Alg1 - Vorstellungstermin per Email bekommen. Kann ich die Mail ignorieren und warten bis etwas per Post kommt?

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stephan29

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Hallo, beziehe seit 3 Monaten alg 1 und mache nebenbei (was das Arbeitsamt natürlich nicht fördert) eine Fortbildung um bessere Berufschancen zu haben.
Jetzt soll ich einen niederen Job annehmen der unter der Stelle liegt die ich 10 Jahre ausgeübt habe. Das Gehalt ist minimal und zum k.... auf gut Deutsch gesagt.

Hab eine Standartbewerbung ohne Foto hingeschickt und war eigentlich echt keine gute Bewerbung und nun von der Firma heute eine email bekommen das ich dort bitte anrufen soll wegen eines vorstellungsgesprächs (hab meine Telefonnummer nicht angegeben da ja keine Pflicht).

Kann ich die Mail ignorieren und warten bis etwas per Post kommt? Immerhin gibt es doch keine Email lesepflicht oder?
 

Kerstin_K

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AW: Alg 1 - Vorstellungstermin per email

Wieso gibst Du bei solchen Stellen Deine EMailadresse an?

HAst Du den VV mal gegen den § 140 SGBIII geprüft?
 

Kerstin_K

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AW: Alg 1 - Vorstellungstermin per email

JA, man muss sich da bewerben, wenn der VV eine RFB har, aber nur dann, wenn die Stelle Zumutbar ist. Und was zumutbar ist, steht in dem von mir genannten Paragrapfen.
 

stephan29

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Hab das grade nicht zur Hand da ich noch 2 Tage im Urlaub bin übers Wochenende. Umso mehr habe ich mich über diese email mit dem Vorstellungstermin geärgert. Wie sieht es denn aus- kann ich einfach sagen email nicht erhalten?

JA, man muss sich da bewerben, wenn der VV eine RFB har, aber nur dann, wenn die Stelle Zumutbar ist. Und was zumutbar ist, steht in dem von mir genannten Paragrapfen.
 

Kerstin_K

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AW: Alg 1 - Vorstellungstermin per email

Niemand wird Dir das Gegenteil beweisen können, aber zu oft würde ich das nicht machen.
 

Pauer

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AW: Alg 1 - Vorstellungstermin per email

Immerhin gibt es doch keine Email lesepflicht oder?
Doch die gibt es - zumindest, wenn du deine E-Mail-Adresse deinem Gegenüber öffentlich machst.

Der andere Teil darf dann davon ausgehen und darauf vertrauen, dass du deine E-Mails (ebenso wie deinen Briefkasten) regelmäßig (d.h. mind. 1x täglich) kontrollierst und abrufst.
 

Kerstin_K

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AW: Alg 1 - Vorstellungstermin per email

Dann müsste der Absender der Mail das Gegenteil bewiesen, was er bei einer EMail nicht ann, es sei denn , er bekmmt von Dir eine Lesebestätigung oder so.
 

Curt The Cat

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Moinsen stephan29 und willkommen hier ...!

Ich war mal so frei und hab' den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
[FONT=Arial,Wide Latin]11. Themen/Threads erstellen
[/FONT]
[FONT=Arial,Wide Latin]Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder [/FONT]Alg 1 - Vorstellungstermin per email[FONT=Arial,Wide Latin], sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt![/FONT]
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 110! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

Pauer

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Und was ist nun wenn ich behaupte die Email nicht bekommen zu haben?
Die Rechtsprechung geht nur vom Zugang der Mail aus. Der Zugang ist gegeben, sobald die E-Mail auf dem Server des E-Mail-Providers eingeht.

Inwieweit dieser Zugang auf dem Server nachgewiesen kann, kann ich leider nicht beurteilen.
 

Allimente

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AW: Alg 1 - Vorstellungstermin per email

Doch die gibt es - zumindest, wenn du deine E-Mail-Adresse deinem Gegenüber öffentlich machst.

Wo genau steht das geschrieben? Per eMail kann so viel schief gehen, wo man selber keinen Einfluss drauf hat, würde mich doch sehr wundern, wenn das irgendeine Rechtskraft hätte.
 

Pauer

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AW: Alg 1 - Vorstellungstermin per email

Wo genau steht das geschrieben?
Ich beziehe mich hierbei auf die Abgabe von elektronischen Willenserklärungen.
Für elektronische Willenserklärungen, die per E-Mail abgegeben werden, gelten die Grundsätze über den Zugang von Willenserklärungen unter Abwesenden gem. § 147 II BGB.

Dabei kommt es, lt. Rechtsprechung, auf den Zugang im Machtbereich des Empfängers an und wann unter normalen Umständen mit einer Kenntnisnahme gerechnet werden kann.
Laut aktueller Rechtsprechung kann von einer Kenntnisnahme bis 18:00 Uhr eines jeden Werktages ausgegangen werden.

Wenn die E-Mail-Adresse einem Anderen zur Kommunikation Verfügung gestellt wird/angegeben wird, darf der Andere davon ausgehen, dass man mit einer Kommunikation per E-Mail einverstanden ist und der Posteingang mind. einmal täglich kontrolliert wird.

Die Regelung der elektronischen Willenserklärung wurde von mir hier analog auf die Bewerbung angewandt.
 

Kerstin_K

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Du musst aber schon unterscheiden. Eine einfache E-Mail ist etwas anderes, als eine Mail mit einer elektronischen Signatur.

Nicht umsonst ist Mail immer noch nicht gerichtsverwertbar, von eben diesen Ausnahmen abgesehen. Du kannst den Zugang einer Mail ohne Sinatur niemals beweisen.
 

Pauer

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Ich beziehe mich hier aber nicht auf die elektronische Signatur. Es geht schon um eine normale E-Mail.

Kommunikation per E-Mail mit Gerichten ist hauptsächlich aus dem Grunde nicht möglich, weil die Identität des Absenders nicht zweifelsfrei feststeht.

Die Absenderidentität ist in dem Fall jedoch nur zweitrangig. Es geht eher um den Zugang der normalen E-Mail die analog über die Machtbereichstheorie mit § 147 II BGB geregelt ist.
 

Pauer

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Und was ist, wenn mein Läppi/Rechner/Handy den Geist aufgibt
Dann ist das dein Problem. Sobald die E-Mail nach § 147 II BGB analog zugegangen ist, bist du dafür verantwortlich die Mail zu lesen und zur Kenntnis zu nehmen.
Es zählt nur der Zugang und die Möglichkeit der Kenntnisnahme. Die Möglichkeit wäre gegeben, wenn deine Geräte funktionieren würden. Tun sie das nicht, ist es lt. Rechtsprechung dein Problem - der Absender kann dafür ja nichts.
 

Seepferdchen 2010

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Ichhab da so meine Zweifel.

Nicht nur du, zumal hier dieser § 147 BGB von @Pauer angesprochen wird:

(1) 1Der einem Anwesenden gemachte Antrag kann nur sofort angenommen werden. 2Dies gilt auch von einem mittels Fernsprechers oder einer sonstigen technischen Einrichtung von Person zu Person gemachten Antrag.

(2) Der einem Abwesenden gemachte Antrag kann nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden, in welchem der Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigen Umständen erwarten darf.

Text hervorgehoben.
 

Pixelschieberin

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Wo steht geschrieben, daß ein Nicht-Vollkaufmann Emails - wenn überhaupt - dann sogar werktäglich zu checken hat?

Mit Adressen, die von Vollkaufleuten z. B. im Impressum publik gemacht wurden, verhält es sich meines Wissens anders.
Die nehmen den selben Stellenwert wie Fax und Briefkästen ein.

Etwas mehr Kreativität ist in DER Arena schon gefragt:
Einen Rechner muß meines Wissens keiner haben.
Auch wenn der potentielle AG auf Email-Bewerbung besteht - deren Bedienen-Müssen auf einem ganz anderen Blatt steht -
Internetcafebenutzer werden nur alle Jubeljahre Mails checken gehen. Kostet nämlich Extra-Geld.

Meine letzte Information (RA) war, daß Vollkaufleute verpflichtet sind, den elektronischen Posteingang zu checken.
Sobald sie den Kommunikationsweg angegeben haben. (Impressum, Briefkopf)

Privatpersonen hingegen nicht.

Ebenso müssen Privatpersonen das Telefon nicht abheben - oder ist mir da was durchgeschlüpft?
Das Angebot ist auf dem AB gelandet?
Comeon. Bandsalat, was ein Pech aber auch.

Es geht doch nichts über die gute alte Schneckenpost mit Zustellungsurkunde.

Ein paar erhellende Urteile zur Verpflichtung von Privatpersonen, Spam oder sonstwas lesen zu müssen, was an eine nicht ladefähige Adresse (Email-Account) gegangen ist, würde ich sofort in meine Link-Kollektion aufnehmen.

Laut nachgedacht:
Ich kontrolliere meinen Spamordner nie und lösche alles auf einen Rutsch.
Wer will mir das verdenken?
Wenn ich DAS alles sichten wollte, hätte ich viel zu tun.

Bei den ganzen unbekannten Absender-Adressen und Angriffen auf private Rechner nehme ich nur noch Emails von mir bekannten, als vertrauenswürdig eingestuften Absendern an.

Selbst wenn der potentielle AG auf Email-Bewerbung besteht, muß ich mich der ausgrenzenden Forderung nicht in Gänze beugen.
Die Forderung - Bewerbung nur per Email - ist schon höchst dubios.
Aus vielerlei Gründen schreibe ich nur noch an ladefähige Adressen.
Einer ist, daß ich im Gegenzug weder an der elektronischen Fußfessel hängen möchte, noch Antworten/Dateien von möglicherweise verseuchten Rechnern haben wollte.

Um das von dir geschilderte Problem zu umgehen, habe ich für solche Fälle Einbahnstraßen-Email-Absender-Adressen eingerichtet, die auf no-return eingestellt sind.
Dann ist dem Wunsch - Bewerbung per Email - Genüge getan. :biggrin:
Vorsorglich verweise ich für Rückantworten auf den Postweg.
Ob du das auch gemacht hast, weiß ich nicht.
Damit ich zur Not eine ladefähige Adresse für die Fahrtkostenerstattung... you know?
Eine Webpräsenz kann sich doch heutzutage jeder schnitzen.
Eine Anschrift unter der AG-Nummer zu faken, fällt schon schwerer.
 

Pauer

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Wo steht geschrieben, daß ein Nicht-Vollkaufmann Emails - wenn überhaupt - dann sogar werktäglich zu checken hat?
Die elektronische Kommunikation ist mit der normalen Briefpost gleichgestellt, d.h.: E-Mail-Postfach ist genauso zu behandeln wie der Briefkasten.

Einen Rechner muß meines Wissens keiner haben.
Das ist richtig. Wenn der E-Mail-Verkehr allerdings Angeboten wird, darf aber darauf vertraut werden, dass E-Mails ebenso regelmäßig kontrolliert werden, wie die postalische Erreichbarkeit. Es ist dabei unerheblich ob Privatmann oder Kaufmann. Von Kaufmännern kann lediglich eine öftere Kontrolle des Posteingangs erwartet werden - von Privatpersonen zumindest einmal täglich. Der Fragesteller hat in seinem Fall den E-Mail-Verkehr durch Angabe seiner E-Mail-Adresse angeboten.

Wie zuvor beschrieben, bezieht sich der §147 BGB nur auf Willenserklärungen im Vertragsrecht. Ich habe bereits erläutert, dass ich diese Norm hier ausschließlich analog angewandt habe.

Urteile habe ich nicht. Diese Rechtsauffassung wird jedoch meines Wissens nach in jedem Jurastudium gelehrt.

Ich selber arbeite bei einem Gericht und war zuvor auch in einem JC tätig. In meiner jetzigen Behörde wird diese Rechtsauffassung ebenfalls vertreten.
 

Pixelschieberin

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Die elektronische Kommunikation ist mit der normalen Briefpost gleichgestellt, d.h.: E-Mail-Postfach ist genauso zu behandeln wie der Briefkasten. [...]
WO kann ich das - gerichtsverwertbar - nachlesen?

Du hast den Aspekt mit dem Vollkaufmann-Status etwas großzügig ausgelegt.
[...] Ich selber arbeite bei einem Gericht und war zuvor auch in einem JC tätig. In meiner jetzigen Behörde wird diese Rechtsauffassung ebenfalls vertreten.
Dann weißt du doch erst Recht, daß Auffassungen nicht per se gerichtsbelastbar sind.
Dafür brauchts ein Gesetz, das besagt, eine Privatperson hat ihren - möglicherweise unbedacht oder auf behördlichen Zwang - angegebenen Emailaccount einmal werktäglich zu checken - und - ganz wichtig - sie darf auch keine Spamfilter installieren, damit der Absender den Eingang in den Machtbereich des Adressaten als gegeben voraussetzen kann.
Genau so wie bei einer PZU im Briefkasten oder einer Zustellung per Gerichtsvollzieher.
Wenn es das Gesetz gibt, wäre ich als gesetzestreue Bürgerin sofort ganz bei dir.

Der Einfachheit halber gehe ich davon aus, daß der Bewerber um diese eine Arbeitsstelle kein Vollkaufmann ist, der Email-Versand keineswegs einer der genannten Zustellungsarten gleich zu setzen ist.
Weil - noch fehlerbehafteter als die gute alte Postzustellung.
Richtig?
Eine Schnellrecherche mit dem Suchbegriff
Muß ich täglich den Email-Engang checken
führte schnurstracks zu Kommentaren, wie diesem:
[...] Juristisch sieht das aber etwas anders aus!

Bei Privatpersonen gelten Emailadressen NICHT als "zustellbare Adressen", vorallem da dort nicht eindeutig verifiziert werden kann wem die Emailadresse tatsächlich gehört.
Eine Ausnahme ist die sogenannte "DE-Mail", bei der man entsprechend registriert und verifiziert wird!
Aus den oben genannten technischen Gründen sollte man deshalb mMn von der Einrichtung einer solchen DE-Mail auch absehen!
Weil auf diese träfe dieses Urteil dann ebenso zu!

Bei Unternehmen und Geschäftsleuten sieht das anders aus!
Die müssen alle vorhandenen Kontaktadrerssen, einschließlich Emailadresse(!), bei den entsprechenden Meldestellen (z.B. Handeslsregister) angeben.
Deshalb gelten deren Emailadressen als verifiziert und damit als "zustellbare Adresse" im juristischen Sinne.

Was mich bei diesem Artikel wundert ist, [...]
Quelle

Falls noch jemand weiter in diese Richtung gründeln will und bessere Quellen kennt, wäre das sicher vielen stillen Mitlesern willkommen.
Damit das Thema endlich abschließend geklärt werden kann.
 
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