Als Greta anfängt zu reden, sieht Juncker nicht mehr glücklich aus (1 Betrachter)

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erwerbsuchend

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Dazu passt, dass demnächst die große E-Scooter-Welle losgeht. Viel Spaß mit diesen absolut unnützen Gefährten. Ist es wirklich so schwierig, die letzten 1-2 km zwischen Haltestelle und Arbeitsstätte/Wohnung zu Fuß zu gehen? Ich rede hier nicht von Personen, die mobilitätseingeschränkt sind und auf entsprechende Hilfsmittel angewiesen sind.
 

IronFist

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Vor allem die letzten Sekunden des "Statement Videos" haben es mehr als in sich. :)

Ich find's schon mal cool, daß die Jungs und Mädels nicht dazu aufrufen wenn man wählen sollte sondern ganz klar sagen, wenn man nicht wählen sollte.

Auf das sie den Altparteien weiter einheizen! :)

Und was das üble für unsere Altparteien ist. Die Mädels und die Jungs, die fangen grad erstmal an!
 

Bananenbieger

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Lustig wäre es, wenn in der Öffentlichkeit verdeutlicht wird, von welcher Wirtschaft, der E-Roller gehypt wird. Könnte es die Autombilindustrie sein?
A: Natürlich
Mit den besten Autoverkäufer (A.Scheuer)
 

Sery

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Viele Menschen die für den Umweltschutz demonstrieren und kämpfen gab und gibt es schon lange und die Umwelt wurde auch da schon stark als gefährdet betrachtet .

Warum hat nun diese Bewegung mehr Power ?
Was ist der Unterschied ?
Es gibt keinen, nur der Elite passt es besser
ins Konzept um die Bevölkerung gegeneinqnder auszuspielen.
 

Bernd the Beast

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Tja was bei Rezo so im abgeht weiß ich nicht,aber bei einer DagiBee die ja im Bereich Haarschaum und anderer wichtiger Dinge wie Ostereier Färben ihren meiner Meinung nach höchst unnützen Content auf YouTube verbreitet,sollte man vorsichtig mit Empfehlungen was man NICHT wählen sollte sehr vorsichtig sein !


Auch ein LeFloid hinter dem eine Firma wie FUNK steht die sich hemmungslos aus öffentlich rechtlichen Mitteln bedient ist Vorsicht geboten.
 

bLum

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Mal ein bisschen abgesehen von Greta und Rezo, deren Power und Empörung ich richtig gut und richtig wichtig finde, hat Sascha Lobo letztens auf der re:publica nen Vortrag gehalten. Und wenn man davon absieht dass er anfangs sein Buch ("Realitätsschock"), das im September raus kommt, ein bisschen zu langwierig bewarb, sagte er da eine Menge bedenkenswerter Sachen:

- Die Expertise ist in der Krise!
Sehr witziger Abschnitt des Vortrags! Lobo hat seit 2005 die medialen Meldungen der ifo gesammelt. Entweder ist der ifo-Index "überraschenderweise am steigen" oder "überraschenderweise am sinken" in stakkatomäßiger Folge. Jedenfalls immer völlig überraschend :D
An diesem Beispiel zeigt er, dass "wir", bzw. die Experten, versuchen die Zukunft vorherzusagen, wo wir ja gerade mal dabei sind die Gegenwart so richtig zu verstehen.

Dieses Phänomen kam auch im Philosophischen Radio des WDR5 letztens vor.
Armen Avanessian war eingeladen, ein Philosoph der vom Akzelerationismus sprach.
Eine der Grundaussagen war: wir leben mittlerweile immer mehr quasi "von der Zukunft aus gesehen". Das, was wir glauben, was eintreffen könne, soll die Grundlage dessen bilden, wie wir jetzt handeln. Einschlägiges Beispiel im Gespräch war die präventive Strafverfolgung. Das bringt, neben dem destruktiven Kapitalismus, noch mal eine weitere Perversität ins Spiel, die auch erst jüngst entwickelte Rechte (z.B. die Unschuldsvermutung im Fall der präv. Strafverfolgung) sogleich wieder aufweicht. Und zwar nicht durch Tatsachen, sondern durch Vermutungen!
Ein weiterer interessanter Punkt in der Sendung war die Feststellung, dass uns eine umfassende Gesellschaftsanalyse fehlen würde, die Marx damals noch leisten konnte und die heute nicht mehr greift ("Klassengesellschaft gibt es nicht mehr, das Proletariat ist zu "Überflüssigen" mutiert denen (angeblich) keine revolutionären Kräfte mehr zugeschrieben werden (können), usw. ...). Statt dessen dignostizierte der Gast der Sendung lediglich den Finanzfeudalismus.
Ich habe so die Vermutung, dass sehr viele Probleme und die gesellschaftlichen Reaktionen darauf (z.B. "aus der Zukunft heraus handeln") daher rühren, dass uns scheinbar eine "Kontrolle" entgleitet, die wir eigentlich niemals wirklich hatten. Wir können einfach nicht ALLE zukünftigen Folgen unserer Handlungen absehen und davon ausgehen, dass alles glatt läuft. Und mit dieser Unsicherheit kommen wir ganz schlecht zurecht. Ganz besonders, wenn nicht vorhergesehen Negativfolgen einen quasi aus dem Hinterhalt anfallen :D ....die Welt ist für uns (glücklicherweise!) immernoch KEIN Laplacescher Dämon!
Und ich kriege damit den Bogen zu Lobo hin, denn er apelliert an uns, sich nicht mit der Zukunft zu befassen, sondern genau hin zu schauen, was JETZT GERADE abläuft.

Weiter mit Lobos Vortrag, denn das Plasikproblem und der Klimawandel sind keine Negativfolgen, die nicht abzusehen waren, oder nicht schon längst vorhanden sind!
(und hiermit knüpfe ich wieder an Bernd the Beasts Post an "Hier wird die MACHT des Konsumenten völlig unterschätzt, ...")
Sein Buch trägt den Titel "Realitätsschock".
Nicht wenige Menschen überwältigt von den schockierenden Bildern von an Plastik verendeter Vögel, Schildkröten, denen Strohalme aus der Nase gezogen werden, usw. usf. ... aber das mit dem Plastik ist garnicht mals soooo neu! Bangladesh bringt er als Beispiel. die haben in den 90ern schon Riesenprobleme mit Plasik gehabt, und es, ich glaube es war im Jahr 2000, verboten. Ruanda folgte, ebenso Kenia ... was also ist der Unterschied von dort zu hier?
Lobo holt ein bisschen aus, und damit möchte ich dann auch endlich an Bernds Aussage über die Konsumenten anknüpfen:
das Plastikproblem wurde, genau wie der Klimawandel, bereits vor 50 Jahren erkannt. In den 70ern und 80ern des letzten JH, und daran erinnere ich mich sogar auch noch, waren die Zeitung teilweise ziemlich voll mit dem Thema "Müllberge". Die American Can Company gründete eine "Umweltschutzorga" Namens "Keep America Clean". Die Kampagne drehte sich darum, die Konsumenten dazu aufzufordern doch bitte ihren Müll nicht in der Landschaft rumliegen zu lassen. Der Zynismus dabei wurde wohl geflissentlich überhört. Diese Kampagne war einzig dazu da, die Konsumenten zu blamen. Die Industrie hat dafür gesorgt, dass sie fröhlich wie gehabt weiter den Müll produzieren kann, den wir dann kaufen (müssen).
Weiteres Beispiel: Maggi Thatcher ... weiß die Jahreszahl nicht mehr, aber es gibt ein Video von ihr, wie sie wie eine Furie im Park vor laufender Kamera weggeworfene Verpackungen aufsammelt und die Leute deswegen ankackt. Klar ist das Scheiße seinen Müll nicht in die dafür vorgesehen Behälter zu schmeißen, aber hier wird die komplette Verantwortung für den Plastikmüll ausschließlich dem Komsumenten übertragen und die Ursache verschleiert. Müll ist eben nicht weg, wenn man ihn in eine weitere Plastiktüte stopft und irgendwo hin schafft, wo man ihn erst mal nicht mehr sieht! Ich kann mich sogar noch an meinen Sozialkundeunterricht der wasweißich 7. oder 8. Klasse oder so erinnern, als wir über das Wort "Entsorgung" philosophisch und hermeneutisch reflektierten.
Also warum sind "wir" jetzt so geschockt, fragt Sascha Lobo.

Ich finde, dass diese jungen Leute uns durchaus mit ihrem jugendlichen Eifer uns "alte Säcke" ein bisschen aus der Schockstarre rausholen können.
Lobo schließt seinen Vortrag mit einem Greta-Zitat:

"Activism works - so act!"

Ich hänge nochn Marx-Zitat ran:
"Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen.
Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce."
Precht bezog das mal auf Louis Bonaparte und Trump, aber es scheint auch für den Plastikmüll und den Klimawandel zu gelten.
 
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bLum

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Steile These! Es gibt heute keine lohnabhängigen Beschäftigten mehr, keine Unternehmer, Eigentümer von Boden oder Produktionsmitteln?
Ist ja nicht meine These, sondern aus der von mir erwähnten Sendung, und von daher will ich die gar nicht großartig verteidigen.
edit: kann mich auch nicht mehr so exakt an Avanessians Argumentationkette erinnern.
Falls es dich interessiert: es ist die Sendung vom 04.01.2019. "Beschleunigen? - Ideen zum Systemwechsel", WDR5 Philosophisches Radio. Gibts als Podcast.

Für mich ist es lediglich ne Sache der Bennenung. Ich finde ja, dass die "Überflüssigen" durchaus ein revolutionäres Potential haben :D
Die Strukturen von Herrschaft und Macht ändern sich nicht. Es kommen vll. noch ein paar modernere Dimensionen hinzu (z.B. "bessere" Herrschafts- und Machtinstrumente, wie die oben erwähnte Praxis "von der Zukunft aus gesehen zu handeln", Expertisen und/oder Desinformation, Framing, usw usf.) aber im Grunde reicht es an bestehende Herrschafts- und Machtkritiken anzuknüpfen. Von daher kann ich Avanessians Behauptung wir hätten keine umfassende Gesellschaftsanalyse, auch nicht so ganz zustimmen (ich erinnere an Foucault und Achille Mbembe zum Beispiel (Biopolitik, Nekropolitik), ...oder auch die Frankfurter Schule)
 
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bLum

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Noch was zu Rezo:

Meiner Meinung nach gehts echt nicht darum, ob Rezos "Fakten" zu 100% stimmen.
Er hat zum Beispiel behauptet unsere Atmosphäre würde mittlerweile zu 45% aus CO² bestehen, was ziemlicher heftiger Schwachfug ist :D
Es geht (auch) darum, dass die jungen Leute endlich mal aussprechen, dass sie von weißen, dicken, alten Säcken für blöd verkauft werden!
Die merken das! Die haben echt ´nen ziemlich gutes Gespür dafür! Und das finde ich großartig!
 

bLum

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Ist ja auch nur um den Faktor > 1000 falsch.


Er wird lernen achtsam zu reden und seine Fakten nochmal zu überprüfen.
Man kann nicht von einem...wie alt ist er? ...jungen Menschen erwarten alles 100%ig genau zu wissen oder 100% richtig wieder zu geben.
Ich spiele darauf an, dass aus dem Lager der durch ihn Kritisierten, ihm etwas zum Vorwurf gemacht wird, was man ihm nicht so dermaßen mies vorwerfen kann.
 

IronFist

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Warum hat nun diese Bewegung mehr Power ?
Weil sie, anders als Parteien, Gewerkschaften, Intiativen (Bürger, Umwelt etc.) keine lähmenden Organisationsstrukturen haben.

Die reden nicht lang (auch wenn das Rezo-Video 60 Minuten läuft) die machen.

Etwas übertrieben ausgedrückt:
Wenn denen was stinkt, posten sie es am Morgen auf Twitter, Instragram, Facebook oder wo auch immer und wenn sich genug andere finden, dann stehen sie am Abend mit 10000 Leuten auf der Straße

Das nächste ist, daß die sich sehr gezielt einzelne Themen rauspicken und diese „abarbeiten“. Die konzentrieren sich mit ihrer Power zu 100% auf das eine Thema das sie interessiert und bewegen damit die Menschen die gleiches wollen.

Ich denke, daß was wir hier grad erleben, ist der Anfang vom Ende der „universal“ Parteien und der Anfang von mehr Bürgerbeteiligung. Das wird nicht in 5, 10 oder 15 Jahren das Ende der Parteien sein, in 25 oder 30 Jahren halte ich das aber nicht für unwahrscheinlich.
 

Bananenbieger

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Vor 30 Jahren war es noch einfach und billig und vorallem. "nur" in anderen Kontinenten schlecht.
Jetzt ist es (vielleicht schon zu spät, ohne Auswirkungen zu bekommen), sehr teuer und man hat die Auswirkungen (zB. Permafrostrückgang, Erdrutsche usw.) in Europa.
 

Kampfmops

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Ich finde es gut, das sich Youtuber, die so bekannt sind und dadurch eine große Reichweite besitzen, mit dem Thema beschäftigen. Über das Video von Rezo wurde ja auch in den Nachrichten berichtet (was ja schon was heisst). Auf Twitter wurde es zudem richtig lustig, da einige CDU/CSU-Leute behaupteten, das es nicht stimmt und alles "Fake-News" seien. auf Nachfrage vieler Menschen, was genau falsch sein und das sie das ja erklären könnten, kam: Ja, genau...NICHTS! Wie wir es von den Herrschaften ja schon kennen :sneaky:

Ein weiterer Punkt: Irgendwo in den Nachrichten wurde gesagt, das diese Youtubevideos gegen den "klassischen" Wahlkampf seien. Und ich denke daran werden wir und die Politik sich jetzt gewöhnen müssen: Es gibt keinen klassischen Wahlkampf mehr.
Durch das Internet gibt es so viele Möglichkeiten, die sogar die Politik nutzt (Soziale Netzwerke z.B.), um Werbung zu machen.
Das Problem für einige Parteien scheint zu sein, das andere dort auch ihre Meinung sagen können. Sei es durch Videos, Bilder oder geschrieben. Oder halt, das man direkt nachfragen kann. Ist Politiker XY also in einem sozialen Netzwerk, kann es also passieren, das wer zu einem Thema was fragt. Was passiert, wenn dann garnicht oder mit halbgaren Sätzen geantwortet wird, könnte man gut verfolgen.

Die Politik wird sich also ändern MÜSSEN. Denn gerade die jungen Bürger sind neugierig und hätten alles gern transparenter. Wenn dann keine Informationen kommen, suchen sie selbst und das geht für einige Politiker dann nach hinten los. ;)
 

IronFist

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Ist das jetzt schon Harakiri was AKK da betreibt?


Irgendwie scheint die CDU es nicht zu begreifen????
 

HermineL

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Diese Youtuber sägen sich den Ast ab auf dem sie sitzen.
Das passt eher auf AKK.

Passend dazu und treffend:
 

spello

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Aber zur Besserung der Sozialgesetzgebung wäre eine Stärkung der linken Parteien notwendig gewesen.Diese wurden national und EUweit geschwächt.
In dieser Hinsicht wäre sogar die SPD etwas besser als die CDU gewesen.
 
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