• Herzlich Willkommen!
    Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.

    Wir sind das Erwerbslosen Forum Deutschland und befassen uns vor allem mit den Problemen bei Erwerbslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Benachteiligung.
    Das wichtigste Ziel ist, dass jeder zu seinem Recht kommt und diese nicht von den Behörden vorenthalten werden. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre gewonnenen Informationen an andere weiter tragen. Bei den vielen völlig willkürlichen Handlungen von Behörden - und besonders bei Hartz IV - müssen Betroffene wissen, wie sie sich erfolgreich wehren können.
    Was man als Erwerbsloser zur Abwehr von Behördenwillkür alles wissen muss.
    Genauso wichtig ist es, dass Sie mit dazu beitragen, dass dieses unsägliche Gesetz Hartz IV überwunden werden muss. Deshalb brauchen wir auch aktive Unterstützer, die durch zivilen Ungehorsam, bei Demonstrationen etc. sich für diese Ziele einsetzen. Hierzu geben wir regelmäßig Informationen heraus.
    Mit diesen Zielen haben wir hier viele Menschen versammeln können, welche offen über sich diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen hilfsbereit anderen mitteilen. Am besten ist es, wenn Sie sich kurz fürs Forum registrieren und Ihre Probleme, Meinungen und Ideen schreiben Das geht ganz schnell, ist kostenlos und bringt Ihnen nur Vorteile. So werden Sie sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen, welche gerne versuchen, Ihnen weiter zu helfen, damit Sie den richtigen Weg finden. Ebenso habe Sie damit Zugriff auf unsere Vorlagen zu Widersprüchen, Klagebeispiele etc... Hier können Sie sich registrieren.

    Hoffentlich finden Sie, was Sie suchen.

Anfechtung von Ärztlichem Gutachten

Status
Nicht offen für weitere Antworten.

Mitch

Elo-User/in
  Th.Starter/in  
Mitglied seit
12 Mrz 2007
Beiträge
10
Gefällt mir
0
#1
Hallo zusammen!

Bin Alg2 Empfänger und derzeit schwer Chronisch erkrankt. Diesbezüglich musste ich letzten Monat zu einer Ärztlichen Untersuchung zwecks Feststellung meiner Arbeitstauglichkeit.
Habe 4 Monate auf die Untersuchung gewartet.
Ich habe manchmal solche Schmerzen das ich nicht mehr Stehen kann und nehme auch Starke Medikamente, die zb.eine Arbeit an Maschinen unmöglich machen. Befinde mich auch in einem schlechten Algemeinzustand.
Alle 3 Monate muss ich Stationär zur Behandlung ins Krankenhaus.
Mein Hausarzt sagt das er mich nicht unbegrenzt Krankschreiben kann, weil das die Kasse nicht mitmachen würde.


Heute habe ich einen Brief von der Arge erhalten das ich Vollschichtig Arbeitsfähig sei und jetzt für die letzten 4 Monate 20 Bewerbungsstellen vorlegen soll, da mir ansonsten die Leistung gekürzt wird oder ganz wegfällt. Das Gutachten von der Ärztin wurde mir nicht gezeigt.
Eigentlich hatte sie mich auch gar nicht Untersucht sondern nur mit mir gesprochen. Sie meinte das ich in 4 Monaten noch mal widerkommen soll, zur Feststellung ob Besserung eingetreten ist.

Kann ich Einsicht in das Gutachten verlangen und gegebenenfalls ein Amtsärztliches Gegengutachten fordern?

Oder währe es besser jetzt einen Anwalt miteinzubeziehen?

Vielen Dank schon mal für die Antworten! :icon_rolleyes:

Mfg
 
E

ExitUser

Gast
#2
Hallo Mitch
und willkommen in unserer Runde.
Heute habe ich einen Brief von der Arge erhalten das ich Vollschichtig Arbeitsfähig sei und jetzt für die letzten 4 Monate 20 Bewerbungsstellen vorlegen soll, da mir ansonsten die Leistung gekürzt wird oder ganz wegfällt
Dazu eine Frage:
hast Du eine EGV unterschrieben, die dich verpflichtet, eine gewisse Anzahl an Bewerbungen vorzulegen?
Wenn nicht, ist diese Forderung hinfällig.
Kann ich Einsicht in das Gutachten verlangen und gegebenenfalls ein Amtsärztliches Gegengutachten fordern?
Ja, Mitch, du kannst durchaus verlangen, dass man Dir das Gutachten zur Einsicht gibt. Das ist Dein gutes Recht.

Du kannst dem Gutachten auch widersprechen, halt mi der Begründung, dass eine Untersuchung, welche die vollschichtige Arbeitsfähigkeit untermauerern könnte, nicht stattgefunden hat und Deine regelmässigen Krankenhausaufenthalte einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit widersprechen würden. ( hier gibt es ja KH-Bericht und Atteste)

Allerdings würde ich Dir vorschlagen, für den weiteren Fortgang einen Anwalt einzubeziehen. Die Sache wird recht komplex und kann aus rechtlicher Sicht am besten durch einen versierten Anwalt ( mit Durchsetzungsvermögen ) vorangetrieben werden.
 
Mitglied seit
5 Nov 2006
Beiträge
1.732
Gefällt mir
108
#3
Hallo Mitch,

also sorry, ein Facharzt kann Dich unbegrenzt krankschreiben, da gibt es keine Probleme, solange die Krankheit dies nötig macht. Der normale Hausarzt kann das nicht so ohne weiteres. Dein Arzt hat wahrscheinlich keine Lust auf penetrante Nachfragen seitens Kasse /Medizinischer Dienst usw. Ist also pure Feigheit.

Nur bei längeren Krankmeldungen wird evtl der Medizinische Dienst der Krankenkasse eingeschaltet.

Also such Dir einen Facharzt des für Dich zuständigen Fachgebiets. Zur Not musst Du halt einige durchprobieren bis Du einen vernünftigen findest....

Zur Not lass Dich ins Krankenhaus bzw. zur Reha überweisen. Und lass Dir ein Attest schreiben welche Tätigkeiten Du aus Krankheitsgründen generell nicht machen kannst (sitzen, stehen, heben usw)

Grüssle,

Petra

Liebe grüsse,

Petra
 

kalle

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
5 Jul 2005
Beiträge
1.496
Gefällt mir
11
#4
Grundsätzlich steht einem das Gutachten zu. Allerdings in Kopie. Aber das hilft einem ja auch weiter. Erinnere hier die SB an die Akteneinsicht, die Dir ja auch zusteht. Und dabei werden dann auch Kopien gemacht. Also wäre eine einfache Kopie ohne großes TamTam im Sinne der SB. Manchmal muss man die Herrschaften an die Pflichten erinnern.:icon_pfeiff:

Krankschreiben kann in diesem Fall auch der Hausarzt ohne Ende wenn es den nötig ist. Da schaltet sich m.M . auch kein MDK ein, da die Krankenkassen nicht bezahlen braucht. Alg II Empfänger erhalten kein Krankengeld, sondern weiter von der Arge ihr Geld. Also ist es der KK egal.

Und wenn länger als 6 Monate krank, dann sollte sowieso eine Überprüfung der Erwerbsunfähigkeit erfolgen.
Sollte die Ärztin was von 4 Monaten gesagt haben, dann darfst Du nicht auf eine erneute Aufforderung durch die Arge warten. Dann mußt Du nach den 4 Monaten eine erneute Überprüfung beantragen. Ich hatte auch gewartet und mir dann sagen lassen müssen, das ich das gefälligst selbst zu beantragen habe. Die haben doch kein Widervorlagesystem im A2LL. Nur bei Sanktionen, aber nicht wenn es für den Hilfebedürftigen gut ist. Also nochmal schriftlich , formlos einen Antrag stellen. Und immer entweder per Einschreiben /Rückschein oder persönlich abgeben mit Bestätigung auf einer Kopie.

In Deinem Fall glaube ich noch nicht einmal, das die Ärztin hier schon eine Stellungnahme abgegeben hat. Da hat wohl die SB ein wenig Ärztin gespielt. Es könnte ja klappen. Du müßtest auch bei einer neuerliche Untersuchung wieder eine Schweigepflichtentbindung unterschreiben.
 

Unwichtig

Elo-User/in

Mitglied seit
9 Jan 2007
Beiträge
296
Gefällt mir
0
#5
Hol' Dir erstmal eine Kopie von dem Gutachten und lege es mal Deinem Arzt vor. Mal sehen was der dazu sagt.

Ich würde denen auch Schreiben, dass solange Dir die Kopie des Gutachtens nicht vorliegt Du Dich als voll Erwerbsunfähig betrachtest. Habe ich auch so gemacht, das Arbeitsamt hat daraufhin keinerlei Gegenmaßnahmen ergriffen. Ohne die Einschränkungen des Gutachtens zu kennen kann man sich ja auch nicht adäquat bewerben.

In dem Gutachten werden wahrscheinlich eine ganze Reihe von Einschränkungen drinstehen, sodass Du praktisch wahrscheinlich sowieso unvermittelbar sein wirst. Wer stellt schon Einen ein der offenbar auf dem letzten Loch pfeifft und sich voraussichtlich ständig krankschreiben lassen muss, das macht sicher kein Arbeitgeber mit.

Einen Anspruch auf ein gratis-Gegengutachten hat man meines Wissens nicht. Du musst aber auch nicht an einer Doppelbegutachtung teilnehmen. Es könnte ja auch sein das dem Arbeitsamt das Gutachten nicht passt und die Dich solange begutachten lassen wollen bis es ihnen zusagt.
 

larifari33

Elo-User/in

Mitglied seit
20 Feb 2007
Beiträge
296
Gefällt mir
10
#6
Habe letzte Woche eine Kopie von meinem Ärztlichen Gutachten zugeschickt bekommen ... bekamm es aber nicht von der ARGE sonder gegen eine Gebühr vom Gesundheitsamt ! Bin auch Chronisch Kranker sogar 2 fach -- Asthma und Diabetis -- bin auch voll Arbeitsfähig geschrieben , aber mit Einschränkungen !
Ein Rechtsbehelf gegen das Gutachten wurde nicht mitgeschickt -- demnach musst du wohl bei einem Facharzt ein Gegengutachten machen lassen,daß aber mit Sicherheit Geld kostet ! Ich würde Dir auch raten geh zu einem kompetenten Anwalt und lass dich beraten !

Schönen gruß aus München
 

Arania

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Sep 2005
Beiträge
17.180
Gefällt mir
178
#7
scheint überall anders zu laufen, ich habe meine Gutachten gleich immer mitbekommen
 

Unwichtig

Elo-User/in

Mitglied seit
9 Jan 2007
Beiträge
296
Gefällt mir
0
#8
Weiss zufällig jemand was so ein Zweitgutachten ca. kostet?

Beim Amtsarzt waren das bei mir nur 2 Seiten. Überwiegend Multiple Joice und 3 Sätze Geschreibsel. Was kann sowas kosten?

Bei einem selbst in Auftrag gegebenen Zweitgutachten wird sicherlich mehr Aufwand getrieben, ich könnte mir denken das sowas dann in die tausende kosten könnte.
 

larifari33

Elo-User/in

Mitglied seit
20 Feb 2007
Beiträge
296
Gefällt mir
10
#9
Weiss zufällig jemand was so ein Zweitgutachten ca. kostet?

Beim Amtsarzt waren das bei mir nur 2 Seiten. Überwiegend Multiple Joice und 3 Sätze Geschreibsel. Was kann sowas kosten?

Bei einem selbst in Auftrag gegebenen Zweitgutachten wird sicherlich mehr Aufwand getrieben, ich könnte mir denken das sowas dann in die tausende kosten könnte.

Bei mir musste die ARGE 135€ an das Gesundheitsamt überweisen -- stand auf der mir ausgestellten Kopie !!
Um das Staatliche Gutachten anzufechten ist meiner Meinung nach ein Gutachten eines Professors einer Uniklinik notwendig .... und das kann schon einiges kosten:icon_cry:
 

Nrw_Lady

Elo-User/in
Mitglied seit
27 Nov 2005
Beiträge
18
Gefällt mir
0
#10
Ich setze meinen Beitrag einfach mal hier rein.Ich war heute bei einer Vertretungsärztin,mit der bitte mich krankschreiben zu lassen,weil ich ziemlich überarbeitet bin und mein Tinitus sich wieder sehr laut bemekbar macht. Nun sie zeigte einerseits Verständniss, aber der Hammer war als sie mir sagte:wir haben jetzt Jahrzehnte keinen Krieg gehabt und wir ja doch uns einen Wohlstand erarbeitet haben,und jetzt durch die ganzen Umstrukturierungsmaßnahmen speziell in unserer Firma alte Strukturen in unserer heutigen Arbeitswelt dem heutigen Leistungsanspruch nicht mehr gerecht werden.Hääää..... ich habe sie dann gefragt,warum denn die psychichen Erkrankungen so in die Höhe gegangen sind.. keine Antwort.. wir wurden leider gestört von der Arzthelferin. Nun die krankmeldung bekam ich aber ich bin doch ziemlich sauer auf so einer Aussage. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

PS.Wer kennt eine Intenetadresse ,wo ich nachschauen kann (Verschlüsselung) der Krankmeldung auf was sie mich jetzt krankgeschrieben hat!
 

Falu

Elo-User/in

Mitglied seit
11 Feb 2007
Beiträge
4
Gefällt mir
0
#11
Ich mußte vom Sozialgericht zum Gutachter, mit dem Gutachten war ich nicht einverstanden, habe ein Obergutachten beantragt welches am 09.März stattfand. Kosten ca. 2000 €uro, zahlt die Rechtsschutzvers. wenn es den
§109 SGB betrifft. Nun bin ich auf das Ergebnis gespannt, Rentenantrag läuft schon einige Jahre.
 

megman

Elo-User/in

Mitglied seit
31 Okt 2006
Beiträge
33
Gefällt mir
1
#12
Anfechtung von Ärztlichen Gutachten

zu deiner Frage zum Gutachten nach § 109, bei mir hat es nach fast 4 Jahren endlich die Verrentung gebracht,zur Frage der Kosten ,meine RS hat die Kosten (vorher Rücksprache) übernommen und bekommt es jetzt auch da erfolgreich wieder zurück.

Viel Glück und nicht aufgeben
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben Unten