Amt für Soziales und Wohnen fordert eine erneute Überprüfung nach Jahren bei befristet voller Erwerbsminderung - Schweigepflichtsentbindung an Sozialamt?!

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Gelöschtes Ding 0815

Gast
Hallo,

Seit 3 Jahren beziehe ich, aufgrund voller Erwerbsminderung, Hilfe zum Lebensunterhalt (HzL). Nun will das Amt für Soziales und Wohnen (Sozialamt) diese wohl erneut Prüfen und bat mich eine Schweigepflichtsentbindung (SPE) unterschrieben ans Amt zurück zu senden. Des weiteren einen angebotenen Termin beim Rententräger wahrzunehmen. Diese SPE ist extrem umfangreich und scheint mir auch suspekt, aber um weiteren erneuten Stress (den ich schon Jahrelang mit dem Ämtern habe) zu vermeiden habe ich diese unterschrieben und zurück geschickt. Beigefügt habe ich, bisher keinen Termin erhalten zu haben, ich keinen erwarte und auch keiner der beiden im Vordruck genannten Punkte auf mich zutrifft (Rückschreiben.png). Stutzig macht mich unter anderem das vorgesetzte Kreuz (siehe oben in SPE_1.png) und der letzte Abschnitt unten (SPE_3.png). Als Antwort bekam ich, der Rententräger müsse immer wieder angeschrieben werden...

Nach Stunden bzw Tage,- langer Recherche bin ich immer noch verunsichert ob das Amt hier wirklich rechtens agiert und wie es jetzt überhaupt weitergeht.

  • Zum einen wundere ich mich überhaupt wieder überprüft zu werden. Anscheinend wird das von Bundesland zu Bundesland und von Jahr zu Jahr verschieden gehandhabt?! Ich finde im Netz lauter Anträge auf Weiterbewilligung (aber natürlich keinen für meine Stadt im Ruhrgebiet). Gesetzestexte hingegen sagen für mich klar aus, solang keine Änderung eintritt tritt muss auch keine bekannt gemacht werden und es läuft normal weiter. Der Bezieher müsse nichts veranlassen oder unterschreiben.
  • Der Umfang der SPE: Wieso kommt die überhaupt vom Amt und wieso brauch überhaupt wer eine wenn doch keine Verbesserung eingetreten ist, die ich hätte berichtet? Davon ab dass ich Unterlagen dann selbst zum Termin mitbringe wie ich es bereits bei der ersten Überprüfung gemacht habe? Aus den genannten Paragraphen geht auch kein Zwang hervor. Dann das i-Tüpfelchen: Im Anschluss werden alle Unterlagen ans Amt geschickt?! Das scheint mir weder erforderlich, noch in irgendeiner weise rechtens zu sein.
  • Letztendlich hätte ich sowieso nichts neues zum vorlegen, da ich ja keine berufliche Tätigkeit ausüben kann und es mehr oder weniger geschafft habe nicht wieder im Krankenhaus zu landen. Bezüglich Therapien wurde ich nicht zurückgerufen oder habe weitere negative Erfahrung machen dürfen und aufgrund der Erkrankungen versuche ich mich eh möglichst von Menschen fernzuhalten. (Hier das Forum ist seit langen wieder eine Ausnahme auf Leute zuzugehen, da mir einfach der Kopf qualmt wobei ich mich doch eigentlich um meine Gesundheit kümmern und Stress vermeiden sollte)
Ich bin am überlegen dem ganzen wieder zu widerrufen... aber was dann?
Wie sieht der eigentliche Weg aus und wie sollte meiner nun aussehen?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Lieben Gruß.



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HermineL

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Das ganze ist mir nicht ganz koscher. Eine Überprüfung der Erwerbsminderung kann nur der Rententräger vornehmen. Bei einer befristeten Erwerbsminderungsrente fordert der Rententräger dich schriftlich mit allen Unterlagen rechtzeitig auf einen Weiterbewilligungsantrag zustellen. Dazu gehören auch Schweigepflichtentbindungen wenn benötigt.

Dieses ominöse Amt für Wohnen kann weder einer Erwerbsminderungsrente überprüfen noch darf es das. Ich habe hier starke Zweifel am rechtmäßigen vorgehen dieses Amtes und hätte diese Schweigepflichtentbindungen nicht unterschrieben. Aber diese kann man jederzeit widerrufen.

Wie lange läuft denn deine EMR noch und hat sich der Rententräger (DRV ?) schon bei dir gemeldet ?
 

Goldfield

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So wie ich das verstehe bekommt er von der DRV nichts aufgrund fehlender Versicherungszeiten, da kommt dann nichts Automatisch von der DRV, zumindest könnte man das aus seinem Rückschreiben entnehmen und weil halt noch kein Weiterbewilligungsantrag von der DRV kam, dann darf das Sozialamt m.W.n die DRV beauftragen gegen Bezahlung eine Begutachtung/Überprüfung durchzuführen ob noch eine weitere Erwerbsminderung vorliegt.
Was ich niemals unterschrieben hätte wäre der Absatz wenn keine Erwerbsminderung mehr vorliegt das die Mediz.Unterlagen ans Sozialamt übermittelt werden, deutet für mich aber auch daraufhin das er von der DRV keine Geldleistung erhält.

Werde aus dem Satz aus dem Rückschreiben nicht Schlau, das Befristet und in Klammern dahinter dann ( auf unbestimmte Zeit ), wer hat die Erwerbsminderung vor 3 Jahren festgestellt?
Die DRV schreibt doch nicht auf unbestimmte Zeit?
Da kommt normal 1,2 oder 3 Jahre oder halt auf Dauer bis zum Eintritt in die Altersrente.

Wie auch immer: Wichtig wäre das die DRV feststellt das auf Dauer, sprich bis zum Eintritt in die reg.Altersrente, das wäre dann für das Sozialamt bindend um zukünftig sowas zu unterlassen.
 

HermineL

Super-Moderation
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So wie ich das verstehe bekommt er von der DRV nichts aufgrund fehlender Versicherungszeiten, da kommt dann nichts Automatisch von der DRV, zumindest könnte man das aus seinem Rückschreiben entnehmen
Das wäre in der Tat eine Erklärung. Wenn dem so ist würde ich raten die SPE von @gila anzupassen und zu nutzen und diese des Sozialamtes zu widerrufen. Dann hätte der TE das Gutachten in der Hand vor dem Sozialamt und kann entscheiden wer was bekommt.
 
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Gelöschtes Ding 0815

Gast
Erstmal vielen Dank für eure Antworten.

Wohl leider etwas wirr da die Hälfte der Dokumente wieder gelöscht wurden, da wohl noch nicht vollständig anonymisiert. Auf 2 der 3 war wohl noch der Nachname des Sachbearbeiters zu sehen, auf dem dritten aber gar nichts. Ich habe trotzdem nochmal so gut wie alles zensiert, also auch den Namen der Behörde und Bild (das steht eigentlich auf jeden Dokument für jeden Bewohner der Stadt drauf) - Ich hoffe dieses mal passt es und ich habe alles richtig gemacht. :sorry:

Also eine Erwerbsminderungsrente von der Rentenversicherung habe ich nie bekommen. Was ich bekomme ist Hilfe zum Lebensunterhalt (eine Unterart der Grundsicherung) vom Sozialamt. Da fand eine Überprüfung auf Erwerbsminderung vor 3 Jahren beim Rententräger im Auftrag des Sozialamtes statt. Da lief es so, ich bekam eine Einladung von der Rentenversicherung selber mit Vorankündigung vom Amt. Diese Einladung kann aber dieses Mal angeblich nur erfolgen wenn ich zuvor die SPE ans Amt zurückschicke (Siehe Antwort.png)

bekommt er von der DRV nichts aufgrund fehlender Versicherungszeiten
Richtig. Diese Wartezeit-Auskunft sollte ich mir damals auch einholen. Die Zeiten reichen aber nicht für jegliche Arten der Rente.

Die DRV schreibt doch nicht auf unbestimmte Zeit?
Was die geschrieben haben weiß ich leider auch nicht, ich habe da nie irgendwas von Jemanden erhalten (Ich erhalte da sowieso nie wirklich irgendwas eindeutiges). Der Arzt bzw die Ärztin hatte mir damals aber mündlich mitgeteilt das ganze erst mal auf 3 Jahre festzusetzen. Im Rückschreiben formulierte ich das dann extra so um den Sachbearbeiter nochmal auf den Unterschied zwischen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbungsminderung und Hilfe zum Lebensunterhalt hinzuweisen. Da auf der SPE oben ein Kreuz vor dem Kästchen bei ersteres war (So, als sollte ich da ein Kreuz machen.) Bei beiden Formen reichen die Zeiten nicht, beim ersten ist man voll Erwerbsgemindert auf Dauer und beim zweiten auf einen bestimmten Zeitraum. Dieser Zeitraum waren nun die letzten 3 Jahre, dauern aber aufgrund meiner Lage länger an also meiner Wortwahl Unbefristet. Länger als 3 Jahre, aber nicht auf Dauer.

Wichtig für mich wäre auf jeden Fall erneut auf 3 Jahre voll Erwerbgsgemindert anerkannt zu bleiben, aber nicht auf Dauer. Da ich nicht genau einschätzen kann ob sich an mein Gesundheitszustand je verbessert und ich dann doch wieder einen Beruf ausüben könnte. Daneben natürlich dass meine Daten nicht überall umher fliegen, sondern nur die Stellen das Minimum bekommen, welche jene tatsächlich brauchen. Sprich nur der Arzt der entscheidet, und dann wieder alles gelöscht.

Wenn dem so ist würde ich raten die SPE von @gila anzupassen und zu nutzen und diese des Sozialamtes zu widerrufen.
Vielen Dank für den Tipp, wo finde ich diese SPE?
Kann ihn/sie leider nicht selbst anschreiben.

Lieben Gruß.
 

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Gelöschtes Ding 0815

Gast
Wo muss ich den Widerruf dann nun überhaupt hin schicken? Zur Rentenversicherung oder dem Amt?
Ich habe jetzt einen Post von @gila gefunden, aber bin mir nicht sicher ob dieser gemeint ist...
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

 

HermineL

Super-Moderation
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Die Schweigepflichtentbindung widerrufen musst du beim Amt Soziales und Wohnen

Anbei die Vorlage von @gila die du entsprechend für dich anpassen musst.

----------------

Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht
zur Beurteilung/Gutachtenerstellung durch den Rentenversicherungsträger.

Ich, (Name, Geburtsdatum), bin ich damit einverstanden, dass ärztliche Befunde und Unterlagen Dritter (z.B. Krankengeschichten, Untersuchungsbefunde, Klinikberichte, Röntgenaufnahmen), die für die oben angegebene Untersuchung erforderlich sind, der/die begutachtende Ärztin/Arzt des Rentenversicherungsträgers zur Verfügung gestellt werden.

Deshalb entbinde ich auf folgenden Seiten genannte Institutionen und Ärzte von ihrer Schweigepflicht. (Anmerkung: Schweigepflichtsentbindungen einzeln pro Arzt und Dauer begrenzen auf ca. 3 Monate! Das sollte reichen!)

Einer Weitergabe und Verwertung von Befunden, Unterlagen, Informationen sowie Übermittlung des Untersuchungsergebnisses an „andere Stellen“ (sowie eine Übermittlung des Gutachtens an die zuständige und beauftragende Stelle des Jobcenters (oder Sozialamtes) wird ausdrücklich NICHT zugestimmt.

Die Zustimmung hierzu wird gem. § 182 BGB erst dann und schriftlich erfolgen, wenn nach Fertigstellung des Gutachtens Einsicht in das vollständige Untersuchungsergebnis genommen wurde und mir der Inhalt des Gutachtens bekannt ist und geprüft wurde.

Hierzu beantrage ich jetzt schon vorsorglich die Übermittlung des vollständigen Gutachtens nach dessen Fertigstellung zu Händen …
(
Hausarzt oder eigene Anschrift, ggf. persönlich einsehen!...)

Kommt der Rentenversicherungsträger zu dem Ergebnis, dass auf absehbare, nicht absehbare oder auch begrenzte Zeit KEINE Erwerbsfähigkeit vorhanden ist, und KEINE Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung stattfinden kann, bin ich NICHT damit einverstanden, dass in den an das Jobcenters (oder Sozialamtes) übermittelte Gutachten Diagnosen, Symptome, Einschränkungen, Hinweise, sozialmedizinische Einschätzungen und Kommentare etc. enthalten sind, die Rückschlüsse auf meine Krankheitsbilder und Diagnosen geben könnten.

In diesem Falle ist es ausreichend, wenn im Gutachten vermerkt ist: Herr/Frau YYYY ist für den Zeitraum XXXX erwerbsunfähig..





______________________ __________________________

Ort/Datum Name
 
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Gelöschtes Ding 0815

Gast
Anbei die Vorlage von @gila die du entsprechend für dich anpassen musst.
Vielen lieben Dank fürs raus suchen.

Ich habe die mal etwas umformuliert und noch weitere Sachen mit rein gepackt.
Nun haben sich aber erst mal neue Fragen ergeben.

Gerade habe ich einfach nochmal meine Ärzte und auch die DRV angerufen und gefragt ob schon irgendwas abgefragt wurde. Bei den Ärzten wohl nie, die haben auch länger nichts mehr (ich habe irgendwann dann auch begonnen die Briefe lieber selber mitzunehmen, sonst sieht man die ja nie..) - Aber bei der örtlichen DRV Stelle gab es wohl letzte Woche einen Er-such/Abfrage. Interessant in den Zusammenhang zum einem habe ich erfahren was ich schon geahnt habe: Eine Schweigepflichtsentbindung ist nicht notwendig. Angeschrieben wird man da von der DVR und soll seine Unterlagen entsprechend mitbringen. Meiner Erinnerung nach lief es auch genauso beim letzten Mal ab. Ich brachte meine Unterlagen mit und habe diese auch wieder mitgenommen, nichts unterschrieben und es wurde meine ich auch nichts kopiert - bin mir aber nicht sicher.

Für den Fall dass die also gar nichts von mir haben, abgesehen dem Gutachten worin nur meine Erwerbsminderung bescheinigt wird, stellt sich die Frage was denn dann genau ersucht wurde bzw das Amt denn bekommen hat? Die nächste Frage ist, wie das nun dann weitergeht wenn die dann doch ihre Unterlagen haben, ob und warum ich dann trotzdem nochmal einen Termin haben soll? Letztlich dann die Sache mit der Entbindung, ob es Klug ist, diese jetzt sofort schon zu widerrufen (wo das Kind quasi schon in den Brunnen gefallen ist) oder doch die SB vom Amt deren Weg machen lassen und beim finalen Bescheid dann erst zu widerrufen?

Was meint ihr?

Die nette Service-Beraterin der DRV gab mir auch direkt die Nummer der örtlichen Stelle, aber da geht natürlich gerade Niemand ans Telefon um mir mehr sagen zu können...:rolleyes:
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Wie auch immer: Wichtig wäre das die DRV feststellt das auf Dauer, sprich bis zum Eintritt in die reg.Altersrente, das wäre dann für das Sozialamt bindend um zukünftig sowas zu unterlassen.
Frage: Heißt auf Dauer eigentlich tatsächlich für immer? Weil ich würde ungern meine Arbeitsfähigkeit für immer abschreiben wollen oder kann trotz "Auf Dauer" doch eine Besserung eintreten/anerkannt werden und ich wieder zurück in die Arbeits (viel mehr Studien,-) Welt zurück kommen? Wenn ja, wäre das ja tatsächlich besser damit die einen nicht immer anschreiben...wird sich eh hinziehen da gibt es eine Menge aufzuarbeiten...
 
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Gelöschtes Ding 0815

Gast
Okay, das ist schon mal gut zu wissen. Dann bleibt die Frage wie das nun mit dem Widerruf ist und ob die schon Daten haben...
Kann da gar nicht mehr aufhören drüber nachzudenken, ich ahne jetzt schon dass es wieder vorm Sozialgericht geht und alles....

Um einen Anwalt zu befragen/beauftragen brauche ich einen Berechtigungsschein für Beratungshilfe, welche auch bei einem Amt beantragt werden muss, - welche auch abgelehnt werden kann...

Ohman.. :(
 

Doppeloma

Super-Moderation
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Hallo ExitUser, :welcome:

Seit 3 Jahren beziehe ich, aufgrund voller Erwerbsminderung, Hilfe zum Lebensunterhalt (HzL). Nun will das Amt für Soziales und Wohnen (Sozialamt) diese wohl erneut Prüfen und bat mich eine Schweigepflichtsentbindung (SPE) unterschrieben ans Amt zurück zu senden.

Die Erklärung dafür hast du im Prinzip schon selbst gegeben.
Du beziehst HzL (SGB XII / Kapitel 3) wegen voller Erwerbsminderung, die aber bisher "nur auf Zeit" von der DRV bestätigt wurde.

Ich nehme mal an, es gibt keinen Geld-Renten-Anspruch an die DRV, also auch keine noch so kleine EM-Rente, dann würde dir ja ein entsprechender Bescheid (der DRV) dazu selber vorliegen und du müsstest Anträge auf Verlängerung auch selber jeweils an die DRV stellen wenn die Befristung (lt. Bescheid) bald abgelaufen ist.

Das Sozial-AMT (was bei dir offenbar den Titel "Soziales und Wohnen" hat) möchte aber auch noch nicht unbegrenzt für dich zahlen müssen und ist gesetzlich durchaus berechtigt die Notwendigkeit dafür erneut von der DRV gutachterlich überprüfen zu lassen, wenn rund 3 Jahre (übliche Befristung einer EM-Rente) vergangen sind.

Des weiteren einen angebotenen Termin beim Rententräger wahrzunehmen. Diese SPE ist extrem umfangreich und scheint mir auch suspekt, aber um weiteren erneuten Stress (den ich schon Jahrelang mit dem Ämtern habe) zu vermeiden habe ich diese unterschrieben und zurück geschickt.

Daran ist also gar nichts besonders "suspekt" und die DRV darf auch eine solche umfangreiche Schweigepflicht-Entbindung einfordern, um deinen aktuellen Gesundheitszustand für diese Prüfung (möglichst gründlich) "erforschen" zu können, trotzdem bleibt deine Einwilligung / Unterschrift natürlich immer freiwillig.
Das kann aber dazu führen, dass der Gutachter (der DRV) dann nicht genug medizinische Informationen hat wenn du zur persönlichen Begutachtung einbestellt wirst, ob da auch teilweise mal "nach Aktenlage" begutachtet wird (für das Sozial-AMT) ist mir nicht bekannt.

Ganz OHNE aktuelle medizinische Informationen wird man bei der DRV wohl nur feststellen können, dass es KEINE Nachweise dafür gibt, ob du immer noch als Erwerbsgemindert anzusehen bist ... die DRV betreffend würde ich jedenfalls besser KEINE Einschränkungen oder "Modifizierungen" machen wollen.
Die sind meist sowieso nicht besonders "fleißig" sich ALLE nötigen Krankenunterlagen zu besorgen. :icon_evil:

Das könnte dazu führen, dass man dich (bei der DRV ) nicht mehr als voll Erwerbsgemindert ansehen möchte und das Sozial-AMT nach dieser Information (zumindest vorerst) NICHT mehr für deinen Lebens-Unterhalt aufkommen muss ...

Beigefügt habe ich, bisher keinen Termin erhalten zu haben, ich keinen erwarte und auch keiner der beiden im Vordruck genannten Punkte auf mich zutrifft (Rückschreiben.png). Stutzig macht mich unter anderem das vorgesetzte Kreuz (siehe oben in SPE_1.png) und der letzte Abschnitt unten (SPE_3.png). Als Antwort bekam ich, der Rententräger müsse immer wieder angeschrieben werden...

Das Kreuz bedeutet doch NUR, dass man beim Sozial-AMT (von der DRV) wissen möchte, ob du vielleicht nun schon als dauerhaft EM an das Grundsicherungs-AMT (SGB XII / Kapitel 4) abgegeben werden kannst ... das hätte aber auch NUR die DRV verbindlich festzustellen (= voll EM auf unbestimmte Zeit).

Es kommt sicher auch etwas auf dein Lebensalter und die konkreten Gesundheits-Probleme an, ob das früher oder später so von der DRV bestätigt wird ... bis dahin kann es noch weitere solcher Überprüfungen geben bei voller Erwerbsminderung "aber nicht auf Dauer" (= befristet auf höchstens 3 Jahre am Stück) ...
Deine eigenen Ansichten dazu interessieren die Behörden dabei nicht wirklich und ohne Geld-Anspruch an die DRV kann und darf das Sozial-AMT diese Überprüfungen (bei der DRV durch ein neues Gutachten) immer wieder verlangen ...

EM-Rentner mit einer EM-Geldrente und einer Befristung werden ja auch immer wieder "überprüft", die Behörden (DRV / Sozial-AMT/ JobCenter) wollen ALLE irgendwann mal wieder das Geld für die Leistungsempfänger sparen können ODER es soll wenigstens mal wieder ein anderer Leistungsträger zuständig gemacht werden, bis das "böse Spiel" für den Betroffenen von vorne beginnt.

Erst wenn man dir eine volle Erwerbsminderung "auf unbestimmte Zeit" (genau so heißt die EM-Rente "auf Dauer" im DRV-Amtsdeutsch) bescheinigt hat bei der DRV, dann bist du "angekommen" (in der "Grundsicherung" des SGB XII / Kapitel 4) und es darf (zumindest nach aktueller Rechtslage) keine weiteren gutachterlichen Überprüfungen mehr dazu geben.

MfG Doppeloma
 
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Gelöschtes Ding 0815

Gast
Hallo Doppeloma,

Erstmal vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.
Bin wirklich froh hier Leute zu treffen die mir bei den Themen helfen können. 💕

Ich nehme mal an, es gibt keinen Geld-Renten-Anspruch an die DRV,
Richtig, die haben mich mit Stirnrunzeln wieder zurück geschickt, meine Zeiten reichen von vorne bis hinten nicht.

Das Sozial-AMT (was bei dir offenbar den Titel "Soziales und Wohnen" hat)
Ja, wie ich das so hier im Forum verfolge, heißen diese Ämter anscheinend überall anders.
Bei mir heißt das so bekannte Sozial-Amt in Schönschrift: Amt für Soziales und Wohnen.

Daran ist also gar nichts besonders "suspekt" und die DRV darf auch eine solche umfangreiche Schweigepflicht-Entbindung einfordern,
Nun ja das eigentliche Suspekte sind für mich die Abschnitte das Daten an Dritte raus gegeben werden so auch das Sozialamt jederzeit, vollständige Unterlagen erhalten darf. Das macht mich stutzig, da das Amt diese eigentlich überhaupt nicht benötigt. Was sie dort brauchen ist lediglich das endgültige Gutachten, nach Motto: "Weiter wie gehabt" oder "Ab Heute so und so". Das finde ich alles etwas heftig.

Vor allem da ich meine medizinischen Unterlagen eh alle selbst Zuhause habe. Die kriegen von den Ärzten auch nichts anderes als das was ich zum Termin im Original mitbringe und auch beim letzten Mal mitgebracht habe. Das ist der Punkt den ich nicht verstehe, wieso dieses Mal da eine SPE her muss, wenn doch letztens die Kopien vor Ort reichten. Aber natürlich würde ich dem entsprechenden Arzt der begutachtet jegliche Einsicht in allem gewähren wollen. Nur eben nicht dem Sozialamt.

Ganz OHNE aktuelle medizinische Informationen wird man bei der DRV wohl nur feststellen können, dass es KEINE Nachweise dafür gibt
Beim ersten Mal hatte ich meine Unterlagen mitgebracht. Ganz umfangreich, sogar mit selbst-verfassten Statement über meine Lage etc.
Diese könnte ich ja auch wieder erneut mitbringen. Das war eine ganze Mappe voll, auch im Gutachten vom ÄD beim JB stand drin:

109586


die Behörden (DRV / Sozial-AMT/ JobCenter) wollen ALLE irgendwann mal wieder das Geld für die Leistungsempfänger sparen können ODER es soll wenigstens mal wieder ein anderer Leistungsträger zuständig gemacht werden, bis das "böse Spiel" für den Betroffenen von vorne beginnt.
Aber einen zwingen in Klinken zu gehen nur damit die Erwerbsminderung anerkannt wird können die nicht oder? Mal davon ab das ich ja auch versuchte habe in Kliniken zu kommen. Einmal hatte ich einen derben Rückfall in fast schon katatonischen Zustand, da wurde mir dann ein Platz in Aussicht gestellt, wurde aber nicht mehr zurückgerufen. Als ich dann anrief hieß es nur - wissen wir nicht. Melden uns. Also da kam dann nichts. Selbe auch bei Therapeuten, Wartelisten ohne Ende. Teils bekam ich auch durch die Blume die Antwort "Sie sind mir zu kaputt". Oder nach endlosen Gesprächen stellt sich raus: Sie können sich nur selbser helfen - Toll. Also selbst Psychologie studieren?!

Da stellt sich eh die Frage was sich da überhaupt machen lässt. Professionelle Therapien die etwas weiter gehen als "Jemanden meinen Kummer erzählen" und irgendwelche Anspannungsübungen die im Fall der Fälle eh nicht mehr ziehen, kosten und werden wohl von den Versicherungen eh nicht getragen. Das Amt hatte mich auch Jahrelang nicht in Ruhe gelassen trotz der doppelt festgestellten vollen Erwerbsminderung und damit noch weiter dazu beigetragen dass ich mich immer weiter zurückzieh und auch schon garnicht mehr mit irgendwelchen Menschen überhaupt zu tun haben will....

Aus der Vergangenheit hingehen habe ich unzählige verschiedene Berichte und auch Schreiben über Chronische Erkrankungen, inklusive das ich weiter immer noch Tabletten nehme mit denen ich teilweise gar keine schwere Arbeit tätigen darf. Nur weil ich jetzt in den Jahren weitestgehen von Krankenhäuser fern blieb und mir eigene Wege eingerichtet habe um mit Stress umzugehen - was vor allem auch dem gedankt ist, Zuhause eine Safe-Zone zu haben, - können die doch nicht behaupten, ich wäre wieder voll Arbeitsfähig oder? Andersrum könnte man ja auch nicht behaupten, - "Hey der Patient war hier 2 Wochen in einer Tagesklinik - Jetzt ist er von all seinen Dämonen befreit und Grundkern geheilt."

Da ist die Frage wie so was genau beurteilt wird. Was für Möglichkeiten habe und auch wenn es nicht gut läuft, wie ich das Widersprechen kann etc. Ich hoffe echt auf kompetente Personen, die die Sachlage verstehen und mich nicht frühzeitig in die Wüste schicken, wo es eh nicht lange dauern wird bis ich mich Labil und heulend an die Heizung klammere. - Ich denke dieses "auf Dauer" muss dann auch mein Ziel nun sein. Ich kann selbst nicht einschätzen ob das je was wird... aber wenn es so ist wie @Kerstin_K schrieb, das ich trotz "auf Dauer" irgendwann wieder den Status von Arbeitsfähig erreichen kann - nur eben aus eigenen Antrieb statt immer mit den Stock ins Auge gepiekst bis es aus dem Gehirn blutet...ist es das erste Ziel vor allen anderem.

Macht mir echt Angst alles...

Da wird von oben herab entscheiden:
Hey wir geben dir eine weitere Schonfrist. oder Hey in 5 Jahren wirst du an einer Herzattacke sterben. - Und das ist keinesfalls übertrieben.

Nochmal vielen lieben Dank für die persönliche Beratung 💕
 
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Gelöschtes Ding 0815

Gast
Macht mir echt Angst alles...
Hat da diesbezüglich Jemand Erfahrung die er mit mir teilen mag? Also wie das ist wenn man da keine neuen Unterlagen hat, sondern einfach "hat sich nicht gebessert". Ob das dann auch so dann weiter bewilligt oder ob da Stress gemacht wird? Weiß nicht ganz wie ich dann da mit umgehen soll, habe irgendwie Zweifel dass es so ganz normal problemlos weiter geht, die finden doch immer ein Weg es einem schwer zu machen.. wie ist das so?
 

grün_fink

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Hallo,
drei Jahre ist normal ein üblicher Zeitraum, nach dem die Erwerbsfähigkeit neu geprüft wird, also nix ungewöhnliches.
Für die Sozialämter macht das meist die DRV. Dafür brauchen sie eben diverse Auskünfte von den Behandlern, das ist normal und hat nix damit zu tun, ob das jetzt neu festgestellt oder nachüberprüft werden soll.
Die ganze Unsicherheit diesbezüglich kennen viele Leute.
Versuche, dich vorher nicht zu sehr verrückt davon machen zu lassen.
Bis jetzt sind es alles ungelegte Eier; du kannst erst dann reagieren, wenn das Gutachten da ist.
Gruß von hier.
 
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Gelöschtes Ding 0815

Gast
Ja, da hast du eigentlich völlig recht.

Bringt nichts mir da jetzt so einen Kopf zu machen. Nur fällt mir es echt sehr schwer. Ich bin immer gern auf alles vorbereitet, nicht dass ich dann da ahnungslos stehe und ich dann aus allen Wolken falle, weil das Ergebnis nicht gut ausfällt und das dann wieder einen derben Rückschlag verursacht. Immerhin schon mal gut zu wissen, dass es im Worst-Case noch Optionen gibt. Wüsste nur gerne ob da überhaupt das Risiko gibt oder die mit sich reden lassen... Na ja, ich versuch mal nicht weiter drüber nach zu denken. Anscheinend dauert es zum Termin auch wohl eh noch was. Bis dahin werde ich noch mal ein weiteres medizinisches "Essay" über meine Lage verfassen.

Danke auf auf jeden Fall für die ermutigenden Worte.

Übrigens, konnte jetzt auch die Sachbearbeiterin bei der DRV erreichen. Sie war sehr sehr freundlich, konnte zwar zu den Unterlagen selbst nicht viel zu sagen, nur wo sie gerade sind, aber mir Stellen geben die Beraten können und wie ich das mit der Schweigepflichtsentbindung handhaben sollte. Finde ich nebenher immer ganz interessant: Ich habe Grundweg immer sehr positive Erfahrung mit SBs bei der Kranken,- und Rentenversicherung, immer sehr freundlich, kein Zeitdruck und die helfen einen immer sehr gut. Alles läuft problemlos. Nicht mal irgendwelche förmlichen Anträge sind nötig, "wie telefonisch besprochen" - in 2 Tagen sind Unterlagen oder Geld da.

Ganz im Gegensatz zu Ämtern. Da trifft sich genau das Gegenteil. Die sind auch grundsätzlich immer so drauf als hätte man sie persönlich aus der Mittagspause geholt und würde mit unwichtigem Kram nerven, dabei geht es da ja wirklich um Existenzen statt um 2,50€ Fahrtgeld etc.. Wenn ich dann noch sehe das in Jobcenter haufenweise Security herum stehen muss, und sogar Taschen Überprüfungen macht (was sie nicht mal dürfen, da nicht Polizei etc) - Ja stelle ich mir echt keine Fragen mehr....

Lieben Gruß
 
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