ALG1 nach Vollzeit Tätigkeit als Ingenieur und vollzeit Masterstudium

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Baldiz

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
4
Bewertungen
0
Hallo Leute,
ich habe nach meinem Bachelorstudium 28 Monate vollzeit als Ingenieur bei einem Unternehmen gearbeitet. Dabei habe ich alle Beiträge ganz normal gezahlt.

Nebenbei mache ich meinen (vollzeit) Master, welches ich nach meinem Bachelorstudium mit der Tätigkeit als Ingenieur begonnen habe und bin kurz vor meinem Abschluss.
Nun wurde ich gekündigt und muss mich beim Arbeitsamt melden.
Habe ich Recht auf ALG1?
Ein Freund meinte, dass weil ich für den Master eingeschrieben bin, kann es sein, dass ich kein ALG1 bekommen kann, obwohl ich 28 Monate einschlägig und Vollzeit in dem Beruf tätig bin, was ich während des Bachelorstudiums erlernt habe.
Bitte um Antwort
VG
 

Max555

Elo-User*in
Mitglied seit
12 Juli 2015
Beiträge
218
Bewertungen
17
Im ALGII- Bezug ist nur ein Teilzeitstudium gestattet, ich denke, das wird beim ALGI- Bezug nicht anders sein. (Auch wenn dem entgegenstehen könnte, dass ALGI eine beitragsfinanzierte Leistung ist und ALGII eine steuerfinanzierte).
Erkundige dich doch mal im Internet.
 

HartzVerdient

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 August 2012
Beiträge
4.354
Bewertungen
4.173
Im ALGII- Bezug ist nur ein Teilzeitstudium gestattet, ich denke, das wird beim ALGI- Bezug nicht anders sein.
Das ist leider nicht zutreffend!

Es kommt ganz auf die Situation an. Wenn, wie der TE das formulierte, man kurz vor dem Abschluss steht, so kann - nach Einzelfallentscheidung - durchaus Leistungen gezahlt werden. Beides trifft auf ALG1 als auch ALG2 zu.

Ich bitte den TE sich an das ASTA der jeweiligen Einrichtung zu wenden und dort die Frage erneut zu stellen. Die kennen sich sicherlich mit solchen Konstellationen aus.
 

Baldiz

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
4
Bewertungen
0
Das ist leider nicht zutreffend!

Es kommt ganz auf die Situation an. Wenn, wie der TE das formulierte, man kurz vor dem Abschluss steht, so kann - nach Einzelfallentscheidung - durchaus Leistungen gezahlt werden. Beides trifft auf ALG1 als auch ALG2 zu.

Ich bitte den TE sich an das ASTA der jeweiligen Einrichtung zu wenden und dort die Frage erneut zu stellen. Die kennen sich sicherlich mit solchen Konstellationen aus.

Wenn es hart auf hart kommt, müsste ich mich mit sofortiger Wirkung exmatrikulieren lassen, damit ich dann nicht mehr studiere.

Dann würde ich dem Arbeitsamt (Arbeitsmarkt) doch wieder voll zur Verfügung stehen und würde ALG 1 erhalten oder?
 

HartzVerdient

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 August 2012
Beiträge
4.354
Bewertungen
4.173
Wenn es hart auf hart kommt, müsste ich mich mit sofortiger Wirkung exmatrikulieren lassen, damit ich dann nicht mehr studiere.
Kommt darauf an. Du könntest den Hörerstatus wechseln. Von Vollzeit auf Teilzeit. Danach stündest du dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung und könntest weiter studieren. Alternative wäre ein "Pausensemester" einzuschieben.

Dann würde ich dem Arbeitsamt (Arbeitsmarkt) doch wieder voll zur Verfügung stehen und würde ALG 1 erhalten oder?
Ich würde das vorher erstmal rechtlich klären lassen und zwar von kompetenter Seite. Damit meine ich jetzt nicht ein Telefonat mit dem Arbeitsamt. Eher rechtlich von einem Fachanwalt für solche Sachen. Wenn dein Studium kurz vor dem Ende steht, dann kann man durchaus etwas mit dem Arbeitsamt aushandeln. Besser du schließt dein Studium ab, als wenn du irgendwo in so einer Sinnlosmaßnahme geparkt wirst.

Persönlich würde ich auf Teilzeit umstellen und weiterstudieren. Danach stündest du dem Arbeitsmarkt weiterhin 100% zur Verfügung und bekämst die Kohle.
 

Baldiz

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
4
Bewertungen
0
Kommt darauf an. Du könntest den Hörerstatus wechseln. Von Vollzeit auf Teilzeit. Danach stündest du dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung und könntest weiter studieren. Alternative wäre ein "Pausensemester" einzuschieben.


Ich würde das vorher erstmal rechtlich klären lassen und zwar von kompetenter Seite. Damit meine ich jetzt nicht ein Telefonat mit dem Arbeitsamt. Eher rechtlich von einem Fachanwalt für solche Sachen. Wenn dein Studium kurz vor dem Ende steht, dann kann man durchaus etwas mit dem Arbeitsamt aushandeln. Besser du schließt dein Studium ab, als wenn du irgendwo in so einer Sinnlosmaßnahme geparkt wirst.

Persönlich würde ich auf Teilzeit umstellen und weiterstudieren. Danach stündest du dem Arbeitsmarkt weiterhin 100% zur Verfügung und bekämst die Kohle.
Vielen Dank für die Antwort. Echt super.
Könnte ich denn wenn ich auf den Hörerstatus wechsel die Prüfungen auch schreiben?
Oder ist das nur, dass ich weiter eingeschrieben bleibe, ohne die Prüfungen schreiben zu dürfen, damit ich für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe?
 

HartzVerdient

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 August 2012
Beiträge
4.354
Bewertungen
4.173
Könnte ich denn wenn ich auf den Hörerstatus wechsel die Prüfungen auch schreiben?
Klar. Allerdings würde ich vorher das Prüfungsamt bzw. ASTA deiner Einrichtung konsultieren. Falls es die FernUNI Hagen ist, kann ich bereits jetzt mit JA anwtorten.

Oder ist das nur, dass ich weiter eingeschrieben bleibe, ohne die Prüfungen schreiben zu dürfen, damit ich für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe?
Nein! Allerdings könnte man das so nutzen!
 

Max555

Elo-User*in
Mitglied seit
12 Juli 2015
Beiträge
218
Bewertungen
17
Ausnahmsweise: ALG II („Hartz IV“) für Studenten und Schüler
d) Vorliegen einer besonderen Härte
Liegt ein besonderer Härtefall vor, ist es unter engen Voraussetzungen möglich, ALG II zu beziehen, obwohl der Leistungsbezug eigentlich ausgeschlossen ist. In diesen Fällen gibt es die Leistung allerdings meist nur als Darlehen (§ 27 Abs. 3 Satz 1 SGB II).

Eine Ausnahme ergibt sich seit dem 1. August 2016 aus dem neu eingefügten § 27 Abs. 3 Satz 2 SGB II. Danach besteht unter folgenden Voraussetzungen (alle müssen erfüllt sein!) ein Anspruch auf Zuschussleistungen:
  1. Der Bedarf des oder der Auszubildenden bemisst sich nach § 12 oder 13 Abs. 1 Nr. 1 BAföG. Das trifft auf alle SchülerInnen zu, die dem Grunde nach BAföG erhalten können. Studierende an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen sind dagegen nicht umfasst.
  2. Dem oder der Auszubildenden steht kein BAföG zu, weil er/sie bei Beginn der Ausbildung bereits über 30 ist.
  3. Die Ausbildung ist im Einzelfall für die Eingliederung der oder des Auszubildenden in das Erwerbsleben zwingend erforderlich.
  4. Ohne die Erbringung der Leistungen zum Lebensunterhalt droht der Abbruch der Ausbildung.
  5. Die Ausbildung wurde vor dem 31. Dezember 2020 aufgenommen (§ 27 Abs. 3 Satz 3 SGB II).

Auf das "Vorliegen einer besonderen Härte kann sich der TE also nicht berufen.

Bleibt ihm noch ALGII als Darlehen:
In allen anderen Härtefällen gibt es die Leistung nur als Darlehen. Ob ein Härtefall gegeben ist, wird im Einzelfall entschieden. Die Anforderungen sind relativ hoch. Unterschreitet ihr beispielsweise das Lebensniveau eines ALG-II-Empfängers, so ist dies noch keine Härte, da euch zugemutet wird, durch gelegentliche Nebentätigkeiten einen Verdienst zu erzielen, der ausreicht, den nötigsten Lebensunterhalt zu sichern (Fachliche Hinweise zu § 27 SGB II, Rz. 27.10). Lediglich dann, wenn ihr alleinerziehend seid, wird euch eine Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung nicht zugemutet (Vgl. Fachliche Hinweise zu § 27 SBG II, Rz. 27.13).

§7 (6) SGBII scheint eine Ausnahme vom grundsätzlichen Ausschlusses von ALG- Bezug während des Studiums zu sein.
Voraussetzung dafür:
Das SGB II räumt in § 7 Abs. 6 Ausnahmen zum Leistungsausschluss bei Möglichkeit der Ausbildungsförderung ein. Geltend für:
  • Schüler an Berufsfachschulen und Fachschulen nach § 12 Abs. 1 Nr. 1 BAföG, deren Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt. Hier wird der monatliche Bedarf von 216 € nach Abzug des ausbildungsbedingten Bedarfs als Einkommen auf Hartz IV angerechnet.
  • Bei Schülern und Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, weil
    • die Ausbildungsstätte von der elterlichen Wohnung nicht in angemessener Zeit (tägl. Wegstrecke für Hin- und Rückfahrt zwei Stunden) erreicht werden kann
    • sie verheiratet sind oder waren (Lebenspartnerschaft gleichgestellt)
    • sie mit mindestens einem Kind in einem eigenen Haushalt leben
Hartz IV

Unmittelbar bevorstehender Studienabschluss
Ein besonderer Härtefall kann angenommen werden, wenn mittellose Studierende sich in der akuten Phase des Abschlussexamens befinden oder der Abschluss des Studiums „unmittelbar“ bevorsteht. Nach der Interpretation der Verwaltungsgerichte gilt das allgemeine Prinzip: Je fortgeschrittener die Ausbildung bereits ist, desto größer die Härte, die ein Abbruch der Ausbildung bedeuten würde. Vorrangig sind alle Härtefallregelungen nach dem BAföG auszuschöpfen.
Fragt sich, wie kurz Du vor dem Abschluss stehst. Aber auch hier gilt: ALGII nur darlehensweise.

Aber eigentlich ist das ja uninteressant, da Du ja erst mal in den ALGI- Bezug kommst.
 

Baldiz

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
28 Dezember 2018
Beiträge
4
Bewertungen
0
ALG2 kommt nicht in Frage. Da Pausiere ich lieber mit dem Studium und beziehe ALG1, wenn ich schon Recht darauf habe und die ganzen 28 Monate eingezahlt habe.
 

HartzVerdient

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 August 2012
Beiträge
4.354
Bewertungen
4.173
Also ich befand mich damals zu meiner Kündigung bereits im Teilzeitstudium und stand dem Arbeitsmarkt voll zur Verfügung. ALG1 habe ich voll bekommen. ALG2 auch. Allerdings war ich bereits seit Beginn im Teilzeitstudium, da sich mein Tagesablauf darauf ausgerichtet hatte.

Wenn man jetzt in der Arbeitslosigkeit den Hörerstatus wegen dem ALG1/ALG2 Bezug ändert, so kann das u.U. Probleme verursachen.

Daher bitte vorher mit dem Prüfungsamt bzw. dem ASTA sprechen bzw. einen Fachanwalt konsultieren.
 

BerndB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2016
Beiträge
1.139
Bewertungen
679
Die Arbeitslosigkeit von Schülern und Studenten ist in § 139 (2) SGB III geregelt. Die Links im Dokument lassen sich nur in Adobe öffnen bzw. im IE.
Die jetzigen Fachlichen Weisungen in der Verlinkung umfassen 8 Seiten. Die Vor-vorgänger (Geschäftsanweisungen zu § 139 vom 08/2015) sind detaillierter und umfassen 20 Seiten. Das Gesetz hat sich m. W. nicht geändert. Ggf. im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes über frag-den-staat anfordern. Alternativ zur AfA gehen und sich im Rahmen einer Leistungsberatung alles erklären und zeigen (!) lassen wo es steht.
Mindestdauer und Lage der möglichen Arbeitszeit ist in § 138 Abs. 5 Nr. 1 SGB III geregelt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten