Alkoholentzug Kosten was ist zu beachten?

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Frank231

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Hallo,
ein Bekannter muss dringend einen Alkoholentzug machen (eher Notfall).
Er bezieht im Moment Grundsicherung im Alter und ist über die AOK versichert.
Gibt es etwas wichtiges wegen der Kostenübernahme zu beachten? Soll, Muss dem Amt etwas mitgeteilt werden oder nur der Versicherung?
Danke
 
E

ExitUser

Gast
Falls er da schon eine Klinik im Auge hat würde ich diesbezüglich mal in der Klinik anrufen und mich dort informieren und erkundigen. Sachlage erklären, die wissen sicher wie das läuft. Die Situation wie von Dir geschlildert ist ja kein Einzelfall und ist sicher Gang und Gebe.

Mir ist noch was eingefallen. Vielleicht auch mal bei den "Anonymen Alkoholikern" anrufen und erkundigen ....

LG
 

keinefee

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erstmal finde ich es prima, wenn sich ein alkoholkranker entschließt sich stationär entgiften zu lassen. da ist er dann ja in den besten händen.

normaler weise weist der hausarzt ein. dann mußt du schon vorher eine kostenübernahmebestätigung durch die krankenkasse holen.

bei einem notfall, wenn er also über den rettungsdienst eingeliefert wird entfällt natürlich die vorherige kostenübernahmebestätigung.

alles passiert natürlich auf freiwilliger basis, und dein freund kann jederzeit abbrechen.

es gibt doch ein dichtes netz an suchtberatungsstellen, vielleicht sollte dein freund da hingehen, da sind ja auch sozialarbeiter, die sich mit der problematik gut auskennen.

entziehung ist nicht alles, da hängt ja dann noch entwöhnung und ev. reha dran, um wirklich loszukommen.

gruß
 

HajoDF

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Hallo Frank,
was für ein Entzug ist denn vorgesehen?

Die zuständige Krankenkasse kennt das Prozedere genau, also dort anfragen.

In der Regel muss der Arzt die Therapie "einleiten", der Kostenträger muss zustimmen und dann geht es erst mal in den klinischen Entzug für ca acht Tage (Entgiftung). Danach heißt es clean bleiben, bis die vorgesehene Klinik einen Therapieplatz frei hat.
 

Jesaja

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Dein Bekannter sollte sich eine gute Suchtberatungsstelle suchen, die ihm auch dabei hilft, eine seinen Bedürfnissen entsprechende Klinik auszusuchen und die auch den Antrag an die Rentenversicherung für einen Klinikaufenthalt stellt. Mit der Krankenversicherung hat nämlich eine Suchttherapie selten zu tun.
Wenn er sich therapieren lassen will, braucht er einen Arzt- (vorzugsweise einen Facharzt oder im besten Fall einen Arzt, der mit der Beratungsstelle zusammenarbeitet) und einen Sozialbericht (zu erstellen von einem Sozialpädagogen in einer Suchtberatungsstelle) und er muss eine Freiwilligkeitserklärung unterschreiben.
Kosten sind damit normalerweise nicht verbunden.

Hab auch noch folgendes gefunden, was vielleicht hilft :

Therapieangebote, Suchtmittel am Arbeitsplatz - Netzwerk
 

Frank231

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Hallo,


Danke für die Infos. Bei der Krankenkasse ist heute dauerbelegt, aber ich bleibe dran.
Es ist vorerst nur ein Entzug geplant. Wenn eine Kostendeckung da ist auch gerne eine längere Therapie.
Es ist auch die Frage, ob er Krankenhausgeld beim Entzug bezahlen muss, oder ob dies die Krankenkasse? Übernimmt?
Er hat leider keine finanziellen Mittel oder Reserven.

Der Bekannte ist leider nicht mehr fähig, zu einer Suchberatungsstelle zu gehen, dies müsste als ich übernehmen.



Grüße
Frank
 
E

ExitUser

Gast
Es ist auch die Frage, ob er Krankenhausgeld beim Entzug bezahlen muss, oder ob dies die Krankenkasse? Übernimmt?
Er hat leider keine finanziellen Mittel oder Reserven.

Der Bekannte ist leider nicht mehr fähig, zu einer Suchberatungsstelle zu gehen, dies müsste als ich übernehmen.

Siehe Anlage :icon_smile:
 

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  • Zuzahlungsbefreiung bei Reha-, Kur-, Klinikaufenthalt - TIPP.pdf
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ExitUser

Gast
Hallo Frank,
was für ein Entzug ist denn vorgesehen?

Die zuständige Krankenkasse kennt das Prozedere genau, also dort anfragen.

In der Regel muss der Arzt die Therapie "einleiten", der Kostenträger muss zustimmen und dann geht es erst mal in den klinischen Entzug für ca acht Tage (Entgiftung). Danach heißt es clean bleiben, bis die vorgesehene Klinik einen Therapieplatz frei hat.
Wobei es da Sinn macht, die Zeit bis zum Therapieantritt sinnvoll zu nutzen, z.B. durch die Anonymen Alkoholiker, die mit ihrem 24-Stunden-Programm den Alkis(liebevoll gemeint, denn ich bin selbst ein gebranntes Kind) bei den ersten Schritten ins trockene Leben helfen.
Hinzu kommt, dass man sich untereinander auch am Tage austauschen kann, wenn man die berühmten "5-Minuten-Suchtdruck" überstehen muss, und es finden jeden Tag Meetings statt, an denen man völlig kostenfrei teilnehmen kann (bis auf eine kleine, freiwillige Spende.
Wenn man mal kein Geld hat, ist es auch nicht schlimm).
Ich persönlich halte die AAs für die beste Einrichtung Alkis zu helfen.


LG
 

Jesaja

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Hallo,


Danke für die Infos. Bei der Krankenkasse ist heute dauerbelegt, aber ich bleibe dran.
Es ist vorerst nur ein Entzug geplant. Wenn eine Kostendeckung da ist auch gerne eine längere Therapie.
Es ist auch die Frage, ob er Krankenhausgeld beim Entzug bezahlen muss, oder ob dies die Krankenkasse? Übernimmt?
Er hat leider keine finanziellen Mittel oder Reserven.

Der Bekannte ist leider nicht mehr fähig, zu einer Suchberatungsstelle zu gehen, dies müsste als ich übernehmen.



Grüße
Frank

Dein Bekannter kann bei der Krankenkasse bezügliches des Entzugs eine Befreiung vom Krankenhausgeld beantragen (10 Euro pro Tage glaube ich).
Also bitte auch mit der Krankenkasse absprechen.
Wenn er später eine Therapie machen will, muss er irgendwann einmal persönlich bei einer Beratungsstelle auftauchen, zwecks Erstellung der Unterlagen.
Das kann er ja vielleicht dann nach der Entgiftung machen, wenn er sich wieder etwas kräftiger fühlt.
 

BinBaff

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Die Alkohlentgiftung wird von der Krankenkasse bezahlt werden.
Der einfachste Weg: Sich direkt an das zuständige (Landes-) Krankenhaus wenden (persönlich erscheinen) und sich dort einen Aufnahmetermin geben lassen. Die Entgiftungsbehandlung dauer ca. 13 Tage.

Während dieser Zeit wird alles weitere mit den dortigen Ärzten/innen und Therapeuten besprochen und ggfls. in die Wege geleitet.

Grüße BinBaff
 

BinBaff

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Ich denke, das es sich auf den Zustand des Kranken bezieht. Manche sind zu keinen Handlungen mehr fähig.

Man kann eine Suchtklinik auch per richterlicher Verfügung erreichen. Das ist nicht empfehlenswert. Man kann dann nur noch mit richterlicher Zustimmung die Klinik wieder verlassen.

Die Suchtklinken nehmen auch ohne Termin auf. Z.B.: Mit gepackter Tasche zur Klinik und aufgenommen werden. Das bedeutet aber in den meisten Fällen erst einmal eine geschlossene Station. Wichtig ist es auf jeden Fall, sich freiwillig einweisen zu lassen.
 

keinefee

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also ein bekannter hat das jetzt durch.

deshalb kann ich auch gut auskunft geben.

jedenfalls im berliner vivantes wird das so gehandhabt.

einweisung über hausarzt, kostenübernahmebestätigung der krankenkasse und dann in die klinik.

im notfall mit krankenwagen in die klinik.

geschlossener entzug findet nur statt bei suizidgefährdung oder bei sehr agressiven patienten.

ansonsten ist alles offen und es gibt täglich und am wochenende ausgang. besuch kann empfangen werden.

in der regel dauert das ganze 2 wochen mit medikamenten um die beschwerden zu lindern.

dann erfolgt die betreuung ca. 2 wochen teilstationär, d.h. morgens hin, abends nach hause.

bei bedarf/wunsch kümmern sich dann der sozialarbeiter und der arzt um die beantragung einer entwöhnungkur/reha.

die suchtberatung kommt in die klinik und nach der entgiftung kann man dahin und findet ansprechpartner und gruppen.

die 10 euro pro tag stationär werden aber fällig, aber der selbstbeteiligungssatz für alg2 empfänger ist sehr niedrig, je nachdem ob man als chronisch krank eingestuft ist. ( ich glaube zwischen 40 - 80 euro/jahr)

das weiß aber die krankenkasse ganz genau.


gruß
 

HajoDF

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Hi Frank,
Der Bekannte ist leider nicht mehr fähig, zu einer Suchberatungsstelle zu gehen, dies müsste als ich übernehmen.
Liegt das an seiner Alkoholsucht?
Dann wäre eine akute Entgiftung unter ärztlicher Kontrolle in einem Krankenhaus zwingend notwendig. Hierzu bedarf es nur einer Einweisung durch den Hausarzt.

Eine Zwangseinweisung ist so gut wie nicht möglich, außer in Bayern, da ist die Schwelle bei Gericht niedriger.
Scheint ja auch nicht erforderlich, weil der Betroffene ja selbst will (hoffentlich!).
 
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