ALG1 Sperrfrist vermeiden

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remi

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Hallo,

ich werde dieses Jahr 61 Jahre alt und möchte dann mit Arbeiten aufhören und mit 63 Rente beziehen. Ich bin mit 61 über 29 Jahre beim jetzigen Arbeitgeber beschäftigt und unterliege zur Zeit dem TV-L. Wie kann ich die Sperrfrist vermeiden, die ja in meinem Fall 6 Monate ohne Zahlung bedeuten würde, wenn ich selber kündige?

hj
 

Fritz Fleißig

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Die Antwort ist ganz einfach: indem du nicht selbst kündigst.

Das ALG ist keine "Ersatz-Rente" für den vorgezogenen Übergang in den Rentenbezug. Es soll auch ausdrücklich verhindert werden, daß sich Arbeitgeber auf Kosten der Arbeitslosenversicherung ihrer älteren Mitarbeiter entledigen, wie es nicht selten geschieht.

Du bräuchtest für die Vermeidung einer Sperrzeit einen wichtigen Grund zur Kündigung, beispielsweise die Bestätigung deines Arztes, daß dir die weitere Ausübung dieser Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen unmöglich sei und er dir deshalb zur Arbeitsaufgabe geraten habe. Oder eine mit Sicherheit anstehende Kündigung des Arbeitgebers zum selben Termin. Auch da bleibt immer eine gewisse Unsicherheit.

Du müßtest also schon, um auf Nummer Sicher zu gehen, die Kündigung dem Arbeitgeber überlassen. Das wird für diesen schwierig sein, denn im öffentlichen Dienst (TV-L) haben langjährig Beschäftigte eine ziemlich sichere Stellung.

Eine weitere Möglichkeit wäre, zwischen Arbeitsaufgabe und Entstehen des ALG-Anspruchs mindestens ein Jahr verstreichen zu lassen. Das lohnt sich aber nur, wenn du eine gute Abfindung bekommst, von der du in der Zwischenzeit bequem leben kannst. Bei Eigenkündigung eher unwahrscheinlich.

Es ist im übrigen richtig, daß bei Arbeitsaufgabe ohne wichtigen Grund die Sperrzeit (genauer: die Minderung der ALG-Anspruchsdauer aufgrund einer Sperrzeit) bei dir sechs Monate betrüge.
 
E

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Gast
Du darfst weder selbst kündigen, noch einen Aufhebungsvertrag unterschreiben.

Guck Dir mal das an
Altersteilzeit 2015: Informationen von Anspruch bis Rente nach dem Altersteilzeitgesetz
IG Metall - Metall-Tarifrunde 2015: WIR für gerechte Ausstiege
und schau, ob Du im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber etwas daraus machen kannst.
Wenn er keine Altersteilzeit vereinbaren will (und auch nicht betriebsbedingt kündigt, wie Fritz andeutet) hast Du Pech - dann mußt Du weiterarbeiten oder, wenn das gesundheitlich nicht geht, Deinen Arzt konsultieren.
 

remi

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Meine Frau und ich denken auch über einen Umzug nach, d.h. sie zieht um und ich kündige dann, um zu ihr zu ziehen. Gibt es für diese Vorgehensweise Erfahrungen oder Meinungen?
 

remi

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remi

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Kann meine Frau nicht umziehen, wohin und aus welchem Grund sie will? Sie stellt ja keine Ansprüche an das Arbeitsamt. Und ich würde ihr halt folgen zum Zweck der Familienzusammenführung.
 

Fritz Fleißig

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@remi

Das könnte so funktionieren wie von dir angedacht. Siehe GA der Arbeitsagentur zu § 159 SGB III. Die "Aufrechterhaltung der ehelichen Lebensgemeinschaft" stellt einen wichtigen Grund für die Eigenkündigung dar, und deine Frau braucht sich für die Gründe ihres Umzuges nicht zu rechtfertigen. Du brauchst dich auch nicht auf eine "Wochenendehe" verweisen zu lassen. Ehe und Familie stehen doch schließlich unter dem besonderen Schutz unserer Rechtsordnung, angeblich jedenfalls.

Aber: ob das so funktioniert, ist immer eine Frage des Einzelfalls. Vorab wird dir das keiner verbindlich bestätigen können. Möglicherweise wirst du dich deshalb mit der Arbeitsagentur erst herumstreiten müssen. Ein Risiko bleibt also.
 
E

ExitUser

Gast
Du brauchst dich auch nicht auf eine "Wochenendehe" verweisen zu lassen.

Die Diskussion wird mit dem Fredstarter keiner führen.

Ehe und Familie stehen doch schließlich unter dem besonderen Schutz unserer Rechtsordnung, angeblich jedenfalls.

Wenn es darum geht, die Leute der Faulheit zu bezichtigen, werden alle rechtlichen Bedenken über Bord geworfen. Dann gibt es auch eine Sperrzeit, wenn jemand seinen Job wegen Berufsunfähigkeit an den Nagel hängt.

Aber: ob das so funktioniert, ist immer eine Frage des Einzelfalls. Vorab wird dir das keiner verbindlich bestätigen können.

Doch, schon: Das Arbeitsamt prüft grundsätzlich das Eintreten einer Sperrzeit. Man kann die Bearbeitung des Antrages daneben zusätzlich noch ein paar Wochen verschleppen, in dem man mit den Antragstellern ein bißchen "Hase und Igel" spielt. Auch im Arbeitsamt ist die Luft so säurehaltig, daß sich eingereichte Unterlagen der Bearbeitung entziehen.

Möglicherweise wirst du dich deshalb mit der Arbeitsagentur erst herumstreiten müssen. Ein Risiko bleibt also.

Sicher. Der Berufsunfähige bekam bspw. schon nach neun Monaten das erste Geld vom Arbeitsamt. Ob des Fredstarters Prozeß dann auch so glatt verläuft, ist die Frage.
 

Cha

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Meine Frau und ich denken auch über einen Umzug nach, d.h. sie zieht um und ich kündige dann, um zu ihr zu ziehen. Gibt es für diese Vorgehensweise Erfahrungen oder Meinungen?

Familienzusammenzug ist grundsätzlich ein wichtiger Grund, um eine Arbeit aufzugeben.
Allerdings wird dieser Grund nur dann anerkannt, wenn man sich selbst rechtzeitig um eine Neubeschäftigung am neuen Wohnort bemüht hat.
(BSG v. 17.11.2005 – B 11a 11/AL 49/04 R).

Viele Grüße

Cha
 

Doppeloma

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Hallo remi,

dir wurden ja eigentlich schon sehr gute Tipps gegeben und auch "durch die Blume" schon der Weg zu Arzt und eventuell längerer /häufiger AU gewiesen ...

Meine Frau und ich denken auch über einen Umzug nach, d.h. sie zieht um und ich kündige dann, um zu ihr zu ziehen. Gibt es für diese Vorgehensweise Erfahrungen oder Meinungen?

Ich weiß ja nicht wie lange ihr schon verheiratet seid und ob man das als unbedingt notwendig akzeptieren würde müssen, dass deine Frau da so kurz vor "Ultimo" eigene Wege geht, damit du ihr hinterher ziehen musst ...

Geht sie auch noch arbeiten oder ist sie schon in Rente, gibt es vielleicht nachweisbare gesundheitliche Gründe (notwendiger Klimawechsel) für einen "einsamen" Umzug deiner Ehefrau ...

Ich fürchte man wird wohl eher so viel Überlegung und Verstand in eurem Alter erwarten, dass man auch noch abwarten könnte bis beide keine beruflichen Bindungen mehr an den aktuellen Wohnort haben ... ehe man kurz vor der Altersrente noch "freiwillig" seinen sicheren Job aufgibt ... :icon_kinn:

Manchmal ist so etwas aus beruflichen Gründen eines Partners leider nicht vermeidbar aber weil man ohnehin "mal umziehen wollte", ist wohl etwas dünn als Begründung mit dann so 62 seinen Job hin zu werfen ... weil die Ehefrau schließlich umziehen kann wann sie will ...

Das dürfte wohl im gesetzteren Alter eher selten vorkommen wenn der Partner noch in Lohn und Brot ist, dass man dann als Ehefrau keine Geduld mehr hat auf seinen regulären Renteneintritt zu warten dabei.

Bin selber in diesem schon etwas "gesetzten" Alter und finde diese Überlegung, daraus dann eine dringend notwendige "Familienzusammenführung" herleiten zu wollen und Nachsicht für die Eigenkündigung mit 60 + von der zukünftigen AfA zu erwarten, schon etwas sehr weit her geholt ...

Wir beide waren jedenfalls vernünftig genug mit unserem gemeinsam gewünschten, geplanten Umzug zu warten bis wir beide (endlich) in Rente gewesen sind ... :biggrin:

MfG Doppeloma
 
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