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ALG1 weil Job nicht mehr zumutbar.

algfranz

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Mein Arzt hat mir gesagt, dass es keine Sperre beim ALG1 gibt, wenn der Job durch Auflösungsvertrag oder Eigenkündigung auf Empfehlung des Arztes aufgegeben wird.

Er hatte nur wenig Zeit, daher wäre ich euch dankbar, wenn Ihr mir sagt auf was man hier achten muss, z.B.

1. Brauche ich ein Attest vor der Kündigung (der Arzt meinte die AfA fordert dann bei der Arbeitslosenmeldung Infos vom Arzt ein und man bräuchte vorher kein Attest). Ich persönlich würde mich wohler fühlen vorher etwas in der Hand zu haben.

2. Wie läuft das denn praktisch ab. Man geht zur AfA, meldet sich Arbeitslos und gibt dann den Grund an ... ?
 

Zeitkind

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1. Brauche ich ein Attest vor der Kündigung (der Arzt meinte die AfA fordert dann bei der Arbeitslosenmeldung Infos vom Arzt ein
und man bräuchte vorher kein Attest). Ich persönlich würde mich wohler fühlen vorher etwas in der Hand zu haben.
Gut, daß Du vorher fragst, denn einer begründeten Eigenkündigung sollte zumindest mit einem Einigungsversuch begegnet werden.
I.d.R. sollte man sich dazu als erstes mit dem AG in Verbindung setzen und kommunizieren,
daß man aus gesundheitlichen Gründen den vertraglichen Verpflichtungen nur noch eingeschränkt nachkommen kann.
Dieses Anliegen sollte durch Vorlage eines fachärztlichen Atestes beim AG unterstrichen werden.
Damit gibst Du dem AG Gelegenheit, nach anderen Einsatzmöglichkeiten oder Lösungen für das Problem zu suchen.
Kann im gegenseitigen Einvernehmen keine Lösung gefunden werden, solltest Du trotztdem nicht selbst kündigen,
sondern diese Entscheidung alleine dem AG überlassen. Auch eine einvernehmliche Kündigung kann zu Deinem Nachteil ausgelegt werden.
Gibt es in der Fa. einen Betriebsrat, so sollte dieser unbedingt hinzugezogen werden und bei den Gesprächen anwesend sein.
2. Wie läuft das denn praktisch ab. Man geht zur AfA, meldet sich Arbeitslos und gibt dann den Grund an ... ?
Über eine begründeten Eigenkündigung lies bitte ► diesen Beitrag.
Wichtig ist: Sie müssen in der Patientenakte vermerkt haben, dass Sie mit dem Patienten vor (!) seiner Kündigung über dieses Problem gesprochen haben.
Und: Sie müssen das entsprechende Formular der Bundesagentur ausfüllen.
Kern des Formulars ist die Zeile: "Ich habe daher am xx empfohlen, die Beschäftigung aufzugeben.
(Quelle: Medical Tribune, Kündigung auf ärztlichen Rat – so rechnen Sie ab, Autor: Anouschka Wasner)
Ist die begründete Eigenkündigung unumgänglich, sollte das unbedingt durch den Arzt nachgewiesen werden.
Den Fragebogen zur Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses auf ärztlichen Rat kannst Du Dir ► hier herunterladen.
Diesen legst Du Deinem Arzt vor und schickst ihn im Fall einer unumgänglichen Eigenkündigung ausgefüllt schnellstens nachweisbar an die AfA.

Kündigung - Was ist vorher und nachher zu beachten?
 

algfranz

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Danke, das ist schon mal sehr hilfreich gewesen.

Ergänzen möchte ich noch, dass es hier um das Thema Bossing geht + damit verbundene längere AU + psychische Belastung.

Jetzt weiß ich nicht, wie da der Bogen unter Punkt 2 auszufüllen wäre, denn der Arbeitgeber wird das natürlich nicht zugeben.

Der Anwalt empfielt ja unter Punkt 3, das Formular VOR der Auflösung des Arbeitsverhältnisses vom Arzt ausfüllen zu lassen. Was ich bei dem Formular vermisse ist ein Feld für den Arzt. Es scheint ja nur den Antragsteller zu betreffen (2 Seiten).
 

Agent

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Hallo algfranz,

idR tritt keine Sperrzeit ein, wenn der Arzt dir bestätigt, dass er dir vor der Kündigung dazu geraten hat.
Wenn du vorher sichergehen willst, dann geh bei deiner zuständigen AA vorbei und lass dir einen "Fragebogen zur Kündigung auf ärztlichen Rat" aushändigen. Das ist der, von dem dein Arzt gesprochen hat. Den lässt du dann vom Arzt ausfüllen, das kann er auch abrechnen. Dann kannst du eine Leistungsberatung in Anspruch nehmen und man wird dir dabei bestätigen, dass keine Sperrzeit eintreten wird.

Viele Grüße
Agent

PS: Solltest du ggf. beim AG bleiben wollen und willst ausloten, ob du eine gesundheitlich besser geeignete Stelle angeboten bekommen kannst, dann empfehle ich die im vorhergehenden Post beschriebene Variante.
 

algfranz

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Habe gerade mal telefoniert mit der Afa, scheint irgendwie ein heikles Thema zu sein. Den Fragebogen gäbe es weder vor Ort beim Amt (man könne da gar nicht mer persönlich hin wie früher), noch online. Man würde ihn erst erhalten, wenn man sich arbeitslos meldet. Aber dann ist ja die Kündigung schon erfolgt.

Mein Arzt meinte auch es genüge, wenn er sich in der Akte eine Notiz macht vor der Kündigung, dass er mir dazu geraden hat.

Dann wollte man gleich meine Daten aufnehmen, um einen Rückruf durch die Leistungsabteilung zu arrangieren. Da ich den Ball aber erstmal flach halten will habe ich das abgewürgt.

Jetzt bleibt aber doch die Unsicherheit ob ich ohne irgendetwas schriftliches in der Hand auflösen soll/kann.
 

Miriel

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Ich habe aus ähnlichen Gründen vor kurzem ebenso selbst meinen Job gekündigt und hatte keinerlei Probleme und auch keine Sperrfrist aufgebrummt bekommen.

Bei mir lief das folgendermaßen ab:

Ich bin auf Grund der Überlastung zum Facharzt (in meinem Fall ein Neurologe/Psychiater) und habe mich krankschreiben lassen. Da ich bereits eine Depressionsvorgeschichte habe, die mein Arzt kennt, hatte ich das Glück, gleich mehrere Wochen krankgeschrieben zu werden.
Ich habe meinen Arzt selbst um einen Attest für die AfA gebeten, da ich selbst sagte, dass ich Kündigen möchte um meiner Gesundheit Willen. Mein Arzt stimmte mir zu und schrieb mir anstandslos ein entsprechendes Attest zur Vorlage bei der AfA, in dem natürlich keine Diagnose stand, sondern, dass er mir auf Grund der schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses rät, da keine Verbesserung, sondern gar eine Verschlechterung meines Zustandes abzusehen sei, sollte ich im aktuellen Arbeitsverhältnis verbleiben.

Dieses Attest habe ich dann meiner schriftlichen Eigenkündigung beigelegt, die mein Ex-Arbeitgeber vorbehaltlos akzeptierte.

Dieses Attest reicht bei der AfA normalerweise vollkommen aus, auch wenn die dir einen Fragebogen für deinen Arzt aufdrücken wollen. Das Attest wird schlicht dem ALG1-Antrag beigefügt.

Mein Antrag wurde sofort bewilligt, es wurde auch nicht weiter nachgehakt. Eine Sperre habe ich nicht bekommen.

Wichtig ist, dass man vor der Kündigung schon eine Weile krankgeschrieben ist, denke ich. Sonst könnte eine Kündigung aus diesem Grund aus heiterem Himmel etwas merkwürdig wirken.

Ein Auflösungsvertrag ist das schlimmste, was du machen kannst, denn der führt zu einer Sperre, da du dich "eigenverschuldend" mit einer Kündigung einverstanden erklärst.
 

Zeitkind

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Jetzt weiß ich nicht, wie da der Bogen unter Punkt 2 auszufüllen wäre, denn der Arbeitgeber wird das natürlich nicht zugeben.
Der AG ist unter Punkt 2 garnicht gefragt. Die Fragestellung richtet sich an den AN:
Haben Sie versucht, mit Ihrem Arbeitgeber die gesundheitlichen Belastungen zu vermeiden (ggf. durch einen anderen Arbeitsplatz)?
Der Anwalt empfielt ja unter Punkt 3, das Formular VOR der Auflösung des Arbeitsverhältnisses vom Arzt ausfüllen zu lassen.
Was ich bei dem Formular vermisse ist ein Feld für den Arzt. Es scheint ja nur den Antragsteller zu betreffen (2 Seiten).
Nein. Nicht umsonst ist unter dem eingerahmten Hinweis;
Dies kann Ihr behandelnder Arzt mit dem beigefügten Vordruck bescheinigen.
ein ausreichend großes Feld für den ärztlichen Eintrag vorhanden.
Wenn du vorher sichergehen willst, dann geh bei deiner zuständigen AA vorbei und lass dir einen "Fragebogen zur Kündigung auf ärztlichen Rat" aushändigen.
Das ist der, von dem dein Arzt gesprochen hat.
Das ist der Fragebogen, welcher am Ende meines ersten Beitrages zum Download bereitsteht.
Den Weg zur AfA kann sich der TE also sparen.
Habe gerade mal telefoniert mit der Afa, scheint irgendwie ein heikles Thema zu sein..
Mit der AfA sollte man zu wichtigen Dingen nicht telefonieren. (Rechtssicherheit)
Jetzt bleibt aber doch die Unsicherheit ob ich ohne irgendetwas schriftliches in der Hand auflösen soll/kann.
Habe ich Dir im ersten Beitrag lang und breit erklärt. Lade das Dokument herunter, fülle es aus und lasse es vom Arzt bestätigen.
Damit hast Du etwas in der Hand. Ohne dem riskierst Du eine Sperrzeit.
Wenn Dir Dein Arzt das nicht bestätigen will, mache ihn auf die Einsparprämien der AfA Behördenleiter aufmerksam.
 
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