Erfahrungsbericht Altersarmut | Immer mehr Senioren sind arm. Habt Ihr Euch schon mal Eure Renteninformation genauer angeschaut? Werdet Ihr auch bei Renteneintritt von Altersarmut betroffen sein?

Altersarmut Immer mehr Senioren sind arm


Quelle:
Norddeutscher Rundfunk
Anstalt des öffentlichen Rechts
Hugh-Greene-Weg 1
22529 Hamburg
 

Woodruff

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
25 Juni 2006
Beiträge
3.319
Bewertungen
2.383
Ob wohl ich über 35 Jahre in Vollzeit gearbeitet habe. werde ich nur eine Rente mit ergänzender Grundsicherung bekommen!

Habe zwei qualifizierte Berufsausbildungen.

Mit ein Grund für diese niedrige Rente ist auch, dass Frauen bei gleicher Qualifikation schlechter bezahlt wurden. Ohnehin gab es im Handel nicht gerade angemessene Gehälter.
 
Zuletzt bearbeitet:

VogelimKopf

Elo-User*in
Mitglied seit
2 August 2020
Beiträge
89
Bewertungen
9
Bin nun 27, gerade mit dem Studium fertig und habe bislang nur einen Monat sozialversicherungspflichtig gearbeitet. Dazu bin ich psychisch angeschlagen... Also ja, ich gehe fest davon aus, dass ich später dumm dastehen werde, wenn sich an der Rentenpolitik nichts ändert.
 

Woodruff

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
25 Juni 2006
Beiträge
3.319
Bewertungen
2.383
Bin nun 27, gerade mit dem Studium fertig und habe bislang nur einen Monat sozialversicherungspflichtig gearbeitet. Dazu bin ich psychisch angeschlagen... Also ja, ich gehe fest davon aus, dass ich später dumm dastehen werde, wenn sich an der Rentenpolitik nichts ändert.

Hast Du mal daran gedacht, eine Berufliche Reha zu machen?

Ich habe mit Mitte 40 eine Umschulung aus psychischen Gründen absolviert.
Ich finde, in Deinem Alter gibt es noch gute berufliche Perspektiven.

Deine psychische Erkrankung ist auch keine Einbahnstraße, denn alles kann sich noch zum positivem verbessern bzw. stabilisieren.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
3.654
Bewertungen
8.341
Ich bekomme wegen EM-Rentenbezug keine Renteninformation mehr. Werde aber im Alter arm sein. Dafür gibt es mehrerer Gründe. Die Hauptgründe sind: Arbeitsmarkt zu angespannt, psychische Krankheit und einen Fehler, den ich nach der deutschen Wiedervereinigung gemacht habe. Das ging nicht mehr auszugleichen.
 

franzi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.980
Bewertungen
1.656
Ich werde auch nur Grusi bekommen, trotz mehrerer Berufsausbildungen.
Längere Zeiten der Arbeitslosigkeit aufgrund mangelnder Stellenangebote, trotz Verzicht auf Familiengründung, um immer flexibel zu bleiben.
Dann gesundheitliche Probleme (ab 1998), die immer größer wurden. Chronische Erkrankungen, die nicht heilbar sind.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
3.654
Bewertungen
8.341
Tja den Verzicht auf Familie und Privatleben, das kenne ich trotzdem auch, und Verzicht auf Zeit und Geld.
Hat leider alles nix genutzt.
 

franzi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.980
Bewertungen
1.656
Ich war immer maximal flexibel einsetzbar, auch bereit für Sonn- und Feiertagsarbeit, habe längere Zeit auch in Nachtschicht gearbeitet.
Wäre bereit gewesen, täglich bis zu 70 km zu pendeln.
Ich hatte immer realistische, nicht übertriebene Gehaltsvorstellungen. Aber dazu kam es ja nicht einmal, bei Vorstellungsgesprächen war das nie Thema.
Wenn ich geheiratet hätte, hätte ich jetzt vielleicht eine nette Familie und wäre Hausfrau.
Mir graut schon vor dem Alter. Alleine (wer nimmt schon eine ALG II-Frau), krank und einsam.
 

VogelimKopf

Elo-User*in
Mitglied seit
2 August 2020
Beiträge
89
Bewertungen
9
Hast Du mal daran gedacht, eine Berufliche Reha zu machen?
Sollte man dafür nicht eine Ahnung haben, in welchem Berufsfeld man nicht mehr arbeiten kann und warum?
Mein Studium war nicht berufsspezifisch. Und ich bin nun ziemlich orientierungslos... Wohl das, was meine psychischen Probleme mit am meisten befeuert.
 

Mutant

Elo-User*in
Mitglied seit
20 Oktober 2020
Beiträge
42
Bewertungen
48
Das Leben ist eine lange Straße, die man mit verbundenen Augen beschreitet.
Es lauern Schlaglöcher und Fallgruben auf den, der sie geht.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
3.654
Bewertungen
8.341
In größeren Städten gibt es in AfA eine Akademikerberatung, die können da vielleicht auch weiter helfen.
Mein Studium war nicht nur berufsspezifisch, sondern auch branchenspezifisch. Die Branche war eine der allerersten, die mit der Wiedervereinigung weg war.
Bei einem nicht so spezifischen Studium könnte man flexibler sein, vielleicht wäre Nachschulung nötig.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
3.654
Bewertungen
8.341
Wenn für dich nur das JC zuständig ist, könnte dir in der Tat die Rehaberatung besser helfen als das JC. Manche JCs habe auch eine Rehaberatung oder eine Akademikerberatung (letzteres allerdings selten).
Dass Studienabsolventen im JC nicht gut aufgehoben sind (gilt besonders für die Maßnahmeträger), dürfte klar sein.

Bei dir ist die Altersrente allerdings noch sehr weit weg zeitlich.
 

Woodruff

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
25 Juni 2006
Beiträge
3.319
Bewertungen
2.383
Wäre bereit gewesen, täglich bis zu 70 km zu pendeln.

Zwei Jahre lang hatte ich mal einen Anfahrtsweg von ca.100 km (ein Weg) zur Arbeitssätte.

Dann habe ich es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geschafft, auch privat blieb vieles dadurch auf der Strecke.
 

franzi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.980
Bewertungen
1.656
Weites Pendeln ist natürlich keine Dauerlösung, aber es wäre eine Einstiegsmöglichkeit gewesen, die ich auf mich genommen hätte.
Damals waren Bahntickets auch noch bezahlbar. Privatleben gab es ja nicht. Mein Leben bestand nur aus Arbeiten-Essen-Schlafen.
 

Samsara

Elo-User*in
Mitglied seit
18 Mai 2010
Beiträge
284
Bewertungen
572
Ja, ein Blick in den Rentenbescheid ist wirklich sehr aufschlussreich - und oft auch deprimierend.

Übrigens,
zum Unwort des Jahres sollte der schleimige, verharmlosende Begriff "armutsgefährdet" gewählt werden.
Die künftigen Rentner sind, nach lebenslangen prekären Beschäftigungsverhältnissen und ständig weiter sinkenden Löhnen, im Alter nicht nur "armutsgefährdet", sondern leben ganz real am und mit dem Existenzminimum.

Auch dieser Beitrag versucht die Ursachen hierfür dem Einzelnen "in die Schuhe zu schieben":
Die im Film vorgestellte Rentnerin,
hat halt drei (!!!) Kinder bis zum 10. Lebensjahr zuhause betreut.
Sie hat nur in Teilzeit gearbeitet.
Da kann sie nichts anderes erwarten.
Die Kinder können sich ja dann auch um sie kümmern.

Ganz besonders schlimm wird es,
wenn die ältere Dame ihre hübsche, kleine Wohnung im teuren München einmal verliert.
Vielleicht, weil ihr Vermieter stirbt oder weil er das Haus verkauft, oder saniert, oder, oder, oder ... .
Mag mir gar nicht ausmalen, wie schwer eine Wohnungssuche im höheren Alter und im Grundsicherungsbezug sein wird,
vor allem wenn man keine Kinder hat.

Dass das alles so ist, hat mit dem Einzelnen eher wenig zu tun!
Wenn ein Staat sich das Ziel gesetzt hat, den größten Niedriglohnsektor weit und breit zu haben, Zeitarbeit und prekäre Beschäftigung gesellschaftsfähig macht und zur Norm erklärt, um "die Wirtschaft zu stärken und mit asiatischen Ländern konkurrieren zu können", bleiben die später zu erwartenden auskömmlichen Renten für den Einzelnen natürlich auf der Strecke.

Dass die Renten in immer mehr Fällen nicht mehr bedarfsdeckend und existenzsichern sind, hat weniger mit der eigenen Biographie zu tun, als mit dem politischen und wirtschaftlichen Willen, die Gesetzliche Rente zu schwächen und auszuhöhlen. Profitieren sollen davon die privaten Versicherungsunternehmen. Es geht um Privatisierung, wie überall.

Ich habe noch im Ohr, als schon vor Jahr und Tag gesagt wurde:
"Wir modernisieren das Rentensystem: die jetzigen Rentner haben Bestandsschutz und sind noch vollumfänglich versorgt. Die junge Generation wird sich dann aber privat rentenversichern durch: Riester, Rürup, Betriebsrenten, Wertpapierdepots, Immobilien, etc. Und die eine Generation dazwischen, opfern wir, die hat eben Pech gehabt: für sie rechnen sich private Versicherungen rein alterstechnisch gesehen kaum noch. Sie hat zwar sehr viel eingezahlt für die, die vor ihnen in Rente gegangen sind, aber selbst bekommen sie aus dem System nichts mehr heraus. Es ist halt ein Systemwandel und Umbruch. Und den nehmen wir am besten dann vor, wenn die "Babyboomer" ins Rentenalter kommen. Da machen wir den meisten Gewinn."

Und keiner sagt in solchen Berichten,
dass darum schon über Jahre die Rentenpunkte pro Beschäftigungsjahr, Studium, etc. massiv gesenkt oder sogar abgeschafft wurden. Ellenlange, intransparente Zahlenkolonnen in den Renten-Auskünften, die niemand verstehen soll, vernebeln genau diesen Fakt.

Auch die Anhebung des Rentenalters hat diesen Sinn: es handelt sich dabei um reine Rentenkürzungen.
Und bei 67 Jahren - ist noch lang noch nicht Schluss.

Noch ein weiterer wichtiger Faktor ist,
dass durch die prekären Arbeitsverhältnisse und Niedriglöhne die Einnahmen der DRV sinken.
Ein Unding, dass sich Besser- und Bestverdiener von Zahlungen an die Rentenversicherung befreien können.

Und zum Schluss: kennt Ihr den?
Sagt die SGB II Integrationsfachkraft zu ihrem Kunden (60+):
"Wenn Sie jetzt noch den Staplerführerschein machen, oder den Schein zur Personenbeförderung,
können Sie beruflich noch einmal so richtig durchstarten - und noch fleißig Rentenpunkte sammeln!" :icon_lol:

PS:
Alles bekannt, ich weiß!
Muss man sich aber trotzdem immer mal wieder ins Gedächtnis rufen, denke ich.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
3.654
Bewertungen
8.341
Vom Pendeln kann ich auch ein Lied singen.
Zuviele Jahre, zuviele Stunden, zu lange Strecken. Längster Arbeitsweg 11 oder 12 Stunden.
Verdienstausbeute für diesen Wahnsinn: Fast nix gemessen an der Zeit.
Da bleibt zwangsläufig zu viel auf der Strecke.
Näher möchte ich es nicht ausführen.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
3.654
Bewertungen
8.341
Damals waren Bahntickets auch noch bezahlbar.
Fernpendeln plus Tagespendeln war damals selbst für einen gut bezahlten Hilfsarbeiter schon ein Zuschussgeschäft, fuhr man mit der Bahn. Die Auslöse reichte nicht dafür.

@Samsara
Du prangerst das zurecht an. Doch die ersten Babyboomer sind schon länger in Rente, dachte ich? Geburtsjahre 1950 und wenige Jahre später dürften schon in Rente sein, die ersten schon länger.
 

bondul

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
25 Mai 2019
Beiträge
818
Bewertungen
2.105
Sollte man dafür nicht eine Ahnung haben, in welchem Berufsfeld man nicht mehr arbeiten kann und warum?
OT:
Wenn dein Antrag auf Alg II bearbeitet wurde, wird das Jobcenter mit dir eine Eingliederungsvereinbarung schließen wollen, dabei kannst du einfordern, zunächst deine Erwerbsfähigkeit feststellen zu lassen. Wenn es (endlich) so weit ist, meldest du dich bitte hier noch einmal - VOR dem Abschließen einer EGV.​
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
25.422
Bewertungen
28.154
Ich verdiene zwar gut, ob die Rente in 10 Jahren mal reicht, weiss ich trotzdem nicht, habe frühzeitig angefangen privat vorzusorgen, aber da sind eben auch viele Unbekannte in der Recnung.

Viel wichtiger als die Renteninformation isterstmal der Versicherungsverlauf. Früher wurde der mal automatisch mitgeschickt, heute will man wohl Papier sparen und man muss ihn extra anfordern.

Den sollte man genau prüfen und wenn da etwas nicht stimmt, das korrigieren lassen. Jeder Monat, der dort fehlt, kann sich auf die Rente auswirken.
 

Mutant

Elo-User*in
Mitglied seit
20 Oktober 2020
Beiträge
42
Bewertungen
48
Viel wichtiger als die Renteninformation isterstmal der Versicherungsverlauf. Früher wurde der mal automatisch mitgeschickt, heute will man wohl Papier sparen und man muss ihn extra anfordern.
Zuletzt habe ich einen Versicherungsverlauf mit der Renteninformation im Jahr 2018 erhalten. Gut, aber daran ändert sich ja in der Regel nichts, außer in den Jahren, die dazukommen. Klar: so einen Versicherungsverlauf benötigt man zur Kontrolle, bevor es mit der Rente "ernst" wird. Aber jedes Jahr zwischendrin...?
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
19.065
Bewertungen
26.247
Das Leben ist eine lange Straße, die man mit verbundenen Augen beschreitet.
Es lauern Schlaglöcher und Fallgruben auf den, der sie geht.
Fünf Kapiteln


1.
Ich gehe die Straße entlang.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren.
Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann es nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

3.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein ... aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5.
Ich gehe eine andere Straße.





Portia Nelson​

Mir hilft das täglich...

Btt:
Ich werde auch eine Rente bekommen, die nicht reichen wird. Hab ich aber selbst verschuldet, da ich viele Jahre selbstständig war und keine Rentenbeiträge eingezahlt habe. Nun müssen die 17 Jahre mit Beiträgen reichen, 770€ plus Hilfe zum Lebensunterhalt. Ich bezweifle, das sich bis zu meiner Altersrente noch etwas zum positiven ändert. Jetzt erstmal EMR beantragen....
 
Zuletzt bearbeitet:

Woodruff

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
25 Juni 2006
Beiträge
3.319
Bewertungen
2.383
Ich verdiene zwar gut, ob die Rente in 10 Jahren mal reicht, weiss ich trotzdem nicht, habe frühzeitig angefangen privat vorzusorgen, aber da sind eben auch viele Unbekannte in der Recnung.

Wem das finanziell möglich ist, der kann das natürlich gerne auch machen.

Ich hätte auch gerne so eine zusätzliche Absicherung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten