Ambulante Therapie abgelehnt (Thema Alkohol -und Drogenentzug) (1 Betrachter)

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stuu

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Hallo Leute,
ich weiss nicht ob das Thema so gut in dieses Forum hier passt,aber ich poste einfach mal und vielleicht hat jemand von euch nen Plan.
Ein Freund hat bei der Deutschen Rentenversicherung eine ambulante Therapie beantragt,da er vom Alkohol wegkommen will( hat auch lange Zeit Marihuana konsumiert,moechte sein Leben neu aufbauen).
Er ist derzeit arbeitslos und bekommt ALG2.Allerdings ist er entschlossen im Rahmen der Therapie einen Job zu finden,was auch durch die Therapiestelle unterstuetzt wird (an einem Tag in der Woche haben die sone Art Jobboerse,Bewerbungshilfestellung).Der Traeger hat ihm auch bereits eine Bestaetigung gegeben ,dass er sofort mit der Therapie anfangen koennte.
Nun macht ihm die Rentenversicherung aber einen Strich durch die Rechnung.Sie schreiben das sie ihm eine STATIONÄRE Therapie in Einrichtung ..... genehmigen,aber keine AMBULANTE,da er ja arbeitslos sei.
Er moechte aber auf keinen Fall stationÀr,was er auch mit angestrebter Arbeitsaufnahme und dem bestehen eines guten sozialen Umfeldes ( langjaehrige Freundin,drogenfreier Haushalt,Familie) begruendet hat.
Es wuerde ihm seiner Meinung nach mehr bringen 1 Jahr lang zur Therapie zu gehen ( vorher 14 Tage stationaere Entgiftung ) und nebenbei wieder in eine Arbeit zu kommen,anstatt 3,5 Monate stationaer zu sein und dann wieder auf sich selbst gestellt.
Zur Frage:
Was kann er nun konkret machen ?Ist ein Widerspruch sinnvoll und wie sollte er begruendet werden?Wo kann man Hilfe erhalten( er war bereits bei der Drogenberatung,die mit ihm auch zusammen den Antrag ausgefuellt hat)?
 

ZynHH

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Er sollte sich wieder an die Beratende Stelle wenden, auch seinen Hausarzt einbinden. Den Widerspruch genau so wie hier eben beschrieben begrĂŒnden.

Hat er schon mal eine Therapie gemacht?
 
E

ExitUser

Gast
--- Pro ambulant ---


1.) Das gewohnte Umfeld (Familie, Freunde, Arbeit) bleibt erhalten und kann integriert werden.
2.) Therapie und Alltag greifen ineinander; Probleme können sofort besprochen werden
3.) Der Arbeitsplatz muss nicht verlassen werden
4.) Bei RĂŒckfallgefĂ€hrdung nach dem Entzug ist eine schnelle alltagsnahe Intervention möglich
5.) Die Behandlung ist kostengĂŒnstiger

--- Kontra ambulant ---


1.) SuchtverstÀrkende und -erhaltende Faktoren im sozialen Umfeld bleiben erhalten (trinkende Freunde etc.)
2.) Gruppentherapie und geregelter Kontakt zu Selbsthilfegruppen nicht ĂŒberall gewĂ€hrleistet
3.) Keine medizinische 'Rund-um-Betreuung'
4.) Geringeres therapeutisches Angebot als in der Klinik


Ich wĂŒrde dir zu folgendem "Modell" raten.

+++ Integrierte stationÀr-ambulante Rehabilitation

z.B. 12 Wochen stationÀr, 26 Wochen ambulant möglich

::: ALKOHOLISMUS-HILFE ::: Alkoholentzug, Entgiftung und Entwöhnung bei Alkoholsucht.
 

Martin Behrsing

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er soll einfach Widerspruch einlegen. Die BegrĂŒndung, man sei arbeitslos und deswegen stationĂ€re Therapie, ist ja nun nicht wirklich eine BegrĂŒndung. Könnte man ja auch sagen, weil gerade Flut ist, gibt es nur eine stationĂ€re Therapie.

Allerdings sollte man bedenken, dass abulante Therapieen, insbesondere wenn man vorher noch nie eine gemacht hat, kaum zum Erfolg fĂŒhren. Warum sollte Dein Freund da eine Ausnahme sein?
 

stuu

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Nein,er ist 30 Jahre alt und hat noch nie eine Therapie gemacht.
Ich werd ihm sagen unbedingt schnellstmoeglichst zur Drogenberatungsstelle zu gehen um mit denen zusammen einen Widerspruch zu formulieren.Weiss nicht inwiefern der Hausarzt da jetzt helfen koennte ( der hat ihn wohl fuer den Therapieantrag begutachtet,aber wirkte wohl auch eher lustlos,koennte ihm wohl nicht wirklich weiterhelfen).
Weiss denn jemand ob nen Widerspruch erfolgreich sein koennte?Kann das sein das die das immer zuerst ablehnen?
 

ZynHH

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Jede Therapieform hat im Einzelfall ( und das ist jede Therapie) ihre Berechtigung und hat dort Erfolge. NatĂŒrlich macht es Sinn, sich so viel UnterstĂŒtzung wie nur möglich zu holen um der Sucht zu widerstehen. Viel GlĂŒck.
 

stuu

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Sicherlich ist eine Stationaere erstmal effektiver,aber er moechte,aufgrund oben genannter Gruende,defintiv Ambulant machen.
Theoretisch koennte er hinterher ja immer noch in die Stationaere gehen.Gut,das wuerde dann auch hoehere Kosten fuer die Kassen bedeuten und da stationaer wohl hoehere Erfolgsaussichten hat, genehmigen sie ihm eben nur das.Naja,die Sache mit der Arbeitslosigkeit macht fuer mich aus zwei Gruenden schon Sinn.Einmal nimmt er damit vielleicht Therapiewilligen in Arbeit nen Platz weg und zudem ist die Rueckfallquote beim rumhaengen hoeher,als wenn man durch Arbeit abgelenkt ist.
Aber letztendlich muss das doch jeder selber wissen und er will ja auch in ein Arbeitsverhaeltnis kommen.
 

ZynHH

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Stuu, macht den Widerspruch. Die DRV versucht natĂŒrlich im Erstfalle die stationĂ€re Reha zu verordnen, da die Aussicht , frei von Suchtgedanken die Reha zu beenden höher ist als bei einer ambulanten Reha. Versucht gut zu begrĂŒnden warum ihr die ambulante fĂŒr erfolgversprechender haltet.

Und bestehe darauf das die stationÀre angetreten wird sollte eine ambulante wieder abgelehnt werden.

macht den Widerspruch zusammen mit der stelle die euch beim erstantrag geholfen hat.
 

stuu

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Danke fuer eure Hilfe soweit.Ich hoffe das sich fuer ihn da alles noch zum Guten wendet.Hat denn jemand hier in Forum schon mal Widerspruch in aehnlicher Angelegenheit eingereicht?
Ich muss auch noch dazu sagen ,dass er die Ambulante sofort beginnen koennte und auf nen Platz stationaer nochmal eben 6 Monate warten mĂŒsste.
Gruende fuer den Widerspruch sind also:
-sofortige Aufnahme ambulant moeglich,stationaer waere mit Wartezeit verbunden
-gewohntes Umfeld bleibt erhalten und unterstuetzt Vorhaben
-Arbeitsaufnahme wird angestrebt und auch von Therapiestelle unterstuetzt
 

alexander29

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Ich weiss nicht, ob das möglich ist (meiner Meinung nach schon); dass der Arzt ihm die ambulante Therapie verordnet, ganz normal gezahlt von der Krankenkasse.

Schließlich kann ja auch jeder eine ambulante Therapie machen, oder in die Tagesklinik gehen bei psychischen Problemen.
Weshalb sollte es bei einer Suchterkrankung anders sein.
 
E

ExitUser

Gast
Hallo,

ist das eine spezielle ambulante Therapie? Denn normalerweise sollte es so gehen, wie alexander schreibt: der Arzt ĂŒberweist einen und die Krankenkasse zahlt.

Widerspruch einlegen gegen den Bescheid kann nicht schaden; und die BegrĂŒndung der DRV ist :confused:

Allerdings stimmt es schon, dass bei Suchterkrankungen der Verlauf eigentlich so ist: erst stationĂ€r und anschließend dann ambulant. Viele ambulante Therapeuten nehmen Leute mit Suchterkrankungen nur nach vorheriger stationĂ€rer Therapie.
Und oft ist gerade das gewohnte Umfeld mit ein Grund dafĂŒr, dass die Leute weitertrinken. Je wohlmeinender die sind, desto schlimmer. Stichwort Co-AbhĂ€ngigkeit. Sinnvoll ist es da schon, erstmal rauszukommen aus dem gewohnten Umfeld.
Aber was nutzt es, wenn Dein Freund partout nicht will.

LG
 

stuu

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im Falle einer Suchterkrankung ist man ja in der Zeit nicht erwerbsfaehig,jedenfalls gibt es da gesonderte Bestimmungen,welche ich jetzt auch nicht so genau weiss.Jedenfalls ist bei einer Drogentherapie ( Alkohol eingeschlossen ) die Therapie bei der DRV zu beantragen.
Es wird damit argumentiert das er ja arbeitslos sei und somit genug Zeit fuer ne Stationaere haette.Spezielle Therapie ist es in dem Sinne das die Therapie ja ganz anders verlaeuft wie eine Psychotherapie.Man geht mehrmals die Woche in eine Einrichtung mit Gruppentherapie und auch Einzeltherapie,darueber hinaus finden noch andere Aktivitaeten statt.Im Vorfeld muss man sich einem 2-woechige stationaeren Entzug stellen.
 

Muzel

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Zeit des Patienten, rechtfertigt keine Therapie. Lass dir doch mal die sozial medizinische Stellungnahme zu deinem Antrag schicken.
 

alexander29

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Er moechte aber auf keinen Fall stationÀr,was er auch mit angestrebter Arbeitsaufnahme und dem bestehen eines guten sozialen Umfeldes ( langjaehrige Freundin,drogenfreier Haushalt,Familie) begruendet hat.
Es wuerde ihm seiner Meinung nach mehr bringen 1 Jahr lang zur Therapie zu gehen ( vorher 14 Tage stationaere Entgiftung ) und nebenbei wieder in eine Arbeit zu kommen,anstatt 3,5 Monate stationaer zu sein und dann wieder auf sich selbst gestellt.
Das gute soziale Umfeld hat ihm ja auch nicht in der Zeit der Krankheit geholfen, weshalb sollte das Umfeld ihm in der Zeit der Therapie helfen.
Des weiteren ist die RĂŒckfallquote bei dieser Krankheit sehr hoch.

Er sollte sich gut ĂŒberlegen, ob nicht doch eine stationĂ€re Therapie; evtl danach eine ambulante Therapie, in Frage kommt.

Falls nein, Widerspruch einlegen, denn die BegrĂŒndung der RV ist natĂŒrlich Blödsinn.

Viell ist auch an eine einstweilige Anordnung beim Sozialgericht zu denken.
Schließlich ist es ihm nicht zuzumuten, noch viele Monate auf die Entscheidung zu warten.
 

Holger01

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Was kann er nun konkret machen ?

Ist ein Widerspruch sinnvoll und wie sollte er begruendet werden?

Wo kann man Hilfe erhalten( er war bereits bei der Drogenberatung,die mit ihm auch zusammen den Antrag ausgefuellt hat)?
Als erstes sollte er "trocken" werden, jeglichen Alkoholkonsum unterlassen.

Wenn er es schafft, gut. Wenn er es noch nicht schafft, sollte es ihm zur Einsicht in seine AlkoholabhÀngigkeit verhelfen.
Dann wird es spÀter klappen.

Ein Widerspruch hat kaum Erfolgsaussicht, solange er nicht berufstĂ€tig ist. Aus therapeutischer Sicht ist der Wert einer ambulante Suchtbehandlung ohne gesicherte Tagesstruktur gering bis =Null. Das liegt einfach in der Struktur der Suchterkrankung begrĂŒndet.

Viele Suchtkranke scheuen die stationĂ€re Therapie, weil es dort "ans Eingemachte" geht. Das muss dem Suchtkranken nicht einmal bewußt sein. Denn die Sucht steckt ĂŒber weite Bereiche im Unterbewußtsein.

Denn anderenfalls wÀre es ja einfach: Man entscheidet einfach, nicht mehr zu trinken, oder nach 3 GlÀsern aufzuhören... Beim Suchtkranken funktioniert das nicht, weil die Sucht durch den Verstand allein nicht kontrollierbar ist.

Im Ergebnis schlage ich vor, dem Freund zur stationÀren Therapie zu raten. Wenn er seine Alkoholprobleme ernsthaft lösen möchte, wenn er bereit ist, abstinent zu werden, dann ist dies in seiner Situation die bessere Wahl.

Und was soll's: Was sind schon 3, 4 oder 6 Monate Therapie im Vergleich zur weiteren Arbeits- und Lebenszeit? Der zu erreichende Erfolg ist es allemal wert.
 

Holger01

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Die Drogenberatung wird ihm bis zum Antritt der stationÀren Therapie helfend zur Seite stehen.

Falls es dort TerminengpĂ€sse oder andere Probleme gibt: Auch Awo, Caritas und Diakonie bieten kostenlose ambulante ÜberbrĂŒckungstherapien an, z.B.

Drogen- und Suchtberatung Strausberg (untere SeitenhÀlfte)

Caritasverband der Erzdiözese MĂŒnchen und Freising e.V. - Fachberatung und Therapiearten

Suchtberatung von Diakonie & Evangelischer Kirche


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