"Angaben zu steuerpflichtigen Vorbeschäftigungszeiten im laufenden Kalenderjahr", hilfe!

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Thusnelda32

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Guten Morgen,

ich habe ein unangenehmes Problem. Und zwar bin ich seit September 2018 auf Arbeitssuche, die mehr schlecht als recht lief, trotz Bewerbungstrainings (selbstfinanziert), Überarbeitung meiner Unterlagen etc.pp.
Letzten Endes fand ich dann eine geringfügige Beschäftigung im Büro einer kleinen Werbeagentur und bekam aufstockend noch Geld vom Amt. Diese Stelle gab ich natürlich auch in meinen Bewerbungen an und
"schönte" das Ganze ein wenig im Lebenslauf, sodass ich quasi nicht mehr arbeitslos mit Minijob war, sondern eine Beschäftigung in Teilzeit hatte. Und bevor ihr mich jetzt steinigt, ja ich weiß dass es saublöd war von
mir, diesbezüglich zu lügen. Aber ich wollte einfach nicht mehr mit einer geringfügigen Stelle am Existenzminimum rumkrebsen und zudem noch vom Amt abhängig sein. Ich möchte arbeiten, nur wird man eben sofort
aussortiert, sobald man im Lebenslauf stehen hat, dass man derzeit arbeitssuchend ist - so jedenfalls meine Erfahrung. Hinzu kommt natürlich noch mein ungünstiges Alter von 32 Jahren, was den durchschnittlichen Personaler ja auch gleich aufhorchen lässt - ich könnte ja schwanger werden und dann erstmal lange Zeit ausfallen.

Wie es das Schicksal wollte, suchte ein Steuerberater in meiner Stadt eine Bürokraft, ich bewarb mich und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Dort wurde ich auch explizit nach meiner derzeitigen Arbeit
gefragt und ich sagte dann eben, dass ich dort in Teilzeit angestellt bin (das Arbeitslosengeld verschwieg ich natürlich) und gerne wieder Vollzeit arbeiten möchte. Lange Rede, kurzer Sinn, ich bekam eine Zusage für
die Stelle und erhielt nun heute per Post den unterschriebenen Arbeitsvertrag sowie einen Personalfragebogen, in welchem ich Angaben zu steuerpflichtigen Vorbeschäftigungszeiten im laufenden Kalenderjahr machen soll.

Hieraus ergeben sich nun einige Fragen für mich:

1. eine geringfügige Beschäftigung ist doch meines Wissens nach nicht steuerpflichtig, demnach dürfte ich sie ja nicht angeben?
2. gesetzt den Fall, mein Minijob ist tatsächlich nicht steuerpflichtig und ich gebe ihn dennoch an, sei es nun aus Unwissenheit oder was auch immer, was könnte dann passieren? Kann der neue AG das irgendwie rausfinden,
dass ich in Wahrheit gar nicht steuerpflichtig beschäftigt war - wenn ja, wie?
3. wozu genau werden diese Angaben überhaupt benötigt ?

Ich danke euch vorab für eure Hilfe.
 

erwerbsuchend

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3. wozu genau werden diese Angaben überhaupt benötigt ?

Genau diese Frage solltest du deinem neuen AG stellen. Mir ist nicht bekannt, wofür diese Angaben gebraucht werden. Sollte dein neuer AG nur an einer Überprüfung deines Leumundes interessiert sein, dann sollte er dies auch so offen sagen. Davon abgesehen, darf dein neuer AG deinen Lebenslauf nicht hinterhertelefonieren. Er dürfte zwar deinen Ex-AG Fragen über dich stellen, aber deine Ex-AG dürfen diese ohne deine Einwilligung nicht beantworten, sonst begehen sie einen Verstoß gegen den Datenschutz. Für die eigene Buchhaltung oder Steuererklärung braucht dein neuer AG diese Daten jedenfalls nicht. Er könnte höchstens eine Urlaubsbescheinigung deines letzten AG verlangen, sofern du in diesem Kalenderjahr bereits Urlaub genommen hast, denn dein Urlaubsanspruch bezieht sich auf das gesamte Kalenderjahr und ist bei mehreren AG in einem Jahr nicht auf einen AG begrenzt.

Wenn dein neuer AG dich tatsächlich einstellen will, dann sollte er deine "Notlüge" über deinen Minijob nicht als Hindernis dafür ansehen. Sollte er dies jedoch als Test für deine Loyalität und Ehrlichkeit ansehen, könntest du diesen Job auch direkt wieder verlieren. Es kann aber auch sein, dass dein AG "allergisch" auf deine Nachfrage reagiert, wofür er diese Daten braucht, und dich deshalb nicht anstellt.

Du musst nun selbst entscheiden, auf welche Karte du setzt und wie wichtig dir dieser neue Job ist.
 

Thusnelda32

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Also zwischenzeitlich habe ich einen befreundeten Personaler angerufen. Die Angaben werden wohl benötigt, wenn mein neuer AG am Ende des Jahres meinen Lohnsteuerjahresausgleich machen will.
Er meinte aber, ich könne dies explizit ablehnen, mit der Begründung, dass ich keinen automatischen Lohnsteuerjahresausgleich in meiner Abrechnung haben möchte und ich mich demnach selbst mit
dem Finanzamt auseinandersetzen werde. Klingt einerseits plausibel, andererseits kommt das ja erst recht so rüber, als hätte ich was zu verbergen. ;)
 

Couchhartzer

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wozu genau werden diese Angaben überhaupt benötigt ?
Es ist ein Steuerberater bei dem du den Vertrag bekommst und da einige Arbeitgeber (z.B. Steuerberater) am Jahresende für ihre Mitarbeiter einen Lohnsteuerjahresausgelich durchführen, um den Mitarbeitern die ggf. zuviel gezahlte Steuern zurück zu holen, werden vermutlich auch dafür diese Angaben benötigt.
 

RoxyMusic

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Meines Wissens müssten für den Lohnsteuerjahresausgleich auch Angaben zum Arbeitslosengeld gemacht werden. Ich würde die Erklärung auch eher selbst erstellen.
 

erwerbsuchend

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Ist dieser Einkommenssteuerausgleich durch den AG mit der Einkommenssteuererklärung durch den AN vergleichbar? Wenn nein, dann kann der AN doch die Einkommenssteuererklärung auch selbst erledigen.
 

erwerbsuchend

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Dann könnte man als AN doch diesen Einkommenssteuerausgleich durch den AG ablehnen und selbst die Einkommenssteuererklärung einreichen. Zudem kann man einige Dinge als AN von der Einkommenssteuer absetzen, von denen der AG nichts weiß oder wissen muss. Oder habe ich gerade einen Denkfehler?
 

Thusnelda32

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Dann könnte man als AN doch diesen Einkommenssteuerausgleich durch den AG ablehnen und selbst die Einkommenssteuererklärung einreichen.

Ja so hab ichs mir auch überlegt. Wir haben zudem einen langjährigen Freund der Familie (ebenfalls Steuerberater), der schon seit ich denken kann meine Einkommenssteuer jedes Jahr für mich macht.
Damit könnte ich beim neuen AG doch argumentieren und wäre dann raus aus der Nummer, oder seh ich das falsch?
 

Claus.

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Würde ich auch sagen - arbeitsrechtlich ist ein Minijob eine Teilzeittätigkeit (nach TzBfG, und m.W.n. ebenso lt. der Minijob-Zentrale); das "geringfügig" könnte /dürfte dagegen ein steuerrechtlicher Ausdruck sein.
Den Lebenslauf würde ich als Arbeits-Ding^^ bezeichnen.

Ich hab das hier - LStJA noch gefunden, und das hier - Mehrfachbeschäftigungen (ein drittes Forum sprach in dem Zusammenhang auch von einer u.U. erforderlichen "Statusabklärung" - sinnigerweise ohne zu vermerken ob steuerrechtliches oder sozialversicherungsrechtliches gemeint war).

Meiner Meinung nach kann dir das so oder so einigermaßen egal sein. Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben; und mit einem heutzutage wohl etwas üblicheren vertraglichen Passus vonwegen ´Eine Kündigung des Vertrages vor Arbeitsaufnahme ist unzulässig´ schneiden die sich in so einem Fall halt ins eigene Fleisch.

Damit könnte ich beim neuen AG doch argumentieren und wäre dann raus aus der Nummer, oder seh ich das falsch?
Ich würde eventuell gar nicht argumentieren. Es dürfte sich ja hoffentlich um einen nicht extra auf dich zugeschnittenen, neu erfundenen, Personalfragebogen handeln. Entsprechend dürften da wohl von Haus aus immer einzelne "Kästchen" auf dem Wisch frei bleiben.

Entsprechend, frei lassen und ...pscht... . Kann durch reden höchstens schlechter werden.
Der Typ ist Steuerberater, der fühlt sich eventuell angekratzt wenn da von einem anderen Steuerberater gesprochen wird. Daß man vor Ablauf der ersten 3 oder 6 Monate noch gar kein für solch intime Sachen notwendiges großes Vertrauen aufgebaut haben kann, dürfte wohl auch so manchen "Experten" nicht einleuchten - oder auch nicht gefallen.
Mir spukt da aber noch was anderes im Kopf herum: könnte es evtl. von Haus aus irgendwas zwischen ´gar nicht gut´ und sogar ´kritisch´ sein, wenn der Herr Steuerberater die Lohnsteuererklärung(en) seiner (neuen) Mitarbeiterin machen würde? Weil, der AG darf von vornherein nicht nach der Höhe des früheren Lohns fragen; würde er jetzt die Steuer seiner AN machen - käme es zwangsläufig zu einem nachträglichen bekanntwerden und damit insofern wohl zu einer Umgehung des Verbotes. Desweiteren könnte es auch noch als ein Verstoss gegen ein ggf. existierendes nachwirkendes arbeitsvertragliches Stillschweigeabkommen zu werten sein; was einem selbstverständlichst ebenso wenig positiv angerechnet werden würde. ?

Es besteht anscheinend das Recht, die Frage ´steuerpflichtige Vorbeschäftigungszeiten´ unbeantwortet zu lassen - und warum jemand sein Recht wahrnimmt, braucht er/sie nicht zu begründen. Es ist sein/ihr Recht - Punkt.
 
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