AlgII & MeisterBAföG möglich?

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SchneeFrauchen

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Hallo ihr Lieben,

ich möchte schon seit längerer Zeit eine Fortbildung machen. Zum einen, weil man leider mit dem Mindestlohn nicht weit kommt ( ich bezweifel, dass in meinem Beruf hier irgendwann mal mehr gezahlt wird... ) und zum anderen weil hier wirklich seit Jahren nur noch die Praxen suchen, wo niemand mehr arbeiten will ( ich selbst war auch schon mal in so einer Praxis, da wird man dann z.B. mit Instrumenten beworfen, u.a.... ).
Jedenfalls habe ich im AlgI schon einen Bildungsgutschein beantragt, dieser wurde abgelehnt mit der Begründung dass es ja hier genügend Praxen gibt die Personal suchen ( wie gesagt, die "Berühmten" und "Bekannten" wo keiner mehr arbeiten will ).
Inzwischen bin ich leider schon eine Weile im AlgII und habe natürlich hier auch nochmal mein Glück mit dem Bildungsgutschein versucht. Auch hier ( wie ehrlich gesagt erwartet ) die Absage mit eben derselben Begründung "genügend freie Stellen". Dass ich mich in all diesen Praxen bereits ( gezwungenermaßen ) beworben habe, da sie als VV kamen interessiert herzlich wenig.
Da ich echt langsam den Hals voll habe und nicht ewig weiter im AlgII rumdümpeln möchte, will ich irgendwie versuchen eine andere Förderung zu bekommen ( muss natürlich auf keinen Fall "geschenkt" sein, als Darlehen mit relativ humanen Rückzahlungsmodalitäten wäre ja schon mal super ).
Nun habe ich mich u.a. über das MeisterBAföG informiert. Mein (Fern)lehrgang wäre prinzipiell förderfähig, leider habe ich nicht wirklich eine Ausage über die Verbindung mit dem AlgII gefunden.

Wie verhält sich das in Bezug auf das AlgII?
Kann ich das MeisterBAföG trotz AlgII überhaupt beantragen?
Würde bei der Bewilligung des MeisterBAföGs das AlgII komplett wegfallen oder würden dann beim MeisterBAföG "nur" die reinen Lehrgangskosten vorgestreckt werden?

Kennt sich jemand damit aus bzw. hat Erfahrungen bzgl. AlgII in Verbindung mit dem MeisterbaföG?
 

Lechuck76

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Zumindest wenn du eine Vollzeitweiterbildung machen würdest bekommst du deinen Unterhalt über das Meisterbafög und da würde ALG2 wohl ziemlich sicher wegfallen.

Bei einem Fernlehrgang werden aber in der Regel nur die Lehrgangskosten über das MeisterBafög bezahlt und das wird dir das Jobcenter wohl nicht anrechnen können.
Aber bei den Jobcentern ist alles möglich ;)

Vielleicht musst du ja dann von dem Meisterbafög was nur zur Deckung der Lehrgangskosten gedacht ist, deinen Lebensunterhalt finanzieren und somit könntest du die Kosten der Weiterbildung nicht begleichen was damit auch wieder das Ende des MeisterBafögs bedeuten würde ;) Klingt nicht gerade Logisch oder?

Ich würde sowas aber besser vorher abklären mit deinem Jobcenter bevor die auf dumme Gedanken kommen und du dann 3 Monate oder länger ohne Geld bist.
 

SchneeFrauchen

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Na ist ja zumindest schon mal gut zu wissen, dass AlgII & MeisterBAföG zusammen möglich ist ( theoretisch zumindest ;-) ).

Ich werde das auf jeden Fall vorher mit dem JC abklären bevor ich irgendwas beantrage oder unterschreibe.

Meinen Lehrgang würde ich natürlich in Vollzeit machen. Gegen wir davon aus, dass ( wie von dir beschrieben ) das MeisterBaföG lediglich die Lehrgangskosten abdeckt und ich somit ( wahrscheinlich ) weiterhin AlgII zur Deckung meines Lebensunterhaltes bekomme. Werde ich während der Zeit des Lehrgangs dann trotzdem mit VV zugeschüttet?
 

biddy

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Aus den fachlichen Hinweisen der BA zu § 9 SGB II:
"Meister-BAföG" (Randziffer 9.7b):

(2) Die Förderung im Rahmen des Aufstiegsfortbildungsgesetzes
(AFBG) ist gegenüber den Leistungen nach dem SGB II vorrangig
(§ 5 Absatz 1). Im Hinblick auf die moderaten Darlehensbedingun-
gen (§§ 13, 13a AFBG) kann von der leistungsberechtigten Person
der Abschluss eines Darlehensvertrags mit der Kreditanstalt für
Wiederaufbau erwartet werden. Weigert sich die leistungsberechtig-
te Person, einen Darlehensvertrag abzuschließen, ist der Betrag,
der nach § 11 anzurechnen wäre (siehe Rz 11.19a), als fiktives Ein-
kommen zu berücksichtigen. Dies gilt auch, wenn die leistungsbe-
rechtigte Person lediglich den Maßnahmebeitrag beantragt und auf
die Beantragung des Unterhaltsbeitrags verzichtet.
Quelle

Fachliche Hinweise zu § 11-11b SGB II:
„Meister-BAföG“ (11.68):

(22) Das sogenannte „Meister-BAföG“ wird nach den Vorschriften
des Aufstiegsfortbildungsgesetzes (AFBG) gezahlt. Es setzt sich
aus einem Maßnahme- und einem Unterhaltsbeitrag zusammen.
Der Maßnahmebeitrag (Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) wird in
voller Höhe, der Unterhaltsbeitrag teilweise als Darlehen gezahlt.
Alleinerziehende können darüber hinaus einen monatlichen Zu-
schuss zu den notwendigen Kosten der Kinderbetreuung erhalten.

Der Maßnahmebeitrag und der Zuschuss zu den Kosten der Kin-
derbetreuung sind zweckbestimmt und daher anrechnungsfrei.
Der Unterhaltsbeitrag, der sowohl für die teilnehmende Person als
auch für deren Familienmitglieder teilweise als Zuschuss und teil-
weise als Darlehen erbracht wird, dient demselben Zweck wie die
Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II. Er ist daher in voller
Höhe als Einkommen zu berücksichtigen. Dies gilt auch für die teil-
weise als Darlehen erbrachten Leistungen (§ 11 Abs. 1 Satz 2).

Der Darlehensteil kann innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Mo-
naten bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau abgerufen werden
(§ 12 Absatz 4 AFBG). Die leistungsberechtigte Person ist darüber
schriftlich zu informieren. Wird das Darlehen bewusst nicht in
Anspruch genommen, ist ein Ersatzanspruch nach § 34 festzustel-
len und zu bescheiden. Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem
AFBG sind hinsichtlich des zweckbestimmten Teils nicht wie Leis-
tungen nach dem BAföG zu bereinigen, weil sie keine ausbildungs-
bedingten Anteile enthalten. Fahrkosten und Kosten für Ausbil-
dungsmaterial sind nach § 1 Absatz 1 Nummer 10 ALGII-V abzuset-
zen.
Quelle

Ab der Mitte dieses Beitrags geht es um Meister-Bafög und ALGII:
*klick* Anspruch von Arbeitslosengeld II während einer beruflichen Aus- und Weiterbildung | Sozialrecht
Auszug:
Diese Ausbildungsförderung führt nicht zu einem Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 5, 6 SGB II – so das Bundessozialgericht (BSG) in einem Urteil vom 16.02.2012, Az.: B 4 AS 94/11 R. Begründet wird dies damit, dass Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung eine Förderungsfähigkeit nach dem BAföG oder nach den Regelungen des BAB von vorneherein ausschließen. Die Ausschlussregelung im SGB II ist jedoch ausdrücklich auf die genannten Förderarten (BAföG und BAB) begrenzt. D. h., soweit man eine Ausbildung absolviert, welche nach dem sogenannten Meister-BAföG gefördert werden kann, besteht dem Grunde nach ein Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II. Leistungen die man aus dem Meister-BAföG erhält, sind jedoch als Einkommen zu berücksichtigen.
Bundessozialgericht, 16.02.2012 - B 4 AS 94/11 R:
*klick* https://dejure.org/dienste/vernetzu...&Datum=16.02.2012&Aktenzeichen=B 4 AS 94/11 R
 

Lechuck76

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Meinen Lehrgang würde ich natürlich in Vollzeit machen. Gegen wir davon aus, dass ( wie von dir beschrieben ) das MeisterBaföG lediglich die Lehrgangskosten abdeckt und ich somit ( wahrscheinlich ) weiterhin AlgII zur Deckung meines Lebensunterhaltes bekomme. Werde ich während der Zeit des Lehrgangs dann trotzdem mit VV zugeschüttet?

Um Alg2 zu bekommen musst du in der Regel dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Wenn eine Weiterbildung in Vollzeit angeboten wird finden die meistens an Fachschulen statt wie zb der staatlich geprüfte Techniker oder auch diverse Meisterlehrgänge. Hier würdest du auch wie oben von mir schon erwähnt deinen Unterhalt über das Meisterbafäg finanziert bekommen.

Fernlehrgänge finden meines Wissens nie in Vollzeit statt und damit fällt der Unterhaltsteil im MeisterBafög raus. Du brauchst weiter ALG2 musst denen aber auch zur Verfügung stehen, die Weiterbildung machst du nebenbei als hättest du einen normalen Job.
 
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