ALG2 und Lohnzeitkonten

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G

Gelöschtes Mitglied 38337

Gast
Hallo zusammen,

ich habe ne kleine Firma mit einem Angestellten und bekomme ergänzend ALG2.
Da es in den Wintermonaten etwas dünner mit den Aufträgen ist, wurde der AV des Mitarbeiter auf Gehaltsbasis geschlossen.
Es ergibt sich wg. der Auftragslage im Sommer ein Überhang der Stunden, welche in den Wintermonaten ausgezahlt werden (ist auch im AV so verankert).

Nun wird auf der vorauschauenden EKS diese Lohnrückstellungen, mir als Einkommen angerechnet.
Sogar im Widerspruchsbescheid (welcher wahrscheinlich vom Pförtner ausgestellt wurde, denn es fehlt sogar ob Mann oder Frau) wurde geschrieben, dass dies sonst "einer Rücklagenbildung und somit Vermögensaufbau gleich kommt".

Ist dies so korrekt?

Danke!

nochten
 
G

Gelöschtes Mitglied 38337

Gast
Vielen Dank für die Antwort.
Wenn sie mir dies nun als Einkommen berechnen und ich den Angestellten entlassen würde, hätte der Angestellte dann noch Lohnforderungen (wie im ALG2 Antrag aufgelistet) oder wären die Forderungen dann nur, wenn der AN es gerichtlich durchgesetzt hätte?
Bitte entschuldige die Nachfrage, aber damit hab ich Verständnisprobleme.
Denn sonst wäre es für den AN Lohn und für mich Einkommen. Und dies geht doch eigentlich nicht.:icon_neutral:

VG nochten
 

Koelschejong

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Die Lohnforderung besteht durchaus. Das Problem ist "nur", dass der AN diese Forderung nicht wird durchsetzen können, weil Du mit großer Wahrscheinlichkeit ja nicht pfändbar bist. Ausgesprochen vorsichtig wäre ich aber, wenn es um die Sozialbeiträge und ggf. Lohnsteuer geht. Das würde ich auf jeden Fall abführen.
 
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Gelöschtes Mitglied 38337

Gast
Dass mein Einkommen, Lohn meines Mitarbeiters ist, leuchtet mir ein. Jedoch dass gleichzeitig dessen Lohn auch mein Einkommen ist, ist schon wunderlich!
Somit machen die aus einem Euro, zwei.
Sollten die vielleicht zur Bewältigung der Finanzkrise auch anwenden.

VG nochten
 

Koelschejong

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Dass mein Einkommen, Lohn meines Mitarbeiters ist, leuchtet mir ein. Jedoch dass gleichzeitig dessen Lohn auch mein Einkommen ist, ist schon wunderlich!
Somit machen die aus einem Euro, zwei.
Sollten die vielleicht zur Bewältigung der Finanzkrise auch anwenden.

Da wirfst Du einiges durcheinander:

  1. Dein Einkommen ist Dein Gewinn
  2. Der Lohn des Mitarbeiters ist Betriebsausgabe, kommt daher nicht aus Deinem Gewinn
  3. Betriebsausgabe aber ist der Lohn erst in dem Moment, in dem er tatsächlich ausgezahlt wird
  4. Das ist im Steuerrecht (bei EÜR) genauso. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, kennt aber das Steuerrecht Korrekturmöglichkeiten, z.B. die Rechnungsabgrenzung. Die aber sind im SGB II unbekannt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 38337

Gast
:biggrin:
ist mir schon klar, wie Du es erläutert hast.

als Beispiel:
was ich meinte ist, erst werden die Rückstellungen (August-Dezember) mir als Einkommen angerechnet und Leistung um den Betrag gekürzt. Nun, da ich weniger Leistung bekomme, muss ich die Rückstellungen mit verfressen.
Irgendwann sind die alle (Januar) und ich kann den Lohn nicht mehr zahlen und entlasse den Mitarbeiter (Februar), mach die Firma dicht (ebenso im Februar) und bin auch ordentlicher ALG2-Empfänger, wie dann auch der Mitarbeiter!
Nun hat er ja noch Lohnforderungen die ich begleichen muss.
Ich bekomme dann zwar den vollen Regelsatz (ab März z.B.), muss davon aber seinen ausstehenden Lohn zahlen.
Dies kann ich aber dem Amt gegenüber nicht geltend machen, hab ja keine Firma mehr und H4-Satz ist ja gedeckelt!:icon_neutral:

Trotzdem, rechtherzlichen Dank für Deine Infos!;-)
 

DeppvomDienst

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Es ist in der Tat im allerhöchsten Maße unbefriedigend, dass man im Grunde keinerlei Rücklagen bilden kann.
Ich stecke in der gleichen Zwickmühle, allerdings brauche ich keinen Mitarbeiter.
Ich verdiene zur Zeit sehr gut, so dass es wohl zu Erstattungen kommen wird. Andererseits müsste ich Rücklagen bilden, da ich in absehbarer Zeit eine Investition in Höhe von über 6.500 Euro haben werde. Wie ich diese leiste, steht derzeit in den Sternen. Würde ich von meinen derzeitigen Gewinnen Rücklagen bilden können, wäre das alles nicht das Problem. Geht aber nicht, denn Rücklagen sind im Sozialrecht gänzlich unbekannt, braucht ein Gewerbetreibender doch nicht :icon_neutral:.
Ohne diese Investition kann ich meinen Laden dichtmachen, weil es mein Hauptinventar ist, mit dem ich immer arbeite. Alternativ bleibt natürlich wieder die Variante "Darlehen" oder besser: "Finanzierung" direkt über den Laden, so dass eben kein Geld fließt bzw. die Investitionssumme direkt abgeführt wird und ich damit nicht in Berührung komme (gibt ja dann eh nur wieder Probleme im Jobcenter).
Und auch da wird das Jobcenter wieder johlen und jaulen, weil ich dann eben über 2 oder 3 Jahre hinweg monatlich Raten tilgen und als Betriebsausgaben geltend machen muss. Das ist denen aber auch wieder nicht recht.

Irre, aber dagegen machen kann man reichlich wenig.

Das heisst, ich denke und plane zwar vorausschauend, was auch eine Grundlage unternehmerischen Handelns ist, aber die dafür notwendige Handlungsweise wird mir vom Jobcenter "untersagt" bzw. ist unmöglich.

Tja, und die selbe Situation tritt nun bei Dir auf.
Hoffe, dass sich eine Lösung finden wird.
Manchmal glaube ich, sie legen es darauf an, dass der gestartete Unternehmer möglichst bald wieder pleite geht - soviele Hürden wie man diesen stets in den Weg stellt - so als hätte der Unternehmensstarter bzw. Unternehmer nicht schon genug Sorgen und Probleme mit seinem Tagesgeschäft...

Gegängelt werden die, die sich reinhängen und etwas tun. Absurdes, krankes System... aber gut, in diesem Land ist so einiges absurd und krank, also von daher...
 
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