ALG2 oder Grundsicherung beantragen (1 Betrachter)

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DerSohn

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Hallo zusammen!

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Bei meiner Mutter wurde letzte Woche Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium festgestellt.
Bisher lebte sie von Witwenrente und dem Einkommen aus einem Minijob.

Den Minijob kann sie aufgrund der Erkrankung nicht mehr ausführen, daher müssen jetzt Sozialleistungen beantragt werden.

Die Frage ist jetzt allerdings, wie hier am besten vorgegangen werden soll. Meine Mutter (über 60 Jahre alt) ist sehr skeptisch was den Bezug von Sozialleistungen betrifft und möchte das eigentlich nicht. Aber es geht nicht anders. Daher sollte das alles so komplikationsfrei wie möglich von statten gehen.

Es gibt ja theoretisch zwei Möglichkeiten:

1. ALG2 beantragen
2. Grundsicherung wegen Erwerbsminderung beantragen

Bei beiden Optionen sehe ich aber einen Stolperstein.

- Wenn Sie ALG2 beantragt, wird im Antrag die Frage gestellt, ob sie mehr als 3 Stunden arbeiten kann. Das kann sie natürlich nicht, aber das wurde noch nirgends offiziell festgestellt. Es gibt zwar die Diagnose Lungenkrebs, aber damit ist sie ja noch nicht offiziell voll erwerbsunfähig (oder doch?). Und wenn Sie bei der Frage ob sie mehr als 3 Stunden arbeiten "nein" ankreuzt, ist das Jobcenter dann überhaupt noch zuständig?

- Bei der Beantragung von Grundsicherung würde es aber auch das Problem geben, dass die Erwerbsminderung noch nirgends offiziell festgestellt wurde. Somit hat sie ja eigentlich noch keinen Anspruch. Und wer weiß wie lange dieses Feststellungsverfahren dauert.. das können ja Monate sein.

Sie braucht aber jetzt Geld.

Wie also am besten Vorgehen?
Wer hat Rat?

Danke & LG
 

lino

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- Wenn Sie ALG2 beantragt, wird im Antrag die Frage gestellt, ob sie mehr als 3 Stunden arbeiten kann. Das kann sie natürlich nicht, aber das wurde noch nirgends offiziell festgestellt. Es gibt zwar die Diagnose Lungenkrebs, aber damit ist sie ja noch nicht offiziell voll erwerbsunfähig (oder doch?). Und wenn Sie bei der Frage ob sie mehr als 3 Stunden arbeiten "nein" ankreuzt, ist das Jobcenter dann überhaupt noch zuständig?

- Bei der Beantragung von Grundsicherung würde es aber auch das Problem geben, dass die Erwerbsminderung noch nirgends offiziell festgestellt wurde. Somit hat sie ja eigentlich noch keinen Anspruch. Und wer weiß wie lange dieses Feststellungsverfahren dauert.. das können ja Monate sein.
In Deutschland gilt die Scheingläubigkeit>> Dem Schein wird mehr Glauben geschenkt als der Wirklichkeit.
Wenns keinen Schein über Erwerbsminderung gibt, solange bist du eben voll erwerbsfähig.
ALG2 beantragen, den Mund halten und abwarten, was passiert. Wenn die Erwerbsminderung durch ist, gehts in die Grundsicherung.
 

DerSohn

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In Deutschland gilt die Scheingläubigkeit>> Dem Schein wird mehr Glauben geschenkt als der Wirklichkeit.
Wenns keinen Schein über Erwerbsminderung gibt, solange bist du eben voll erwerbsfähig.
ALG2 beantragen, den Mund halten und abwarten, was passiert. Wenn die Erwerbsminderung durch ist, gehts in die Grundsicherung.
Danke für deine Antwort.
Was meinst Du mit „den Mund halten“?
Soll sie bei der Frage ob sie mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten kann Ja oder Nein ankreuzen?
 

swavolt

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Im Moment bin ich noch ALG-II Empfänger.
Und das bleibt mann bis man etwas anderes bekommt.
Selbst wenn, wie bei mir festgestellt wurde, das ich voraussichtlich die näachsten 6 Monate nicht über 3 h arbeiten kann.

Zu deiner Frage:
Soll sie bei der Frage ob sie mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten kann Ja oder Nein ankreuzen?
Nein ankreuzen.
 

lino

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Danke für deine Antwort.
Was meinst Du mit „den Mund halten“?
Soll sie bei der Frage ob sie mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten kann Ja oder Nein ankreuzen?
Natürlich mit "ja", ist doch wohl logisch. Sie macht die ganze Prozedur so, als wäre sie gesund.
Die Krankheit ist kein Thema und wird nicht erwähnt. Du willst doch das Geld haben?
Solange sie nicht offiziell Erwerbsgemindert ist, solange gilt sie als Erwerbsfähig, und so verhält sie sich auch.
Ist das soweit klar?
 

erwerbsuchend

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Es ist aber auch klar, dass sich erwerbsfähige Personen glaubwürdig intensiv um eine Erwerbstätigkeit bemühen müssen. Dies sollte TE bei der Beratung seiner Mutter berücksichtigen. Es wird nicht funktionieren, dass seine Mutter sich als erwerbsfähig bezeichnet, aber sich nicht bewerben kann oder will, weil sie die jeweiligen Jobs gesundheitlich nicht schaffen kann. Es wäre daher sinnvoll, bereits bei der Antragsstellung auf mögliche gesundheitliche Einschränkungen hinzuweisen und sich diese von den behandelnden Ärzten attestieren zu lassen.
 
G

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Gast
Wenn Sie ALG2 beantragt, wird im Antrag die Frage gestellt, ob sie mehr als 3 Stunden arbeiten kann. Das kann sie natürlich nicht, aber das wurde noch nirgends offiziell festgestellt. Es gibt zwar die Diagnose Lungenkrebs, aber damit ist sie ja noch nicht offiziell voll erwerbsunfähig (oder doch?). Und wenn Sie bei der Frage ob sie mehr als 3 Stunden arbeiten "nein" ankreuzt, ist das Jobcenter dann überhaupt noch zuständig?
Das JC ist zuständig, bis die fehlende Erwerbsfähigkeit offiziell festgestellt wurde. Das muss auch vom JC in die Wege geleitet werden.

Den Minijob entweder vom AG kündigen lassen oder ein ärztliches Attest besorgen, dass sie den Job nicht mehr ausführen kann.

Wenn möglich, bei jedem Termin im JC einen Beistand mitnehmen.
Nach Möglichkeit vorsorglich auch schon mal nach einem guten Sozialrechtsanwalt umsehen.

Ich fürchte, dass die Antragstellung bei dieser Konstellation nicht wirklich "komlikationsfrei" laufen wird.
 

Fabiola

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Natürlich mit "ja", ist doch wohl logisch. Sie macht die ganze Prozedur so, als wäre sie gesund.
Sach mal, gehts noch?
Du schickst die kranke Frau damit in einen enormen überflüssigen und gesundheitsschädigenden Stress!!!
Natürlich muss sie wie @swavolt schrieb wahrheitsgemäß antworten!!!
Soll sie bei der Frage ob sie mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten kann Ja oder Nein ankreuzen? Nein ankreuzen.
Dann wird der ärztliche Dienst (wenn alles rechtmäßig läuft) eingeschaltet, um die gesundheitlichen Einschränkungen für den allgemeinen Arbeismarkt fest zu stellen. Möglicherweise wird dann mit entsprechenden ärztlichen Berichten ( die bitte nur direkt beim ärtzlichen Dienst abgegeben werden! und nicht über den Schreibtisch der SB (in verschlossenem Umschlag) laufen) dort fest gestellt, dass sie voraussichtlich die nächsten 6 Monate nicht über 3 h arbeiten kann.

Dann darf das JC fordern, das sie eine EM-Rente beantragt - und bis zur Entscheidung der DRV bleibt sie dann beim JC. Es gibt JCs, die dann versuchen, sie ans Sozialamt zu verweisen (was nicht rechtlich ist) - das war es aber auch schon.
 

lino

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Das JC ist zuständig, bis die fehlende Erwerbsfähigkeit offiziell festgestellt wurde. Das muss auch vom JC in die Wege geleitet werden.

Den Minijob entweder vom AG kündigen lassen oder ein ärztliches Attest besorgen, dass sie den Job nicht mehr ausführen kann.
Genau so.(y)
Ich weiss nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.
Die Wahrheit ist das, was auf dem Papier steht.
Man muss den Fall mal umdrehen:
Wenn ich Hartz4 beziehe und einen Termin verpasse, weil ich "Rücken" habe, mein Arzt mich aber für einen Simulanten hält und deshalb keine AU ausstellt, dann sagt das JC "Sanktion".
Es gilt also nur das, was eine entsprechende Stelle festgestellt hat, wenn keine Erwerbsminderung festgestellt ist, erfüllt man die Bedingungen, um Hartz4 zu beziehen.
Im Übrigen gibts mit den Heinis keinen Stress, solange man sich an das hält, was die von einem wollen. Natürlich muss man ein paar Bewerbungen schreiben. Per E-Mail ist das schnell erledigt.
Das Gesetz sagt nur, das ich alle Möglichkeiten nutzen muss, um den Leistungsbezug zu bebenden, mehr nicht.
Also muss ich mich auch auf Stellen bewerben, für die ich keine Qualifizierung habe. Leider.
Muss das JC aber akzeptieren. Leider. Machen sie aber.
Um die Bewerbungen kann sich Sohnemann kümmern.
Ausserdem ist das alles nur eine Übergangsfrage.
 
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