ALG2 und das Wohnen auf einem Campingplatz/Feriensiedlung? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Stramm links

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Hallo!
Ich bin noch nicht lange genug wieder arbeitend um nach dem letzten Tag des befristeten Arbeitsverhältnisses wieder aus dem ALG2-Bezug heraus zu sein, deshalb meine Frage hier.
Wie sieht es das Jobcenter wenn man eine kleine Immobilie erworben hat für die man monatlich weniger Pacht entrichten muss als eine gewöhnliche Mietwohnung Mietkosten verursacht? Ist das Amt darauf aus dass man die Immobilie veräußern und "aufessen" muss oder wird soetwas akzeptiert?
Wenn ja, in welchem (finanziellem) Rahmen?
Freiheit Genossen
SL
 

Solanus

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Hallo!
Ich bin noch nicht lange genug wieder arbeitend um nach dem letzten Tag des befristeten Arbeitsverhältnisses wieder aus dem ALG2-Bezug heraus zu sein, deshalb meine Frage hier.
Wie sieht es das Jobcenter wenn man eine kleine Immobilie erworben hat für die man monatlich weniger Pacht entrichten muss als eine gewöhnliche Mietwohnung Mietkosten verursacht? Ist das Amt darauf aus dass man die Immobilie veräußern und "aufessen" muss oder wird soetwas akzeptiert?
Wenn ja, in welchem (finanziellem) Rahmen?
Freiheit Genossen
SL
Also entweder hast Du erworben, dann zahlst Du keine Pacht oder Du hast gepachtet, dann ist die Immobilie nicht Dein Eigentum.

Das ist erst einmal ein grundlegender Unterschied.

Bei Eigentum, kannst Du dies behalten, wenn es angemessen und selbst bewohnt ist.

Pacht ist wie Miete und sollte wie solche auch als KdU behandelt werden.
 
P

peterundpaul

Gast
Also entweder hast Du erworben, dann zahlst Du keine Pacht oder Du hast gepachtet, dann ist die Immobilie nicht Dein Eigentum.

.
@Solanus
Der TT schreibt „……Wohnen auf einem Campingplatz….“
Ich denke mal der TT meint
Da kaufst du z.B. einen feststehenden Wohnwagen der ist dein Eigentum
für den Platz (wo das Dingen steht) bezahlst du eine Pacht
 

Solanus

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@Solanus
Der TT schreibt „……Wohnen auf einem Campingplatz….“
Ich denke mal der TT meint
Da kaufst du z.B. einen feststehenden Wohnwagen der ist dein Eigentum
für den Platz (wo das Dingen steht) bezahlst du eine Pacht
Einen Campingplatz pachtet man, das ist richtig. Ein Wohnwagen ist aber keine Immobilie! Ein Wohnwagen ist ein Wagen, eine Immobilie ist etwas feststehendes nicht mobiles.

Somit zählt ein Wohnwagen als Fahrzeug zum Schonvermögen und ist unschädlich solange sein Wert innerhalb des Schonvermögens liegt. Liegt er oberhalb, besteht die Gefahr, dass Verwertung gefordert wird.
 

AndreasB

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Einen Campingplatz pachtet man, das ist richtig. Ein Wohnwagen ist aber keine Immobilie! Ein Wohnwagen ist ein Wagen, eine Immobilie ist etwas feststehendes nicht mobiles.
Es gibt auch Ferienhäuser, Bungalows etc. auf derartigen Campingplätzen zu kaufen. Die sind nun einmal fest installiert und damit Immobilien ...
 

Kerstin_K

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Wohneigentum auf gepachtetem Land geht aber durchaus. Ich kenne so einen Fall.

Aufpassen bei den Vertraegen. Meist sind Strom und Gas sehr teuer und man hat keine Moeglichkeit, den Anbieter zu wechseln.
 

Stramm links

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Also, das stimmt, man kauf m.E. die "Immobilie" (Blockholzhaus ohne Räder) und zahlt dann jährliche Pacht.
Strom etc hält sich preislich in Grenzen.
Was wäre denn das Schonvermögen?

Schaut mal hier:
Waldferiendorf Eversum in 59399 Olfen ? Ferienhäuser
Das ist sowas.
Die Preise belaufen sich von ein paar tausend Euro bis hoch zu 60.000 Euro.
 
E

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Gast
Hallo!

Ich sehe da ein anderes Problem: Man darf Feriensiedlungen oder Campingplätzen nicht mehr als Hauptwohnsitz nutzen.

Vom SGB-II sehe ich da keine Probleme, da angemessenes selbstbewohntes Eigentum geschützt ist.
 

Stramm links

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Bei dieser Feriensiedlung ist das noch erlaubt und wird auch von ca. 50% der Pächter dort so praktiziert. Mir sind auch andere Schrebersiedlungen bekannt die noch alte Rechte haben.
 
E

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Gast
Bei dieser Feriensiedlung ist das noch erlaubt und wird auch von ca. 50% der Pächter dort so praktiziert. Mir sind auch andere Schrebersiedlungen bekannt die noch alte Rechte haben.
Das ist doch in NRW, oder? Die Betreiber können ja nicht ihre eigenen Gesetze machen.
Es gibt wohl Bestandsschutz, aber neu anmelden darf man sich m.W. nicht mehr. Ich hatte mich auch mal informiert. Da gibt es ein gutes Forum, wo solche Fragen geklärt werden.

Im Zweifelsfall einfach bei der Gemeinde nachfragen.

Es gab auch kein altes Gesetz, es wurde einfach nur lange Zeit geduldet. Bei Schrebergärten gibt es manchmal auch Wohnnutzung. Das müsste man im Einzelfall abklären. Sicher nicht auf einer normalen Parzelle. Wenn vom Bebauungsplan als Wohngebiet ausgewiesen, würden in vielen Städten die Schrebergärten gar keine Existenzberechtigung mehr haben.
 
P

peterundpaul

Gast
@Solanus
Noch einmal es gibt z.B. auch Blockbohlen Häuser so wie die
aus den Westernfilmen nur kleiner

@Stramm links
Ein Kumpel von mir wohnt auf dem Campingplatz (Das Jobcenter bezahlt auch die Pacht) er erhält vom
Jobcenter auch dieselben Kosten wie ich in meiner gemieteten
Wohnung.
Solange das angemessenes selbstbewohntes ist denke ich es gibt
keine Schwierigkeiten hinsichtlich Vermögen.


Hallo!

Man darf Feriensiedlungen oder Campingplätzen nicht mehr als Hauptwohnsitz nutzen.
Viele Gemeinden sind da klamm und drücken bei der Anmeldung
beide Augen zu.
Das größer Problem auf Campingplätzen ist die „Brandsicherheit“.
 

Solanus

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@Solanus
Noch einmal es gibt z.B. auch Blockbohlen Häuser so wie die
aus den Westernfilmen nur kleiner

.....
Noch einmal für Alle die es immer noch nicht verstanden haben. Es ist völlig gleichgültig ob Wohnwagen, Blockhaus, Zelt, Holzhaus, Gartenhaus, Wohnhaus, aufgebockter oder abgebockter Wohntrailer/Wohnwagen/Wohnmobil/Schiff/Hausboot etc.

Pacht ist mit Miete gleichzusetzen und wird somit über KdU abgegolten, sofern die Immobilie oder die Mobilie angemessen und selbst bewohnt ist. Ist sie es nicht, wird auch die Pacht/Miete nicht übernommen, bzw. nur für eine begrenzte Zeit übernommen.
 
E

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Gast
Viele Gemeinden sind da klamm und drücken bei der Anmeldung
beide Augen zu.
Das größer Problem auf Campingplätzen ist die „Brandsicherheit“.
In NRW leider nicht mehr. Das mag damit zusammenhängen, dass es aufgrund der Wohnungsnot leicht ausufern könnte.

Die geduldteten "Altfälle" dürfen ihre Immobilie auch nicht verkaufen oder verwerben.
 
E

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Gast
Quer-Bericht zeigt Rentner-Dauercamper

Laut einem Bericht vom 06. Dezember der Sendung quer leben bereits tausende Rentner dauerhaft auf deutschen Campingplätzen. Wohnen auf dem Campingplatz ist günstig. Die Miete für einen Wohnwagen kostet nicht mehr als 300 Euro. Auch die Nebenkosten sind gering – eine Gasflasche zum Heizen kostet nicht mehr als 100 Euro für einen Winter. Dafür müssen diese Dauercamper aber auf dem Komfort eines eigenen Bades verzichten.
und

Allerdings ist dieser Campingplatz eher etwas für Rentner, die etwas mehr Kapital mitbringen.
Ein Phänomen aufgeschnappt und dann nichts weiter recherchiert - wenn man das "bereits" richtigerweise durch "noch" ersetzen und nicht suggerieren würde, daß es sich um einen ansteigenden Trend handele, bräche ja der ganze schöne "Artikel" wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Schon, wenn die Chemie unter den Leuten auf dem Platz nicht (mehr) stimmt, wird das sehr häßlich. Denn da läuft man sich ständig über den Weg, hockt man ständig aufeinander, da ist keine Wohnungstür, die man einfach hinter sich zumachen könnte ...

Wer im frühen Alter auf dem Campingplatz lebt, hat in aller Regel noch irgendwo zumindest eine Kleinstwohnung, wo er die Wäscheschränke stehen hat, damit die Klamotten trocken untergebracht sind und nicht klamm werden. Bei einem für die Bewegung im Straßenverkehr bestimmten Wohnwagen muß an jedem Quadratzentimeter Platz und an jedem Kilogramm Gewicht gespart werden, da können die Staufächer eben nicht mehr aufnehmen, als man in den Urlaubswochen so braucht.
In dieser Kleiderkammer stehen dann auch Waschmaschine und Bügelbrett, da liegen die persönlichen Dokumente, die man nicht im Bankschließfach hat, denn auch Papier wird auf dem Camopingplatz feucht. Und schließlich ist diese Butze dann auch die offizielle Meldeadresse, so daß es auf die Meinung des Meldeamtes gar nicht ankommt.

Im fortgeschrittenen Alter muß man dann entweder ins Alters- bzw. Pflegeheim oder zumindest in eine feste Wohnung umziehen, weil man die bislang sportlich genommenen Unannehmlichkeiten mit seiner Gesundheit nicht mehr vereinbaren kann. Wer öfter schnell mal auf's Klo muß, kann da die zweihundert Meter Weg vom Standplatz bis zum Sanitärhäuschen - egal ob bei strömendem Regen oder Glatteis - nicht mehr bewältigen. Dazu kommt dann noch, daß man einen Zustand, in dem man heutzutage nach einer akuten Erkrankung aus dem Krankenhaus entlassen wird, im Hotel oder in einer Herberge zu Ende auskurieren müßte.
Dann läßt man den Platz von Bekannten pflegen und kommt nur noch sonntags zum Kaffeetrinken ins Grüne, wenn überhaupt ...

Wenn der Fredstarter bis dahin noch ein paar Jahrzehnte Zeit hat, jetzt von so alten Leutchen so einen Platz übernehmen und beim Meldeamt auf Verständnis treffen kann, dann mit Gott. Allerdings muß er sich eben vorher um die Konditionen des Platzes kümmern, fragen, was Duschen, Waschmaschinenbenutzung und der Strom kostet, wo er für wieviel sein Gas zum Heizen und Kochen herbekommt und wieviel man da übklicherweise übers Jahr verbraucht. Dem JC muß er dann vertickern, daß die Platzmiete stets für ein Jahr im Voraus fällig ist. Solange das das JC nachweislich alles zu zahlen bereit ist, kann das funktionieren. Geld für zwei Wohnsitze wird es vom JC aber nicht geben.
 
E

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Gast
Ich denke auch, dass es für Armutsrentner einfach zu teuer ist.

Ich hatte mich ja selbst mal schlau gemacht, als es so aussah, dass ich keine Arbeit mehr finde. Man muss erstmal eine Menge investieren, nicht um hohe Standards zu haben, sondern einfach um es trocken und im Winter warm zu haben.
Dann sind die laufenden Kosten auch nicht zu unterschätzen.

Zuletzt wird der Gesetzgeber es nicht dulden, dass in Deutschland weitere Armensiedlungen entstehen und auch für die Platzbetreiber dürfte das auf Dauer ein Imageschaden sein.

Die Leute sollten lieber wieder Häuser besetzen. Hier steht soviel leer und gammelt vor sich hin. Von der Gründerzeitvilla bis zu ganzen Industriekomplexen.
 
E

ExitUser

Gast
... und auch für die Platzbetreiber dürfte das auf Dauer ein Imageschaden sein.
Die Mühsal der Idylle im Grünen nehmen immer weniger Leute auf sich. Dauerhafter Leerstand verdirbt die Stimmung und beschleunigt die Fluktuation noch weiter. Deshalb haben die Platzbetreiber schon vor Jahren angefangen, Parzellen zusammenzulegen und ihre Ansprüche an die Kunden herunterzuschrauben.
 
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