AlgI-Antrag ohne Sperrung später stellen möglich?

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Guten Morgen,
ich habe eine Frage:

Werde demnächst von meiner Krankenkasse ausgesteuert. Die KK hat mir nahegelegt, einen Antrag der Nahtlosigkeit § 148 SGB III bei der AfA zu stellen. Meine AfA bzw. die Leistungsstelle hat von sich aus versucht, mich dazu zu bewegen, mit einigem Druck. Nachdem mir aber auch die Nachteile der Nahtlosigkeitsregelung bekannt bzw. bewußt geworden sind, möchte ich nicht die Nahtlosigkeitsregelung in Anspruch nehmen. (Falls es jemanden interessiert, welche Nachteile entstehen können, dann kann er bzw. sie nachfragen.)

Ich bin noch zur Zeit AU. Das werde ich auch noch nach der Aussteuerung sein. Will der AfA mitteilen, dass ich die Antragsstellung zu einem späteren Zeitpunkt wegen AU machen möchte. Ich werde bis dahin familienversichert sein. Muss mich also nicht selbst versichern. Bin verheiratet und daher nicht sofort auf AlgI angewiesen. Ich möchte mich also wegen AU noch nicht arbeitslos melden, d.h. noch keinen AlgI-Antrag stellen. Das möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt, wenn ich wieder gesund bin. Die AU kann noch 3 Monate andauern.

Kann ich noch nach 3 Monaten wegen AU einen Alg-I Antrag stellen ohne eine Sperrung zu erhalten, wenn ich den Grund - AU - der AfA mitteile?

Liebe Grüße
 
S

silka

Gast
@skeppi,
zu § 145 SGB III weiß ich nichts.
wer aber verspätet seine Alo-Meldung macht (egal, aus welchem Grund), hat mit einer Sperrzeit nach § 159 SGB III, Absatz 6 zu rechnen.
Die Sperrzeit ist dann eine Woche.
 
S

silka

Gast
Trifft $ 159 SGB III in meinem Fall wirklich zu?
Meines Erachtens verhalte ich mich nicht versicherungswidrig, wenn ich der AfA den Grund - weiterhin AU - rechtzeitig mitteile. Oder wie siehst du bzw. seht ihr das?
hmmm---kann so sein:icon_kinn:
wenn du der AfA mitteilst, daß du -AU- bist, hast du aber sowieso keinen Anspruch auf ALG. Du bist ja dann
nicht arbeitslos
nicht verfügbar für Vermittlung
hast keinen ALG-Anspruch
bist evtl. aber -arbeitsuchend- gemeldet bei der AfA.

wenn du also keine Sperrzeit kriegen kannst, weil du ja gar nicht arbeitslos bist, kommt dann mit deiner Meldung der AU heraus, daß du sowieso erst ab "Gesund" den ALG-Anspruch hast.
Wozu dann extra jetzt mitteilen, daß du krank bist???

Welche Verknüpfungen sich wegen § 145 SGB III ergeben. weiß ich aber nicht.
Da kommen heut noch andere, die sich da super auskennen.
Manchmal ist es wichtig, irgendwas zu melden, damit Ansprüche nicht verlorengehen.
 

Unentschieden

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Grüß dich Skeppi,

bist du noch ungekündigt? Wenn du ungekündigt bist, musst du ohne AU wieder an deinen Arbeitsplatz zurück.

Kannst du uns ganz kurz schreiben, welche Nachteile dir mit der Nahtlosigkeitsregelung nach § 145 SGB III entstehen? Schließlich hat diese Regelung den Vorteil, dass du trotz AU dein ALG 1 beziehen kannst.

Solange du AU bist, musst du dich m.M.n. nicht persönlich bei der AfA melden. Das musst du am ersten Tag der Arbeitsfähigkeit tun.
§ 309 SGB III - Allgemeine Meldepflicht

(3) Ist die meldepflichtige Person am Meldetermin arbeitsunfähig, so wirkt die Meldeaufforderung auf den ersten Tag der Arbeitsfähigkeit fort, wenn die Agentur für Arbeit dies in der Meldeaufforderung bestimmt.
Der o.g. Absatz bezieht sich jedoch auf normale Termine. Möglicherweise hat jemand einen passenderen Paragraphen.

Deinen Schilderungen entnehme ich, dass du bereits arbeitssuchend gemeldet bist. Dein Anspruch auf ALG 1 beginnt erst am Tag der Antragstellung, also wenn du arbeitslos gemeldet bist. Um die Ansprüche zu wahren, reicht notfalls ein formloses Schreiben, dass du ALG 1 beantragst.

Zusammengefasst gibt es m.M.n. keinen Grund für eine Sperre, wenn du dich am ersten Tag deiner Arbeitsfähigkeit arbeitslos meldest und Leistungen beantragst. Du würdest jedoch auf das ALG 1 vor diesem Stichtag verzichten.
 
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Möchte erstmal ein Lob mitteilen. Dies hier ist ein tolles Forum. Danke euch für eure Antworten!

@galadriel

Du bist zwar familienversichert in der Krankenkasse.
Was ist mit der Rentenversicherung?

Das ist eine gute Frage, daran habe ich noch nicht gedacht. Gäbe es rententechnisch Nachteile, wenn ich 3 Monate wegen AU keine Leistung beziehe?

@Unentschieden
bist du noch ungekündigt?
Nein, ohne Arbeit.

Kannst du uns ganz kurz schreiben, welche Nachteile dir mit der Nahtlosigkeitsregelung nach § 145 SGB III entstehen? Schließlich hat diese Regelung den Vorteil, dass du trotz AU dein ALG 1 beziehen kannst.

Vorteil? Kann man so generell nicht sagen, vorab sowieso nicht. Es wird ja ab Antrag auf Nahtlosigkeit erst mal geprüft, ob die Nahtlosigkeitsregelung überhaupt greift. Bei Antragstellung läuft die Sache und das Ergebnis des ärztlichen Dienstes, der dann tätig wird, kann für den einen positiv sein, für den anderen nicht. Für denjenigen positiv, der eine gute Rente erhalten wird, gern in Rente gehen möchte, finanzielle Abschläge verkraften kann und nach Begutachtung des ärztlichen Dienstes ein Nahtlosigkeitsfall ist. Im gegenteiligen Fall muss man mit erhebliche Nachteilen rechnen, die zunächst nicht offensichtlich sind und später, wenn der AlgI-Anspruch erlischt, wirken.

Fall a)
Wenn der ärztliche Dienst z.B. prognostiziert, dass du nicht länger als 6 Monate krank sein wirst, dann bekommst du in der Regel kein AlgI. Du bist AU und erhälst keine Leistung, kannst dann AlgII beantragen und verwirkst unter Umständen deinen AlgI-Anspruch. Rentenbeiträge werden dann nicht gezahlt. Weitere Nachteile für AlgII-Bezieher sind ja zur Genüge bekannt. Ich werde kein AlgII beantragen können, da mein Ehepartner ein Einkommen hat. Ginge in diesem Fall also erst mal leer aus. Möglicherweise würde ich 6 Wochen AlgI erhalten, länger aber nicht.

Fall b) Wenn der ärztliche Dienst prognostiziert, dass du mehr als 6 Monate krank sein wirst und nur unter 15 Stunden arbeiten kannst, dann greift die Nahtlosigkeitsregelung. Wenn du dann noch zu den Älteren zählst wird geprüft, ob der Arbeitsmarkt für dich verschlossen ist oder nicht. In dem Fall gibt es noch eine spezielle erleichternde Regelung. In jedem Fall kannst du damit rechnen, vorzeitig in die Rente geschickt zu werden bzw. eine Erwerbsminderung zu erhalten, die dich ggf. in Armut stürzt. Die Möglichkeit hinzuzuverdienen ist auch gering. Macht den Kohl auch nicht fett.

Vor dem Regelalter in Rente zu gehen? Du hast finanzielle Verluste, mal abgesehen davon, dass im Fall der Frage, ob der Arbeitsmarkt für den Antragsteller verschlossen ist oder nicht, meines Erachtens eine verdeckte Altersdiskriminierung im Arbeitsleben durch die AfA bzw. BA vorliegt. Und die Bewilligung eines Rentenantrages bedeutet das Ende von AlgI. Die Entscheidung, ob Rente, ja oder nein, wird nicht viele Monate dauern. Wenn du z.B. 24 Monate AlgI bekommen würdest, -solange braucht der Rententräger nicht für seine Entscheidung. Und die AfA freut sich ob der Ersparnis.

Fall c) Wenn der ärztliche Dienst feststellt, dass du noch leichte Arbeiten machen und mindestens 15 Stunden arbeiten kannst, aber nicht mehr in deinem ursprünglichen Beruf zu arbeiten in der Lage bist, dann riskierst du eine Dequalifizierung und Angebote von Hilfsjobs mit geringem Lohn.


In meinem Fall würde sich ein Antrag auf Nahtlosigkeit eher nachteilig auswirken. Rentenzwang, Dequalifizierung, Altersdiskriminierung, abhängig von der prognostizierten Entscheidung des ärztlichen Dienstes, der sicherlich keine neutrale Stellung innehat, nein danke! Hört sich erst mal ganz gut an, die Nahtlosigkeitsregelung, aber bei näherem Hinschauen entdeckt man, was eigentlich damit beabsichtigt wird. Klar, mein Vorteil ist, dass ich verheiratet bin, nicht sofort – nahtlos - auf AlgI angewiesen bin und die Familienversicherung der KK nutzen kann. Wenn ich aber an andere mögliche Fälle denke, die keinen verdienenden Partner haben und vom nahtlosen AlgI abhängig sind, dann kocht das Blut in mir.
 
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das ist quatsch was du schreibst.

Wenn du schon sagst dass noch 3 Monate brauchst oder so bis du fit bist, dann wir das der Amtsarzt auch so sehen.
Hast du evtl. schon ein Gutachten von der DRV muss sich er Amtsarzt daran halten.

Und so schnell bekommst du keine rente da herrscht nur der Zwang Rente zu beantragen die eh zu 99,9% abgelehnt wird. Amt muss dann trotzdem weiterzahlen.Von daher ist es eher wahrscheinlich im Lotto zu gewinnen als die Rente zu bekommen bei absehbarer Zeit der Gesundung.

ich sehe da deswegen keinerlei Nachteile.Und dequalifiziert bist du so oder so wenn du länger arbeitslos bist, das kommt automatisch so, auch wenn man es ned ist.Und die Hilfsjobs die kommen spätestens bei ALGII, denn da isses wurscht was du willst oder nicht, dann heisst es alles annehmen was zumutbar ist.
 

Unentschieden

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Danke für deine Erklärung. Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation und kann den Zorn nachvollziehen.

zu b) Mir ist nicht bekannt, dass dich die AfA vorzeitig in Altersrente schicken kann. Sie werden dich jedoch auffordern die EM-Rente zu beantragen.

Die Zwangsverrentung kommt m.M.n. nur beim Bezug von ALG 2 und einem Alter von mindestens 63 Jahren in Frage.


Um keine Verwirrung zu stiften, lasse ich nun die Experten aus dem Forum antworten. Schließlich kann ich nicht behaupten, dass ich schon alles weiß, nachdem ich einige §§ und Beiträge hier gelesen habe.
 
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@Unentschieden

zu b) Mir ist nicht bekannt, dass dich die AfA vorzeitig in Altersrente schicken kann. Sie werden dich jedoch auffordern die EM-Rente zu beantragen.

Die "Aufforderung", eine EM-Rente zu stellen, kommt einem Zwang gleich. Bei Ablehnung ruht das AlgI solange, bis der Aufforderung nachgekommen wird. Und dann ist man von der Entscheidung des Rententrägers abhängig. Beide Leistungsträger - Dt. Renteanversicherung und AfA, die ja auch zusammenarbeiten, haben auch wirtschaftliche Interessen. Was ihnen nützt bewilligen sie, was nicht, das lehnen sie ab. Sei denn, die Sache ist eindeutig. Wenn der Rententräger eine hohe EM-Rente zahlen muss, was wird der wohl versuchen? Den Antrag abzulehnen. Im umgekehrten Fall eher zustimmen und dafür Gründe finden.

@Kaffeesäufer

sag nicht vorschnell, dass es quatsch ist, was ich schreibe. Ich habe mich bei den entsprechenden Leistungsträgern sachkundig gemacht. Gut informiert wurde ich aber erst, weil ich beharrlich nachgehakt habe. Ich habe mich nicht mit Teilinfos abspeisen lassen. Meine Eingangsfrage, die ich hier gestellt habe, wurde aber noch nicht geklärt. Die steht noch aus. Der Leistungsträger der AfA muss mich hierüber auch noch informieren. Ich vermute, dass ich richtig liege, dass ich ohne Sperrung bzw. Nachteile zu einem späteren Zeitpunkt AlgI benatragen kann.Die Lücke darf aber nicht allzu groß sein, so dass sich mein Anspruch reduziert. Muss das aber begründen. hunterdtprozentig sicher bin ich aber nicht. Wollte aber vorab eure Meinung hören.

Im Übrigen: Ich bin tatsächlich derzeit noch krank, AU. Die Nachhaltigkeitsregelung möchte ich nicht nutzen aus den beschriebenen Gründen. Einer der beschriebenen Fälle würde ich erfahren. Da warte ich doch lieber drei Monate mit der Antragstellung von AlgI bis ich tatsächlich gesund bin. Sollte ich dann noch zum ärztlichen Dienst der AfA müssen, was zu vermuten ist, dann habe ich bessere Karten in der Hand.
 

gila

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Frage ist: wie alt bist du? Hat die KK dich schon aufgefordert, dass du eine Reha beantragen sollst, die dann als Rentenantrag umgedeutet werden soll? Aber DU bist nicht damit einverstanden, dass man dich jetzt schon in die (gekürzte und sicher nicht gleich zu bekommende!) Rente schubst?

Wenn die KK dich aufgefordert hat, musst du den Antrag stellen.
Aber:

Dann lies dich mal ein: https://www.elo-forum.org/50/103164-erfolg-noetigung-kk-reha-rente-erstmal-tisch.html

Durch dein Krankengeld hast du obendrein noch weiteren Anspruch auf ALGI. Ich würde mich VOR der Aussteuerung arbeitslos und auch arbeitssuchend melden. Gesund. Soll man dir doch was anbieten! Weitere AU kannst du bei Bedarf immer noch einreichen - muss aber die Afa nicht immer flächendeckend bekommen.
 
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Hallo gila,

Frage ist: wie alt bist du? Hat die KK dich schon aufgefordert, dass du eine Reha beantragen sollst, die dann als Rentenantrag umgedeutet werden soll?

Nein, die KK nicht, weil der medizinsche Dienst einen Rehaantrag bzw. EM-Antrag zu stellen nicht für erforderlich hielt. Eins sozialmedizinsche Empfehlung hat der MDK nicht abgegeben.

Bin 60, werde demnächst ausgesteuert und darüber hinaus bin ich noch tatsächlich krank, AU!.
Die Leistungsstelle der AfA versuchte mich unter Druck zu setzen, zu "nötigen"dass ich einen Antrag zur Nahtlosigkeit stelle. Will ich aber nicht, weil mir das passieren könnte: Umwandeln des Reha-Antrages in einen Rentenantrag (EM-Rente) oder anderes, was mir eher schadet als nützlich ist. An anderer Stelle habe ich die Möglichkeiten aufgezählt.

Die Leistungstelle der AfA ist nicht befugt, mir nahezulegen, einen Antrag auf Nahtlosigkeit zu stellen. Ist die Aufgabe meines Vermittlers, der mich vorerst zu beraten hat. Außerdem meinte die Sachbearbeiterin der Leistungsstelle, über meinen Antrag auf AlgI könne erst dann entschieden werden, wenn ich beim ärztlichen Dienst vorstellig geworden wäre. Wollte mich gleich am Tag der Arbeitslosmeldung, ein Tag nach der Aussteuerung einen Termin beim ärzlichen Dienst besorgen. Alles der falsche und nicht korrekte Weg. Darüber könnte ich viel schreiben. Hab mich natürlich auch in Nürnberg beschwert, KRM meiner AfA hat, obwohl versprochen, nicht reagiert. Leistungsstelle nicht auf mein Schreiben geantwortet usw. usw. Habe reagiert, auf meine Weise, bis jetzt mit Erfolg. Weiteres wird sich zeigen.

Soviel erstmal

Gruß Skeppi
 

gila

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Hallo gila,

Nein, die KK nicht, weil der medizinsche Dienst einen Rehaantrag bzw. EM-Antrag zu stellen nicht für erforderlich hielt. Eins sozialmedizinsche Empfehlung hat der MDK nicht abgegeben.
Das wäre schon mal gut.

Bin 60, werde demnächst ausgesteuert und darüber hinaus bin ich noch tatsächlich krank, AU!.
DU kannst AKTIV bestimmen, ob du dich aussteuern "lässt" oder vorher "genesen" bist - wenn auch nur zeitweise.

Die Leistungsstelle der AfA versuchte mich unter Druck zu setzen, zu "nötigen"dass ich einen Antrag zur Nahtlosigkeit stelle. Will ich aber nicht, weil mir das passieren könnte: Umwandeln des Reha-Antrages in einen Rentenantrag (EM-Rente) oder anderes, was mir eher schadet als nützlich ist. An anderer Stelle habe ich die Möglichkeiten aufgezählt.

So ist es! Daher kannst du das selbst in die Hand nehmen.
Da ja schon der MDK dich für "gesund genug - Reha/Rente nicht nötig hält, hast du mehr Gestaltungsspielraum.
Den würde ich nutzen.
Es ist dein "letzter" ...

Die Leistungstelle der AfA ist nicht befugt, mir nahezulegen, einen Antrag auf Nahtlosigkeit zu stellen. Ist die Aufgabe meines Vermittlers, der mich vorerst zu beraten hat. Außerdem meinte die Sachbearbeiterin der Leistungsstelle, über meinen Antrag auf AlgI könne erst dann entschieden werden, wenn ich beim ärztlichen Dienst vorstellig geworden wäre.
Nicht unbedingt richtig, wenn du dich kurz VOR dem Aussteuerungstermin meldest. Begründung: meine Behandlungen sind abgeschlossen - ich melde mich nun wieder arbeitslos/suchend.

Wollte mich gleich am Tag der Arbeitslosmeldung, ein Tag nach der Aussteuerung einen Termin beim ärzlichen Dienst besorgen. Alles der falsche und nicht korrekte Weg. Darüber könnte ich viel schreiben. Hab mich natürlich auch in Nürnberg beschwert, KRM meiner AfA hat, obwohl versprochen, nicht reagiert. Leistungsstelle nicht auf mein Schreiben geantwortet usw. usw. Habe reagiert, auf meine Weise, bis jetzt mit Erfolg. Weiteres wird sich zeigen.

Soviel erstmal

Gruß Skeppi

Ich war in der gleichen Situation, nur die KK drängte mich.
Der VdK hat mich hier gut beraten und letztlich läuft alles ...
Wenn du "wirklich krank bist zur Zeit" muss das ja nicht jeder wissen, denn es zählt erst einmal, dass du GRUNDSÄTZLICH dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehst.

Wartest du die Aussteuerung ab - geht das Nahtlosspielchen los ...
 
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Hallo Gila,

danke für deine Antwort. Meine KK hat zunächst auch versucht, was sie mit dir gemacht haben. Ich habe mich dagegen begründet gewehrt. Zunächst: KKs versuchen so viel wie möglich ärztliche / medizinische Befunde und Dokumente zu bekommen. Sie schrieben meine Ärzte an, denen ich ausdrücklich gesagt habe, schriftlich auch, dass sie diese nicht ohne meine Einwilligung an die KK versenden dürfen. Wenn sie das täten ginge das Vertrauensverhältnis verloren und sie begingen einen Datenschutzverstoß. Wollten sie mir erst nicht glauben,, dann aber geschluckt und sich daran gehalten.Die KK schüchtern auch die Ärzte ein und locken mit einem Honorar, wenn sie Berichte schreiben. Nicht jeder Arzt erzählt seinem Patienten, was die KK verlangt hat. Meine haben es getan, weil ich eindringlich , nachgehakt habe. Ärzte, die sich nicht darauf einlassen, sind nicht lange meine Ärzte. Die Kontrolle über meine Daten insbesondere Gesundheitsdaten möchte ich in der Hand behalten.

Mein Sachbearbeiter hat sich sehr bemüht, mir klar zu machen, dass er das Recht habe, diese anzufordern. Auch das Recht habe, das große Gutachten des MDKs zu erhalten. Ich habe ihn eines anderen belehrt. Klar, die KK wollte mich nach Aktenlage begutachten, spart ja Zeit und Geld aber nicht zu Gunsten der Patienten. Ja, und dann begann der Kampf um meine Daten.und die Kontrolle selbst zu behalten. Machte erstmal klar, dass ich nicht nach Aktenlage begutachtet werden möchte sondern persönlich vorstellig beim MDK sein möchte.Und ich hätte ja auch das Recht, meine bzw. nur die erforderlichen Daten dem MdK zu übergeben.

Nachdem mit einer persönliche Vorstellung beim MDK einverstanden waren, habe ich sie gefragt, wer der Gutachter sei und in welcher Fachrichtung er tätig und ausgebildet ware. Es stellte sich heraus, dass er Orthopäde war un nicht geeignet für meinen Krankheitsfall. Also habe ich darauf beharrt einen Gutachter mit der Fachrichtung für Inneres zugewiesen zu bekommen. Den Namen der Gutachterin habe ich auch erfahren und mit ihr gesprochen, selbst mit der Geschäftsleitung der AU-Abteilung. Beide lernten mich kennen und besser einschätzen als die Krankenkasse es getan hatte. Ich habe auch mit dem Datenschützer des MDKs gesprochen und ihn gebeten, bie der Begutachtung dabei zu sein. Mein Mann war auch anwesend. Ich wollte auf keinen Fall, dass das groß Gutachten an die KK gesendet wird, was ja oft üblich ist. Das konnte ich letztlich verhindern. Die Gutachterin war sehr freundlich, kann mich nicht über ihre Ergebnsse beklagen, freundlich war auch der Datenschutzbeauftragter. Nebenbei habe ich mir die MDK-Akte erbeten, habe Einsicht gehabt und mein großes Gutachten erhalten.

Mein Sachbearbeiter hat sich geärgert, dass ich durchgesetzt habe, von dem er glaubte, ich würde es nicht erreichen. Er meinte, mit dem kleinen Gutachten könne er nicht viel anfangen. Ich sagte, seine Fragestellung wurde wesentlich beantwortet. Seine Fragestellung an den MDK hatte er auf mein Drägen auch herausgegeben. Ich war also gewappnet.Aber es lief alles bestens.

Mein Sachverhalt liegt außerdem noch etwas anders. Ich bin wirklich immer noch krank, werde mich auch weiter krankschreiben lassen, die Krankschreibung behalte ich für die Fälle aller Fälle.
Die Sache ist nämlich die, dass seit Monaten bei der BG ein Antrag auf Berufserkrankung läuft. Demnächst darf ich nun endlich zu einem Gutachter. Inzwischen sieht es so aus, dass ich die Anerkennung der Berufserkrankung erhalte. Drauf schwören kann ich aber nicht. Wer weiß, wie sich was doch noch zu meinem Ungunsten entwickelt Aber ich seh das Ergebnis eher positiv. Und wenn ich mich nach der Aussteuerung ohne Unterbrechung weiter krankschreiben lasse, die Atteste aufbewahre für den Fall der Fälle, dann bekomme ich bei Anerkennung der Berufserkrankung für die weitere Krankheitszeit Verletztengeld. Die BG zahlt länger Krankengeld bzw. Verletztengeld. Nun, wenn alles geklärt ist, werde ich mich an die BG wegen Reha oder Teilhabe am Arbeitsleben wenden oder eine Verletztenrente beantragen. Je nachdem, was dabei herauskommt, ich werde mich zunächst nicht bei der AFA arbeitslos melden, ich werde das aber begründen warum, weil ich nicht genötigt werden will, die Nahtlosigkeitsregelung in Anspruch zu nehmen. Habe demnächst einen Termin bei der Leistungsstelle um zu erfahren, ob es unschädlich ist, wenn ich mich erst nach 3 Monate, die brauche ich noch, arbeitslos und gesund melde. Ich will ja keine Sperre erhalten und keine große Lücke haben, die meinen AlgI-Spruch schmälert.

Na, und einen Termin beim ärztlichen Dienst möchte ich derzeit nicht. Kann mir vorstellen, wie seine Prognose aussehen könnte, Da warte ich bis ich tatsächlich wieder gesund bin, nichts mauscheln und verstecken muss, dann habe ich bessere Karten. Bei 3 Monaten Auszeit wegen AU kann ich die Familienversicherung meines Mannes nutzen, Da er ganz gut verdient bin ich nicht nahtlos auf das AlgI angewiesen.

Die Nahtlosigkeit geht nur los, wenn der Vermittler die Aussteuerung als Indiz betrachtet, dass du nicht mehr oder zu wenig arbeitsfähig bist. Wenn er zweifelt, kann er den ärztlichen Dienst einschalten. Wenn der feststellt, man ist wieder gesund und voll arbeitsfähig, ja dann beziehe ich regulär alg I

So das wars, wenn auch wohl ein bisschen zu viel.

Gruß von Skeppi
 

gila

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Nun ja - so hat jeder Fall letztlich doch noch ein paar "Ecken und Kanten" bzw. Eigenheiten, die man eben ohne Kenntnis kaum richtig beantworten kann.
In meinem Falle hat der VDK vor Ort meine geschilderte Vorgehensweise so bestätigt. Was nun bald die AfA für "Ideen" hat, werde ich dann auch noch sehen. :icon_rolleyes:

Aber SB kennt mich noch - habe dort am PC sicher eine rote Warnleuchte aufblitzen ...
 

Holger01

Accountproblem bitte Admin informieren.
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1.)
Kann ich noch nach 3 Monaten wegen AU einen Alg-I Antrag stellen ohne eine Sperrung zu erhalten, wenn ich den Grund - AU - der AfA mitteile?

Ja, in gewisser Weise schon, und zwar indem du den Beginn deines Alg1-Bezuges auf einen späteren Termin verlegst.

Zitat: "Ist es für einen Arbeitslosen aufgrund seines Lebensalters günstiger, sich nicht zum Zeitpunkt der tatsächlich einsetzenden Arbeitslosigkeit, sondern erst später arbeitslos zu melden, so ist dies möglich und rechtens."

Quelle: Hessisches Landessozialgericht - Startseite

Es gibt hierzu § 137 Abs. 2 SGB III: "(2) Bis zur Entscheidung über den Anspruch kann die antragstellende Person bestimmen, dass der Anspruch nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt entstehen soll."

Üblicherweise wurde und wird diese Regelung genutzt, um bei einer Arbeitslosigkeit, die kurz vor dem z.B. 58. Lebensjahr oder kurz vor einer anderen Erfüllung einer Anwartsschaftsgrenze eintritt, die längere Alg1-Bezugsdauer zu erhalten.


2.)
Gäbe es rententechnisch Nachteile, wenn ich 3 Monate wegen AU keine Leistung beziehe?

Ein rententechnischer Nachteil kann in einer späteren EM-Rente liegen, wenn es in der Wartezeit Lücken gibt.

Beispiel: "lückenlos mit sogenannten Anwartschaftserhaltungszeiten (zum Beispiel freiwillige Beiträge,unter bestimmten Voraussetzungen auch Zeiten der Arbeitslosigkeit) belegt"

Quelle: EM-Rentenbroschüre der DRV, Seite 9,
https://www.deutsche-rentenversiche...minderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Weitere hierzu solltest du noch prüfen, um für die relevante Nachteile vermeiden zu können.
 
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Hallo gila,

Nun ja - so hat jeder Fall letztlich doch noch ein paar "Ecken und Kanten" bzw. Eigenheiten, die man eben ohne Kenntnis kaum richtig beantworten kann.

Genau so ist es.
Grundsätzliches, Allgemeines vermittelt das Gesetzbuch bzw. SGB.
Eine detaillierte Betrachtung ist aber erforderlich, um die individuellen Unterschiede, individuellen Verhältnisse, Voraussetzungen und Bedürfnisse zu erkennen. Dann kann man auch das Vorgehen dem individuellen Fall besser anpassen.

Ich jedenfalls will mich nicht vorzeitig in die Rente "zwingen" lassen, ich hätte finazielle Verluste. Ich unterstütze u.a. in keinem Fall eine Altersdiskriminierung im Arbeitsleben. Die KK oder AfA beisst bei mir da auf Granit. Und die Gegenwart zeigt, immer mehr Menschen erhalten vor dem Regelalter Rente, Erwerbsminderungsrente. Und wir wundern uns, dass auch die Altersarmut zunimmt. Die KK und AfA bzw. BA fördert doch mit ihrem Vorgehen die Altersdiskriminierung im Altersleben. Ich rede nicht von denen, die selbstbestimmt frühzeitig in die Rente gehen, weil sie es sich finanziell leisten können. Ich rede von Menschen, die bei einem vorzeitigen Rentenbeginn in Armut fallen. Sozialpolitisch betrachtet gäbe es sozialere Ideen, für Ältere, Behinderte und andere benachteiligte Menschen im Arbeitsleben, um das Problem der (Alters)-Armut zu vermeiden.

Gruß von Skeppi
 

gila

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Hallo Skeppi - ich sehe die Dinge ebenso wie Du ... und viele andere Üfuffis hier auch. Man hat uns um den Lohn unserer Lebensleistung schicht besch.i.ss.en.

Interessant auch die Ausführungen in der Dienstanweisung: https://www.arbeitsagentur.de/zentr...eitslosigkeit/Publikation/pdf/da-alg-p125.pdf

Roundabout könnte man sagen: Aussteuerung ist immer der "Verdacht" auf Nahtlosigkeit und rausschubsen in die Rente.

Daher habe ich mich entschlossen, die Entwicklung meines Falles auch mit der Zankerei der KK so fortzuführen, dass es nicht zur Aussteuerung kommt.
Da die KK es nicht schaffte und die DRV meine Reha abgelehnt hat, wird man sich schwer tun, mir keine volle "Verfügbarkeit" (WAS für ein hässlicher und unmenschlicher Begriff!) unterzujubeln.

Ich bin vollumfänglich verfügbar - lieber streite ich mich um VVs (die eh nicht kommen werden) und um Maßnahmen (auch die kriegt man von der Backe), als auch nur einen müden Cent von meiner eh schon armseligen Rente abzugeben!
In der Zeit meines restlichen ALGI erwirtschafte ich noch nebenbei kleinere Rentenanteilchen ... und wer weiß: vielleicht gibt es ja zwischendurch doch noch nen Job, für den es sich lohnt? :eek:
 
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Inzwischen zum folgenden Wissenstand gelangt:

Arbeitslose und von der KK "ausgesteuerte" Menschen, die verheiratet sind, nicht auf das AlgI sofort angewiesen sind, weil der Partner Einkommen hat, und die Familienversicherung der KK nutzen können, können den AlgI-Antrag unschädlich aufgrund weiterer AU später stellen. Manchmal ist das besser statt zum ärztlichen Dienst der AfA gehen und einen Rentenantrag (EM-Rente) stellen zu müssen.

Es gibt keine Sperrzeiten bei späterer Arbeitslosmeldung, wenn der Grund weitere AU ist. Die Lücke darf nicht zu groß sein, damit der AlgI Anspruch sich nicht kürzt oder gar erlischt. Kann man aber bei der Leistungstelle nachfragen.

Eine AU-Bescheinigung kann man, wenn man gesund ist, beim Rententräger selbst einreichen. Wird dann angerechnet und man hat keine Lücke.(wichtig zum Thema EM-Renten-Anspruch und Reha-Anspruch)

Hier nun meine Erfahrung der der AfA und mein Ergebnis zur Nahtlosigkeitregelung:
https://www.elo-forum.org/alg/107045-bericht-meiner-erfahrung-afa-thema-algi-aussteuerung-nahtlosigkeitsregelung.html

Gruß von Skeppi
 
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