ALGI, Elterngeld, arbeitslos melden?viele Fragen (1 Betrachter)

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ela1953

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Heute habe ich einige Fragen an die "Fachfrauen" hier im Forum, die mir aus eigener Betroffenheit helfen können.

Meine Tochter ist arbeitslos, seit 24.11.08 Mutter, verheiratet.

Es besteht noch ein Restanspruch auf Arbeitslosengeld.

Sie wollte sich in der letzten Woche arbeitslos melden, hat aber einen neuen Termin bekommen.

Die SB war ganz neu und hatte keine Ahnung. Meine Tochter meinte, dass die mehr wusste, wie die SB.

Ich weiß folgendes:

Wenn sie sich Vollzeit suchend meldet, muss die Kinderbetreuung sicher sein.
Sucht sie Teilzeit, wird das Arbeitslosengeld dementsprechend gesenkt.
Erziehungsgeld wird nur gezahlt, wenn sie eine gewisse Stundenzahl nicht überschreitet - oder darf man nur eine bestimmte Summe verdienen?

Kann sie auch die 3 Jahre Erziehungszeit nehmen, wenn sie vor der Geburt bereits arbeitslos war? Gibt es dann auch Zeiten für Arbeitslosengeld?

Sammelt sie während diesem Jahr mit Erziehungsgeld auch Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Wie lange nach Eintritt der Geburt kann sie sich Zeit lassen mit der Beantragung auf Arbeitslosengeld? Rahmenfrist?

Muss sie sich überhaupt arbeitslos melden? Oder kann sie erst mal einen 400 Euro Job suchen. Dann sammelt sie aber sicherlich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld?
 
E

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Gast
Erziehungsgeld wird nur gezahlt, wenn sie eine gewisse Stundenzahl nicht überschreitet - oder darf man nur eine bestimmte Summe verdienen?
Es ist Elterngeld. Damit Sie Ihren Anspruch auf das Elterngeld nicht verlieren, dürfen Sie im Durchschnitt eines Monats aber nur 30 Wochenstunden arbeiten. Wenn Sie mehr Stunden arbeiten, haben Sie keinen Anspruch auf Elterngeld. Die Erwerbstätigkeit vermindert aber das Elterngeld.


Erwerbstätigkeit

Kann sie auch die 3 Jahre Erziehungszeit nehmen, wenn sie vor der Geburt bereits arbeitslos war? Gibt es dann auch Zeiten für Arbeitslosengeld?
Sie kann auch drei Jahre zu Hause bleiben, wenn sie vor der Geburt arbeitslos war. Ihr Restanspruch verfällt dann aber. Danach gibt es für ein Jahr fiktives ALG1, das sich nach dem Beruf bemisst und da gilt dann der Durchschnitt.

Wie lange nach Eintritt der Geburt kann sie sich Zeit lassen mit der Beantragung auf Arbeitslosengeld? Rahmenfrist?
Jedenfalls keine 3 Jahre, wenn sie den alten Anspruch noch haben will. Es sind zwei Jahre, damit sie den Restanspruch nicht verliert und ja, ich bin betroffen, denn mein alter Anspruch in Höhe von 862€ ist zufälligerweise heute zu Ende und da ich keine Betreuung bekomme, kann ich mich auch nicht in ALG1 melden. :icon_kotz:


Muss sie sich überhaupt arbeitslos melden? Oder kann sie erst mal einen 400 Euro Job suchen. Dann sammelt sie aber sicherlich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld?
Muss sie nicht. Sie kann es auch nicht. ALG1 und Elterngeld schließen sich aus, denn Elterngeld ist genau wie das ALG1 eine Lohnersatzleistung. Wegen dem 400€-Job. Siehe oben, 30 Stunden wöchentlich und sie muss das alles beim Elterngeld angeben oder später mitteilen.
 
E

ExitUser

Gast
Die Anwartschaftszeit haben Sie erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und der eingetretenen Arbeitslosigkeit, der so genannten Rahmenfrist, mindestens zwölf Monate (das sind 360 Kalendertage, weil der Monat zu 30 Tagen gerechnet wird) in einem Versicherungspflichtverhältnis (zum Beispiel Beschäftigung, gegebenenfalls Krankengeldbezug und andere) gestanden haben.
Zeiten zur Erfüllung der Anwartschaftszeit
Auch durch folgende Zeiten kann die Anwartschaftszeit erfüllt werden:
Zeiten, in der Sie ein Kind, das das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erzogen haben, wenn Sie unmittelbar vor der Kindererziehung versicherungspflichtig waren oder eine laufende Entgeltersatzleistung nach dem SGBIII (ALG1) bezogen haben
Anwartschaftszeit - www.arbeitsagentur.de
 

ela1953

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Danke Andine, an dich hatte ich auch bei meinen Fragen gedacht.


Muss sie nicht. Sie kann es auch nicht. ALG1 und Elterngeld schließen sich aus, denn Elterngeld ist genau wie das ALG1 eine Lohnersatzleistung.
Wegen dem 400€-Job. Siehe oben, 30 Stunden wöchentlich und sie muss das alles beim Elterngeld angeben oder später mitteilen.


Das hatte ich so im Gefühl, bzw. ich konnte mir das auch nicht vorstellen, dass es beides geben kann. Vor 27 Jahren hatte ich nämlich auch erst ein paar Monate( 6?) Erziehungszeit und anschließend das Arbeitslosengeld.
 
E

ExitUser

Gast
Das betrifft jetzt den alten Anspruch auf ALG1 und ist wichtig.

Bei der Höhe des Alg ist aber noch der Bestandsschutz nach § 131 (4) SGB III zu beachten: Wenn ein neuer Alg-Anspruch entsteht und in einem Zeitraum von 2 Jahren davor bereits Alg bezogen wurde, wird als Bemessungsentgelt mindestens die Höhe des letzten Bemessungsentgeltes herangezogen
...und wenn das höher ist, dann ist es besser, eher wieder arbeiten zu gehen und nicht drei Jahre zu Hause zu bleiben, wenn man das auch kann.
 
E

ExitUser

Gast
Danke Andine, an dich hatte ich auch bei meinen Fragen gedacht.
Das ehrt mich und solche Fragen gehören eigentlich oben angepinnt.
Meine Freundin war beim Arbeitsamt. Sie ist drei Jahre zu Hause gewesen und bekommt nur fiktives ALG1 wie die meisten.
Leider nützen auch alle Klagen dagegen nichts. Aber Leyen hat ja das Elterngeld eingeführt, damit jeder nach einem Jahr wieder arbeiten geht. Nützt nur nichts, wenn man arbeitslos ist wegen befristetem Vertrag, denn da bekommt man erst eine Betreuung bezahlt, wenn das Kind drei ist.
So wird wieder auf dem Rücken der Mütter eingespart.
 
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