ALG2-Bezug und Erbschaft in Aussicht - Wer kann weiterhelfen?

Cleo1272

Neu hier...
Thematiker*in
Mitglied seit
6 Oktober 2014
Beiträge
10
Bewertungen
1
Hallo hoffe das mir hier jemand weiter helfen kann.

Im Internet ist vieles zu finden wenn eine Erbschaft ansteht, aber immer nur für Gelderbschaft.

Folgendes:
Heute habe ich von meiner Mutter erfahren das am vergangenen Freitag meine Oma verstorben ist.Meine Oma hat 4 Kinder, meine Mutter und 3 Söhne.
Alle 4 werden das Erbe ausschlagen, so dass ich in der nächsten Erbfolge stehe.
Meine Oma hat in einem nicht mehr bewohnbaren Haus gelebt , sowie einer ihrer Söhne. Dieser ist seit Jahren Hatz IV Empfänger und hat daher auch kein Geld, daher schlägt auch er das Erbe aus.
Nun ist es so das ich seit 3 Monaten ebenfalls Hartz IV beziehe und auf Stellensuche bin.
Da das Haus nicht mehr bewohnbar ist, die Hofeinfahrt knapp 2m hohes Unkraut beherbergt und auch meine Oma kein Geld hat, würden hierbei Schulden geerbt werden.
Jetzt stellt sich die Frage ob mein Onkel und ich tatsächlich das Erbe ausschlagen können, da wir Hartz IV beziehen. Wer übernimmt die Entrümpelung wenn wir alle ausschlagen würden.
Was passiert wenn ich sofort beim Amt anrufe und die darüber informiere, bekomme ich dann direkt für den nächsten Monat eine Sperre weil keiner weiß was tatsächlich zu erben gibt?
Die Verwandtschaft weiß das, aber nicht das Nachlassgericht, das muß es ja überprüfen wenn das Erbe ausgeschlagen wurde und der Staat theoretisch der nächste "Erbe" wäre. Dann müßte das hierbei auch für den Staat ein Plus ergeben, da dieser keine Schulden haben möchte. Also de Facto es muß beim Staat 0 zu 0 aufgehen. Theoretisch würde es dann an den eigentlichen Besitzer gehen, zumindest ist dies so bei verstorbenen Mieter der Vermieter das übernehmen muß. Wie ist das in diesem Fall?

Hoffe Ihr könnt mir meine Fragen beantworten
Vielen Dank
Cleo
 

Indeclinabilis

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 Juni 2012
Beiträge
1.420
Bewertungen
418
AW: Erbschaft

[...]Heute habe ich von meiner Mutter erfahren das am vergangenen Freitag meine Oma verstorben ist.Meine Oma hat 4 Kinder, meine Mutter und 3 Söhne. Alle 4 werden das Erbe ausschlagen, so dass ich in der nächsten Erbfolge stehe.
[...]
Die Frage an dieser Stelle wäre: Sind noch andere Nachfahren, bzw. Enkel vorhanden? - wenn ja gestaltet sich die Erbfolge nämlich etwas anders. :wink:

[...]Jetzt stellt sich die Frage ob mein Onkel und ich tatsächlich das Erbe ausschlagen können, da wir Hartz IV beziehen. Wer übernimmt die Entrümpelung wenn wir alle ausschlagen würden.[...]
Solltet ihr alle das Erbe ausschlagen, dann erbt keiner. D.h keiner wird der Rechtsnachfolger von deiner Oma (vgl. § 1953 I BGB).

Im weiteren Sinne bedeutet das, dass auch keiner von euch das Haus entrümpeln muss.

[...]Was passiert wenn ich sofort beim Amt anrufe und die darüber informiere, bekomme ich dann direkt für den nächsten Monat eine Sperre weil keiner weiß was tatsächlich zu erben gibt?[...]
Diesbezüglich kann ich dir nicht wirklich weiterhelfen, da ich mich im SGB-Bereich nicht auskenne.

Andererseits kann ich mir nur schwer vorstellen, dass ein rechtlich gebilligtes Verhalten eine Sanktion mit sich bringen kann; es sei denn natürlich es wird missbräuchlich verwendet. Zudem kann es ja nicht sein, dass man sanktioniert wird, wenn man eine mit Schulden belastende Erbschaft ausschlägt, um so letztendlich einer Selbstschädigung zu entgehen.

Doch wie gesagt, an dieser Stelle fehlt mir die spezifische Kenntnis. Da kann dir bestimmt jemand anders hier weiterhelfen.

[...]Dann müßte das hierbei auch für den Staat ein Plus ergeben, da dieser keine Schulden haben möchte. Also de Facto es muß beim Staat 0 zu 0 aufgehen.[...]
Der Staat kann nicht ausschlagen (§§ 1936, 1942 II BGB).

Ergo geht auch die Annahme fehl, dass es wohl 0 zu 0 aufgeht.

[...]Theoretisch würde es dann an den eigentlichen Besitzer gehen, zumindest ist dies so bei verstorbenen Mieter der Vermieter das übernehmen muß. Wie ist das in diesem Fall?
[...]
Wenn der Staat erbt, ist der Staat der neue Eigentümer, da er der Rechtsnachfolger des Erblassers wird (§§ 1922 I, 1967 I, II BGB).

Im Ergebnis würde der Staat daher auch in ein bestehendes Mietverhältnis - anstelle des Erblassers - eintreten; als Mieter oder eben als Vermieter.

Im Endeffekt wird die zuständige Stelle beim Staat versuchen das Haus zu verkaufen, weil was will die entsprechende Stelle mit einem solchen Grundstück, bzw. Haus.

m.M

:icon_pause:
 

liriel

Elo-User*in
Mitglied seit
17 April 2014
Beiträge
134
Bewertungen
61
AW: Erbschaft

Hallo und erstmal mein Beileid!

Hast du Kinder?
Wenn nein, würde ich das Erbe ausschlagen und dem Amt auch nichts darüber sagen-warum auch?
Wenn man nur Schulden erbt(was ja recht wahrscheinlich ist.).
Wenn ja,wird es kompliziert!
Denn bei minderjährigen Kindern kommt das Familiengericht ins Spiel und das darf dann dagegen sprechen,wenn du für die Kinder das Erbe ausschlagen willst..

Edit:
Und wer dann nach dir erbt, ob der Staat oder sonstwer kann dir dabei relativ Wurst sein..
Wenn du fristgerecht ausschlägst, bist du nicht mehr verantwortlich.
Allerdings darfst du dann auch keine Sachen aus dem Haus der Oma entfernen!!
(der dort wohnende Onkel auch nur "seine" Sachen- ;-) )
 

gizmo

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
12 Dezember 2011
Beiträge
3.738
Bewertungen
1.096
AW: Erbschaft

Hallo hoffe das mir hier jemand weiter helfen kann.

Im Internet ist vieles zu finden wenn eine Erbschaft ansteht, aber immer nur für Gelderbschaft.
Erst einmal diese Info:

Erbreihenfolge, wer erbt zuerst, Erben Enkel und Urenkel
------------------------

Dann schnack ich mal ein wenig.

Eine Erbschaft musst du erst dann dem JC melden wenn du Post über ein Rechtspfleger vom Amtsgericht bekommen hast, der dir ein Erbe mitteilt.

Du hast nur 6 Wochen Zeit das Erbe abzulehnen nach Erhalt der Bekanntgabe der Erbschaft durch das Amtsgericht.

Das zählt sowohl für dich als auch für den Bruder, ein Erbe kann ein SGBII Empfänger nicht ausschlagen ohne genaue Daten über das, das wirklich Schulden vererbt werden.

Wenn deine Qma noch Aussenstände, Schulden etc. hat werden die Vermögenswerde gegengerechnet. Im Groben ist für diese "Überschlagsrechnung" der Rechtspfleger zuständig, der Tot deine Oma wird im Amtsblatt veröffentlich, so das sich eventuell noch Gläubiger melden können. Aber selber wenn es zur Erbschaft kommt ist man die Gläubiger nicht los.

Solange der Bruder der SGBII Empfänger ist, kann er also das Erbe nicht ausschlagen ohne zu beweisen das er wirklich Schulden erbt. Meistens bleibt selbst bei Abriss des Hauses immer noch das Grundstück über und das sollte auch seinen Wert haben.

Sollte sich der Bruder nicht im klaren sein das er Schulden erben könnte, kann dieser sich mit der Post vom Amtsgericht ein Rechtsberatungsschein holen und sich von einem RA Erbschaftsrecht den ersten Rat holen. Dieser wird dann entscheiden was zu machen ist, kümmert er sich um die Angelegenheit ist PKH zu stellen.

Sollte dann herauskommen das ein Erbe Positv geerbt wird, muß der RA selber getragen werden und kann von der Erbschaft abgezogen werden, genauso wie die Beerdigungskosten. Diese Summe muss dann dem JC gemeldet werden.

Sollte herauskommen das ein Erbe Negativ geerbt wird, wird der RA das dem JC melden und dieser bekommt seine Kohle duch die PKH. Und das Erbe kann ausgeschlagen werden.

Ich hoffe ich konnte helfen, wenn also Schulden im Spiel sind. RA aufsuchen!

Muss nicht unbedingt ein RA für Erbschaft sein, geht auch für Sozialrecht.
 

Curt The Cat

Redaktion
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
6.725
Bewertungen
2.879
AW: Erbschaft

Moinsen Cleo1272,

erstmal willkommen hier im Forum.

Aber auch Dir, als Newbie hier, möchte ich die Forenregel #11 ...

11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit Überschriften wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Erbschaft, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
... für die Zukunft wärmstens ans Herz legen!

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 85 Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

Cleo1272

Neu hier...
Thematiker*in
Mitglied seit
6 Oktober 2014
Beiträge
10
Bewertungen
1
Hallo zusammen,

erstmal herzlichen Dank für die vielen Informationen, dennoch ist das ein oder andere was mich noch beschäftigt.

1. Meine Mutter teilte mir mit das der Onkel, der noch im Haus lebt, seit sehr langer Zeit Arbeitssuchend und ohne Einkommen ist. Hm, er ist jetzt auch schon über 60 Jahre und ich hatte mit beiden seit knapp 25 Jahren kein Kontakt. Daher weiß ich auch nicht was meine Mutter mit "kein Einkommen", also staatliche Sozialleistung meint. Entweder er bekommt ALGII oder er lebte auf Kosten seiner Mutter, also meine Oma.

2. Gehen wir davon aus das tatsächlich kein Einkommen da ist, muß er dann ALGII beantrage?. Ich glaube kaum das meine Oma Geld hinterlassen hat.

3. Soweit wie ich es verstanden habe, können auch Personen mit ALGII das Erbe ausschlagen sofern nur Schulden geerbt werden. Nun ist es so das es dieses marode Haus auf dem Privatgrundstück der Oma steht. Ergo dieses Grundstück hätte einen gewissen Geldwert.

4. Gehen wir mal davon aus das mein Onkel ALGII erhält und wegen dem Grundstück , das ein positiven Geldwert hat, das Erbe nicht ausschlagen darf. Dann würde er dafür auch verantwortlich sein das Erbe anzutreten.
Ausgenommen es würden sich noch Gläubiger melden die auch Geld sehen wollen. Defacto er kann dann das Erbe ausschlagen und ich könnte dies dann auch, oder?

5. Wenn wir beide nun das Erbe ausschlagen würden, ist mein Onkel dann derjenige der es nicht ausschlagen darf, da er in der Erbfolge vor mir dran ist?

6. Alleine der Gedanke ich müßte es doch annehmen dann hätte ich die A-Karte. Das Haus ist 120 km einfach entfernt. Ich müßte eine Firma beauftragen, nur von was bezahlen? Die Nachbarin hätte evtl. interesse wegen dem Grundstück. Theoretisch könnte sie noch den Abriss fordern damit sie dann das Grundstück übernimmt. Was aber wenn ich allem nach komme und sie dann das Angebot zurück zieht? Oder sie reißt selbst ab und verringert so den Kaufpreis das ich selbst mit Minus rausgehe. Offiziell ist es nicht bekannt das sie das Grundstück will, geschweige das diesbezüglich etwas schriftlich vereinbart ist. Außerdem müßte ich den Onkel erstmal raus bekommen, den er wohnt da schon seit seiner Geburt. Mit welchem Grund könnte er dort rausgeworfen werden, wegen Eigenbedart wohl kaum!

7. In den nächsten Tagen gehe ich mit meiner Mutter zum Nachlassgericht. Kann das Nachlassgericht dann schon mitteilen was an Soll oder Haben da ist?
Letztendlich müßte das ja dem Jobcenter gemeldet werden.

Oh man und sowas vor Weihnachten und Neujahr.

Dennoch vorab schon Danke für Eure Antworten
 
Oben Unten