Anatomie der Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige

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28 November 2008
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Hanno Beck _. Helmut Wienert Anatomie der Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige



Einleitung

Die Jahre 2008 und 2009 werden in die Wirtschaftsgeschichte wohl als die Jahre eingehen, in denen die Welt in den Abgrund blickte: Bankenpleiten, KurseinbrĂŒche, Insolvenzen und Arbeitslosigkeit - niemals zuvor in der Nachkriegsgeschichte sah sich die Wirtschaftspolitik derart drastischen Herausforderungen gegenĂŒber. Wie konnte es so weit kommen? Üblicherweise werden gierige Banker und der freie Markt dafĂŒr verantwortlich gemacht - ein Pauschalurteil, das wenig dazu beitrĂ€gt, die Geschehnisse zu verstehen. Was sind die Ursachen der Krise, und was können wir daraus lernen? Dazu muss man zunĂ€chst die Akteure der Krise kennen: die nationalen Notenbanken und Regierungen, die Banken und die Entwickler neuer Finanzprodukte. Kennt man die Akteure, so kann man zeigen, wie die Krise entstand und welchen Verlauf sie genommen hat. Nach diesen Vorarbeiten kann die Schuldfrage ausgewogen diskutiert werden.
Staatliche Akteure: Notenbanken und Regierungen

Eine Vorbedingung fĂŒr das Entstehen der Finanzmarktkrise war, dass die Notenbanken, insbesondere die amerikanische Notenbank Fed (Federal Reserve), in den vergangenen zehn Jahren eine Politik extrem niedriger Zinsen betrieben. Ob bei schwacher Konjunktur (wie nach den AnschlĂ€gen vom 11. September 2001) oder bei Börsenturbulenzen (wie nach dem Zusammenbruch der "Dotcom-Blase") - stets reagierte die Fed mit drastischer Senkung der Zentralbankzinsen. Es war ein Jahrzehnt des "billigen Geldes", das zwei Konsequenzen hatte: Erstens konnten sich die GeschĂ€ftsbanken zu Ă€ußerst gĂŒnstigen Konditionen Fremdkapital beschaffen und dadurch ihre Kreditvergabe ausweiten, und zweitens waren institutionelle Investoren (Versicherer, Pensionskassen, Versorgungswerke), die traditionell konservativ anlegen, angesichts der niedrigen Zinsen gezwungen, sich nach höherverzinslichen Alternativen umzusehen.
Die Regierungen waren in zweierlei Hinsicht an der Entstehung der Krise beteiligt: als Regulierer und als Manipulierer. Die notwendige Regulierung der FinanzmĂ€rkte ist eine Aufgabe, die komplex und fern vom Alltag des WĂ€hlers ist, so dass sie bei Politikern in normalen Zeiten auf wenig Interesse stĂ¶ĂŸt. Verbesserungen der internationalen Bankenregulierung und -aufsicht sind zudem ein schwieriges GeschĂ€ft, weil stĂ€rkere Regulierungen zum Teil mit Wettbewerbsnachteilen verbunden sind, so dass fĂŒr Regierungen Anreize bestehen, Abkommen zu torpedieren. Auch deswegen halten die VerĂ€nderungen bei der Bankenaufsicht hĂ€ufig mit dem Tempo der FinanzmarktverĂ€nderungen nicht Schritt - in der aktuellen Krise war das besonders ausgeprĂ€gt der Fall. Die Regierungen haben aber nicht nur als Regulierer eine Rolle gespielt, sondern auch als Manipulierer: In den USA, aber auch in anderen LĂ€ndern, waren und sind preiswerte Eigenheime erklĂ€rtes politisches Ziel, das ĂŒber zahlreiche Instrumente (z.B. Zinsverbilligungen, staatliche Garantien, SteuerzuschĂŒsse) verfolgt wird. Zudem wurde auch politischer Druck auf die Notenbanken ausgeĂŒbt, mit Blick auf die BeschĂ€ftigung das Zinsniveau niedrig zu halten, was zugleich bewirkte, dass sich die Finanzierung der hohen Staatsverschuldung verbilligte.
Banken und Finanzalchemisten

Zu den Hauptakteuren in der Krise gehören auch die GeschĂ€ftsbanken: Sie wickeln den Zahlungsverkehr ab, nehmen Spareinlagen entgegen und vergeben Kredite. Aus diesen Grundfunktionen einer Bank ergibt sich ein brisantes Problem: Die Einlagen der Kunden (das Fremdkapital der Bank) sind in der Regel kleine BetrĂ€ge, die jederzeit oder nach kurzer Frist wieder abgehoben werden können; die von der Bank vergebenen Kredite sind hingegen hĂ€ufig dem Betrag nach relativ groß und haben eine vergleichsweise lange Laufzeit, können also nicht kurzfristig zurĂŒckgefordert werden. Aus dieser sogenannten Fristentransformation folgt ein banktypisches Risiko: Wenn alle Kunden ihre Einlagen gleichzeitig abziehen (bank run), ist die Bank zahlungsunfĂ€hig, da das Geld ja langfristig als Kredit vergeben ist. Dieses LiquiditĂ€tsrisiko ist ein klassisches Dilemma, das jeder FinanzintermediĂ€r hat: Wer sich kurzfristig Geld leiht, um es langfristig zu investieren, lĂ€uft Gefahr, illiquide zu werden, wenn die kurzfristige Refinanzierung nicht mehr gelingt.
Das zweite banktypische Risiko besteht darin, dass vergebene Kredite nicht zurĂŒckgezahlt werden - in diesem Fall sind die Einlagen der Kunden verloren, die Bank ist insolvent (Kreditrisiko). Die Bank muss also bei der Kreditvergabe Vorsicht walten lassen - eine leichtfertige Kreditvergabe setzt die Zukunft der Bank und die Einlagen der Kunden aufs Spiel.
Um das LiquiditĂ€ts- und das Kreditrisiko zu begrenzen, können Banken institutionelle Vorkehrungen treffen: So garantieren sie durch freiwillige Einlagensicherungssysteme die Sicherheit der Kundeneinlagen; auch die gesetzliche Einlagensicherung dient dazu, das Vertrauen der Kunden in das Bankensystem zu stĂ€rken und einen bank run zu verhindern. Als zusĂ€tzliche Maßnahme können Banken RĂŒcklagen bilden, die als Schutz vor einem zu großen Abzug von Mitteln dienen. Je mehr liquide Mittel in Form von Bargeld (Kasse) eine Bank hat oder je mehr erstklassige Wertpapiere sie besitzt, die sich im Krisenfall rasch zu Bargeld machen lassen, umso geringer ist das Risiko, dass sie in LiquiditĂ€tsschwierigkeiten gerĂ€t, wenn Einlagekunden Mittel abziehen.
Ein zweiter Sicherungspuffer gegen banktypische Risiken ist das Eigenkapital, denn dieses steht langfristig zur VerfĂŒgung und trĂ€gt eventuell anfallende Gewinne oder Verluste aus der GeschĂ€ftstĂ€tigkeit der Bank - fallen Kredite aus, so gehen die daraus resultierenden Verluste zu Lasten des Eigenkapitals, erst wenn dieses aufgebraucht ist, wird es riskant fĂŒr die Kundeneinlagen. Je höher also die Eigenkapitalausstattung einer Bank ist, umso grĂ¶ĂŸere Verluste kann sie tragen und umso sicherer sind die Kundeneinlagen. Als Maßzahl fĂŒr die Eigenkapitalausstattung dient das VerhĂ€ltnis von Fremd- zu Eigenkapital, der sogenannte Hebel. Je geringer er ist, umso mehr schĂŒtzendes Eigenkapital hat eine Bank im Vergleich zum flĂŒchtigen Fremdkapital.
Zusammenfassend kann man sagen, dass eine Bank zweierlei Arten von Vorsorge treffen kann, um IlliquiditĂ€t oder Insolvenz zu vermeiden: Sie kann liquide Mittel in Form von Bargeld oder erstklassigen Wertpapieren vorhalten oder eine hohe Eigenkapitalausstattung anstreben. Beide Maßnahmen sind geeignet, eine Bank sturmfest zu machen.
Aus dem Anliegen, sich gegen einen Zusammenbruch zu schĂŒtzen, entsteht fĂŒr die Bank ein Zielkonflikt: Hohe Eigenkapitalausstattung, hohe RĂŒcklagen, ein hoher Bestand an sicheren Wertpapieren und eine konservativ-vorsichtige, hochbesicherte KreditgewĂ€hrung schmĂ€lern die Rendite der Bank. FĂŒr Banken ist es finanziell attraktiv, KassenbestĂ€nde möglichst klein zu halten, das Eigenkapital zu reduzieren, riskantere Wertpapiere zu kaufen und höherverzinsliche, aber auch riskantere Kredite zu vergeben. Die Banken stehen damit vor einem klassischen Dilemma: Treffen sie intensive Vorsorge gegen die banktypischen Risiken, droht eine geringe Eigenkapitalrendite. Arbeiten sie mit einer hohen Fremdkapitalquote und aggressiver Kreditvergabe, droht die Insolvenz. VerkĂŒrzt gesagt hat eine Bank die Wahl zwischen Sicherheit und Rendite, zwischen Vorsicht und bis zur Gier entartetem Risikoappetit.
Hier kommt die letzte der vier Akteursgruppen ins Spiel: Die Produktentwickler der Banken versprachen, diesen scheinbar unlösbaren Konflikt zwischen Rendite und Sicherheit durch die Technik der Verbriefung und der Strukturierung aufzulösen - das klingt nach moderner Finanzalchemie. Wie funktionierte das?
Über die Verbriefung werden nicht handelbare Kredite in Form eines Wertpapiers handelbar gemacht. Eine Bank "verpackt" die von ihr vergebenen Kredite in ein Wertpapier und verkauft Anteile an diesem Wertpapierportfolio an institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Investmentfonds. Dieses Verfahren stellte eine revolutionĂ€re Neuerung dar, denn traditionell hielten die Banken gewĂ€hrte Kredite ĂŒber die gesamte Laufzeit haftend in ihrer Bilanz. Jetzt verkaufte die Bank stattdessen die von ihr vergebenen Kredite an Nicht-Banken, was vier Folgen hatte: ‱ Erstens erhielten die Banken dadurch neue liquide Mittel, mit denen weitere Kredite vergeben werden konnten. ‱ Zweitens verdienten die mit der Verpackung der Kredite und dem Weiterverkauf befassten Investmentbanken attraktive GebĂŒhren. ‱ Drittens wurden die Kredite nun von Institutionen gehalten, die keine Banken sind und nicht der staatlichen Bankenaufsicht und -regulierung unterlagen. ‱ Viertens regte die rasche Weitergabe des Kreditrisikos eine zunehmend sorglosere KreditgewĂ€hrung an.
In Wertpapiere wurden naturgemĂ€ĂŸ vor allem solche Kredite verpackt, die ein relativ hohes Kreditausfallrisiko hatten, und die KĂ€ufer bekamen als Ausgleich dafĂŒr relativ hohe Zinszahlungsversprechen. Das allerdings begrenzte den Kreis der Abnehmer, denn viele Investoren (z.B. Versicherungen und Pensionsfonds) dĂŒrfen aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht in riskante Papiere investieren. Wie kann man solchen Investoren riskante Papiere verkaufen?
Diese finanzmarkttheoretische Quadratur des Kreises ermöglichte die Technik der Strukturierung. Die Kreditpakete, welche die Banken mittels Verbriefung verkauften, wurden in verschiedene Risikoklassen, sogenannte Tranchen, aufgeteilt. Statt das Ausfallrisiko einzelner Kredite gleichmĂ€ĂŸig auf alle Anteilseigner eines verbrieften Kreditportfolios zu verteilen, wurde eine Hierarchie der RisikoĂŒbernahme geschaffen: KĂ€ufer der untersten Tranche ("Equity") tragen sĂ€mtliche Verluste, bis diese Tranche komplett aufgezehrt ist. Weitere Verluste werden der nĂ€chsthöheren Tranche ("Mezzanine") angelastet; die dritte Tranche ("Senior") ist folglich erst betroffen, wenn auch die zweite Tranche aufgezehrt ist. Bevor es fĂŒr die Besitzer der oberen Tranche gefĂ€hrlich wird, muss also eine sehr große Menge an Krediten ausgefallen sein - ein Szenario, das man fĂŒr unwahrscheinlich hielt. Mit Hilfe dieser Technik wurden aus einem Portfolio von relativ riskanten Krediten bis zu 97 Prozent Wertpapiere "gezaubert", die als sehr sicher oder sicher eingestuft wurden. Die Quadratur des Kreises war perfekt: Man hatte riskante Wertpapiere in sichere Investments verwandelt, oder wie es der SachverstĂ€ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung formulierte: Aus "Landwein" wurde "QualitĂ€tswein". 1
Die neuen Techniken der Verbriefung und Strukturierung hatten zwei dramatische Folgen: Zum einen konnten die Banken Kredite, die sie normalerweise bis zur FĂ€lligkeit in ihrer Bilanz hielten, an Dritte verkaufen und damit ihre KreditvergabefĂ€higkeit dramatisch ausweiten, zum anderen wurden die KĂ€ufer der verbrieften Kredite zu indirekten Kreditgebern, sogenannten Schattenbanken, die außerhalb jeglicher Bankenaufsicht agierten.
Überreichliche LiquiditĂ€tsversorgung durch die Zentralbanken, erweiterte Kreditschöpfungsmöglichkeiten der GeschĂ€ftsbanken, Finanzmarktinnovationen, die Sicherheit suggerierten und riskante KreditgewĂ€hrung begĂŒnstigten: Die Krise konnte beginnen, und sie begann in Amerika.
Die Krise nimmt ihren Lauf

Die extrem expansive Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank Fed fĂŒhrte seit Mitte der 1990er Jahre dazu, dass die kreditfinanzierten Ausgaben von Investoren und Konsumenten wuchsen. Da zugleich die Regierung die Nachfrage durch wachsende Haushaltsdefizite anschob, erlebte die amerikanische Wirtschaft einen kreditfinanzierten Boom, in dessen Sog die Importe wuchsen, wĂ€hrend die Exporte stagnierten. Finanziert wurde der ImportĂŒberschuss vor allem von den Zentralbanken der asiatischen LieferlĂ€nder, welche die im Export verdienten US-Dollar ihrer Exporteure zum Festkurs gegen heimische WĂ€hrung ankauften und diese BetrĂ€ge in amerikanischen Staatsanleihen anlegten. Durch den Zustrom von Waren und Kapital aus dem Ausland blieben die GĂŒterpreise und Zinsen in den USA trotz des Booms niedrig, wĂ€hrend die Vermögenspreise (Aktien, Anleihen, Immobilienpreise) stiegen. In der SpĂ€tphase dieses Booms vergaben die Banken immer freizĂŒgiger Immobilien-Kredite auch an sehr schlechte Schuldner (Subprime-Kredite). Besichert waren diese Kredite durch die damit gekauften HĂ€user oder Gewerbeimmobilien, und da die Immobilienpreise bestĂ€ndig stiegen und die Banken die Kredite mittels Verbriefung aus ihrer Bilanz entfernen konnten, schien diese Praxis risikolos zu sein. Institutionelle Investoren wiederum kauften die Verbriefungen gerne, da sie nach Strukturierung relativ risikolos zu sein schienen, aber höhere Renditen als Staatsanleihen einbrachten.
Auslöser der Krise war der Verfall der Immobilienpreise in den USA: WĂ€hrend sich die HĂ€userpreise in den Vereinigten Staten von 1989 bis 1997 kaum verĂ€ndert hatten, stiegen sie von 1998 bis Mitte 2006 auf das 2,6-Fache. Dann drehte sich der Trend, und die Immobilienpreise gaben auf breiter Front nach. Das Platzen der Immobilienblase bedeutete naturgemĂ€ĂŸ das Ende des GeschĂ€ftes mit den Subprime-Krediten: Immobilien, die als Besicherung fĂŒr die Kredite dienten, waren jetzt als Sicherheiten praktisch wertlos. Als Folge mussten Banken, die solche Kredite in ihren Bilanzen hatten, Abschreibungen vornehmen; die Verluste aus diesen Abschreibungen schmĂ€lerten ihr Eigenkapital. Bedeutender fĂŒr den Verlauf der Krise war allerdings, dass das Risikobewusstsein vieler Investoren sprunghaft wuchs: Niemand wollte die verbrieften Kredite mehr kaufen. Der Markt fĂŒr diese Papiere brach zusammen; die Praxis der Auslagerung der Kredite funktionierte nun nicht mehr. Da niemand mehr diese Papiere kaufen wollte, konnte man auch keinen Preis mehr dafĂŒr ermitteln, ihr Wert fiel ins Bodenlose. In der Folge mussten Schattenbanken und Banken, die solche Papiere in ihren Bilanzen hatten, dramatische Wertberichtigungen zu Lasten ihres Eigenkapitals vornehmen.
In Europa war der HypothekenkÀufer Hypo Real Estate (HRE) eines der ersten Opfer des Marktzusammenbruchs bei strukturierten Produkten. Das GeschÀftsmodell der HRE beruhte im Kern auf kurzfristigen Einlagen institutioneller Anleger, mit denen sie langfristig laufende Kreditverbriefungen kaufte. Praktisch funktioniert ein solches GeschÀftsmodell, solange die Zinsen bei langfristigen Krediten deutlich höher sind als bei kurzfristigen Einlagen. Um die Eigenkapitalrendite hoch zu halten, arbeitete die Hypo Real Estate mit sehr hohem Kredithebel: Auf einen Euro Eigenkapital kamen 50 Euro Fremdkapital - die Balance zwischen Rendite und Sicherheit war vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Als die Kunden die Risiken wahrnahmen und ihre kurzfristigen Einlagen abzogen, kam es zum Zusammenbruch: Die Einlagen waren in jetzt unverkÀuflichen Verbriefungen gebunden, Kasse und Eigenkapital waren kaum vorhanden, und auch Anschlussfinanzierungen gab es keine, da niemand bereit war, der Bank noch Geld zu leihen.
Noch eine Spur riskanter hatten die SĂ€chsische Landesbank (Sachsen LB) und der Mittelstandsfinanzierer IKB (Deutsche Industriebank) operiert: Sie betrieben Zweckgesellschaften im Ausland (Rhineland Funding bzw. Ormond Quay), die - Ă€hnlich wie die Hypo Real Estate - langfristig verbriefte Kredite kauften, die sie mit kurzfristigen Einlagen finanzierten. Durch die rechtliche Auslagerung liefen diese AktivitĂ€ten außerhalb der Bankbilanz, wodurch die gesetzlichen Vorschriften bezĂŒglich Eigenkapitalunterlegung und Bankenaufsicht umgangen wurden. Mit dem Fall der Immobilienpreise in den USA bekamen die Zweckgesellschaften das gleiche LiquiditĂ€tsproblem wie die Hypo Real Estate, und da die IKB und die Sachsen LB ihren Zweckgesellschaften hohe Kreditlinien fĂŒr mögliche LiquiditĂ€tsausfĂ€lle eingerĂ€umt hatten, die nun in Anspruch genommen wurden, wurden beide Banken illiquide und von ihren Zweckgesellschaften mit in den Abgrund gerissen.
Weltweit bekamen immer mehr Banken Ă€hnliche LiquiditĂ€tsprobleme wie in den drei geschilderten FĂ€llen. Nun griffen die typischen systemischen Risiken im Finanzsektor: Banken haben sich untereinander in erheblichem Umfang Kredite gewĂ€hrt und sich gegenseitig strukturierte Wertpapiere verkauft. Die Unsicherheit, ob ein potenzieller Kreditnehmer seine Kredite zurĂŒckzahlen kann (counterparty-risk), wuchs in der Krise massiv an. Da niemand genau wusste, wie stark andere Banken bei "faulen Krediten" engagiert waren, bei Krediten also, deren RĂŒckzahlung fraglich bzw. unwahrscheinlich ist, sank die Bereitschaft, sich gegenseitig Kredit zu gewĂ€hren oder Wertpapiere abzukaufen erheblich.
Mit der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 wurde eine neue QualitĂ€t der Krise erreicht, da jetzt auch die Zuversicht schwand, der Staat wĂŒrde keine große Bank Pleite gehen lassen. Bei allen Finanzinstitutionen setzte eine fieberhafte Suche nach Risiken in den eigenen Bilanzen ein, auch das Vertrauen in andere Banken war zerstört. Als Folge des gegenseitigen Misstrauens brach der Markt fĂŒr Zentralbankgeld zwischen GeschĂ€ftsbanken (Geldmarkt) zusammen; Kredite wurden kaum noch vergeben, und wenn, dann zu extrem hohen Zinsen. Auf dem vorlĂ€ufigen Höhepunkt der Krise erreichte die Angst vor einem Bankzusammenbruch die privaten Bankkunden, die nun um ihr Geld fĂŒrchteten - das Risiko eines bank run stieg dramatisch an; Kunden zogen ihre Einlagen bei Banken ab.
Die Banken kĂ€mpften nun an mehreren Fronten: Die von ihnen vergebenen Immobilienkredite wurden notleidend und belasteten ihre Bilanz. Die Zweckgesellschaften verloren ihre Einlagen und mussten die Kreditgarantien der Muttergesellschaften in Anspruch nehmen, was deren Bilanz zusĂ€tzlich belastete. VerstĂ€rkt wurde die Krise durch den Kursverfall der Wertpapiere in den Bilanzen der Banken: Verluste, die aus dem Kursverfall von Wertpapieren entstehen, schmĂ€lern das Eigenkapital einer Bank und damit die zur Vermeidung der Insolvenz notwendigen RĂŒcklagen - jeder RĂŒckgang der Aktienkurse oder der Kurse fĂŒr die verbrieften Kredite, in die investiert worden war, brachte die Banken nĂ€her an den Abgrund.
Um sich gegen IlliquiditĂ€t und Insolvenz zu schĂŒtzen, reduzierten die Banken das VerhĂ€ltnis von Einlagen (Fremdkapital) und Eigenkapital, also den Hebel. Dies geschah vor allem durch die RĂŒckfĂŒhrung von Krediten und die Reduktion des Fremdkapitals; der andere Weg, die Aufnahme von mehr Eigenkapital, war in der bereits schwelenden Krise kaum möglich. Je stĂ€rker die Eigenkapitaldecke der Banken schrumpfte, umso mehr reduzierten die Banken auch ihre Kreditvergabe. Dies brachte im nĂ€chsten Schritt die Realwirtschaft in Finanzierungsschwierigkeiten (credit squeeze oder credit crunch), so dass Unternehmen Investitionen zurĂŒckstellen mussten oder gar illiquide wurden. Als Folge fielen Gesamtnachfrage und Produktion, die Arbeitslosigkeit stieg.
ZusĂ€tzlich verminderte der mit der Finanzkrise einhergehende Verfall der Wertpapierpreise das Vermögen der privaten Haushalte, wodurch sich das Konsumklima weiter verschlechterte. Wegen der weltweiten Beteiligung von Finanzinstitutionen am Handel mit strukturierten Produkten waren auch die Auswirkungen des Crashs weltweit zu spĂŒren, der Abschwung der Realwirtschaft erfasste alle wichtigen Wirtschaftsregionen gleichzeitig, was die AbwĂ€rtsdynamik verstĂ€rkte, da - anders als bei regional begrenzten EinbrĂŒchen - der Export keinen Ausgleich fĂŒr die schrumpfende Binnennachfrage bewirken konnte. Die Finanzkrise mutierte zu einer weltweiten Wirtschaftskrise.
Die Schuldfrage

WĂ€hrend weltweit Regierungen und Notenbanken an Rettungspaketen basteln, wird in den Medien die Schuldfrage diskutiert: Wer ist fĂŒr die Misere verantwortlich? In der Öffentlichkeit wird ein hier nicht als Protagonist aufgetretener Schuldiger identifiziert: der freie Markt. Angeblich hĂ€tten radikale Marktideologen die KapitalmĂ€rkte weltweit dereguliert und so der Gier nach Höchstrenditen TĂŒr und Tor geöffnet. Freie MĂ€rkte wĂŒrden zu Übertreibungen neigen, der Staat mĂŒsse deshalb eingreifen, die FinanzmĂ€rkte regulieren, den Wettbewerb in geordnete Bahnen lenken. Diese Fundamentalkritik am Prinzip freier MĂ€rkte ist ĂŒberzogen und fĂŒhrt in die Irre. Die Bankenbranche ist weltweit einer der am stĂ€rksten regulierten Sektoren, weshalb es problematisch ist, hier vom Versagen des freien Marktes zu sprechen - nicht mangelnde, sondern falsche Regulierung ist eine der zentralen Ursachen dieser Krise.
Der Ablauf der Krise hat zudem gezeigt: Der Staat ist nicht nur Teil der Lösung, sondern auch Teil der Ursache des Problems. Die Notenbanken haben mit einer zu großzĂŒgigen Geldversorgung zum Entstehen spekulativer Blasen auf Aktien- und ImmobilienmĂ€rkten beigetragen. Die Regierungen haben ĂŒber staatliche und halbstaatliche Banken am großen Kreditrad mit gedreht und in ihrer Rolle als aufsichtsfĂŒhrende EigentĂŒmer versagt. Mit der massiven Eigenheimförderung (vor allem in den USA) haben sie das Entstehen großer Mengen fauler Immobilienkredite begĂŒnstigt. Der notwendigen Anpassung der staatlichen Regulierung an die Möglichkeiten, die sich fĂŒr Banken aus den neuen Finanzmarktinstrumenten ergaben, haben sie zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Wo liegt die Schuld der Banken? Illegale Handlungen wie beispielsweise Anlegerbetrug kamen wohl vor, waren aber eher Begleitmusik als Hauptursache. Im großen Stil wurden vielmehr RegulierungslĂŒcken ausgenutzt; Banken handelten gegen den Geist der bestehenden Regulierung, was sich in der GrĂŒndung von außerbilanziellen Zweckgesellschaften klar zeigt. Offensichtlich hat auch das bankinterne Risikomanagement versagt: Risiken, von denen man glaubte, sie ausgelagert zu haben, kamen durch die HintertĂŒr (beispielsweise durch die Kreditlinien an Zweckgesellschaften) wieder in die Bilanz zurĂŒck, was in den FĂ€llen der IKB und der Sachsen LB besonders deutlich ist. Bei den VergĂŒtungsregeln fĂŒr Bankmanager sind ebenfalls Fehler gemacht worden. Die starke Beteiligung an Gewinnen ohne entsprechende Beteiligung an Verlusten sowie eine zu kurzfristig orientierte erfolgsabhĂ€ngige Entlohnung (Bonuszahlungen) haben hoch riskante Strategien begĂŒnstigt. Hier mĂŒssen neue Entlohnungsformen gefunden werden, damit die VorstĂ€nde (agents) im Interesse der EigentĂŒmer (principals) agieren - eine Aufgabe, welche die EigentĂŒmer, also die AktionĂ€re, selbst lösen mĂŒssen.
Welche Schuld trifft die Finanzalchemisten? GrundsĂ€tzlich sind Verbriefungen eine gute Sache: Sie verteilen Risiken auf mehrere Schultern, was die FinanzmĂ€rkte stabiler macht. Das Kernproblem der aktuellen Krise ist, dass die Verteilung des Risikos unzureichend war: Am Ende landete es wieder in der Bankbilanz. Auch die Strukturierung von Produkten und andere Finanzmarktinnovationen (z.B. Kreditausfallversicherungen) sind prinzipiell positiv zu bewerten, weil sie maßgeschneiderte Lösungen zur Risikoreduktion ermöglichen - warum soll sich ein Kreditgeber nicht gegen den Ausfall eines GlĂ€ubigers versichern, so wie sich ein Investor gegen den Kursverfall seiner Aktien schĂŒtzen kann?
Problematisch an den Neuerungen der Finanzbranche waren zwei Dinge: Erstens existierten keine Erfahrungswerte im Umgang mit den neuen Produkten, weswegen es keine hinreichenden Möglichkeiten gab, deren Risiken angemessen zu bewerten. Zweitens war ein gehöriges Maß an Überheblichkeit im Spiel - die Banken glaubten, mittels mathematischer Methoden und hochkomplexer SchĂ€tzverfahren Risiken prognostizierbar machen zu können. FĂŒr diese Überheblichkeit hat die Branche teuer bezahlt. Dabei waren es weniger die Risiken aus dem Ausfall der verkauften Kredite, die falsch eingeschĂ€tzt wurden. Vielmehr hat man das Risiko ignoriert, dass sich diese Produkte nicht mehr verkaufen lassen könnten - was passiert ist, weil die Risikoaversion in ungeahntem Ausmaß anstieg und Ansteckungseffekte quer durch die gesamte Finanzbranche liefen.
Auf den Punkt gebracht waren es Innovationen in der Finanzbranche, gepaart mit menschlicher SchwĂ€che und regulatorischen LĂŒcken, die in die Krise gefĂŒhrt haben. Innovationen wie die Verbriefung und die Strukturierung durchlaufen einen klassischen Zyklus von Begeisterung, Übertreibung, Krise und LĂ€uterung. Nach anfĂ€nglicher Begeisterung ĂŒber die Möglichkeiten der neuen Finanzprodukte kam die Übertreibung, was die Finanzbranche in die Krise stĂŒrzte - und mit ihr die Weltwirtschaft. Die Regulierung war mit dieser Entwicklung naturgemĂ€ĂŸ ĂŒberfordert, da sie stets nur bestehende Technologien und Methoden berĂŒcksichtigen kann, nicht aber Neuerungen - als Regulierer hinkt der Staat den Innovationen stets einen Schritt hinterher.
Wenn die aktuelle Krise vorĂŒber sein wird, dĂŒrfte die vierte Phase in diesem Zyklus folgen, die LĂ€uterung: Man wird die Gefahren von Finanzinnovationen verstehen und regulatorisch berĂŒcksichtigen, sich aber auch der Vorteile solcher Neuerungen bewusst sein und diese nutzen. Sobald dies geschehen ist, werden neue Innovationen kommen, neue MĂ€rkte, neue Fortschritte - und mit ihnen die nĂ€chste Krise. Die marktwirtschaftlichen Systemen immanenten Tendenzen zu Krisen und Verwerfungen sind der Preis, den wir fĂŒr die Freiheit und den Wohlstand zahlen, den diese Systeme uns bringen. Denn auch fĂŒr Marktwirtschaften gilt wie an den FinanzmĂ€rkten: keine Rendite ohne Risiken.

Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 20 2009, 11.05.2009 - Anatomie der Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige
 
K

Kotzbrocken

Gast
AW: Analyse BRD

Das System wird crashen, die BRD ist am A...., Seite 6+7.
 

AnhÀnge

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S

Stinkstiefel

Gast
Das grundlegende Problem des Geldsystems möchte ich einmal hier kurz skizzieren.

Die Sparquote liegt derzeit bei 12,8%. Ein Teil geht in Investitionen, der Großteil wird als Geldvermögen angelegt. Nehme man nur einmal an, 10% wĂŒrden als Geld angelegt, dann wĂ€re in 10 Jahren kein Geld mehr da. Der Ausweg sind Kredite. Das dem Geldkreislauf entzogene Geld wird durch Kredite ersetzt und die aufgelaufenen Zinsen mĂŒssen auch bezahlt werden.

Daraus lĂ€ĂŸt sich ableiten, daß das System einen Zwang zur Neuverschuldung besitzt und sich daraus wieder ergibt, daß die Schulden wachsen und wachsen ... .

Als Formel: Neuverschuldung = (geldvermögenswirksame) Sparquote + Zins(Vermögen)
Die Geldvermögen wachsen dann seinerseits durch die Neuverschuldung weiter an.

Das ist das Hauptproblem des jetzigen Geldsystems. Es fĂŒhrt zu einem exponentiellen Wachstum von Vermögen auf der einen und spiegelbildlich von Schulden auf der anderen Seite.

Dies wird dargestellt in nachfolgendem aktualisierten Manuskript:
Die Ursache der Wirtschaftskrise am Modell BRD

Problematisch ist die Situation in Deutschland. Bedingt durch die Schröder-Fischer-Politik ergibt sich folgendes Bild:
Tabelle Berechnung Probleme Deutschland

AussagekrĂ€ftig ist die Linie Einkommen minus Zinslast deshalb, weil die Zinsen in irgend einer Form vom Volk zu tragen sind. Das können Steuern sein oder die Preise steigen. Lassen sich Preise nicht steigern, erfolgt Lohndumping und Entlassungen. Dadurch erhöhen sich die Probleme letztlich aber weiter, da Volkseinkommen in der Breite weg bricht. Vermutlich steht die BRD vor dem Abgrund. Man kann nicht ausschließen, daß der Anstoß zum endgĂŒltigen Kollaps von Deutschland ausgeht. Die Ausgangslage und die politischen Konstellationen deuten darauf hin.
 
S

Stinkstiefel

Gast
Die Probleme resultieren aus dem ungezĂŒgeltem Vermögenswachstum, denn Vermögen bedeuten eben auch gleich große Schulden auf der anderen Seite. Die Vermögen kosten natĂŒrlich auch Zinsen.

Zu diesem Thema veranstaltet die Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft der Linken Niedersachsen am 05.12.2009 eine Podiumsdiskussion in Hannover. Hier die Einladung: Einladung zur Podiumsdiskussion am 05.12.2009

Es wĂ€r schön, einige von hier dort zu sehen. Es geht schließlich gegen die Umverteilung von unten nach oben.
 
E

ExitUser

Gast
Die Probleme resultieren aus dem ungezĂŒgeltem Vermögenswachstum, denn Vermögen bedeuten eben auch gleich große Schulden auf der anderen Seite. Die Vermögen kosten natĂŒrlich auch Zinsen.

Zu diesem Thema veranstaltet die Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft der Linken Niedersachsen am 05.12.2009 eine Podiumsdiskussion in Hannover. Hier die Einladung: Einladung zur Podiumsdiskussion am 05.12.2009

Es wĂ€r schön, einige von hier dort zu sehen. Es geht schließlich gegen die Umverteilung von unten nach oben.

Recht ordentliche Darstellungen und Beschreibungen.
Hier lies das mal zur "Bewusstseinserweiterung und zur Blindsicht
vieler Linke.

https://www.exit-online.org/textanz1.php?tabelle=aktuelles&index=0&posnr=445
 
S

Stinkstiefel

Gast
Recht ordentliche Darstellungen und Beschreibungen.
Hier lies das mal zur "Bewusstseinserweiterung und zur Blindsicht
vieler Linke.
Das mit der Blindsicht sehe ich auch so. Die Linke geht die Probleme zu zimperlich an. Die Vermögen (=Schulden) bedeuten ein ungeheures Problem. Die Linke schwĂ€chelt da auch argumentativ, wie im Wahlkampf festzustellen war. Ein Grund fĂŒr mich, hinzufahren: Einladung zur Podiumsdiskussion am 05.12.2009

Ich werde der Linken vorschlagen, eine BAG Wirtschaft einzurichten.
 

almosenempfÀnger

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Bill Clinton ist an der Weltfinanzkrise schuld

Wenn man die Schuldigen fĂŒr den Kollaps des Finanzsystems sucht, dann muss man 10 Jahre zurĂŒckgehen, denn am 12. November 1999 unterschrieb PrĂ€sident Bill Clinton das Gesetz zur Aufhebung des Glass-Steagall Act. Dieses 10-jĂ€hrige „JubilĂ€um“ können wir heute „feiern.“ Damit war die BeschrĂ€nkung der Banken in ihrer GeschĂ€ftstĂ€tigkeit die seit 1933 galt aufgehoben und sie konnten ihr Spielkasino eröffnen, welches zu risikoreichen Spekulationen und dann zum totalen Desaster fĂŒhrte.
 

Eilig

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Bill Clinton ist an der Weltfinanzkrise schuld

Wenn man die Schuldigen fĂŒr den Kollaps des Finanzsystems sucht, dann muss man 10 Jahre zurĂŒckgehen, denn am 12. November 1999 unterschrieb PrĂ€sident Bill Clinton das Gesetz zur Aufhebung des Glass-Steagall Act. Dieses 10-jĂ€hrige „JubilĂ€um“ können wir heute „feiern.“ Damit war die BeschrĂ€nkung der Banken in ihrer GeschĂ€ftstĂ€tigkeit die seit 1933 galt aufgehoben und sie konnten ihr Spielkasino eröffnen, welches zu risikoreichen Spekulationen und dann zum totalen Desaster fĂŒhrte.

In Zusammenhang mit den AusfĂŒhrungen von Stinkstiefel wird die Sache rund. Weshalb weigert sich jede Partei die es Ă€ndern konnte, die Vermögenssteuer richtig einzusetzen?? DarĂŒber möchte ich mich nicht weiter auslassen. Weshalb werden genau diese Parteien dann noch gewĂ€hlt? Die richtigen Mittel werden bewusst nicht herangezogen.
 

Mario Nette

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Bill Clinton - das war doch der, der auch die amerikanische Sozialhilfe zurĂŒckgefahren hat, wenn ich nicht irre.

Mario Nette
 
E

ExitUser

Gast
Die Haupturasche: Unser Geldsystem, solange das nicht geÀndert wird-wird sich gar nichts Àndern - im Gegenteil es wird noch viel schlimmer kommen. Aber macht euch ein eigenes Bild:
Hier ein paar Infos zum Thema:

„Geld regiert die Welt“: Zinssystem, Geldschöpfung und Weltfinanzkrise – Interview mit Prof. Dr. Bernd Senf Junge Medien Hamburg e.V.

Schaut euch auf jeden Fall den Film: "Wie funktioniert Geld" auf dieser Seite an !!!

Hier noch ein sehr interessanter Film in 5 Teilen zum Thema (dauer ca 50 min) Lohnt sich :biggrin:
YouTube - "Warum ĂŒberall Geld fehlt" Teil 1 von 5

Hier noch eine Seite zum Thema:

steuerboykott.org - von der Demokratie zu Faschismus und Feudalismus: Geldsystem Steuersystem Finanzkrise Steuersklave Zinssklave Staatsbankrott Finanzsystem Geldboykott


Jaja Geld regiert die Welt - doch wer regiert das Geld? der Staat ist es nicht sonst hĂ€tte er keine ca 1,66 Billionen Euro Schulden. Das sind ca 4500-5000 Euro Zinsen pro SEKUNDE - was dank der Zinseszinsen tĂ€glich steigt. Selbst wenn man alles Geld nehmen wĂŒrde um die Schulden zu begleichen- wĂŒrde das Geld nicht ausreichen - da das Geld fĂŒr die Zinsen gar nicht im Umlauf ist bzw existiert aber schaut euch die Dinge einfach an.
 
S

Stinkstiefel

Gast
Nicht vergessen, Podiumsdiskussion in Hannover! Es geht um Umverteilungsfragen.

Einladung zur Podiumsdiskussion am 05.12.2009

Hier eine Liste von meinen Fragen, wer noch weitere hat, bitte posten, Danke!

  • Warum hört man so wenig von den Volkswirtschaftswissenschaftlern der Linken?
  • Sieht die Linke in den großen Vermögen ein Problem?
  • Wie selbstverstĂ€ndlich sind Vermögen eigentlich? Fehlt die kritische Betrachtung?
  • Wird nicht eine Vermögensbremse gebraucht?
  • Ist nicht das viele Gerede ĂŒber Staatsverschuldung ein Ablenkungsmanöver von den Problemen der Wirtschaft?
 
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