ALG1 Widerspruch abgelehnt - Klage sinnvoll? (lange Story...)

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Super Bleifrei

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Ich hatte im September meinen Job zu Mitte Oktober gekündigt, weil mein Vater einen Schlaganfall hatte, und ich mich um ihn kümmern muss. Allerdings wohnt der in München, und ich in Bremen. Natürlich war ich auch gleich im September bei der Arbeitsagentur. Da hieß es von Anfang an, alles klar, das ist ein wichtiger Grund, ich brauche keine Sperre zu befürchten. Ich sagte auch, daß ich nicht vor habe, dauerhaft nach München umzuziehen, sondern nur so lange dort zu bleiben, bis da die Angelegenheiten geregelt sind, und ich zudem diese Zeit gerne für eine Weiterbildung nutzen möchte, da ich zwar viel Erfahrung, aber keinen Berufsabschluß habe. Ich hatte mir auch schon ein bestimmtes Weiterbildungsangebot herausgesucht, das ich gerne wahrnehmen wollte. Das wäre genau Ende September in München los gegangen, und ein verspäteter Einstig erst im Oktober wäre nach Absprache auch zulässig gewesen. Als Alternative hierzu hatte ich einen Fernkurs im Sinn, der für den Bildungsgutschein zertifziert ist, natürlich. Auch das wurde alles sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen. Leider hatte mein Berater aber "gerade keine Zeit" für ein Beratungsgespräch, weshalb dieses nicht erfolgen konnte. Ich war im September und auch Anfang Oktober noch öfter - ohne Termin - bei der Arbeitsagentur vorstellig, jedes Mal hatte der Berater aber dann doch wieder "keine Zeit". Angeblich hatte dieser versucht, mich anzurufen - ich weiß, mit unterdrückter Nummer. Auch dann hätte ich aber "Anruf in Abwesenheit" auf dem Handy haben müssen, das war aber nicht der Fall. Ich sagte auch, daß ich noch im Oktober zu einem Besuch zu meinen Eltern fahren würde, wieder hieß es, das wäre kein Problem. Zudem hatte ich auch gleich schon eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in München. Anderntags hatte ich endlich eine Einladung zum Gespräch mit dem Berater - natürlich genau kurz nach meiner Abfahrt. Also wieder hin, wieder "gerade keine Zeit", aber kein Problem, ich könne ruhig fahren. Es kam eine Erinnerung für den bereits abgesagten Termin, angerufen, erklärt, "ah ja, kein Problem..." Um einen Ersatztermin zu bekommen, bei dem ich erklären sollte, warum ich den Termin nicht wahrgenommen habe. also bin ich rechtzeitig zu diesem Ersatztermin wieder zurück nach Bremen. Das Vorstellungsgespräch war leider nicht erfolgreich gelaufen. In diesem Termin wurde mir nun eröffnet, daß dies ein erneutes "Erstgespräch" sei, und nicht das Gespräch mit dem Berater! - Und Prompt hatte der Berater natürlich auch an diesem Tage mal wieder "gerade keine Zeit". Mir wurde versichert, daß ich aber "in den nächsten Tagen" aber einen Termin bekäme, ganz gewiss! Nach einer Woche war dann der schriftliche Termin da - Ende November! Da es einfach zu teuer gewesen wäre, für die kurze Zeit nach München und zurück zu fahren, blieb ich so lange eben in Bremen . Der Lehrgang war damit natürlich eh schon futsch, der nächste beginnt im Februar. Aber den Fernkurs zB hätte ich schon längst starten können, statt einfach nur dumm rumzusitzen, und abzuwarten.

Bei diesem Termin nun Ende November wurde mir dann plötzlich erzählt, daß ich gar nicht arbeitslos sei! Ich hätte ja gekündigt, um meinen Vater pflegen zu können, also stünde ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, und somit wäre ich nicht arbeitslos, also auch kein ALG 1, und auch keine Krankenversicherung! Mir hat es erst Mal die Schuhe ausgezogen...

Meine Einwände, daß mein Vater ja nicht Vollzeit pflegebedürftig ist, und ich neben der pflegerischen Tätigkeit noch jede Menge Zeit habe, zu Arbeiten, und/oder mich weiterzubilden wurde abgetan, Es wäre doch auch für meinen Vater besser, wenn ich mich voll und ganz auf die Pflege fokussiere, und davon nicht abgelenkt würde.

Anderntags dann der Ablehnungsbescheid im Kasten, mit genau der Begründung: Ich pflege, also bin ich nach § soundso nicht arbeitslos, und darum keine Leistung. Und darauf dann mein Widerspruch, daß ich sehr wohl dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe - aktuell in Bremen, so lange ich meinen Vater pflege in München, und danach dann wieder in Bremen.

Als ich dann in München war um mich pflichtgemäß mit Nebenwohnsitz in München anzumelden, musste ich feststellen, daß das nicht geht: Da ich erstmal bei meinem Vater - unter sehr beengten Verhältnissen - wohnen muss, müsste mein Vater mir die "Wohnungsgeberbescheinigung" ausstellen. Nun ist er aber auch noch unter Betreuung, und ich sein amtlicher Betreuer, womit ich mir selbst diese Bescheinigung ausstellen müsste, was ich aber nicht darf, weil es eine "Vorteilsnahme" wäre...

Ich bin dann trotzdem zur örtlichen Arbeitsagentur, wo ich nach einem Blick auf meinen Perso rausgeworfen wurde - "nicht zuständig". Also nach Hause, Gesetzestext rausgewühlt, und schriftlich beantragt, gemäß SGB III, §327 Abs. 1 und 2, von dieser Außenstelle der Agentur, welche nach wie vor eine BUNDES-weit tätige ist, betreut zu werden, das ausgedruckt und gleich wieder hin. So wurde ich tatsächlich - zähneknirschend - zur Dienststellenleiterin vorgelassen. Die wollte von mir nochmals schriftlich, daß ich mich wegen der Betreuungssituation nicht ummelden kann, - formlos mit Kuli auf ein Stück Papier, und schon war es für sie kein Problem mehr, mich aufzunehmen - und mir gleich mal eine "Maßnahme" auf Auge zu drücken: 15 Stunden persönliches Coaching für Fach- und Führungskräfte. Na gut, wenn sie meint, meinetwegen.

Und nun kam auch die Ablehnung meines Widerspruch, mit praktisch dem selben Inhalt: Ich stünde dem Arbeitsmarkt in Bremen nicht zur Verfügung, außerdem hätte ich ja einen Termin platzen lassen, und damit wäre der Widerspruch "sachlich unbegründet", mir steht seitens Bremen nichts zu. Ich könne aber einen erneuten Antrag in München stellen, und dann ALG ab dem Tag der Antragstellung in München beziehen.

Und jetzt ist eben die Frage, wie ich damit umgehen soll. Immerhin sitzt ich finanziell gesehen seit nun zweieinhalb Monaten "auf dem Trockenen" - und was ich so höre, bin ich für ALG2 wohl "zu reich", weil die Wohnung in Bremen mir gehört, und schuldenfrei ist. Nur kann ich davon schlecht abbeißen, und verkaufen will ich auch nicht, weil ich ja wieder zurück nach Hause will, sobald mein Vater keine Hilfe mehr braucht.
 

Kerstin_K

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Hat Dein Vater einen Pflegegrad? Wenn ja, welchen? Bist Du als Pflegeperson engetragen?

Bitte gewöhne Dir an, die Sachen schriftlich zu regeln. Du machst viel zu viel mündlich.
 

Super Bleifrei

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Mein Vater hat Pflegegrad 3. Wo bitte sollte man sich als "Pflegeperson eintragen" lassen können? Übrigens, ist nicht damit zu rechnen, daß mein Vater sich wieder erholt. Wenn er "keine Hilfe mehr braucht", dann braucht er genau genommen gar nichts mehr, außer vielleicht ab und zu ein paar frische Blumen auf sein Grab.
 

Kerstin_K

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Beim Antrag für >Pflegegeld habt ihr angegeben, wer Deinnen Vater Pflegen soll. Das ist die Pflegeperson. DAs kann aber auch ein Pflegedienst sein.

Wen der Pflegeaufwand für Deinen Vater mehr als 15 Stunden in der Woche beträgt, stehst Du dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung und die Ablehnung von AG I wärerechtens.
 

Super Bleifrei

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Ach so. Nein, da steht eine Nachbarin und gute Bekannte drin, die bei meinem Vater auch schon vorher sauber gemacht hat.

Aber davon abgesehen: Wenn man 15 Stunden in der Woche pflegt, kann man immer noch 33 Stunden in der Woche arbeiten. Warum also steht man dann dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung?
 

ela1953

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Ab 15 Stunden ist man nicht mehr arbeitslos für das Arbeitsamt.

Du darfst aber gerne 14 Stunden 59 Minuten arbeiten - dann bist du arbeitslos und bekommst Arbeitslosengeld
 
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