Alle Anträge auf Wiedereingliederung abgelehnt wegen angeblicher Nichtarbeitsfähigkeit. (1 Betrachter)

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Mrs Woodpecker

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Hallo.
Ich les hier schon länger still mit und hab nun auch mal eine Frage. Ich bin seit ein paar Monaten mit meinem Freund zusammen als Bedarfsgemeinschaft beim Jobcenter. Ich bin eigentlich Gärtnerin, hab aber seit 2 Jahren bei Zeitarbeit gearbeitet.

Nachdem mein Freund arbeitslos wurde, hat er sich beim Jobcenter gemeldet. Deswegen bekamen/bekommen wir Aufstockung.
Nun wurde ich im Januar krank, da ich durch meine Tätigkeit mit immer gleicher Handbewegung eine Entzündung im Handgelenksknorpel bekam.

Ich war dann bei meinem Hausarzt, der mich zu einem Facharzt überwiesen hat. Der hat mich dann für 6 Wochen krankgeschrieben und mich nochmal zu einer Handklinik geschickt, um abzuklären, ob die Hand operiert werden muss.

In der Klinik sagten sie mir, sie könnten es zwar operieren, aber das würde höchstwahrscheinlich nichts bringen, weswegen sie mir zu Cortison und eine Schine raten würden, die ich für 6 Wochen tragen soll und nur, wenn ich dann noch Probleme hätte, soll ich nochmal wieder kommen und einen OP-Termin ausmachen.

Genau das hab ich dann auch getan und nach ein paar Wochen war die Entzündung und die Schmerzen komplett weg und alles wieder normal.
Nun war es so, dass mich meine Zeitarbeitsfirma wegen der Krankenzeit entlassen hat und ich auch nicht mehr unbedingt Lust hatte, damit nochmal weiterzumachen, weswegen ich mich dann im Februar und März in meinem Beruf beworben hab.

Dann hatte ich ein Stellenangebot ab 1. März wofür ich aber den kleinen Lkw-Schein gebraucht hätte, den ich nicht hab. Also bin ich zum Jobcenter und hab dort bei einer Sachbearbeiterin, die für uns zuständig ist, die Lage erklärt und einen schriftlichen Antrag auf eine Förderung für den Lkw-Schein abgegeben.

Die Sachbearbeiterin hat mir aber gesagt, dass sie das nicht genehmigen können, solange ich krankgeschrieben bin und deswegen erst ein ärztliches Gutachten gemacht werden muss. Vor 3 Jahren wurde schonmal eins bei mir gemacht, wo ich aber etwas vollkommen anderes hatte.

Gut, ich hab dann auf jeden Fall diesen Fragebogen ausgefüllt und die Schweigepflichtsentbindungen unterschrieben für meinen Hausarzt, den Facharzt und die Klinik. Danach hab ich gewartet und der Chef wollte natürlich von mir eine Zusage. Ich hab bei der Sachbearbeiterin fast täglich angerufen und die hat mich immer abgewimmelt, dass sie das nicht genehmigen könnte, solang das Gutachten nicht da ist.


Dann hat der Chef mir eine Absage gegeben und jemand anderen eingestellt. Ich hab mich weiterbeworben und dann noch eine andere Stelle ab 1.4. gefunden, ca 30 km von mir weg, wofür ich keinen Lkwschein brauchte. Ich hab mich dann ein bisschen schlau gemacht und vorher noch verschiedene Anträge beim Jobcenter schriftlich abgegeben mit Stempel und allem.

Ich hab Arbeitskleidung beantragt, Fahrtkosten für die erste Zeit, Einstiegsgeld und Zuschuss für ein Auto, weil die Stelle so weit weg ist und mit den öffentlichen sehr blöd zu erreichen.

Danach hab ich den Arbeitsvertrag unterschrieben und das der Sachbearbeiterin wieder schrifltich eingereicht mit Kopien vom Arbeitsvertrag, etc.

Danach hab ich vom Jobcenter nie mehr was gehört, das war ca Mitte März. Zum 1.4. hab ich dann trotzdem die Stelle angenommen und mir für Arbeitskleidung und Fahrkosten usw von meiner Familie Geld geliehen. Auto war aber nicht drin, weswegen ich jetzt ca 1,5 Stunden hin und 1,5 Stunden heim unterwegs bin für die 30 km.

Jetzt hab ich diese Woche 3 Briefe vom Jobcenter bekommen. Erst einen von der Sachbearbeiterin mit einer Kopie des ärztlichen Gutachtens. Im Gutachten steht, dass ich eine OP benötigen würde und deswegen noch 6 Monate nicht arbeitsfähig wäre und dass sie das mit meinem drei Jahre altes Gutachten und meinen aktuellen ärztlichen Unterlagen begründen.

Die Sachbearbeiterin hat dann noch dazu geschrieben, dass sie mir das Gutachten nicht eröffnen konnte, da sie mich telefonisch nicht erreichen konnte. Das stimmt aber nicht, sie hat mich nie angerufen. Das Gutachten ist vom 1.3., mitgeteilt hat sie es mir aber erst diese Woche.

Danach bekam ich 1-2 Tage darauf noch einen Brief von einer anderen Stelle, das mir all meine Anträge abgelehnt werden, weil ich nicht arbeitsfähig bin und deswegen mir auch keine Förderung zusteht.

Der Witz ist aber ja eben, dass ich schon seit 1.4. in meinem Beruf wieder arbeite und das vollkommen ohne Probleme, weil meine Tätigkeit eine komplett andere ist als meine bisherige Fließbandtätigkeit mit der gleichen Handbewegung den ganzen Tag.

Heute kam dann ein drittes Schreiben, das ausgerechnet wurde, das wir ab Mai keinen Anspruch mehr auf Leistungen haben, da ich jetzt mehr verdiene und wir deswegen aus dem Bezug fallen, was uns ja auch recht ist.

Nur steht dann eben noch, das wir im Mai nochmal alles einreichen sollen mit Lohnzettel, Kontoauszug, usw. und kein Geld mehr kriegen, außer ich teile das bis 24.04., also Montag per Email oder Telefon mit, das uns das Geld nicht reicht, dann würden wir am 1.5. nochmal die bisherige Leistung kriegen, danach das aber wieder zurückzahlen müssen, was zu viel bezahlt wurde.

Jetzt weiß ich auch nicht, was ich machen soll. Gibt es denn grundsätzlich erstmal eine Möglichkeit gegen die Ablehnung meiner Anträge zu widersprechen, da das ja soweit ich das verstanden hab, nur eine Kannleistung ist oder kann ich mir das deswegen gleich schenken?

Und wäre es eine Möglichkeit, nochmal ne Mail hinzuschicken, das wir am 1.Mai nochmal die volle Leistung wollen, damit ich mir wenigstens davon ein altes Auto kaufen könnte um zur Arbeit zu kommen und danach das in Raten oder so zurückzuzahlen?

Ja ich weiß, langer Text, aber vielleicht hat ja noch jemand außer mir heute nix vor und Mag mir was zu der Situation sagen.
Schönen Abend noch und schonmal besten Dank.
 

Seepferdchen 2010

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AW: Alle Anträge auf Wiedereingliederung abgelehnt wegen angeblicher Nichtarbeitsfähigke

Hallo @Mrs Woodpecker,:welcome:

Es ist in der Tatsache viel Text.............................

Du kannst wenn nach § 42a SGB II i.V.m. § 24 Abs. 4 SGB II ein Darlehn beantragen, aber bitte nicht per E-Mail sondern belegbar beim JC einreichen oder qualifizierten Fax/Sendebericht Kopie der ersten Sendeseite und vorab per Post.

Ich hab Arbeitskleidung beantragt, Fahrtkosten für die erste Zeit, Einstiegsgeld und Zuschuss für ein Auto, weil die Stelle so weit weg ist und mit den öffentlichen sehr blöd zu erreichen.
Wann eingereicht bevor du den Arbeitsvertrag unterschrieben hast?

Richtig der § 44 SGB III ist eine Kann-Leistung,stellt sich die Frage was steht in
deiner Eingliederungsvereinbarung?
 

Mrs Woodpecker

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Genau. Ich hab die Zusage bekommen und einen Termin zum Vertrag unterschreiben für eine Woche später mit dem Chef ausgemacht. Am nächsten Tag bin ich ins Jobcenter und hab meine schriftlichen Anträge eingereicht gegen Kopien mit Stempel, usw. Eine Woche später bin ich dann zum Betrieb, hab meinen Arbeitsvertrag unterschrieben und ein paar Tage drauf eine Änderungsmitteilung mit Kopien des Arbeitsvertrags im Jobcenter, wieder gegen Kopien mit Stempel abgegeben.
Das war so Mitte März und danach hab ich wie gesagt bis diese Woche nichts mehr gehört.

Ach ja, wegen der Eingliederungsvereinbarung, die gibt es nicht, bzw. hab ich niemals eine unterschrieben und danach auch keinen Verwaltungsakt bekommen oder ähnliches.
Als ich vor ein paar Monaten den Termin mit der Sachbearbeiterin hatte, wo ich den ärztlichen Fragebogen und die Schweigepflichtsentbindungen ausgefüllt habe, hat sie mir eine Eingliederungsvereinbarung ausgedruckt, in der stand, dass ich mich verpflichte, alles dafür zu tun, meinen Gesundheitszustand zu verbessern und auf Einladung zu Terminen zum ärztlichen Dienst erscheine, um meinen Gesundheitszustand abklären zu lassen.
Ich hab dann gesagt, dass ich die erstmal mitnehmen will und dann wieder einreiche, wenn ich die in Ruhe durchgelesen hab. Hab ich natürlich nicht und ich hab danach auch nichts mehr davon gehört.
 

Seepferdchen 2010

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AW: Alle Anträge auf Wiedereingliederung abgelehnt wegen angeblicher Nichtarbeitsfähigke

@Mrs Woodpecker

Danach bekam ich 1-2 Tage darauf noch einen Brief von einer anderen Stelle, das mir all meine Anträge abgelehnt werden, weil ich nicht arbeitsfähig bin und deswegen mir auch keine Förderung zusteht.
Bitte schreibe einen Widerspruch und reiche diesen bitte belegbar beim JC
ein!

Ich hab Arbeitskleidung beantragt, Fahrtkosten für die erste Zeit, Einstiegsgeld und Zuschuss für ein Auto, weil die Stelle so weit weg ist und mit den öffentlichen sehr blöd zu erreichen.
Arbeitskleidung wird nicht vom Arbeitgeber gestellt?
Zuschuss für ein Auto hmm wird wohl nicht einfach.
Stellt sich die Frage wie lange ist denn die Fahrzeit mit den ÖV?

Zu den Pendelzeiten lies bitte mal in diesem Faden Post 5 von @schlaraffenland
was zumutbar ist.

https://www.elo-forum.org/alg-ii/128864-wieviel-fahrzeit-zumutbar-alg2.html
 

Mrs Woodpecker

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AW: Alle Anträge auf Wiedereingliederung abgelehnt wegen angeblicher Nichtarbeitsfähigke

Mit den Öffentlichen bin ich je ca 90 Minuten unterwegs. Mit dem Auto wären es halt ca 20.
Arbeitskleidung bekomme ich nur Schuhe, Handschuhe, etc.
Den Rest muss ich selbst kaufen.

An einen Widerspruch hab ich auch gedachdt, aber ich weiß eben nicht, ob ich da überhaupt eine Chance habe, da es ja nur eine Kannleistung ist und sich das Jobcenter ja einfach auf den Standpunkt stellt, das ich nicht arbeitsfähig wäre, weil das ein Arzt einfach mal so entschieden hat aufgrund von einem 3 Jahre alten Gutachten, ohne mich je überhaupt gesehen zu haben.
 

Seepferdchen 2010

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AW: Alle Anträge auf Wiedereingliederung abgelehnt wegen angeblicher Nichtarbeitsfähigke

An einen Widerspruch hab ich auch gedachdt, aber ich weiß eben nicht, ob ich da überhaupt eine Chance habe,
Du hast doch jetzt einen Job und was vor 3 Jahren war muß heute nicht mehr aktuell
sein, also versuche es mit dem Widerspruch.
 

Mrs Woodpecker

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AW: Alle Anträge auf Wiedereingliederung abgelehnt wegen angeblicher Nichtarbeitsfähigke

Gibt es dafür irgendeine feste Form oder kann ich einfach schreiben, dass ich dem widerspreche, weil es inhaltlich nicht korrekt ist, da ich nicht wie angegeben operiert werden muss und da ich ja eben arbeite, auch folglich arbeitsfähig sein muss oder ähnliches?
 

Seepferdchen 2010

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AW: Alle Anträge auf Wiedereingliederung abgelehnt wegen angeblicher Nichtarbeitsfähigke

@Mrs Woodpecker,

Gibt es dafür irgendeine feste Form oder kann ich einfach schreiben, dass ich dem widerspreche
Genau du schreibst sachlich warum du dem Bescheid vom Datum XXX, widersprichst.
 
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