Alg2 bei Erbschaft einer Immobilie

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Gehartzer

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Hallo zusammen, ich versuche meine Fragen möglichst kurz zu formulieren
Ich beziehe seit längerem Alg2 und habe nun die Mitteilung erhalten, dass ich einen Anteil an einem Haus geerbt habe. Wir sind zu dritt und alle zu gleichen Anteilen eingesetzte Erben. Der Wert des Hause muss noch geschätzt werden.

Angenommen mein Anteil beträgt 30.000 €. Mir ist klar, ich muss es dem Jobcenter anzeigen. Der Verkauf kann sich aber noch einige Monate hinziehen, also wird mir der Betrag nicht so schnell zur Verfügung stehen.

Nachdem was ich bisher gelesen habe, wird mir Alg2 ab dem Zeitpunkt der Testamentseröffnung nur noch auf Basis eines Darlehens gewährt.

1) Könnt ihr das bestätigen?

2) Angenommen das Haus wird nach 6 Monaten verkauft und ich werde ausgezahlt.
Was muss ich an das Jobcenter zurückzahlen? Klar ist, die Beträge die auf dem Bewilligungsbescheid errechnet sind. Was kommt noch dazu?

2a)Krankenkassenbeiträge, und wenn ja, in welcher Höhe?

2b) Kann evtl. die GEZ auch noch nachträglich Forderungen stellen?

2c) Sonst noch etwas, was ich noch nicht bedacht habe?

Wäre dankbar, wenn sich jemand damit auskennt und mir antworten würde.
 

TazD

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Ist denn überhaupt eine Verkaufsabsicht aller Erben da bzw gibt es schon einen Käufer?

Ist die Grundbuchberichtigung schon erfolgt? Vorher bist du nämlich noch gar nicht als Eigentümer zu 1/3 im Grundbuch eingetragen.

Die Testamentseröffnung sagt nichts über einen möglichen Zufluss des Erbes aus. Relevant ist mMn die Eintragung im Grundbuch als Eigentümer und dann wäre auch noch die Verwertbarkeit der Immobillie zu prüfen. Wenn sich nur einer der Erben querstellt ist keine Verwertbarkeit gegeben.
 

Gehartzer

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Ist denn überhaupt eine Verkaufsabsicht aller Erben da bzw gibt es schon einen Käufer?
Verkaufsabsicht 90%, Kaufinteressenten gibt es bereits.

Ist die Grundbuchberichtigung schon erfolgt? Vorher bist du nämlich noch gar nicht als Eigentümer zu 1/3 im Grundbuch eingetragen.
Noch nicht erfolgt, wird noch einige Tage dauern.


Die Testamentseröffnung sagt nichts über einen möglichen Zufluss des Erbes aus. Relevant ist mMn die Eintragung im Grundbuch als Eigentümer und dann wäre auch noch die Verwertbarkeit der Immobillie zu prüfen. Wenn sich nur einer der Erben querstellt ist keine Verwertbarkeit gegeben.

OK, muss ich die Testamentseröffnung dem Jobcenter schon mitteilen oder hat das noch Zeit?
 

TazD

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Eine Testamentseröffnung ist keine leistungsrelevante Veränderung und somit besteht hier auch noch keine Mitteilungspflicht an das JC. Von daher würde ich erstmal noch die Füße still halten, denn es kann dir durchaus passieren, dass das JC die Zahlung ganz einstellt, weil du ja geerbt hast.
Das noch gar kein Geld geflossen ist interessiert das JC dann erst mal nicht und du musst dann zeit- und nervenaufreibend dafür sorgen, dass wieder Geld ausgezahlt wird.

Mein weiteres Vorgehen wäre wie folgt, wobei das allerdings nicht ganz risikofrei, aber dennoch mMn rechtlich vertretbar wäre:

Als Erbe bist du Gesamtrechtsnachfolger des Verstorbenen und somit hat hier ein Eigentumsübergang außerhalb des Grundbuchs stattgefunden. Da ich allerdings bezweifel, dass die SB im JC im Grundbuchrecht so fit sind, würde ich dieses Nichtwissen zu meinem Vorteil nutzen.
Denn schriftlich nachweisen kannst du deine Eigentümerstellung erst, wenn du auch im Grundbuch stehst. Außerdem kann das vorhandene Testament ja noch angefochten werden.
Handschriftliches oder notarielles Testament?
Bei einem handschriftlichen Testament steht deine Erbenstellung erst wirklich fest, wenn der Erbschein erteilt wurde.
Bei einem notariellen Testament müsste das Vorgehen noch etwas modifiziert werden.

Bist du denn auch gesetzlicher Erbe?

Die Grundbuchberichtigung ist im Übrigen zwei Jahre ab Todestag gerechnet kostenfrei und kann auch zeitgleich mit der Eigentumsüberschreibung auf den Käufer erfolgen. Das sage ich deswegen, weil du bis dahin nicht als Eigentümer im Grundbuch auftauchst, sondern nur für eine juristische Sekunde ehe der neue Eigentümer eingetragen wird.

Im optimalen Fall erfolgt die Meldung ans JC also mit Zufluss deines Kaufpreisanteils, das Geld wird angerechnet, du musst es verbrauchen und ansonsten erfolgt keine weitere Nachfrage vom JC.

Das JC könnte jetzt auf die Idee kommen, dass du ja den Hausbesitz hättest melden müssen, was auch nicht so verkehrt ist. Von daher würde ich für den nicht ganz so optimalen Fall das Erbe und den Hausbesitz mit Erteilung des Erbscheins melden, hierbei direkt auf die Erbengemeinschaft und die Möglichkeit hinweisen, dass eine Verwertbarkeit am Willen eines der Miterben scheitern könnte.
Dass ihr euch soweit einig seid muss das JC nicht wissen.

Dann bist du deinen Meldepflichten nachgekommen und dann wäre das weitere Vorgehen vom Verhalten des JC abhängig.
 

Gehartzer

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..... denn es kann dir durchaus passieren, dass das JC die Zahlung ganz einstellt, weil du ja geerbt hast. .....

Genau das ist meine Befürchtung, von daher danke für dein Feedback, ich halte erst mal meine Füße still.

Handschriftliches oder notarielles Testament?

Das Testament ist beim Notar hinterlegt.

Lese auch gerade mit grossem Interesse den Beitrag von "Vanyschnucki",
inspiriert mich umsomehr, die Füße erstmal still zu halten.
 
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