Alg1 vorläufig eingestellt, da EinV nicht sofort unterschrieben wurde

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LisaS

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Hallo,

ich möchte gleich vorausschicken, dass ich in einem anderen Forum bereits um Hilfe gebeten habe. Leider war die Resonanz darauf sehr bescheiden, so dass ich mir noch weitere Meinungen einholen möchte.

Es geht um meinen Mann. Mein Mann ist seit zwei Jahren AU, ausgesteuert, ungekündigt und bezieht seit Ende Oktober 2014 Alg 1 nach Nahtlosigkeit.

Vor zwei Wochen waren wir bei der Agentur für Arbeit. Ergebnis: Da der Bewilligungsbescheid seinerseits nicht vorläufig ergangen ist, müssen die Leistungen eingestellt werden. Es sei denn, mein Mann würde sofort eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben. Ein ärztliches Gutachten wurde im Dezember 2014 erstellt und vor zwei Wochen eröffnet. In dem Gutachten steht etwas von "... entsprechend eingeschränkt für eine vollschichtige Tätigkeit ..." Eine detaillierte Leistungseinschätzung fehlte gänzlich.

Leistungen wurden nach §136 SGB III bewilligt. Er wurde nie aufgefordert, Rente zu beantragen.

Ferner wird behauptet, dass mein Mann von seinem Neurologen nur bzgl. seines Jobs krankgeschrieben ist. Das stimmt doch überhaupt nicht. Sein Neurologe sagte kürzlich erst, dass mein Mann nicht einmal mehr als Pförtner arbeiten könnte, weil er da eben auch laufen und schreiben müsste. Zur kurzen Erklärung: Mein Mann leidet an Chronischer spastischer Teraparese (inkomplette Querschnittslähmung), Arthrose in einem Knie (er braucht ein neues Kniegelenk) und seine Feinmotorik ist sehr eingeschränkt.

Ich sehe die EGV eher skeptisch. Was nun? Unterschreiben oder nicht? Dem Jobcenter Bescheid geben, damit Alg2 erhöht wird?

Eine vorläufige Zahlungseinstellung liegt bis heute nicht vor.

Ich hänge die EinV mal an.

Liebe Grüße und vielen Dank für die Antworten.
 

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gelibeh

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Da der Bewilligungsbescheid seinerseits nicht vorläufig ergangen ist, müssen die Leistungen eingestellt werden. Es sei denn, mein Mann würde sofort eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben.
Hast Du das schriftlich?

Edit: Aus der EGV drohen Deinem Mann keine Nachteile, weil nichts davon in der Rechtsfolgenbelehrung steht. Aber..... der Inhalt dieser EGV ist rechtswidrig, da auch im ALG1 keine medizinische Dinge etwas in einer EGV zu suchen haben. Außerdem können die ein Gutachten auch ohne EGV in Auftrag geben. Dort muss Dein Mann dann im Rahmen der allgemeinen Meldepflicht erscheinen.
 

Fritz Fleißig

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Edit: Aus der EGV drohen Deinem Mann keine Nachteile, weil nichts davon in der Rechtsfolgenbelehrung steht. Aber..... der Inhalt dieser EGV ist rechtswidrig, da auch im ALG1 keine medizinische Dinge etwas in einer EGV zu suchen haben. Außerdem können die ein Gutachten auch ohne EGV in Auftrag geben. Dort muss Dein Mann dann im Rahmen der allgemeinen Meldepflicht erscheinen.
Das sehe ich genauso. EGVs sind im Rechtskreis SGB III, um den es hier geht, nie mehr als rechtlich unverbindliche Versprechen, deren Nichteinhaltung keine Sperrzeit zur Folge haben kann. Die vorgelegte EGV ist eigentlich unzulässig, wäre aber vom Inhalt her harmlos. Es ist auch keine ausreichende RFB vorhanden. Ich würde mir eventuell überlegen, diese aus rein taktischen Gründen zu unterzeichnen.

Viel wichtiger ist, ob dein Mann daneben irgendeine besondere Verfügbarkeitserklärung (bezüglich Arbeitszeit und ähnlichem) unterschrieben hat. Hat er das?

Wurde deinem Mann das Gutachten nur mündlich mitgeteilt oder hat einer eine Kopie beider Teile (A und B)? Falls nicht, unverzüglich anfordern. Den vertraulichen Teil A kann man dabei nur direkt beim Ärztlichen Dienst anfordern, er darf nicht an die Vermittlungsabteilung gehen.

Bewilligungen von ALG erfolgen immer nach § 136 SGB III, auch in Nahtlosigkeitsfällen. Daraus kann man nichts schließen.

Ansonsten, wie schon angeraten, nichts auf mündliches Herumgerede geben, sondern alles Wichtige schriftlich verlangen.
 

LisaS

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Danke für die Antworten.

Wir haben, außer der EinV, nichts Schriftliches bekommen und mein Mann hat auch nichts unterschrieben.

Das ärztliche Gutachten habe ich mir beim ärztlichen Dienst geholt. Beide Teile. Allerdings fehlt eine detaillierte Leistungseinschätzung.

Wir haben nur Angst, wenn er unterschreibt, dass er sich dann woanders bewerben muss. Er möchte seine Stelle unbedingt behalten. Er könnte bestimmt auch von der Poststelle in die Verwaltung umgesetzt werden. Die Ausbildung hat er ja. Aber - er kommt nicht auf Arbeit. Er kann sehr schlecht laufen und müsste an seinem Arbeitsort (ungleich Wohnort) vom Bahnhof zu seinem AG laufen. Und das schafft er nicht, obwohl er nur 750 m sind. Bahnhöfe haben zwar Fahrstühle, aber die funktionieren auch nicht immer. Er hat sehr große Mühe, Treppen zusteigen, auch runterwärts. Er ist einfach körperlich sehr eingeschränkt.

Vergessen: Das ärztliche Gutachten wurde nach Aktenlage erstellt. Den Reha-Träger haben wir aus gutem Grund nicht von der Schweigepflicht entbunden, trotzdem lag das Gutachten in der Akte. Angeblich hat es sein Arzt mitgeschickt.
 

Anna B.

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das REHA-Gutachten hätte sein Arzt gar nicht mitschicken dürfen...nur die Dinge darf er bekannt geben, die von ihm selber als Befund erhoben wurden..

d.h. entweder hat ihr der ÄD die Unwahrheit gesagt, oder dein Arzt hat gegen den datenschutzv erstoßen..das würde ich doch direkt mal abklären lassen wollen.

desweiteren mixt der SB bei der Agentur zwei völlig verschiedene Dinge...

einmal will er die Erwerbsfähigkeit begutachten lassen und einmal die ARbeitsfähigkeit...
was will er denn nun tatsächlich?
außerdem haben beide "Gutachtenformen" nichts in einer EGV verloren.

hast du den Bescheid über die Einstellung des ALG I bereits vorliegen?
dann sofort Widerspruch einlegen und dir antwaltliche Hilfe suchen..

Wenn dein Mann so sehr eingeschränkt ist, würde ich an seiner STelle einen Rentenantrag stellen...denn dann muß die Afa sich an die Entscheidung der DRV halten...den kann er auch ohne Aufforderung selber stellen...
 
E

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Gast
Ich habe auch eine spastische Tetraplegie, allerdings nicht durch Querschnitt, sondern durch eien frühkindliche Hirnschädigung.

Also dass man damit gar nicht arbeiten kann, würde ich so nicht unterschreiben, ich selber bin Vollzeit berufstätig und ich kenne viele, bei denen die Spastik wesentlich stärker ausgeprägt ist und die auch arbeiten. Aber gerade bei dieser Behinderung muss man sic das im Einzelfall ansehen und es ist nicht so einfach, den passenden Arbeitsplatz zu finden.

Möbilität ist ganz wichtig. Hat Dein Mann einen Schwerbehindertenausweis? Wnn ja, welche Merkzeichen?

Wenn er behinderungsbedingt den Arbeitsplatz nicht mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichen kann, steht ihm Kraftfahrzeughilfe zu. Dabei gibt es einen einkommensabhängigen Zuschuss zu den Kosten für die Erlangung die Fahrerlaubnis und für das Fahrzeug, die behinderungsbedingte Zusatzausstattung (Automatik, Handgas....) sowie die Kosten für den Einbau werden voll übernommen. Wenn das noch läuft oder man nicht selber fahren kann, gibt es auch die Möglichkeit, dass Taxikosten oder ein Fahrdienst für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle übernommen werden. KOstenträger sind die BG (z. B. nach Arbeits- oder Wegeunfällen), die DRV wenn man mindestens 5 Jahre Beiträge gezahlt hat oder die AfA. Voraussetzung für die Kraftfahrzeughilfe ist ein Arbeitsverhältnis. Eigentlich wären ohne Arbeit die Sozialämter zuständig, aber das ist noch sehr sch durchzusetzen.

Wie weit ist der Genesungsprozess abgeschlossen? Wie ist die Prognose? Tut sich da noch was oder bleibt der jetzige Zustand auf Dauer?

Wenn der Zustand statisch ist, würde ich mit dem Arbeiteber und dem Arzt ausloten, ob z. B. eien Wiedereingliederung möglich ist, ob es beim derzeitigen Arbeitgeber einen leidensgerechten Arbeitsplatz gibt und eine Versetzung möglich ist.

Wenn das klappt könnte man das Thema Kraftfahrzeughilfe angehen.

Aber bitte nicht falsch verstehen. Wenn arbeiten nicht geht, dann geht es eben nicht. Aber wenn es nur am Weg zur Arbeit hängt, da gibt es Lösungen.
 

Fritz Fleißig

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@LisaS

Wenn Gutachten unter Verstoß gegen die Schweigepflicht mitgeschickt wurden, würde ich sofort deren Entfernung aus der Akte beziehungsweise Löschung verlangen. Auch die Verwertung derart gewonnener Erkenntnisse ist unzulässig und sogar strafbar.

Aus der vorgeschlagenen EGV geht meiner Meinung nach nicht hervor, daß dein Mann sich unbedingt woanders zu bewerben hätte. Eine EGV wäre hier sowieso rechtlich unverbindlich. Aus einer solchen kann niemals, auch nicht in "normalen" Fällen, abgeleitet werden, daß man sich in bestimmter Form zu bewerben habe. Rechte und Pflichten liegen im Bereich SGB III gesetzlich fest und können nicht per Vereinbarung geändert werden. Wenn eine besondere Verfügbarkeitserklärung unterschrieben wurde, wäre das unter Umständen anders. Aber das hat dein Mann ja nicht.

Das ausführliche Gutachten liegt euch ja vor. Ich würde hier schriftlich beanstanden, daß eine detaillierte Leistungseinschätzung fehlt, die schließlich für eine konkrete Eingliederungsstrategie unbedingt erforderlich ist. Solange dies medizinisch nicht geklärt ist, können deshalb eigentlich auch keine sinnvollen Vermittlungsvorschläge gemacht werden.
 

gelibeh

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Ich würde hier schriftlich beanstanden, daß eine detaillierte Leistungseinschätzung fehlt, die schließlich für eine konkrete Eingliederungsstrategie unbedingt erforderlich ist.
Darum soll eventuell ein neues Gutachten gemacht werden.
Wir haben nur Angst, wenn er unterschreibt, dass er sich dann woanders bewerben muss.
Wie schon gesagt, aus der EGV drohen keine negativen Dinge. Wenn es irgendwelche Sperren bei Nichtbefolgung geben soll, dann hat das auch in der Rechtsfolgenbelehrung zu stehen. Da steht aber nichts. Das die EGV Blödsinn ist, weil ja anscheinend noch nicht mal der Umfang der Erwerbsfähigkeit feststeht, ist dann noch eine andere Sache.

Dein Mann muss sich sowieso nur auf etwas bewerben, was zumutbar ist, bei der fehlenden Wegefähigkeit ist wohl kaum etwas zumutbar. -> §140 SGBIII
 

LisaS

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Ich danke euch allen.

Mein Mann hat einen GdB von 50. Wegen des fehlenden Merkzeichens ist eine Klage am Sozialgericht anhängig. Lt. Neurologe kann mein Mann nicht einmal mehr als Pförtner arbeiten, weil er da eben auch laufen und schreiben müsste. Das sagt doch schon alles.

Ein Auto könnten wir nie halten. Mein Mann hat einen unbefristeten Teilzeitvertag (50%) im ö.D. Zuletzt war er allerdings befristet für etwas mehr als einem Jahr in Vollzeit beschäftigt. Die tgl. Pendelzeit betrug vor seiner Erkrankung übrigens um die drei Stunden.

Heute Nachmittag war mein Mann bei seinem neuen Orthopäden. Mitte Juni bekommt er endlich ein neues Kniegelenk.

Die Entfernung aus der Akte werden wir auf jeden Fall beantragen. Am Mittwoch müssen wir sowieso zur Agentur für Arbeit. Dann nehmen wir die unterschriebene EinV mit.
 
E

ExUser 2606

Gast
GdB 50 0hne Merkzeichen? Irgendwie passt das gar nicht. Ich habe 100 G, aG und B. Und ichbin bis jetzt noch jede Treppe hochgekommen, wenn ein vernünftiges Geländer da ist. Hab zu Schulzeiten sogar mal nen Sportlehrer hinter mir gelassen. Ich mit schwerer Schultasche, er ganz ohne Gepäck, vier Etagen nach oben. Er kam keuchend mehrere Minuten nach mir in den Klassenraum.:icon_hihi: Abwärts brauche ich allerding auch ertwas länger, sonst bin ich schneller unten, als mit lieb ist.

Ich laufe in Räumen und benutze draussen nen Rollstuhl. Feinmotorikist bei mir tagesformabhängig. Es gibt Tage, da kann ich kaum selber meine eigene Schrift lesen und dann wieder andere, da habe ich gar keine Probleme mit den Händen.

Für den Unterhalt des Autos gibt es leider keine Zuschüsse. Aber wie gesagt, es gibt auch die Option mit Taxi oder Fahrdienst. DA muss man sich dann wieer einkomensabhängig an den Kosten beteiligen.

Allerdings sehe ich bei der großen Entfernung die Gefahr, dass jeder Kostenträger nach kurzer Zeit feststellen wird, dass das teuer wird und dann darauf drängen wird, dass man eben doch den Führerschein macht und ein Auto anschafft.

Wenn die Hände so stark beeinträchtigt sind, das an mit der Hand nicht mehr schreiben kann, dann muss man mal schauen, ob tippen geht. Es gibt auch apezielle Tastaturen mit größeren Tasten oder anderem Druckpunkt, es gibt eine sogenannte Spastikertastatur, da liegt über dern Tasten eine Art Lochbrett, damit man nicht zwischen die Tasten gerät, es gibt Eingabehilfen, zum Teil schon in WIndows enthalten und wenn das alles nich mehr geht, Bildschirmtastaturen oder Spracheingabe.

Ih habe eine Bekannte, die hat weder Arme noch Beine, nichtmal Stümpfe. Klar braucht sie Hilfe bei vielen Dingen, aber ihren e-Rolli bewegt sie alleine und einen Computer kann sie auch bedienen. Die arbeitet Vollzeit.

WIe gesagt, alles unter der Prämisse dass die Gesundheit die Arbeit zuläßt. Dann kann man vieles durch Technik ausgleichen.
 

LisaS

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Naja, wir müssen jetzt erst einmal die OP und Reha abwarten.

Auch das Versorgungsamt hat nur nach Aktenlage entschieden. Er war ein halbes Jahr nach seiner Halswirbelsäulen-OP in der Reha. Dieser Bericht bricht ihn jedes Mal das Genick. Glaube, die haben da einen anderen beurteilt. Der Betriebsärztliche Dienst und sein Neurologe sehen dies nämlich ganz anders. Mein Mann hatte schon seit 2005 auf die Wirbelsäule einen GdB von 10 (Skoliose), nach seiner Erkrankung hatte er auf seine Wirbelsäule weiterhin nur einen GdB von 10, dann 20 und jetzt 30. Da er auf die Wirbelsäule allein keinen GdB von 50 hat, bekommt er auch kein Merkzeichen. Egal, ob er die ortsübliche Wegstrecke laufen kann oder eben nicht. Im Ablehnungsbescheid stand sinngemäß, dass er nicht mit Unterschenkelamputierten vergleichbar wäre.
 

Doppeloma

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Hallo LisaS,

gehe mal in deinen ersten Beitrag zurück und ergänze mal meine Einschätzung, ich war selber lange AU geschrieben und wurde auch ausgesteuert ... auch ich hatte noch meinen letzten AG ...

Allerdings waren EGV damals bei der AfA noch nicht so "in" ... ich wurde auch noch zum Arzt geschickt und nicht nur nach "Papier" (Aktenlage) begutachtet.

Es geht um meinen Mann. Mein Mann ist seit zwei Jahren AU, ausgesteuert, ungekündigt und bezieht seit Ende Oktober 2014 Alg 1 nach Nahtlosigkeit.

Es ist allerdings üblich und erforderlich, dass ein Antrag an die Rentenkasse gestellt wird (auf Reha oder Rente) denn welche Entscheidung (bei der DRV) soll denn sonst durch "Nahtlosigkeit" überbrückt werden ???
Er kann ja auch berufliche Reha (LTA) beantragen, was ja ganz gut in die aktuelle "Planung" passen würde, den Job irgendwann wieder aufzunehmen, daraus könnte auch sein AG Mittel bekommen für die Einrichtung eines Arbeitsplatzes ... es muss ja nicht unbedingt die EM-Rente beantragt werden ... :icon_kinn:

Wenn ich allerdings weiter unten lese, dass seine Ärzte nicht mal eine Tätigkeit als Pförtner (wobei ich fürchte, dass die auch noch nicht bemerkt haben, dass es den Pförtner wie sie ihn wohl meinen so gar nicht mehr gibt) mehr für machbar halten würden frage ich mich warum er dann keine EM-Rente beantragen möchte ... was die eigenen Ärzte dazu meinen ist bei dieser Entscheidung bei der DRV dann allerdings als zweitrangig anzusehen.

Das sind keine Zweifel an deinen Angaben, sondern eigene Erfahrungen aus fast 3 Jahren Kampf um die EM-Rente bis das SG dann dazu entscheiden musste, meine Ärzte und sogar die AfA haben das damals (bei der Antragstellung) auch schon ganz anders gesehen.

Ein ärztliches Gutachten wurde im Dezember 2014 erstellt und vor zwei Wochen eröffnet. In dem Gutachten steht etwas von "... entsprechend eingeschränkt für eine vollschichtige Tätigkeit ..." Eine detaillierte Leistungseinschätzung fehlte gänzlich.

Da haben die ja viel Zeit gehabt bis das mal "eröffnet" wurde aber viel zu "eröffnen" war ja da auch nicht ...

Vor zwei Wochen waren wir bei der Agentur für Arbeit. Ergebnis: Da der Bewilligungsbescheid seinerseits nicht vorläufig ergangen ist, müssen die Leistungen eingestellt werden.

Was soll das bitte bedeuten, der Bescheid wird üblicherweise auch nicht "vorläufig" erteilt, diese Begründung dürfte kaum eine wirksame Rechtsgrundlage für die Einstellung hergeben ...
Ihr solltet übrigens immer nach der Rechtsgrundlage fragen (am besten schriftlich geben lassen) wenn man euch was "vom Pferd" erzählen will ...

Es sei denn, mein Mann würde sofort eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben.

Wo steht das bitte im Gesetz, das die Unterschrift auf eine EGV leistungsrelevant ist ???
Diese EGV würde ich im Leben nicht unterschreiben ... mag ja soweit "harmlos" aussehen aber warum soll man Schwachsinn auch noch "freiwillig" unterschreiben ... deswegen darf kein ALGI eingestellt werden ... :icon_evil:

Schon das Ziel ist doch total bekloppt, er soll also "vorrangig" beim alten AG eine Tätigkeit aufnehmen, na klar, wenn das möglich wäre (aktuell) dann bekäme er ja kein Geld wegen der "Nahtlosigkeit nach § 145 SGB III (auch wenn das nicht im Bescheid steht), sondern würde einfach wieder arbeiten gehen ... :icon_kinn:

Leistungen wurden nach § 136 SGB III bewilligt. Er wurde nie aufgefordert, Rente zu beantragen.

Das mit § 136 ist in Ordnung und wenn man ihn nicht aufgefordert hat was zu beantragen bei der DRV dann ist das klar ein Versäumnis der AfA, was man aber nicht deinem Mann zum Vorwurf machen kann...
Es muss auch nicht unbedingt EM-Rente sein wie ich das oben schon beschrieben habe ... es kann aber jetzt auch (ohne vorherige schriftliche Aufforderung) kein Grund sein den Leistungsbescheid aufzuheben ...

Ferner wird behauptet, dass mein Mann von seinem Neurologen nur bzgl. seines Jobs krankgeschrieben ist. Das stimmt doch überhaupt nicht.

Doch, so sind die Regeln, das stimmt durchaus (und mit dem "Restleistungsvermögen" muss man sich der AfA zur Verfügung stellen) aber dann frage ich mich erst recht wie man darauf kommt ihn lt. EGV wieder an seinen Arbeitsplatz schicken zu wollen, denn dafür ist er doch immer noch AU geschrieben ... :eek:

Sein Neurologe sagte kürzlich erst, dass mein Mann nicht einmal mehr als Pförtner arbeiten könnte, weil er da eben auch laufen und schreiben müsste.

Das mag schon sein aber die eigenen Ärzte können sich zu Arbeits-Fähigkeit äußern aber nicht ernsthaft die Erwerbsfähigkeit bestimmen wollen, dafür ist NUR die Rentenkasse zuständig aber die wurde ja dazu bisher nicht weiter "befragt" (mit einem Reha oder Renten-Antrag wäre das der Fall, dass die das prüfen müssen).

Ich sehe die EGV eher skeptisch. Was nun? Unterschreiben oder nicht?

Ich würde nicht unterschreiben, zumal ja offenbar die Drohung (Leistung wird eingestellt wenn er nicht unterschreibt) bisher auch nicht in die Tat umgesetzt wurde, so lange brauchen die dafür im Allgemeinen nicht ... ist auch kein Grund wo es entsprechend §§ geben würde, das zu dürfen.

Das müssten die schon anders begründen und wahrscheinlich fällt denen dazu gerade nichts weiter ein, zu wann erwartet man denn jetzt die Unterschrift, gibt es einen schriftlichen Meldetermin dafür oder blieb das letztlich ein Geheimnis der AfA-SB ...???

Die "grundsätzliche Arbeitsfähigkeit" hat in der Tat nur der behandelnde Arzt zu klären, die genauen gesundheitlichen Einschränkungen hätten natürlich bereits in das erste Gutachten gehört aber das zu regeln (eine erneute Begutachtung einzuleiten) ist alleinige Angelegenheit der SB, dafür braucht sie keine unterschriebene EGV ... das muss sie dem ÄD schon selbst plausibel erklären können ... :biggrin:

Dein Mann bekommt dann die schriftliche Einladung und ist verpflichtet den Termin wahrzunehmen (nach § 62 SGB I), eine EGV dafür ist absolut überflüssig ... die braucht dafür kein Mensch ...

Die Aktivitäten nehmen ja eigentlich das Untersuchungsergebnis schon vorweg ... "er stellt sich also auf jeden Fall schon mal Vollzeit zur Verfügung..." egal wie der ÄD das letztlich einschätzen wird ... denn der kann das ja auch anders sehen und sieht die "Restleistungsfähigkeit" bei Teilzeit oder gar unter 15 Stunden die Woche, das hätte auf den Anspruch gemäß Nahtlosigkeit keinen negativen Einfluß, sofern es der ÄD so sieht und nicht dein Mann selber ...

Warum sollte er also (ohne Kenntnis des Ergebnisses) bereits eine Verpflichtung abgeben auf jeden Fall Vollzeit arbeiten zu wollen ???

Dem Jobcenter Bescheid geben, damit Alg2 erhöht wird?

Bezieht ihr "aufstockend" ALGII dazu, die erhöhen eure Leistung aber auch nicht einfach so, weil die AfA mal ein wenig "mit den Ketten rasselt" ...

Eine vorläufige Zahlungseinstellung liegt bis heute nicht vor.

Die Zahlungseinstellung wäre dann sicher nicht "vorläufig", denn zur Unterschrift auf die EGV kann man deinen Mann nicht als Mitwirkungspflicht zwingen, also darf die Leistung auch nicht "vorläufig" entzogen werden "bis zur Nachholung der Mitwirkung", es gibt einfach keinen rechtmäßigen Grund dafür ... man kann sich natürlich auch irgendeinen anderen Grund ausdenken ... man sollte immer prüfen was die so an Begründungen und §§ in die Aufhebungsbescheide schreiben...

Aber noch gibt es ja einen solchen Bescheid gar nicht, also melde dich wieder damit, wenn doch noch einer kommen sollte ...

Ansonsten schon mal alles Gute für die OP von deinem Mann ...

MfG Doppeloma
 

gelibeh

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Ich habe wegen meiner fehlenden Wegefähigkeit die Rente bekommen. Ich hab "nur" Arteriosklerose aber keinen Führerschein. Der Gutachter meinte, dass die Benutzung der Öffis nicht zumutbar ist.
 

LisaS

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Mein Mann hat die EinV jetzt doch unterschrieben. Wir können nicht riskieren, nächsten Monat ohne Geld dazustehen. Nach seiner OP und seiner Reha werden wir versuchen, Mittel zu bekommen, dass er wieder seinen Arbeistplatz erreichen kann. Seine AVìn hatte ja auch noch so eine tolle Idee. Er könnte ja dann wieder in seiner Poststelle anfangen und dort im Sitzen lediglich die Briefe aufschlitzen. Na sein Chef würde sich freuen. Damit wäre er in zehn Minuten mit durch. Ihr ist scheinbar schon klar geworden, dass mein Mann niemand mehr einstellen würde. Sinngemäß meinte sie, dass seine Stelle Gold wert wäre.

Rente kann mein Mann dann immer noch beantragen, aber ich vermute, dass sie nach dem Reha-Bericht vermutlich abgelehnt werden wird.
 
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