Alte mit Kombilöhnen für Vollzeitjobs im Niedriglohnbereich

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klaus1233

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"Ältere Arbeitnehmer haben ein hohes Risiko, arbeitslos zu werden und es lange zu bleiben. Ein gravierendes Einstellungshindernis ist dabei ihr relativ hoher Lohnanspruch in Verbindung mit einer (vermuteten) niedrigen Produktivität. Bis ältere Arbeitslose ihre (erworbenen) Lohnansprüche reduzieren, wird die Dauer der Arbeitslosigkeit und der damit einher gehende Verlust von Humankapital zum neuen Einstellungshindernis. In dieser Situation könnten finanzielle Hilfen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ältere Menschen zur Arbeitsaufnahme und Betriebe zu deren Einstellung motivieren. Eine solche Förderung müsste jedoch befristet sein und sich auf eng begrenzte Zielgruppen konzentrieren, um die Kosten überschaubar zu halten und unerwünschte Nebenwirkungen zu reduzieren. Erfolg versprechend ist vor allem die gezielte Förderung von Vollzeitjobs im Niedriglohnbereich. Dabei kommt es auf den passgenauen und flexiblen Einsatz - etwa in Form von Kombilohngutscheinen - ebenso an wie auf die sorgfältige Implementierung des Instruments. Damit kann aktive Arbeitsmarktpolitik zwar die Erwerbstätigkeit Älterer unterstützen. Für die nachhaltige Verbesserung ihrer Lage am Arbeitsmarkt müssen jedoch alle Rahmenbedingungen stimmen." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Rest hier:
https://www.iab.de/asp/internet/dbdokShow.asp?pkyDoku=k061023n08

„Erfolg versprechend ist vor allem die gezielte Förderung von Vollzeitjobs im Niedriglohnbereich.“ Und „Für die nachhaltige Verbesserung ihrer Lage am Arbeitsmarkt müssen jedoch alle Rahmenbedingungen stimmen.“Ja was denn nun? Wieso sind Idiotenjobs erfolgversprechend für qualifizierte ältere Arbeitnehmer? Damit sie restlos alle Qualifikationen verlieren und mit ihrem Erfahrungspotenzial nie wieder eine Gefahr für die Rückkehr in den 1. Markt darstellen? Der Elektromeister oder Uniabsolvent kommt dann mit Kombilohnmodell auf die Spargelbeete oder darf sich als Kofferträger bei der Bahn im Tiefensee-Modell auf verdächtige Inhalte konzentrieren. Was gibt es da passgenau auszumessen? Es ist ein Angriff auf die teuer und mühsam erworbene Qualifikationsstruktur und das unter Zwang bei Mißbrauch des Gewaltmonopol des Staates.

Endlich habe ich auch verstanden, warum ich arbeitslos bin. Am anfang behinderte der hohe Reservationslohn mich, eine der zahlreich vorhanden offenen Stellenangebote für 50+ warzunehmen. Dann nach langer Dauer, als ich endlich bereit war, weil der Reservationslohn nun an Existenzminimum sank, stellte sich mein Humankapital als total veraltet heraus, so dass ich wieder nicht eines der zahlreichen Stellenangebote wahrnehmen konnte. Auch meine niedrige Produktivität stellt eine Einstellungshindernis da, und sie beruht darauf, dass ich nicht mehr so flexibel und belastbar bin wie mit 25, meinen die Wissenschaftler. Kompensationen und Stärken lassen die Oberschlaumeier mal unberücksichtigt. Nun verstehe ich, ich gehöre auf das Spargelfeld und tauge nur noch zum Kofferträger. Danke für diese pseudowissenschaftliche Erleuchtung.

Und schon wieder Gutscheine und tiefgründiges Profiling. Da wird doch wieder der eine oder andere Euro für die hochkarätigen Bildungsinstitute mit drittklassigen Dozenten der ARGE abfallen.

Hier noch ein schöner Satz:

„Von Vorteil ist zunächst, dass die Eigeninitiative der Arbeitslosen gefördert wird. Sie werden gezwungen, sich über ihr persönliches Beschäftigungsproblem klar zu werden und können den Gutschein entsprechend einsetzen. Zusätzlich lässt sich auf diese Weise noch besser überprüfen, ob die Hilfebedürftigen ihren Mitwirkungspflichten tatsächlich nachkommen.“

Klartext. Mit Hilfe des psychoszialen Profiling das Selbstvertrauen der Alten brechen, damit er erkennt, wo sein individuelles Beschäftigungsproblem liegt, entweder hohes Anspruchsniveau, hoher Reservationslohn, Produktivitätsdefizit und veraltete Qualifikationen, mangelnde Joberfahrung, zu lange raus aus dem Job, zu alt, zu krank, usw. So in sich gegangen, sein Problem erkannt, soll dann der Proband zu allem bereit, vor allem zu exkrement Drecksarbeit, Idiotenjobs oder alles für ein Hungerlohn. Und natürlich soll er sich an die Regeln halten.

Bekanntlich ist ja das Hauptproblem bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit nicht in den fehlenden Stellen zu sehen sondern in den individuellen Einstellungen und individuellen Voraussetzungen von Älteren.

Was ich mir in diesem schei.. Staat nach 30 Jahre Arbeit alles gefallen lassen muss. Und die Ausbildung dieser wissenschaftlichen Schnulzentypen habe ich auch noch durch meine Steuern finanziert. Und wenn das dann auch wieder nicht klappt und keine massenweise neuen Stellen entstehen, haben sie sich auch gleich abgesichert, die Rahmenbedingungen müssten halt stimmen und dann machen sie auf Kosten der Solidargemeinschaft ihre nächste Studie, die nichts taugt.
 
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