ALG2-Bezug, jetzt Wohnung geerbt. Plan: ALG2-Abmeldung, Verkauf der geerbten Wohnung und vom Erlös leben

Brabbel

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Hallo zusammen,

ich war viele Jahre lang im ALG2-Bezug. Habe jetzt (02/20) eine Wohnung geerbt. Mein Plan: ich melde mich mit sofortiger Wirkung ohne Angaben von Gründen vom ALG2-Bezug ab, zahle ggf. natürlich noch die Leistung für 03/20 zurück. Die Wohnung will ich verkaufen, dann habe ich mit dem Jobcenter endlich nichts mehr zu tun und von dem Geld kann ich etliche Jahre lang leben. Danach, wenn das Geld aufgebraucht ist, gehe ich wieder zum Jobcenter und beantrage erneut ALG2. Soweit der Plan.


Fragen:

1) Plan vom Ablauf soweit in Ordnung? Was sollte ich zusätzlich beachten?

2) Ich will auf jeden Fall in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben und würde da natürlich gerne am Mindestsatz bemessen werden. Vielleicht als freiwillige gesetzliche Krankenversicherung. Geht das? Gibt es da bereits Erfahrungswerte?
 

Brabbel

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Nö. Du hast dem JC unverzüglich das Erbe anzuzeigen
Und wenn ich es nicht mache? Wollen die mir die Leistungen kürzen? Macht doch keinen Sinn, denn ich will ja eh nichts mehr von denen haben. Und für eine Klage wegen des Nichtanzeigens des Erbes wird es wohl nicht reichen, weil ich ab sofort keine Leistungen mehr erhalte. Oder wie siehst Du das?


Warum suchst du dir nicht in der Zwischenzeit sogar einen Job, sodass du später nicht erneut zurück zum JC musst?
Würde ich ja machen, bin aber leider aus verschiedenen Gründen schwer vermittelbar, daher auch viele Jahre ohne Arbeit. Habe früher als Arbeitnehmer gutes Geld verdient, aber das ist lange her.
 

avrschmitz

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ich melde mich mit sofortiger Wirkung ohne Angaben von Gründen vom ALG2-Bezug ab,
Wovon willst Du leben bis die Wohnung verkauft ist? Selbst wenn Du sofort einen Käufer hast, bis das mit dem Notar geklärt und das Geld auf Deinem Konto ist, dauert es noch was.

Ich würde das Erbe melden und bis zum Verkauf sollen die Dir ALG2 als Darlehn geben.
 

Linuxfan

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1) Plan vom Ablauf soweit in Ordnung? Was sollte ich zusätzlich beachten?
Für mich sind kleine Eigentumswohnungen die Altersvorsorge des "Kleinen Mannes". In fast jeder Sozialdoku höre ich "Nach Abzug von Miete und Fixkosten verbleiben (kleine Summe) zum Leben."

Einziehen ist keine Option für dich? Eine kleine Wohnung kann durchaus zum Schonvermögen zählen.
 

Brabbel

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Wovon willst Du leben bis die Wohnung verkauft ist? Selbst wenn Du sofort einen Käufer hast, bis das mit dem Notar geklärt und das Geld auf Deinem Konto ist, dauert es noch was.
Freunde. Alles schon geklärt.


Einziehen ist keine Option für dich? Eine kleine Wohnung kann durchaus zum Schonvermögen zählen.
Das ist eine recht große Wohnung, ich glaube fast 95 m². Einziehen ist nicht, nachher kommt mir das Jobcenter noch mit "Bitte 1 Zimmer untervermieten!" oder ähnlichem Blödsinn. Eine andere Option wäre, die Wohnung zu vermieten, die einlaufende Miete (ich schätze 800 oder 850 Euro) wäre dann Einkommen und das Jobcenter zahlt ca. 50 oder 100 Euro drauf, dann sind wir in etwa bei dem was ich jetzt auch bekomme und die Wohnung bleibt erhalten.

Wie gesagt, ich weiß es nicht, deshalb frage ich hier ja. Und das mit der Versicherung muß in dem von mir o. b. Plan auch noch geklärt werden.
 

Linuxfan

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Das ist eine recht große Wohnung, ich glaube fast 95 m². Einziehen ist nicht
Verstehe. Falls Du Single bist wäre die Wohnung dann doch zu groß.

Vor einiger Zeit hatte ich mit meiner Mutter ein Haus geerbt, was aber in einem sehr kleinen Ort liegt. Wir sind froh, dass wir es veräußern konnten. Vom Erlös habe ich mir eine "angemessene Eigentumswohnung" mit 34 m² gekauft.
 

Larsson

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Freunde. Alles schon geklärt.
Als Freund würde ich dir raten, das Erbe zu melden. Dann wird bis zur Veräußerung wohl Hartz IV als Darlehen gewährt. Nach Verkauf zahlst du dieses zurück und fertig ist die Laube. Ich gehe davon aus, dass auch deine Freunde ihr Geld dann zurückwollen. Ist also das Gleiche in grün.
 

Onkel Tom

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Das ist eine recht große Wohnung, ich glaube fast 95 m². Einziehen ist nicht, nachher kommt mir das Jobcenter noch mit "Bitte 1 Zimmer untervermieten!" oder ähnlichem Blödsinn.

Nicht bei einer Eigentumswohnung, die selbst genutzt wird.. Da liegt die Obergrenze der Wohnfläche bei 120 Quadratmetern..
 

Helga40

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Nicht bei einer Eigentumswohnung, die selbst genutzt wird.. Da liegt die Obergrenze der Wohnfläche bei 120 Quadratmetern..

Wie kommst du darauf? Es sind 80qm für ein bis 2 Personen.


2. Die angemessene Größe einer Eigentumswohnung ist weiterhin bundeseinheitlich nach den Vorgaben des WoBauG 2 zu bestimmen. Der dort enthaltene Grenzwert von 120 qm ist bei einer Bewohnerzahl von weniger als vier grundsätzlich um 20 qm pro Person bis zu einer Mindestgröße von 80 qm zu mindern.
 

xj3Qr1nL7ys

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Wow interessant, genau das was anderswo besprochen wurde. Der eine selbstsicher mal ebenso, die andere gegenteilig mit BSG Urteil. (alles ohne Wertung) Bin auf die Auflösung gespannt . Hätte als TE aber schon eine Tendenz ....

PS: Die eine Aussage ist wohl allgemein richtig und wird auch bestätigt , aber in diesem Fall wohl so nicht zutreffend, soweit ich das nachvollziehen kann.,obwohl, zum jetzigen Zeitpunkt sind nicht alle Details bekannt, und genau da geht es zum jetzigen Zeitpunkt in den Bereich der Spitzfindigkeiten.
 
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Brabbel

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Als Freund würde ich dir raten, das Erbe zu melden. Dann wird bis zur Veräußerung wohl Hartz IV als Darlehen gewährt. Nach Verkauf zahlst du dieses zurück und fertig ist die Laube. Ich gehe davon aus, dass auch deine Freunde ihr Geld dann zurückwollen. Ist also das Gleiche in grün.
Eben, es kommt allein schon rein rechnerisch auf das Selbe hinaus. Daher verstehe ich nicht, was daran besser ist. Ich hätte dann mit dem Jobcenter nichts mehr zu tun und das ist doch schön.


Natürlich wird das nicht passieren. Aber ich empfehle es trotzdem, weil es eben der "saubere" Weg ist.
Verstehe. Aber was wäre daran besser? Wo sind die Vorteile für mich bzw. was wären die Nachteile wenn ich es nicht mache? Es ist ja nicht so, daß ich das Jobcenter betrügen will, ich will nur ab sofort keine Leistungen mehr und nichts mehr mit denen zu tun haben.


+++ Hat noch jemand eine Idee, wie das mit der Krankenversicherung läuft nach Abmeldung vom Jobcenter (siehe Frage Nr. 2)? Freiwillig gesetzlich versichert wäre am Besten. Geht das, einfach so und vor allem ohne Selbständigkeit? +++
 

avrschmitz

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Daher verstehe ich nicht, was daran besser ist.
Was ist, wenn sich der Verkauf aus irgendwelchen Gründen hinzieht und Deine Freunde ungeduldig wegen der Rückzahlung werden? Das JC wird warten bis die Wohnung verkauft ist, aber möglicherweise Deine Freunde nicht. Daher würde ich mir das Darlehen vom JC und nicht von Freunden geben lassen.
 
G

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...und von dem Geld kann ich etliche Jahre lang leben. Danach, wenn das Geld aufgebraucht ist, gehe ich wieder zum Jobcenter und beantrage erneut ALG2. Soweit der Plan.

Definiere "Etliche Jahre".

Wäre es nicht sinnvoller, den warmen Geldregen sinnvoll zu nutzen, um nachhaltig aus dem Bezug rauszukommen? Vielleicht durch eine Firmenbeteiligung an irgendwas. Oder durch eine selbständige Tätigkeit.
 

Onkel Tom

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Gollum1964

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Fragen:

2) Ich will auf jeden Fall in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben und würde da natürlich gerne am Mindestsatz bemessen werden. Vielleicht als freiwillige gesetzliche Krankenversicherung. Geht das? Gibt es da bereits Erfahrungswerte?

Brabbel, freiwillig ist die GKV schon lange nicht mehr. Falls du keine nennenswerte Einkünfte hast, mache dich ca. auf 190 EUR pro Monat gefasst. Privat wäre natürlich noch viel teurer.
 

Brabbel

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Was ist, wenn sich der Verkauf aus irgendwelchen Gründen hinzieht und Deine Freunde ungeduldig wegen der Rückzahlung werden? Das JC wird warten bis die Wohnung verkauft ist, aber möglicherweise Deine Freunde nicht. Daher würde ich mir das Darlehen vom JC und nicht von Freunden geben lassen.
Das Jobcenter will dann aber alles ganz genau wissen, das möchte ich nicht mehr. Keine Zahlungen mehr von denen, aus und weg.


Definiere "Etliche Jahre".
8 Jahre sicherlich, vielleicht auch 9 oder 10.


Wäre es nicht sinnvoller, den warmen Geldregen sinnvoll zu nutzen, um nachhaltig aus dem Bezug rauszukommen? Vielleicht durch eine Firmenbeteiligung an irgendwas. Oder durch eine selbständige Tätigkeit.
Firmenbeteiligung? Dann würde ich mich gerne an Deiner Firma beteiligen. Hast keine? Ja, dann weiß ich auch nicht. Und wenn ich mich selbständig machen wollte/könnte, dann hätte ich es anstatt ALG2 zu beziehen längst getan. Nein, diese Option entfällt leider auch.


Brabbel, freiwillig ist die GKV schon lange nicht mehr. Falls du keine nennenswerte Einkünfte hast, mache dich ca. auf 190 EUR pro Monat gefasst. Privat wäre natürlich noch viel teurer.
190 Euro pro Monat sind kein Problem. Weh tun würden 500 oder 600 Euro.
 

TazD

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Das Jobcenter will dann aber alles ganz genau wissen, das möchte ich nicht mehr. Keine Zahlungen mehr von denen, aus und weg.
Ob du das möchtest oder nicht, ist aber zweitrangig. Du bist derzeit noch im Leistungsbezug und hast jetzt geerbt. Von daher hast du immer noch deine Mitwirkungspflichten und denen kommst du derzeit nicht nach.
Ich verweise im Übrigen noch auf § 46 SGB I:
§ 46 SGB I Verzicht
(1) Auf Ansprüche auf Sozialleistungen kann durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Leistungsträger verzichtet werden; der Verzicht kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.
(2) Der Verzicht ist unwirksam, soweit durch ihn andere Personen oder Leistungsträger belastet oder Rechtsvorschriften umgangen werden.

Wenn mit deinem Verzicht also evtl Rückforderungsansprüche für Februar 2020 umgangen werden, ist der Verzicht unwirksam. Bevor du hier also Schwierigkeiten bekommst, wäre es ratsam, die Erbschaft einfach zu melden.
Falls du dich doch einfach abmeldest, passiert im besten Fall nix und im ungünstigsten Fall hast du eine Strafanzeige an der Backe.
 

Brabbel

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Wenn mit deinem Verzicht also evtl Rückforderungsansprüche für Februar 2020 umgangen werden, ist der Verzicht unwirksam. Bevor du hier also Schwierigkeiten bekommst, wäre es ratsam, die Erbschaft einfach zu melden.
Was für Schwierigkeiten? Kannst Du das präzisieren? Sicherheitshalber könnte ich auch das gesamte ALG2 für Februar an das Jobcenter zurückzahlen, dann schulden DIE mir noch etwas.


Falls du dich doch einfach abmeldest, passiert im besten Fall nix und im ungünstigsten Fall hast du eine Strafanzeige an der Backe.
Eine Strafanzeige kann jeder erstellen, das ist nichts Besonderes. In diesem Fall wird niemand geschädigt. Ich meine, daß das für eine Anklage lange nicht ausreicht. Aber wenn Du Präzedenzfälle nennen kannst, in denen das bei ähnlichen Voraussetzungen anders gelaufen ist, bin ich gerne bereit, meine Meinung zu ändern. Wie gesagt: es wird niemand geschädigt oder um sein Geld betrogen.
 
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TazD

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Mach es einfach so, wie du es für richtig hälst. Antworten gab es genug.
Du hast doch ohnehin deine Meinung und lässt dich auch nicht davon abbringen. Da frage ich mich, warum du eigentlich hier ein Thema eröffnet hast? Alle Antworten, die nicht mit deiner Vorgehensweise übereinstimmen, stellst du doch ohnehin infrage.

Ich bin hier raus.
 
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