 Jahre Berufserfahrung. Das es zu wenige Arbeitsplätze bei zu vielen Bewerbern gibt, insbesondere bezogen auf die Ü50-Klientel, darauf wird grundsätzlich nicht eingegangen.
Ich habe das letztes Jahr nur mitgemacht, weil der zeitliche Aufwand (8 Sitzungen á 90 Minuten) überschaubar war. Bewerbungstechnisch habe ich nichts neues gelernt und ein nachhaltiger Arbeitsplatz ist erst recht nicht dadurch herausgesprungen.
 

Jaskolki77

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Es handelt sich hier aber um eine intensive, individuelle Versorgung. Also keine Gruppen- (spiele). Direkte (klientenzentrierte) Gespräche/Analysen mit Psycholologen und deren Begleitung als Ansprechpartner über längere Zeit.
Löblich, sollte es sich einmal nicht um eine Gruppenveranstaltung handeln.

Und dennoch: Hast Du einmal - unabhängig vom Amt - versucht, eine wirklich kompetente und vertrauenswürdige Therapeutin (bzw. ein männliches Pendant) zu finden? Selbst in Ballungsräumen ist das schwierig. Entweder kann man miteinander. Oder nicht. Da nützt auch kein noch so klientenzentrierter Ansatz. Auf eine Gute kommen zwanzig Deppen.

Warum dann sollte die erstbeste, vom JC vor die Nase gesetzte und mit diesem im regen Austausch stehende, vom Steuerzahler und nicht von der KK finanzierte Plauderschwester (Mitte-Ende 20), die mit Müh´ und Not einen Bachelor in der groben Richtung "Beratung bzw. Psychologie" erhascht hat, Deinem beruflichen Fortkommen in irgendeiner Weise dienlich sein?

Therapie unter den Augen des Jobcenters: NEVER.

Was erwartest Du davon?
 

verona

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Ich glaube, du hast mich missverstanden.
Zunächt mal. Mir wurde vom Amt das Angebot gemacht. Das schilderte ich hier etwas genauer. Mehr erst mal nicht. Da ich keine EGV unterschreibe, können die meinetwegen auch gerne Angebote geben. Hier im Forum frage ich aus kritischer Interesse nach, wer damit bereits Erfahrungen machte.
Im Übrigen bin ganz gut über den Studiengang Psychologie und mögliche Erfolge oder Misserfolge einer Therapie informiert. Auch weiß ich, wer letztendlich beim JC landet bzw. wie man offenbar strukturiert sein muss, um jahrelang dort zuverharren.

Kritisch stimmt mich, wie das JC Gespräche anbieteten kann, die auf therapeutischem Niveau ausgerichtet sind. (klientenzentrierte GP= nach Carl Rogers und somit anerkanntes Psychotherapieverfahren)
Ich halte das Vorgehen sogar für möglich gefährlich. Da stimme ich dir zu, dass das JC nicht die besten Psychologen und wahrscheinlich nicht mit Master und langer Berufserfahrung, einsetzt. Was das alles noch bedenklicher macht.

Mein Eindruck ist der, dass hier auch selektiv vorgegangen werden soll. Ältere ohne Arbeit, vorzeitig mit entsprechender Diagnostik aus der Statistik zu bekommen.

@gollum 1964: vielleicht magst du etwas genauer schildern, wie das bei dir so ablieft? Wäre interssant.
 

Jaskolki77

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Ich glaube, du hast mich missverstanden.
Servus Verona,

vielleicht habe ich Dich missverstanden. Aber Du wirkst so interessiert. Viele hier, darunter auch ich, hätten solche Angebote umgehend und dankend abgelehnt, ohne sich auf eine längere Diskussion oder Nachhakerei einzulassen: "Nee danke - kein Bedarf. Nächstes Thema."

Mit den verschiedenen Schulen der Psychologie kenne ich mich nicht so gut aus. Offen gestanden, interessieren sie mich auch nicht besonders - viel zu theoretisch, wenn es um existenzielle Problemlagen geht. Mit Therapeutinnen dagegen schon, auch, wenn der letzte Besuch schon einige Jahre zurückliegt.

Gute Fachleute - dazu zähle ich auch Naturtalente ohne jederlei klassische Ausbildung - setzen für eine gelingende Therapie das persönliche Vertrauensverhältnis noch vor die jeweilige therapeutische Ausrichtung. Wie kann ein Vertrauensverhältnis zustande kommen, wenn stets im Ungewissen liegt, wieviele intime Informationen zu Stellen durchdringen, die diese absolut nichts angehen?

Wir reden hier so häufig von Daten- und sonstiger Geständnissparsamkeit. Mit welchen unverfänglichen Inhalten leidige Vorladungen gefüllt werden könnten. Und darum ist es mir unbegreiflich, wie manche sich freiwillig auf derartig fragwürdige Angebote einlassen können. Es gibt doch - außerhalb der Jobcenters - Möglichkeiten genug, vertrauliche Gespräche mit Fachleuten zu führen. Man kann, obwohl sich die Suche anstrengend gestalten kann, sogar wählen.

War in Deinem Katalog auch die Frage enthalten, wie "zielführend" die klientenzentrierten - das Attribut erscheint dem Laien als ein Witz, worauf sollten sich therapeutische Gespräche, wenn nicht auf den Klienten, denn sonst zentrieren? - Gespräche / Analysen in der Vergangenheit waren, ob es da Quellen gibt, nur so in der Eigenschaft als Steuerzahlerinnen, die wir ja auch sind?

Gruß, Jaskolki77
 

0zymandias

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Ich war eigentlich schon immer sehr dafür, psychologische Lösungen auf psychologische Probleme anzuwenden.
 

Jaskolki77

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Ich war eigentlich schon immer sehr dafür, psychologische Lösungen auf psychologische Probleme anzuwenden.
Richtig. Und was, wenn die psychologische Lösung darin besteht, befreit sagen zu können:

"Vielleicht habe ich keinen Erwerb. Was die heutige Arbeitswelt betrifft, bin und bleibe ich vorsichtig. Ich gehe das gelassen an. Unter Wahrung meiner persönlichen Grenzen. Das mit dem wenigen Geld ist natürlich suboptimal. Doch ich mache meinen Wert nicht an irgendeinem Jopp, der mich aus der Statistik katapultiert, fest"

?

Dann könnte man doch von einer erfolgreichen Therapie sprechen. Wenn auch nicht im Sinne des Jobcenters.
 

verona

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Servus Verona,

vielleicht habe ich Dich missverstanden. Aber Du wirkst so interessiert. .........................

Gruß, Jaskolki77

Ja stimmt, ich bin interssiert. Kritisch interessiert. Du glaubst allerdings, ich bin scharf darauf an einer derartigen Maßnahme und dass offenbar aus einer Naivität heraus, teilzunehmen. Anders kann ich mir deine Erläuterungen nicht erklären. Wenn du aber meinen Eingangsbeitrag richtig gelesen hättest, wäre nicht entgangen, dass ich keineswegs vorhabe, daran teilzunehmen. Trotzdem kann man sich Informationen besorgen und diese hinterfragen.
 

Surfing

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Im Übrigen bin ganz gut über den Studiengang Psychologie und mögliche Erfolge oder Misserfolge einer Therapie informiert. Auch weiß ich, wer letztendlich beim JC landet bzw. wie man offenbar strukturiert sein muss, um jahrelang dort zuverharren.
Wenn du das alles weißt, solltest du das Angebot besser nicht annehmen. Aufgrund der Rahmenbedingungen unterliegen alle JC-Mitarbeiter die das durchführen sollen gewissen Vorgaben und Zwängen die sie nicht umgehen können. Und Datenerhebung über diese Gespräche/Termine findet ganz sicher auch statt. Und ein therapeutischer Ansatz hat beim JC nichts zu suchen, weil die alle befangen sind.
 

0zymandias

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Ich denke, dass es ganz vernünftig ist, unaufgeregt auf die üblichen Fallstricke hinzuweisen.

Nicht, weil es irgendwem besonders nottut, sondern weil es dem Thema gut tut. :wink:
 
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