Amt will Namen und Schweigepflichtsentbindung eines nichtvorhandenen Hausarztes

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Infinit

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 April 2019
Beiträge
282
Bewertungen
147
Habe neulich zum zweiten Mal mit dem VDK Antrag auf einen SBA gestellt. Im ersten Anlauf nach Widerspruch wieder abgelehnt, daraufhin riet man mir, Zeit verstreichen zu lassen und dann neu zu beantragen, anstatt zu klagen. Seitdem ist meine Akte auch noch dicker geworden. Da hatten wir im Büro auch das Thema, dass ich momentan keinen Hausarzt habe. Hatte meine gesamte Krankenakte eingereicht und die Fachärzte auch von der Schweigepflicht entbunden. Beim Thema HA war ich dann ehrlich und so hatte der Anwalt der VDK das Feld einfach durchgestrichen und die anderen Ärzte eingetragen. Mein letzter Hausarzt wusste von meinen körperlichen Leiden, hatte aber nie meine komplette Akte, da seine Kollegen das Monate lang versäumt haben, nachzureichen oder zu übersenden. Viel wichtiger, er weiss von keinem meiner psychischen und/oder neurologischen Leiden. Das habe ich immer getrennt und bin damit bisher sehr zufrieden gewesen. Ich weiss, dass es Leute gibt, die diese Einstellung überhaupt nicht abkönnen, aber ich werde z.B. das Thema Autismus oder PTBS nie wieder in meinem Leben mit einem Hausarzt oder Orthopäden haben und ich möchte, dass das respektiert wird. Das verstehen die Fachärzte bis hin auch fast alle gut.

Heute kam dann der Brief vom Amt, es könnte jetzt nicht weiterentschieden werden, da die Angabe des Hausarztes fehlt und ich das nachreichen sollte. Ich wollte da jetzt ja auch nicht ohne weiteres meinen letzten reinsetzen. Der VDK ist mal wieder sehr schwer zu erreichen und versucht mich mit einem Termin in 3 Wochen abzuspeisen.

Was sollte ich jetzt tun? Eine schnelle Stellungnahme verfassen, in der ich schildere, dass ich nach deutschem Gesetz nicht verpflichtet bin, einen Hausarzt zu haben oder jenen anzugeben und um die schnellstmögliche Bearbeitung bitte? Oder nachgeben und meinen letzten Hausarzt benennen?

Letzteres würde für mich sowieso nur in Frage kommen, wenn er durch die Schweigepflichtsentbindung nur aufgefordert würde, meine ihm vorhandene Krankenakte zu übersenden (hab ich natürlich schon alles selber geschickt) und nicht, wenn er nach meinen ihm unbekannten Krankheitsbildern gefragt wird. Da weiss ich ehrlich gesagt garnicht, wie das abläuft und mache mir deshalb Sorgen. Bzw. ob meine presönliche Stellungnahme (vom VDK zusätzlich zu den ärztlichen Befunden stark empfohlen) zu meinem Gesundheitszustand und meiner Lebenserfahrung mit meinen Leiden an ihn weitergereicht werden würde. Das wäre für mich nicht vertretbar. Wie ist das geregelt?
 

Infinit

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 April 2019
Beiträge
282
Bewertungen
147
Das hatten wir schon beim VDK. Der Anwalt hatte das durchgestrichen und in den Unterlagen vermerkt, dass zur Zeit kein Hausarzt für mich zuständig ist. Darum war ich vom Brief auch recht überrascht, wobei die jetzt natürlich so tun, als hätte ich es einfach vergessen. Kam auch ohne weiteren Kommentar vom VDK an und am Telefon wussten die nicht mehr, dass wir das Thema überhaupt gehabt haben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Das hatten wir schon beim VDK. Der Anwalt hatte das durchgestrichen und in den Unterlagen vermerkt, dass zur Zeit kein Hausarzt für mich zuständig ist. Darum war ich vom Brief auch recht überrascht, wobei die jetzt natürlich so tun, als hätte ich es einfach vergessen. Kam auch ohne weiteren Kommentar vom VDK an und am Telefon wussten die nicht mehr, dass wir das Thema überhaupt gehabt haben.

Es gibt keinen Zwang einen Hausarzt zu haben und wenn du von deinen Fachärzten so gut betreut wirst, daß du nur von den behandelt wirst, dann ist es halt so.

Die einzige Frage die noch zu klären wäre. Wie weit zurück hätte die DRV gerne Auskünfte von deinen Ärzten? Wenn es also 2017 noch einen Hausarzt gab und die DRV den Zeitraum geklärt haben will, müßtest du evtl. doch deinen ehemaligen Arzt nennen.
 

Infinit

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 April 2019
Beiträge
282
Bewertungen
147
Dazu steht nichts in meinen Papieren, inkl. Bescheid und Erklärung nach Anfrage, wer und was befragt wurde, bei meinem Widerspruch. Ich hatte das erste Mal 2017 den SBA beantragt und da hatte ich noch einen HA. Der ist mittlerweile im Ruhestand, also könnte ich ihn natürlich aus Spass angeben, wenn es sein muss, bloss würde ich solche Spielchen gerne vermeiden und ehrlich sein.

Ich hatte den GdB Bescheid rückwirkend auf Februar 2017 bewilligt bekommen, falls das weiterhilft? Der am meisten einschränkend wirkende Grund für die Beantragung ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, also demnach auch seit Geburt an. Bin aber erst später im Erwachsenenalter diagnostiziert worden und darum wollten sie mir nichts weiter rückwirkend anerkennen. Meine Psychologin fand das Befundschreiben des diagnostizierenden Psychiaters sehr detailiert und klar, bezüglich meiner Anpassungsschwierigkeiten, formuliert. Leider hatte es dem Amt nicht gereicht und der Rest meiner Krankenakte wurde mit einem "Es liegen keinerlei Einschränkungen vor" im Widerspruch abgeschmettert. Die hatten auch nur sehr wenige der angegebenen Ärzte angeschrieben. Die Krankenakte selber reicht bis 2013 zurück. Ältere Dokumente solle ich nicht einreichen, nach Aussage vom VDK.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Dann bleib dabei, daß du keinen Hausarzt hast.

Wenn es einen Psychiater und eine Psychologin gibt und deine Behinderung dem Themenkreis entspringt, ist ein Hausarzt wohl auch eher nicht von Bedeutung.
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
6.137
Bewertungen
19.095
Es ist vollkommen irrelevant ob es einen Hausarzt gibt oder nicht. Einen solchen zu benennen oder gar von der Schweigepflicht zu entbinden ist einzig und alleine deine Sachen da es freiwillig ist.

Viele glauben das dies für einen Antrag auf Feststellung des Grades der Behinderung notwendig ist aber das ist nicht der Fall. Die Aussagen eines Hausarztes sind nur dann von Relevanz wenn dieser zu vorhanden Befunden auch noch Aussagen über die Einschränkungen im täglichen Leben machen kann. Hierzu sollte man aber auch Vertrauen zu dem Arzt haben, ist das nicht vorhanden dann lässt man es besser bleiben weil es einem unter Umständen sogar schaden kann. In der Regel verlässt man einen Hausarzt nicht ohne Grund und danach gibt es meistens auch keine Vertrauensbasis mehr.

Letzteres würde für mich sowieso nur in Frage kommen, wenn er durch die Schweigepflichtsentbindung nur aufgefordert würde, meine ihm vorhandene Krankenakte zu übersenden (hab ich natürlich schon alles selber geschickt)
Genau hier kommen wir zum Kern des Ganzen. Unterlagen des Hausarztes liegen bereits vor womit die Benennung und Entbindung obsolet ist zumal TE nicht mehr bei diesem Hausarzt ist. Ganz davon abgesehen sind in der Krankenakte eine HA meistens überwiegend nur die Befunde der Fachärzte und die liegen lt. TE auch vor.

Das Versorgungsamt hat überhaupt keine rechtliche Grundlage diese Angaben und Entbindung zu fordern. Die können bestenfalls darum höflich bitten. Verneint man dieses haben die an Hand der Unterlagen zu begutachten die Ihnen vorliegen. Aus die Maus.

Ich persönlich entbinde keinen Arzt mehr dafür von der Schweigepflicht. Alle Befunde plus Jammerlappen hat das Amt und dann kann es begutachten und verbescheiden. Das Amt kann sogar zu einer eigenen Untersuchung einladen wenn es sich ein zusätzliches Bild machen möchte.

Allerdings sollte man sich darauf einstellen das ein Versorgungsamt gerne bei der ersten Feststellung zu niedrig ansetzt und man in Widerspruch gehen muss und sich bei Ablehnung sogar damit befassen muss ob man klagt.

Man braucht dafür einen langen Atem. Ich mache das gerade selber mit weil ich gegen die Feststellung klage. Ich habe bei meinem Antrag (im November 2017), auf Grund der Einschätzungen meiner Ärzte und der Reha Klinik, direkt einen GDB 80 mit Merkzeichen G beantragt. Bekommen habe ich einen GDB mit 30. Widerspruch abgelehnt. Dann Klage und da geht es jetzt zu wie auf dem Basar. Erstes Teilanerkenntnis des Versorgungsamts war dann ein GDB 50. Habe ich abgelehnt. Nun liegt ein Angebot von GDB 60 mit Merkzeichen G vor. Da habe ich mich noch nicht entschieden aber man siehst sehr schön daran wie die arbeiten. Die würden nichts anbieten wenn sie nicht davon ausgehen würden ansonsten zu verlieren. Allerdings läuft das alles jetzt seit November 2017 ohne das ich abschließend einen GDB hätte. Wie man sieht man braucht Geduld.

Also lasse dich nicht einschüchtern. Schreibe denen, auch wenn du es schon gemacht hattest, ganz einfach das du keinen weiteren Arzt mehr benennen wirst und auch keinen weiteren mehr entbinden wirst und das nun an Hand der vorliegenden Unterlagen zu begutachten und zu verbscheiden ist. Fertig. Mehr ist nicht notwendig. Vor allem keine Erklärungen warum den das ist einzig und alleine deine Sache.

Wenn dann der Bescheid kommst meldest du dich wieder hier wenn er zu niedrig ist und es wird dir dann weitergeholfen.


Nachtrag:
Einen Satz noch zum VDK auch wenn ich dafür wieder Prügel beziehe.
Ich weiß das es da einige wirklich fähige und gute Berater gibt die den Leuten wirklich sinnvoll helfen aber ich weiß auch das die Qualität des VDK oder des SOvD genau mit der Kompetenz dieser Berater steht und fällt. Leider habe ich persönlich und auch in der Beratung bisher nur Fälle gehabt bei den die Ratschläge des VDK eher die Wirksamkeit des Gegenteiles hatten und die Betreffenden damit erst richtig in die Sche... gegriffen haben.
Ich will nicht vollständig von denen abraten aber man sollte sich bewusst sein das die meisten dort nicht über mehr Wissen verfügen als hier im Forum schon vorhanden ist und das man sich nicht blind auf deren Ratschläge verlassen sollte. Zumindest sollte man sich bevor man einen Ratschlag von der Seite befolgt die berühmte Zweitmeinung einholen. Unter anderem dafür ist das Forum hier da und das sollte man dann auch nutzen.
 
E

ExUser 2606

Gast
Ich habe gerade am Montag mit meiner Bekannnten einen Antrag auf Schwerbehinderung ausgefüllt. Mir fiel auch auf, dass die um den Hausarzt einen dichen fetten Kasten gemacht haben auf dem Formular. Wahrscheinlich will sich das Versorgungsamt de Anfrage bei mehreren einzelnen Fachärzten sparen, meistens läuft ja alles beim Hausarzt zusammen.

Da es bei meiner Bekannten so ist, dass der Hausarzt zwar wohl ein guter Diagnostiker ist und sie zu allen mäglichen Fachärzten geschickt hat, wir aber gar nicht genau wissen, was der vorliegen hat und was nicht, haben wir die Fachärzte auch alle mit angegeben und angekreuzt, dass der Hausarzt die Befund nicht vorliegen hat. Meine Bekannte selber hat leider recht wenig schriftlich vorliegen, aber was wir hatten, liegt dem Antrag bei.

Das Problem bei ihrem Hausarzt ist, dass der nicht schreiben kann. Das haben wir beim Befundbericht für den Rehaantrag gesehen. Nur das allernötigste, bei PTBS und Depressionen mit mehreren Suizidversuchen empfiehlt er Entspannungsübungen. mehr fiel ihm dazu nicht ein. Die ganzen internistischen Dignosen und die Fibromyalgie hat er gleich ganz weggelassen. Wir hoffen, dass das Versorgungsamt mit dieser Vorgehensweise bei den Fachärzten anfragt und die dann selber was schicken/schreiben müssen. Ihr Orthopäde, bei dem sie wegen der Fibromyalgie in Behandlung ist, ist auch Gutachter laut seiner Homepage.

Sogar der Gyn hat letztens zu ihr gesagt, wenn sie den Antrag auf Schwerbehinderung stellt, könne er aucb was schreiben. Da liegt zwar nichts wirklich GdB-relevantes vor, aber immerhin hat die eine Fehlgeburt gehabt, was sich nicht gerade positiv aus die Depressionen und die PTBS ausgewirkt hat. Die Schwangerschaft davor war deswegen und wegen der inenistischen Probleme auch schon nicht gerade einfach. DIe Vorgabe, dass man nur Befunde und Behandlungen aus den letzten 2 JAhren angeben soll, habe ich einfach ignoriert. Gerade die Fibro und die psychischen Sachen sind ja langfristig und haben weit zurückliegende Ursachen, da kann man die Vergangenheit abschneiden.

Ich finde auch die Vorgabe im Antrag, dass man nur solche Diagnosen angeben soll, wegen derer ein GdB festgestellt werden soll, sehr seltsam. Der Mensch ist eine Einheit und jede Diagnose kann Beeinträchtigungen im Alltag verursachen oder Diagnosen könneen sich in Wechselwirkung zueinander beeinflüssen und verstärken. Da kann mn doch nicht einfach was weglassen.

Nun, wir werden sehen, was dabei rauskommt, wir haben mal ganz mutig G und B beantragt, ich finde das realistisch, weil sie ohne Begleitung kaum noch aus dem Haus geht.
 

Infinit

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 April 2019
Beiträge
282
Bewertungen
147
Dann bleib dabei, daß du keinen Hausarzt hast.

Wenn es einen Psychiater und eine Psychologin gibt und deine Behinderung dem Themenkreis entspringt, ist ein Hausarzt wohl auch eher nicht von Bedeutung.

Hatte gerade noch mal mit dem VDK telefoniert und nachgefragt, was der Anwalt jetzt genau in den Antrag reingeschrieben hatte. Das war "Derzeit kein Hausarzt vorhanden, letzter Hausarzt nach Stand 2017 so und so" und das war auch der, den wir damals angegeben hatten. Hatte ihn gebeten, das nochmals dem Amt so zukommen zu lassen und das ich dafür keinen Termin brauchen werde. Hatte er eingesehen und wird jetzt so abgeschickt.
 

Infinit

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 April 2019
Beiträge
282
Bewertungen
147
Man weiss immer nicht, was dabei rauskommt, aber ich habe endlich für nächsten Monat einen Termin bei meinem diagnostizierenden Psychiater bekommen. Den werde ich dann updaten und die Drinklichkeit einiger Entwicklungen bzg. ELO und SBA klar machen. Bisher war der Kollege leider sehr schwer zu erreichen. Morgen habe ich auch noch ein Beratungsgespräch mit meiner Vermittlerin bei der GPS. Da kann ich mich dann erst mal austauschen und informieren.

Nachtrag:
Einen Satz noch zum VDK auch wenn ich dafür wieder Prügel beziehe.
Ich weiß das es da einige wirklich fähige und gute Berater gibt die den Leuten wirklich sinnvoll helfen aber ich weiß auch das die Qualität des VDK oder des SOvD genau mit der Kompetenz dieser Berater steht und fällt. Leider habe ich persönlich und auch in der Beratung bisher nur Fälle gehabt bei den die Ratschläge des VDK eher die Wirksamkeit des Gegenteiles hatten und die Betreffenden damit erst richtig in die Sche... gegriffen haben.
Ich will nicht vollständig von denen abraten aber man sollte sich bewusst sein das die meisten dort nicht über mehr Wissen verfügen als hier im Forum schon vorhanden ist und das man sich nicht blind auf deren Ratschläge verlassen sollte. Zumindest sollte man sich bevor man einen Ratschlag von der Seite befolgt die berühmte Zweitmeinung einholen. Unter anderem dafür ist das Forum hier da und das sollte man dann auch nutzen.

Sehe das alles ganz genauso. Was mich damals zum VDK gezogen hatte, war halt, dass dort da direkt ein Anwalt für mich zuständig ist. Mein (0815) Anwalt kennt sich mit diesem Thema überhaupt nicht aus und einen anderen kann ich mir, ehrlich gesagt, garnicht leisten. Darum war es gut zu wissen, dass ich vielleicht etwas Rückendwind haben werde. Ich bin auch nicht zufrieden, wie die bis jetzt gearbeitet haben. Aber damals haben alle, die beim SoVD waren, zu mir gesagt, geh bloss zum VDK, die sind da viel professioneller.

Ich hatte GdB 30 zugesprochen bekommen, was überhaupt nicht angemessen war. Einen gewünschten Grad hatten wir damals garnicht angegeben. Der Widerspruch wurde genauso abgeschmettert und daraufhin wurde mir geraten (nicht nur vom VDK) besser Zeit verstreichen und neu zu beantragen, anstatt sofort in einen langen Klageprozess zu gehen. Ich denke ich weiss ganz gut, dass das wieder ähnlich ablaufen wird. Und dieses Mal werde ich dann auch klagen und mich definitiv nicht nur vom VDK beraten lassen. Auch dafür muss ich euch noch mal allen hier danken. Ich bin es nicht gewohnt, so unterstüzt zu werden. Es ist schön zu wissen, dass es hier Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und auch Sorgen gibt, die mir vielleicht in Zukunft noch helfen möchten.
 

Infinit

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 April 2019
Beiträge
282
Bewertungen
147
Ha, die habe ich mir jetzt aber geholt!

Ich habe gerade am Montag mit meiner Bekannnten einen Antrag auf Schwerbehinderung ausgefüllt. Mir fiel auch auf, dass die um den Hausarzt einen dichen fetten Kasten gemacht haben auf dem Formular. Wahrscheinlich will sich das Versorgungsamt de Anfrage bei mehreren einzelnen Fachärzten sparen, meistens läuft ja alles beim Hausarzt zusammen.

Der HA wird in Deutschland als Versorger und Verwalter angesehen. Das hat weder der Realität nach Organisation, ganz zu schweigen von Qualifikation bei mir bisher entsprochen, vom Kinderarzt damals, bis hin zu diversen Hausärzten im Erwachsenenalter. Und ich habe auch schon mal einen wirklich guten, bemühten HA gehabt. Ich verstehe, dass viele Ärzte einfach überlaufen sind. Wir haben auch kompletten Aufnahmestopp im Umkreis. Aber das entschuldigt vieles eben nicht. Zu meinen HA gehe ich, wenn ich eine Krankmeldung oder Blutabnahme brauche. Den Rest organisiere ich selber und fahre damit, im direkten Vergleich zu früher, sehr viel besser.

Bloss reagieren da die meisten Ärzte allergisch drauf und lassen dann auch eben manchmal verlauten, dass man sich vielleicht besser einen anderen sucht, zu dem ein besseren Vertrauensverhältnis besteht. Hat aber ehrlich gesagt garnicht immer etwas mit Vertrauen zu tun. Wenn ich mich selber um etwas wichtiges kümmere, weiss ich, dass es 100% so erledigt wird, wie es zu meinem Vorteil sein muss. Ein FA hatte nach Absprache sogar die Schweigepflicht verletzt und einem HA trotzdem sehr sensible Daten weitergeleitet, nachdem wir das Thema zwei Mal hatten! Darum würde ich in Zukunft, wenn ich wieder einen HA habe, diesen garnicht mehr namentlich angeben. Diese Politik in der Medizin macht mich krank, aber es ist nun mal so.

Viele Leute sind ja heute auch über die gesetzliche Versicherung in einem Hausarztversorgungsprogramm, sprich, man unterschreibt, sich bereit zu erklären, dass 1) man immer zuerst zum Hausarzt geht und dort seine Beschwerden schildert und erfragt, ob man bitte weiterüberweisen werden dürfte und 2) jegliche Befunde und Anliegen von Ärzten und wohl auch Ämtern an den HA gesendet werden. Das war für mich ein K.O. Kriterium.

Ich finde auch die Vorgabe im Antrag, dass man nur solche Diagnosen angeben soll, wegen derer ein GdB festgestellt werden soll, sehr seltsam. Der Mensch ist eine Einheit und jede Diagnose kann Beeinträchtigungen im Alltag verursachen oder Diagnosen könneen sich in Wechselwirkung zueinander beeinflüssen und verstärken. Da kann mn doch nicht einfach was weglassen.

Genau wegen dieser Wechselwirkungen und um zu beleuchten, dass es ein chronischer und kein akuter Zustand ist, reichte ich meine gesamte Akte ein. Ich sah das alles als relevant. Das das Amt mir dann ein "Es liegen körperlich keinerlei Einschränkungen vor" postalisch zukommen lässt lässt mich dan wundern, wer von uns besser beurteilen kann, was für den Bescheid letzendlich relevant ist!

Nun, wir werden sehen, was dabei rauskommt, wir haben mal ganz mutig G und B beantragt, ich finde das realistisch, weil sie ohne Begleitung kaum noch aus dem Haus geht.

Ich habe auch ein B beantragt. Auf H hätte ich nach Aussage meiner Psychologin und des VDKs kein Recht.
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.797
Bewertungen
2.035
Wenn du keinen aktuellen HA hast, dann ist so. Ich hatte auch keinen Psychiater. Das "Versorgungsamt" hat mich um die Mitteilung eines aktuell behandelnden Psychiaters gebeten, den es aber nicht gab. Also wurde der untersuchte Gesundheitsamtsarzt zu einem ergänzenden Bericht gebeten. Das Ergebnis waren mit anderen Leiden dann 70. Viel Glück!!!
 

Infinit

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 April 2019
Beiträge
282
Bewertungen
147
Danke, Muzel! Der VDK meinte, zu Gutachterterminen kommt es nach der Beantragung eines SBA sehr selten und das ich mir da jeine Sorgen machen soll, dass das eher was für den MDK oder die DRV ist. Ich weiss nicht, ob das für mich von Vorteil oder Nachteil wäre.

Nervt halt und kommt jetzt wieder ein bisschen wie Schikane rüber, da wir im Antragsformula schon sehr deutlich waren.
 

Birt1959

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juli 2013
Beiträge
1.318
Bewertungen
4.288
Wenn du keinen aktuellen HA hast, dann ist so. Ich hatte auch keinen Psychiater. Das "Versorgungsamt" hat mich um die Mitteilung eines aktuell behandelnden Psychiaters gebeten, den es aber nicht gab. Also wurde der untersuchte Gesundheitsamtsarzt zu einem ergänzenden Bericht gebeten. Das Ergebnis waren mit anderen Leiden dann 70. Viel Glück!!!
Ich habe erlebt, dass ein Gynokologe im Auftrag des Versorgungsamtes feststellte, ich hätte nichts an der Halswirbelsäule. Erst als nach einer Bandscheiben-OP die behandelnde Klinik mit mir einen neuen Antrag auf Schwerbehinderung stellte, reichte das mit einer weiteren Diagnose für 50%. Ich frag mich nur wieso in meiner HWS eine Bandscheibe hinüber war, obwohl ich da doch angeblich gar nichts hatte. Was sah der Amtsarzt da wohl auf den CT-Bildern meiner HWS? :icon_pfeiff:

Ach jetzt erlag ich dem Aküfi (Abkürzungsfimmel): HWS = Halswirbelsäule

@Infinit
Teile doch dem Versorgungsamt ohne VdK nochmals mit, dass du keinen Hausarzt mehr hast und dass der ursprünglich angeführte Arzt nicht mehr praktiziert. Das ganze erledigst Du am besten rechtssicher.

Mein Vater, der leider viel in seinem Leben mit dem Versorgungsamt zu tun hatte, hat in einem vergleichbaren Fall die Geschichte einfach umgekehrt und das Versorgungsamt schriftlich aufgefordert, ihm doch mitzuteilen, bei welchem Orthopäden bezüglich seines Wehrdienstschadens im angebenen Zeitraum in Behandlung gewesen wäre. War er nicht und weil das dem Versorgungsamt wohl auffiel, hörte es auf meinen Vater zu nerven. Vermutlich war es jemandem da zu peinlich, einen Fehler zuzugeben. Auf die Entschuldigung des Amtes wartete mein Vater bis ans Lebensende vergebens.
 

Infinit

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 April 2019
Beiträge
282
Bewertungen
147
Ich habe erlebt, dass ein Gynokologe im Auftrag des Versorgungsamtes feststellte, ich hätte nichts an der Halswirbelsäule. Erst als nach einer Bandscheiben-OP die behandelnde Klinik mit mir einen neuen Antrag auf Schwerbehinderung stellte, reichte das mit einer weiteren Diagnose für 50%. Ich frag mich nur wieso in meiner HWS eine Bandscheibe hinüber war, obwohl ich da doch angeblich gar nichts hatte. Was sah der Amtsarzt da wohl auf den CT-Bildern meiner HWS? :icon_pfeiff:

Ach jetzt erlag ich dem Aküfi (Abkürzungsfimmel): HWS = Halswirbelsäule

Teile doch dem Versorgungsamt ohne VdK nochmals mit, dass du keinen Hausarzt mehr hast und dass der ursprünglich angeführte Arzt nicht mehr praktiziert. Das ganze erledigst Du am besten rechtssicher.

Kann nur den Kopf schütteln... Habe von genau diesen Umständen jetzt schon öfters gehört. Ob das Amt wohl erst einen männlichen Patienten zum Gyn schicken muss, um sich der eigenen absoluten Lächerlichkeit bewusst zu werden?! Ein Unding.

Und ja, der VDK schrieb das jetzt noch mal an das Amt, ist wohl gestern rausgegangen. Könnte ich selber auch noch mal Montag losschicken.
 
E

ExUser 2606

Gast
Doppelt muss nicht sein, aber Du solltest dafür sorgen, dass Du von allen Schreiben immer eine Kopie bekommst. Normal ist das selbstverständlich, der VDK sieht das aber manchmal anders. Hatten wir hier schon öfter.
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.797
Bewertungen
2.035
Meine Mutter und ich sind nur ein einziges L seit den 80iger Jahren persönlich wegen des SV-Ausweises begutachtet worden. Wegen meiner Knochen war das auch allerdings auch ein Orthopäde und der war bei mir sehr gründlich. Er hat den Bewegungsausmaß genau ausgemessen, die Funktion geprüft und grob neurologisch orientierend geprüft. Das war ein Arzt, der nur Private behandelt. Ob er eine Kassenzulassung hat, habe ich weiter nicht geprüft. Das gewünschte G habe ich allerdings nach 2 Jahren aufgrund der Aktenlage bekommen.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten