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Alternativen zur WfbM als "psychsich Kranker"

Nothing

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#1
Moin moin allerseits,

ich hoffe, ich bin hier richtig mit meinem Anliegen - wie der Titel schon andeutet, bin ich, als jemand mit psychischen Problemen (Depris, Angstörungen), seit ca. 5 Monaten freiwillig in einer WfBM im Berufsbildungsbereich beschäftigt. Ich bin ausgebildet, habe viele Jahre Berufserfahrung hinter mir, bin halt durch ständige starke Überlastung udn maximale Ausnutzung meiner Fähigkeiten irgendwann krank geworden. Freiwillig deswegen, weil ich bis mindestens Mitte 2016 voll erwerbsgemindert bin und die sogenannte "Teilhabe am Arbeitsleben" oben drauf gesetzt wurde, d.h. beende ich die Teilhabe aus jedweden Gründen, falle ich automatisch wieder auf die Erwerbsminderungsrente zurück. Es besteht, bis auf den finanziellen Verlust, also kein Zwang zur Maßnahme.

Nun ist es so, das mir die WfbM überhaupt nicht zusagt. Es ist weniger die Arbeit ansich, sondern der Umgang mit der sogenannten "Klientel" und mich als Betroffener. Ich komme eigentlich nur jeden morgen, arbeite innerhalb von sechs Stunden mein Zeug herunter und gehe wieder. Wie es mir dabei geht, ob ich irgendwo Probleme habe, was man für mich tun kann, wurde eigentlich noch nie gefragt. Ganz im Gegenteil - eigentlich besteht kaum bis gar kein Kontakt zu den "Anleitern" und im "Fehlerfall" kann es schon mal relativ schnell "in der Bude rauchen". Darauf nehmen die keine Rücksicht.

Es verhält sich eigentlich wie auf dem ersten Arbeitsmarkt, nur mit dem "Benefit", Pause machen zu können, wie es für einen selbst nötig erscheint.
Ansonsten arbeite ich im Verhältnis gesehen - und das ist sehr schädlich für meine Prognose - auch sehr viel und gut, was sich aber letzlich auf mein Befinden niederschlägt, denn es sind genau die gleichen Zustände wie früher - für nicht gegebene Anerkennung schaffen bis zum Umfallen und keinen interessiert es. Ich selbst kann mich nicht einschätzen, wann es zuviel und wann es zu wenig für mich ist. Es war mal wieder zuviel für mich, deswegen bin ich nach fünf Monaten z.Zt. daheim, weil ich einen bösen "Backflash" hatte und meine Krankheitssymptome wieder hochkamen.


Auf Rückfrage hin, ob solche Zustände in dieser WfbM normal sind, hieß es, das die anleitenden Personen keinen therapeutischen Auftrag haben - was ich sehr unschlüssig finde, denn wie soll eine zielgerichtete Rückführung auf den ersten Arbeitsmarkt von statten gehen, wenn bei jemandem, der psychische Probleme hat und bei dem die Arbeit als Problemfaktor Nummer eins im Bezug auf die Gesundheit ist und somit die ganze Teilhabe Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat?

Ich habe so den Eindruck, als wollten sich die "Anleiter" selbst die Arbeit vom Hals halten und nehmen dafür auch einen relativ "kruden" Umgang in Kauf. Die sagen sich wahrscheinlich, haja, das Geld (und es ist ja nicht wenig, was der Rententräger jeden Monat an die Einrichtung zahlt - 1000 Euro pro "Klient" werden es schon sein) kommt ja sowieso und geplant ist das innerbetriebliche Abstellgleis, also was sollen wir da auch groß tun. Die wären ja dumm, sich die eigene künftige Belegschaft weg zu "therapieren". Ich höre dies eigentlich ständig von der Belegschaft, die den gleichen Weg wie ich ging und aus den selben Gründen kam - gebracht hat es ihnen nichts. Quasi für null beschäftigt, letzlich als Lebenserhaltungsmotor für ein Gesamtkonstrukt.

Ich habe derzeit nicht einmal eine externe Betreuung , d.h. zumindest eine ambulante Therapie (Stunden mehr oder minder sinnlos aufgebraucht).

Daher meine Frage - gibt es denn für Menschen wie mich eine Alternative zur WfbM, die auch eine gezielte Rückführung auf den ersten Arbeitsmarkt anbietet, neben einer Tätigkeit aber wenigstens Rücksicht auf die Belange der betroffenen Menschen nimmt?

Ich selbst finde immer nur das "entweder-oder"-Schema. Entweder man ist so krank, das neben einer verschärften externen Betreuung eine wirtschaftliche Minimalstleistung angestrebt wird, oder es wird das "volle Kanne" Trainingsprinzip angeboten, das eigentlich nur aus beruflichem Training und überhaupt kein psychologisch begleitender Background besteht. Ist das "draußen" die Regel, das es kein ausgewogenes Angebot gibt?

Viele Grüsse & Danke
 

gelibeh

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#2
Ansonsten arbeite ich im Verhältnis gesehen - und das ist sehr schädlich für meine Prognose - auch sehr viel und gut, was sich aber letzlich auf mein Befinden niederschlägt, denn es sind genau die gleichen Zustände wie früher - für nicht gegebene Anerkennung schaffen bis zum Umfallen und keinen interessiert es.
Was nutzt Dir eine andere Maßnahme, wenn dieses Problem nicht aus der Welt geschafft ist. Das kann eine Maßnahme ja gar nicht bieten. Ich kenne auch keine. Denk im Moment nur an Deine Gesundheit und gib die Tätigkeit dort auf, besonders weil sich dort niemand wirklich kümmert und Ahnung hat. Dort werden, wie in so vielen anderen Maßnehmen auch, nur Gelder abgegriffen. Ich glaube kaum, dass das woanders besser ist.
 

Nothing

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#3
Danke für deine Antwort. Ich habe vielleicht gehofft, das es irgendwo eine Maßnahme gäbe, die etwas zielgerichteter und menschlicher arbeitet.
Aber ich verstehe schon gar nicht, wie man so etwas überhaupt anbieten kann.

Ich sag mal so - es gibt Menschen mit Defiziten, die schon ein Leben lang bestehen. Die sind (vielleicht) dankbar dafür, überhaupt etwas zur Gesellschaft beitragen zu können. Das bin ich natürlich auch - aber hier tut sich mir ebenfalls der Verdacht auf, das man eben "zahlungskräftige Kunden" an Land zieht und eben so weit "nicht therapiert", so das sie am Ende in der Werkstatt versauern - davon profitieren ja letztlich alle, vom Anbieter, über den Abnehmer, nur nicht der Betroffene. Irgendwo hat das sogar Methode, wie vieles andere auch; merkt man ja, wenn sogar Hartz4-Bezieher dorthin "krankverwiesen" werden. Wenn man einmal dort ist, kommt man nicht mehr heraus, da bin ich mir sicher. Es heißt ja, das die WfbM eine Vermittlungsquote von insgesamt nicht mal 1% haben. Das ist ein Trauerspiel.


.Ich möchte wieder gesund voll im Arbeitsleben stehen. Mehr will ich gar nicht. Stattdessen ist es gefühlt ein immer größeres Absteigen, anstatt das es mal vorwärts geht. Und das seit Jahren. Von wegen, "die Hoffnung stirbt zuletzt".

Ja, da wird mir nichts anderes übrig bleiben, als auch wieder diesen Versuch zu beenden. Es ist ein Trauerspiel.

Grüssle
 

gelibeh

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#4
Wenn Du die Ursache nicht in den Griff bekommst, dann sieht das schlecht aus auf dem Arbeitsmarkt. Ich bin ja auch so eine Kandidatin gewesen, die gearbeitet hat wie eine Blöde. Der Arbeitgeber hat sich gefreut. Als ich dan nicht mehr konnte, kam ganz schnell die Kündigung. Ich bin jetzt wegen anderer Dinge Rentnerin und lasse mich nicht mehr unter Druck setzen und setze mich auch selber nicht mehr unter Druck. Man hat mich auch ohne das lieb(oder nicht)
 

Caye

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#5
Es gibt spezielle Maßnahmen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation psychisch Kranker. Sowas hatte ich mir hier vor Ort mal angeschaut, war damals aber nicht fit genug dafür - wie die Qualität einer solchen Rehamaßnahme ist, ist mir also nicht bekannt. Ich denke aber, dass es da zwischen verschiedenen Trägern sicher ne Menge qualitative Unterschiede gibt. Wenn die vernünftig arbeiten, kann ich mir auch gut vorstellen, dass die Ergebnisse weitaus besser sind, als die, die man in einer allgemein gehaltenen Rehamaßnahme erreichen würde. Man kann psychisch Erkrankte nicht rehabilitieren oder umschulen wie Leute, die körperliche Beschwerden haben.

Um wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen, ist sowas wohl ne weitaus bessere Alternative als eine WfbM - wie du ja selbst erkannt hast, ist das eh nicht deren Absicht. Aber wenn die volle Rente schon durch ist, würd ich es mir überlegen, das Risiko, zu schnell wieder gesundgeschrieben zu werden, einzugehen.

Um sich eine gesunde Beschäftigung zu suchen, braucht man keine WbfM. Da kann man auch in der Suppenküche helfen, Kindern aus bildungsfernen Haushalten Nachhilfe erteilen, urban gardening betreiben, Spielplätze sauber halten oder worauf immer man Lust hat.
 

Muzel

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#6
Der Kumpel meines Sohnes hat auch eine Ausbildung in einem WbfM Zentrum absolviert und ist eigentlich sehr zufrieden. Er macht jetzt seine Abschlussprüfung.
 
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