ALG2 für EU-Ausländer?

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ExitUser

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Hallo,

Situation:
Meine Freundin ist Österreicherin, wohnhaft in Österreich, macht derzeit eine Ausbildung und will nach dieser zu mir nach Deutschland ziehen.
Ich selbst bin Angestellter.

Wenn sie dann bei mir wohnt, suchen wir natürlich intensiv nach einer Arbeitsstelle für sie.

Aber ob das mit der Arbeitsstelle so schnell klappt ist fraglich - wie ist das also mit ALG2-Anspruch?
Hat sie überhaupt einen oder besteht da keine Chance?
(für das erste Jahr sind wir ja glaub ich noch keine Bedarfsgemeinschaft)

Andere Frage: Wie kommt sie dann bei uns zu so Sachen wie z.B. einer Krankenversicherung?
 
E

ExitUser

Gast
Wenn sie sich zur Arbeitssuche hier aufhält bekommt sie kein AlgII.
Wäre in Österreich nicht anders.

Nicht?
Ich meine, sie kommt ja nicht wegen der Arbeitssuche zu mir, sondern wegen mir.
Arbeit könnte sie ja genauso gut dort suchen.

Es ist halt verdammt blöd, weil ich auch nicht grad ein Schwerverdiener bin und ich sie nicht einfach komplett durchfüttern kann.

Andere Frage: Angenommen Sie findet einen Beruf, in Anstellung oder als Selbstständige, wo sie allerdings nur sehr wenig Geld verdient. Kann sie dann durch ALG2 aufstocken?
 

franzi

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HI,
Anspruch auf ALG I hat sie erst, wenn sie mindestens 6 Monate in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in D tätig war.
Anspruch auf ALG II hat sie nicht. Den gibt´s nur für deutsche Staatsbürger.

Deutscher Staatsbürger kann sie erst nach einem Mindestaufenthalt von 5 Jahren in D (in der Zeit muss sie natürlich auch in D berufstätig gewesen sein) werden. Je nach Bundesland, in dem sie ihren neuen Hauptwohnsitz haben wird, gibt es da unterschiedliche Regelungen.

Ist sie derzeit in A arbeitslos und Bezieherin von Arbeitslosengeld?
Vielleicht unterstützt das AMS eine Arbeitssuche in D? Sie soll sich da mal erkundigen, ob es da Förderungsmöglichkeiten gibt.

Des weiteren sollte sie sich gleich mal erkundigen, ob die Ausbildung, die sie in A macht, auch in D anerkannt ist. Da gibt´s nämlich auch Unterschiede. Stichwort: Anerkennung von Berufsabschlüssen. Dazu gibt es eine Behörde in Berlin, die sich mit diesen Fragen befasst.
Sonst hat sie hier in D gleich ein Einstiegs-Problem.

Wo wollt ihr denn zusammen wohnen? Lebt ihr im grenznahen Bereich (250 km)? Da könnte eventuell die Grenzgänger-Regelung in Frage kommen bzw. evtl. Leistungen aus A auch in D beansprucht werden. Zumindest sozialversicherungsmäßig gibt es da zwischenstaatliche Lösungen.

Bevor ihr fest zusammen zieht und sie noch keine sozialversicherungspflichtige Stelle hier hat, könnte sie sich in A arbeitslos melden und erst mal pendeln zur Arbeitssuche.
Gerade in grenznahen Gebieten arbeiten die Arbeitsämter beider Länder schon eng zusammen und bieten auch Stellen im Nachbarland an bzw. unterstützen auch die Arbeitssuche im Nachbarland. Evtl. wg. Übernahme von Fahrtkosten zwecks Bewerbung fragen. :icon_smile:
 
E

ExitUser

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Ist sie derzeit in A arbeitslos und Bezieherin von Arbeitslosengeld?
Vielleicht unterstützt das AMS eine Arbeitssuche in D? Sie soll sich da mal erkundigen, ob es da Förderungsmöglichkeiten gibt.

Sie ist bis Februar 2010 noch in Ausbildung. Erst dann wird sie arbeitslos.
Ich denke dann sollten wir mal beim AMS anklopfen, ob es da irgendwelche Unterstützung gibt.


Des weiteren sollte sie sich gleich mal erkundigen, ob die Ausbildung, die sie in A macht, auch in D anerkannt ist. Da gibt´s nämlich auch Unterschiede. Stichwort: Anerkennung von Berufsabschlüssen. Dazu gibt es eine Behörde in Berlin, die sich mit diesen Fragen befasst.
Sonst hat sie hier in D gleich ein Einstiegs-Problem.

Die Ausbildung ist anerkannt, da habe ich mich schon informiert.
 
E

ExitUser

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Wo wollt ihr denn zusammen wohnen? Lebt ihr im grenznahen Bereich (250 km)? Da könnte eventuell die Grenzgänger-Regelung in Frage kommen bzw. evtl. Leistungen aus A auch in D beansprucht werden. Zumindest sozialversicherungsmäßig gibt es da zwischenstaatliche Lösungen.

Bevor ihr fest zusammen zieht und sie noch keine sozialversicherungspflichtige Stelle hier hat, könnte sie sich in A arbeitslos melden und erst mal pendeln zur Arbeitssuche.
Gerade in grenznahen Gebieten arbeiten die Arbeitsämter beider Länder schon eng zusammen und bieten auch Stellen im Nachbarland an bzw. unterstützen auch die Arbeitssuche im Nachbarland. Evtl. wg. Übernahme von Fahrtkosten zwecks Bewerbung fragen. :icon_smile:



Wie ist denn der Grenzbereich definiert?
Ich wohne ca. 90 km mit dem Auto von der österr. Grenze entfernt.
Meine Freundin wohnt derzeit für die Ausbildung in Linz, also insg. auch noch unter 250 km. (ca. 200 km von mir entfernt)
Allerdings wohnt sie dort nur zwecks Ausbildung. Danach müsste sie zurück zu ihren Eltern und die wohnen im tiefsten Österreich nahe Wien. (380 km mit dem Auto von mir entfernt)
Aus diesem Grund wollten wir ja gleich nach der Ausbildung zusammenziehen.


PS: Danke für deine Bemühungen.
 

franzi

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Wie ist denn der Grenzbereich definiert?
Ich wohne ca. 90 km mit dem Auto von der österr. Grenze entfernt.
Meine Freundin wohnt derzeit für die Ausbildung in Linz, also insg. auch noch unter 250 km. (ca. 200 km von mir entfernt)
Allerdings wohnt sie dort nur zwecks Ausbildung. Danach müsste sie zurück zu ihren Eltern und die wohnen im tiefsten Österreich nahe Wien. (380 km mit dem Auto von mir entfernt)
Aus diesem Grund wollten wir ja gleich nach der Ausbildung zusammenziehen.


PS: Danke für deine Bemühungen.

Eventuell mal direkt beim AMS in Salzburg oder Kufstein vorbei schauen oder beim AA in Rosenheim. Die haben täglich mit solchen Fragen zu tun.

Am besten frühzeitig beraten lassen. Und auch bissel googeln. Stichwort: Europa. Arbeitsaufnahme im EU-Ausland.

Wichtig ist, dass sie durchgehend den Krankenversicherungs-Schutz hat. Man kann sich schnell mal ein Bein brechen und dann ist guter Rat teuer ...

Eventuell, falls sie nicht so schnell einen SV-pflichtigen Job findet, käme eine freiwillige Selbstversicherung in einer gesetzlichen KK in Frage (kostet ab 180 E/mtl.). Wenn ihr nicht verheiratet seid, muss sie sich ohnehin selbst versichern.

Beim Zusammenzug gleich auf angemessene Wohnungsgröße bzw. Miethöhe achten! Man muss immer damit rechnen, dass man mal arbeitslos wird und dann eventuell ein Umzug wegen zu hoher Wohnkosten ins Haus steht ...

Vielleicht kennt ihr Leute, die im Grenzbereich wohnen?
Mir ist bekannt, dass z. B. im Raum Freilassing einige Österreicher wohnen und arbeiten. Vielleicht da sich mal vor Ort umhören und Tipps geben lassen. Falls sich dort keine "lebenden Exemplare" dieser Spezies finden, kannst du dich auch noch bei XING anmelden. Dort gibt es Gruppen mit Österreichern, die in Deutschland leben. Gerade im Münchner Raum gibt es da zahlreiche, die man bestimmt auch fragen kann.

Im übrigen hatten wir hier das Thema bereits mehrfach im Forum. Einfach oben rechts bei "Suchen" Stichwort eingeben. :icon_smile:
 

tymon

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Anspruch auf ALG II hat sie nicht. Den gibt´s nur für deutsche Staatsbürger.

ALG2 gibts für EU-Ausländer nach mind. fünf jahren Aufenthalt in Deutschland. Ich selbst bin (EU)Ausländer und habe zum ersten Mal Hartz4 beantragen müssen (gebe aber mal hinzu, dass ich bereits seit fast 20jahren hier in D lebe). Ob sie in den fünf jahren arbeiten müsste bin ich mir nicht sicher (bei mir wollten die bei der ARGE den Aufenthalt, und nicht Infos wo ich gearbeitet habe)

Und Holzmichl, wenn ihr mal (in Zukunft) heiraten solltet steht deiner Freundin (dann Ehefrau) ALG2 zu. Egal ob Sie nur nen Monat oder fünf jahre hier in D gelebt hat.
 

nowayhose

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franzi

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@nowayhose
Ich sprach über meine persönlichen Erfahrungen. Und die sind wahrheitsgemäß (Stand 2005). Wenn sich inzwischen etwas geändert hat, danke ich dir für die Aktualisierung.
 

franzi

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ALG2 gibts für EU-Ausländer nach mind. fünf jahren Aufenthalt in Deutschland. Ich selbst bin (EU)Ausländer und habe zum ersten Mal Hartz4 beantragen müssen (gebe aber mal hinzu, dass ich bereits seit fast 20jahren hier in D lebe). Ob sie in den fünf jahren arbeiten müsste bin ich mir nicht sicher (bei mir wollten die bei der ARGE den Aufenthalt, und nicht Infos wo ich gearbeitet habe)

Und Holzmichl, wenn ihr mal (in Zukunft) heiraten solltet steht deiner Freundin (dann Ehefrau) ALG2 zu. Egal ob Sie nur nen Monat oder fünf jahre hier in D gelebt hat.

Die Aufenthaltserlaubnis ist an eine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle geknüpft. Ohne Job keine Aufenthaltserlaubnis!
Der Antragsteller muss nachweisen (Vorlage des Arbeitsvertrages), dass er über ausreichend Einkommen verfügt, um sich selbst zu erhalten, d. h. dem deutschen Staat nicht zur Last fallen wird.

Es gibt höchstens noch eine Aufenthaltserlaubnis für vorübergehenden Aufenthalt, z. B. bei Besuchen.
Wenn man sich aber längerfristig in D aufhalten will, ist dies an die Aufnahme einer Arbeit gebunden.
Die Aufenthaltserlaubnis gilt 5 Jahre. Sollte man zum Zeitpunkt der Verlängerung keine Arbeit haben, wird die Aufenthaltserlaubnis auch nicht verlängert.
Aufgrund dieser Unsicherheit (niemand kann heute garantieren, dass er dauerhaft beim Arbeitgeber XY beschäftigt sein wird) ist es ratsam, nach Ablauf von 5 Jahren eine Einbürgerung anzustreben, wenn man sich zu diesem Zeitpunkt in einer SV-pflichtigen Beschäftigung befindet.
PS: Möglicherweise gibt es da schon neuere Regelungen. Bei mir war das allerdings damals so. (Stand 2005)
 

AAbbCC

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In der EU gibt es keine Aufenthaltserlaubniss mehr.

Es gibt eine Freizügigkeitsbescheinigung für ALLE EU Bürger.
Damit kann mann sich in allen EU Ländern solange aufhalen wie man will. Egal ob man nun Geld zum leben hat oder auf der Strasse bettelt.
 

münchnerkindl

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Anspruch auf ALG II hat sie nicht. Den gibt´s nur für deutsche Staatsbürger.

So ein Quatsch... Also ich bin Ösi und hab jahrelang H4 bezogen...

Nur müsst ihrheiraten, daß sie hier in D sofort Anspruche an Sozialleistungen hat, bzw sie muss hier eine bestimmte Zeit in die Sozialversicherungskassen eingezahlt haben, damit sie die Aufenthaltserlaubnis erhält und damit die selben Ansprüche auf Leistungen wie ein Deutscher Staatsbürger.

Zuwanderung in die Sozialsysteme geht auch innerhalb der EU NICHT.
 

münchnerkindl

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Die Aufenthaltserlaubnis gilt 5 Jahre. Sollte man zum Zeitpunkt der Verlängerung keine Arbeit haben, wird die Aufenthaltserlaubnis auch nicht verlängert.

Ich meine nichts gehört zu haben, daß Ausländer, die hier Ansprüche erworben haben durch ihre Arbeit, diese dann verlieren und auf Unterstützung angewiesen sind wieder rausgeschmissen werden...
 

franzi

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Ich meine nichts gehört zu haben, daß Ausländer, die hier Ansprüche erworben haben durch ihre Arbeit, diese dann verlieren und auf Unterstützung angewiesen sind wieder rausgeschmissen werden...

Bei mir war es damals so: wenn man sich selbst nicht ernähren kann, hat man kein Recht auf Aufenthalt. Das wurde auch überprüft.
Daher hatte ich ständig Angst, meinen Job zu verlieren und dann die Aufenthaltserlaubnis nicht mehr verlängert zu bekommen.

Da gab es auch noch diese grüne Karte, wo man alle 5 Jahre einen Antrag auf Verlängerung stellen musste (konnte nur verlängert werden, wenn man auch die Frist nicht übersah).
Dann wurde wieder geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Aufenthaltserlaubnis noch gegeben sind.

Irgendwann war mir der Stress zu nervig und ich habe mich einbürgern lassen. Heute habe ich einen deutschen Pass und kann ruhig schlafen.

Aber offenbar hat sich die Gesetzeslage inzwischen stark geändert zugunsten der Freizügigkeit der EU-Bürger. Wurde aber auch Zeit!
Man kann nicht einerseits vom gemeinsamen Europa sprechen und dann EU-Mitbürger wie albanische Asylanten behandeln!
 

karpfen

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hallo,

Man kann nicht einerseits vom gemeinsamen Europa sprechen und dann EU-Mitbürger wie albanische Asylanten behandeln!
:icon_neutral:

ist jetzt offtropic, aber egal.
kleine lektion in geographie: albanien ist zwar nicht in der eu, gehört aber trotzdem zu europa!
ansonsten: andere menschen sind nicht besser oder schlechter als wir! und auch menschen, die nun mal aus nicht-eu-ländern kommen, haben das recht auf eine menschenwürdige behandlung!
 

franzi

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Offenbar hat da jemand was falsch verstanden.
Mir ging es ja gerade um die menschenwürdige Behandlung und zwar aller Bürger, die sich in D aufhalten, völlig unabhängig davon, aus welchem Land sie kommen!

Ich habe es jedoch am eigenen Leib erlebt, dass da sehr große Unterschiede gemacht werden, insbesondere, wenn es darum geht, eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten.

Noch brutaler wird es, wenn man sich einbürgern lassen möchte. Da weht einem ein eisiger Wind ins Gesicht und die Bediensteten der zuständigen Behörde lassen einem ganz offen ihre Ausländerfeindlichkeit spüren.

Das musste nicht erst ein Herr Wallraff herausfinden.
 
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