ALG1 Minijob Fahrkarte Freibetrag erhöhen (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Jouner

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Hallo,

Wisst Ihr ob man beim Minijob ALG1 den Freibetrag von 165 Euro monatlich,mit der RMV Fahrkarte 83 Euro monatlich erhöhen kann? Wenn ja, Unter welchen § es zu finden ist

Die Monatskarte beträgt 83,00 Euro


Vielen Dank für eventuelle Hilfe
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Hartzeola

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§155 sgb iii

(1) (1) 1übt die oder der arbeitslose während einer zeit, für die ihr oder ihm arbeitslosengeld zusteht, eine erwerbstätigkeit im sinne des § 138 absatz 3 aus, ist das daraus erzielte einkommen nach abzug der steuern, der sozialversicherungsbeiträge und der werbungskosten sowie eines freibetrags in höhe von 165 euro in dem kalendermonat der ausübung anzurechnen.
 

Jouner

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Hallo Hartzeola,
Und wo lese ich genau nach das die Fahrkarte in den 165 Freibetrag enthalten sind? und nicht bei den 165 zugefügt werden können?


Vielen Dank für eure Hilfe
Jouner
 

biddy

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Ich meine, erforderliche Fahrtkosten müssen zusätzlich angesetzt werden, so wie hier im Beispiel (Flyer der BA):

[...]

Welches Einkommen wird überhaupt
berücksichtigt?

Unter Nebeneinkommen ist das Nettoeinkommen zu ver-*
stehen, das Sie als abhängig Beschäftigte/r, Selbstän-*
dige/r oder mithelfende/r Familienangehörige/r verdie*-
nen. Vom Bruttoverdienst (hierzu gehört auch einmalig
gezahltes Arbeitsentgelt wie z. B. Weihnachtsgeld) werden
Lohn* bzw. Einkommensteuer, Kirchensteuer, Solidaritäts*-
zuschlag, Beiträge zur Renten*, Kranken* und Pflege ver*-
sicherung sowie Werbungskosten abgezogen. Die Berück-*
sichtigung von Werbungskosten richtet sich in der Regel
nach dem Steuerrecht. Fahrkosten zur Arbeitsstätte wer*
den berücksichtigt
.

mtl. Brutto*Nebeneinkommen 860 €
Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag (StKl. VI) ca. –103 €
Beiträge zur Renten*, Kranken* und Pflegeversicherung* ca. –163 €
Fahrkosten für 10 Fahrten mit je 10 Entfernungskilometern à 0,30 Euro -30 €
monatl. Netto-Nebeneinkommen ca. 564 €
Quelle


Ebenso bestätigt dies auch ein Rechenbeispiel in den FH zu §§ 11, 11a, 11b SGB II. Auch wenn es hier in den fachl. Hinweisen um Alg II geht, ist doch bei dieser Berechnung eines Aufstockers ersichtlich, dass zusätzlich zu den freien 165 € nach dem SGB III auch noch die Fahrtkosten berücksichtigt werden vor Anrechnung auf's Arbeitslosengeld I bei Ausübung einer geringfügigen Beschäftigung:
Randziffer 11.67:
...
Er bezieht lfd. Arbeitslosengeld in Höhe von täglich 17,20 EUR
und Nebeneinkommen aus abhängiger Erwerbstätigkeit monat-
lich i. H. v. 250 EUR netto (pro Monat 10 Arbeitstage, einfache
Fahrtstrecke 15 km
)

1. Arbeitslosengeld-I-Anspruch:

Monatliches Arbeitslosengeld: 516 EUR (17,20 x 30 Tage)

§ 155 SGB III: 250 EUR (Erwerbseinkommen)
- 45 EUR (Fahrkosten 0,30 €/km)
- 165 EUR (Freibetrag nach § 155 SGB III)
= 40 EUR Anrechnungsbetrag Arbeitslosengeld
Arbeitslosengeld-Anspruch somit: 476 EUR [516-40]
Quelle

Bei Alg-I-Bezug gibt es m. E. keine Einschränkung hinsichtlich Minijob und Fahrtkosten, so wie es bei Alg-II-Bezug der Fall ist (bzw. bis 400 € "brutto") und somit die Fahrtkosten bis zu dieser Verdiensthöhe bei Alg II pauschal mit dem Grundfreibetrag abgegolten sind.
 
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