ALG1 -- Krankentagegeld -- jetzt laut Versicherer BU -- was tun?

Gurgelgurke

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Hallo Ihr Lieben,

ich habe bereits viele hilfreiche Beiträge hier gelesen und ebenso hilfreiche antworten bekommen... jetzt habe folgendes Problem, das ich gerne von Eurer Seite abgeklärt haben möchte:

Ich war angestellt, seit Okt 2014 arbeitslos (ALG 1), seit 19.03. AU (Burn-out) erhalte seit dem mit 6 wöchiger Karenzzeit Krankentagegeld (d.h. aus meiner Sicht seit dem 30.04.) und war diverse Male beim Gutachter der Versicherung, der die Diagnose bestätigte. Beim letzten Termin dort stellte der Gutachter fest, dass ich eine "stationäre Therapie" benötige und er bzgl. der nächsten 6 Monate "nicht absehen" könne, wann ich wieder arbeitsfähig sein werde. Ich habe dem Gutachter zwar gesagt, dass ich ab (April oder) Mai wieder arbeitsfähig sein möchte (unter "uns": da ich gerne das Jahr Krankentagegeldbezug erreichen möchte, um einen neuen Anspruch auf ALG 1 zu erhalten), aber er meinte, dass ich das ja "wollen" könne, aber wenns nicht geht, gehts nicht (so in der Art).

Tatsächlich gehts mir aber wieder gut, ich habe derzeit einige Bewerbungen am Laufen, sollte das nicht klappen, wollte ich zumindest (Notfallplan) einen neuen Anspruch auf ALG 1 erreicht haben.

Jetzt habe ich ein Schreiben der Versicherung erhalten, indem sie mir mitteilen, dass ich lauf Gutachter mehr als 50% erwerbsunfähig und insofern berufsunfähig sei und dass sie mir bis 10.05. das KT weiterzahlen, dann würde der Vertrag "laut Allg. Versicherungsbedingungen" enden (Anwardschaft... blabla).

Das wäre für mich ja die optimale Lösung (musste vorher wöchentlich zum Arzt und hatte die "Bedrohung" stationär), ich möchte jetzt nur keinen Fehler machen, soll heissen, sollte kein Job klappen und sollte ich tatsächlich Anfang Mai wieder zur Afa traben müssen, kann mir da irgendetwas passieren? Wie läuft das bei der Afa, wenn man "aus der Krankeit" wieder ALG 1 (weil gesund) möchte? Das Jahr habe ich ja dann wohl "voll" und hätte zu meinem übriggebliebenen Anspruch dann noch ein halbes Jahr zusätzlich, richtig? Was passiert, wenn ich tatsächlich zum 1.4. oder 1.5. einen neuen Job beginne? Bekommt irgendwer (mein neuer Arbeitgeber???) das Thema erwerbsunfähig mit (wäre ja der Horror, da würde mich bestimmt keiner einstellen :icon_rolleyes: ).

Danke schon jetzt für Tipps und Hinweise!!!

Gurgelgurke
 
P

Pichilemu

Gast
Ich bin mir gar nicht sicher, ob das Krankentagegeld einer PKV überhaupt versicherungspflichtiges Einkommen darstellt, für das in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt wird. Wenn das nämlich nicht so ist, wird durch den Bezug kein neuer Anspruch entstanden sein.

edit: ach tatsächlich, § 26 Abs. 2 Punkt 2 SGB III. Wusste ich bisher auch noch nicht.
 

Gurgelgurke

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Das ist so, habe sogar eine Bestätigung der AfA darüber (habe im Vorfeld nachgefragt).
 

Doppeloma

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Hallo Gurgelgurke,

gebe zu von den Regelungen der PKV nicht wirklich viel zu wissen aber wenn du von der AfA schon die Bestätigung (schriftlich ?) hast, dass sich ein neuer Anspruch ergeben wird (zusätzlich zu deinem Restanspruch) dann wird das wohl so sein.

Jetzt habe ich ein Schreiben der Versicherung erhalten, indem sie mir mitteilen, dass ich lauf Gutachter mehr als 50% erwerbsunfähig und insofern berufsunfähig sei und dass sie mir bis 10.05. das KT weiterzahlen, dann würde der Vertrag "laut Allg. Versicherungsbedingungen" enden (Anwardschaft... blabla).
Dazu habe also eher ich eine Frage an dich, ob das Krankentage-Geld dem Krankengeld der GKV gleichwertig anzusehen ist und ob diese Gutachter etwa dem entsprechen würden was der MDK bei gesetzlich Versicherten an Prüfungen vornimmt, ob das Krankengeld (bei dir das Krankentagegeld) weiter zu zahlen ist oder der Patient für gesund erklärt wird (ehe z.B. die Anwartschaft abgelaufen ist) ???

Zunächst mal lerne ich gerne was dazu, aber mir geht dabei gerade der Gedanke auch durch den Kopf welche konkrete Bedeutung und Wertigkeit die Feststellungen dieser (Versicherungs-) Gutachter gegenüber "dem Rest der Welt" überhaupt haben könnten. :icon_kinn:

Letztlich hätte ja zu regulärer "Erwerbsunfähigkeit" oder Berufsunfähigkeit (vermutlich) auch bei dir verbindlich nur die Rentenkasse zu entscheiden oder läuft das in deinem Falle auch anders ab ?
Zumindest bei der DRV gibt es keine "Erwerbsunfähigkeit" mehr und die rechnen da auch nicht mit Prozenten, zudem bedeutet das nicht gleichzeitig auch Berufsunfähigkeit ... die gibt es ja dort (anerkannt) ohnehin nur noch für Jahrgänge vor 1961.

Es ist wirklich nur ein "Gedankenspiel" was ich dir dazu anbiete, denn hier werden nicht sehr viele User sein mit privater Krankenversicherung und ähnlicher Konstellation wie gerade bei dir ... :icon_evil:

Das wäre für mich ja die optimale Lösung (musste vorher wöchentlich zum Arzt und hatte die "Bedrohung" stationär),
Auch diese Bemerkung bestätigt eigentlich meine Vermutung, denn auch der MDK gibt gerne "Ratschläge" was man machen sollte um schneller gesund zu werden, stellt auch gerne mal "verminderte Erwerbsfähigkeit" fest (damit man auf DRV-Kosten zur Reha geschickt werden kann) und schließt die aktuelle /letzte Tätigkeit aus als gesundheitlich nicht mehr möglich.

Letztlich ist es aber auch hier so, dass diese Begutachtungen (des MDK) nur für die KK eine Bedeutung erlangen, eben um Rehas durchzusetzen oder eben auch mal Krankengeld einstellen zu lassen, wenn man meint der Patient sei gesund ...

ich möchte jetzt nur keinen Fehler machen, soll heissen, sollte kein Job klappen und sollte ich tatsächlich Anfang Mai wieder zur Afa traben müssen, kann mir da irgendetwas passieren? Wie läuft das bei der Afa, wenn man "aus der Krankeit" wieder ALG 1 (weil gesund) möchte?
Was man bei Genesung am Ende wirklich wieder arbeiten wird interessiert aber später keine andere Stelle mehr, denen muss man die Ergebnisse solcher Begutachtungen ja nicht zugänglich machen (würde hier schon eine eventuelle ÄD-Untersuchung bi der AfA betreffen), man muss diese Gutachten nicht vorlegen und braucht auch keine Schweigepflichtentbindung für diese Stelle unterschreiben. :icon_evil:

Ob die AfA das dann ähnlich wie nach einer Aussteuerung bei der GKV handhaben wird kann ich nicht beurteilen, du solltest dann natürlich auch nicht auf zu viele Einschränkungen hinweisen, denn die lange AU wird (vermutlich) nicht ganz ohne Fragen nach den Ursachen "untergehen" ... mit Arbeitsvermittlern brauchst du aber auch nicht über deine Gesundheit sprechen und was du dem ÄD mitteilen möchtest (falls man dich dort hinschicken würde) ist auch deine alleinige Entscheidung.

Das Jahr habe ich ja dann wohl "voll" und hätte zu meinem übriggebliebenen Anspruch dann noch ein halbes Jahr zusätzlich, richtig? Was passiert, wenn ich tatsächlich zum 1.4. oder 1.5. einen neuen Job beginne? Bekommt irgendwer (mein neuer Arbeitgeber???) das Thema erwerbsunfähig mit (wäre ja der Horror, da würde).
mich bestimmt keiner einstellen :icon_rolleyes:
Mit potenziellen AG bespricht man noch viel weniger über gesundheitliche Probleme, erst recht nicht wenn sie für die weitere / neue Mitarbeit keine Bedeutung haben werden, die Versicherung und der Gutachter darf dazu schon aus Datenschutzgründen gar keine Auskünfte geben, das bleibt bei denen unter Verschluss und geht nur irgendwo anders hin, wenn du das per Schweigepflicht-Entbindung erlauben würdest.

Wenn ich das soweit richtig "orte" hat das für deine zukünftige Berufstätigkeit überhaupt keine Bedeutung, die haben letztlich auch nur "Vermutungen" angestellt, wie es der MDK der GKV auch sehr gerne tut und haben jetzt beschlossen bis zum Ablauf deines Anspruches zu zahlen.

Im Ernstfall interessiert es nicht mal die Rentenkasse (DRV) was die (diversen Versicherungs- und sonstige "Amtsärzte") so alles schon festgestellt haben wollen, bei denen sind wir immer Vollzeit Erwerbsfähig am allgemeinen Arbeitsmarkt ... also darfst du auch arbeiten was du willst ... :icon_daumen:

MfG Doppeloma
 

Gurgelgurke

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Hallo Doppeloma,

danke Dir für Deine lange Antwort!

Der Witz ist ja auch noch, dass das ganze Thema sowieso eine Fehldiagnose war (hatte ich glaube ich in einem anderen Thread mal geschrieben), da man bei mir ja viel später eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt hat. Also sollte bei der Afa tatsächlich jemand fragen, und sollte ich "so nett" sein, zu antworten, kann ich sagen, dass ich eine sehr spät festgestellte Schiddrüsenunterfunktion hatte, die nun durch Einnahme von Hormonen eingestellt ist (oder?!).

Im grossen und ganzen ist wohl der Gutachter der priv. KV durchaus vergleichbar mit dem medizinischen Dienst der gesetzlichen. Ich habe jetzt auch schon viel herumgelesen und festgestellt, dass das was meine KV jetzt mit mir vorhat ("Beendigung der KT-Versicherung wegen Berufsunfähigkeit") wohl erst dann funktioniert, wenn die Prognose derart schlecht ist, dass für die nächsten drei Jahre nicht anzusehen ist, ob ich wieder arbeiten kann. Also völlig an Haaren herbei gezogen.

Fakt ist, dass ich sicherlich spätestens ab Mai wieder arbeiten (bzw. mich arbeitslos melden :icon_frown: ) will, kann und werde. Insofern scheint das Ansinnen meiner KV in diesem Fall wohl für mich so okay zu sein., auch wenn es rechtlich wohl völlig verfehlt ist.

Gut zu wissen, dass ich bei der Afa nichts bzgl. meines Gesundheitszustandes sagen muss -- kann der medizinische Dienst der Afa das Gutachten des Vertrauensarztes meiner privaten KV verlangen? Mein Hausarzt würde mir sicherlich entsprechend eine "Berufsfähigkeits" Diagnose ausstellen.
 

Doppeloma

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Hallo Gurgelgurke,

Also sollte bei der Afa tatsächlich jemand fragen, und sollte ich "so nett" sein, zu antworten, kann ich sagen, dass ich eine sehr spät festgestellte Schiddrüsenunterfunktion hatte, die nun durch Einnahme von Hormonen eingestellt
ist (oder?!).
Ob du mit einem Arbeitsberater /Vermittler oder sonstigem SB über deine Schilddrüse und die Behandlung sprechen möchtest bleibt dir letztlich selbst überlassen, die sollen dich in Arbeit vermitteln und dafür ist nur wichtig, ob du deine lange Krankheit gut überstanden hast und ob es gesundheitliche Einschränkungen für bestimmte Arbeitsbereiche geben könnte (welche auch immer, die müssen auch nichts mit deiner Schilddrüse zu tun haben) ...

Bereits bei solchen Hinweisen dazu wäre der SB dann verpflichtet den ÄD damit zu beauftragen das genauer festzustellen und ihm (ÄD-GutachtenTeil B) dann die Richtlinien für deine Vermittlung darzustellen, darin dürfen auch keine konkreten Diagnosen stehen sondern nur welche Haltungen /Arbeitszeiten/ körperliche oder psychischen Belastungen allgemein zu vermeiden sind.

Im grossen und ganzen ist wohl der Gutachter der priv. KV durchaus vergleichbar mit dem medizinischen Dienst der gesetzlichen. Ich habe jetzt auch schon viel herumgelesen und festgestellt, dass das was meine KV jetzt mit mir vorhat ("Beendigung der KT-Versicherung wegen Berufsunfähigkeit") wohl erst dann
funktioniert, wenn die Prognose derart schlecht ist, dass für die nächsten drei Jahre nicht anzusehen ist, ob ich wieder arbeiten kann. Also völlig an Haaren herbei gezogen.
Letztlich wird es wohl so sein wie (fast) überall, es wird vorwiegend im Interesse der Auftraggeber begutachtet, ich weiß nicht ob es bei PKV auch so was wie "Blockfristen" gibt (diese 3 Jahre deuten darauf hin) und man sich damit vor baldiger neuer Zahlung schützen will, indem man behauptet, dass du vorerst nicht völlig gesund sein wirst... :icon_kinn:

Intern für die PKV wird das sicher irgendeine Bewandnis haben nur die "Außenwirkung" ist minimal und hängt besonders davon ab, ob du der Anforderung solcher Gutachten (z.B. durch den ÄD der AfA) per Schweigepflichtentbindungen zustimmst oder nicht.

Ich hätte mein MDK-Gutachten selbst nie kennen gelernt (Krankengeld bis zur Aussteuerung bei der GKV), wenn ich nicht unsere damalige Hausärztin gebeten hätte das für mich dort anzufordern, auch sie brauchte dafür meine Unterschrift und wenn man dann solche Gutachten selbst in der Hand hat kann man ja auch selbst entscheiden, wem man davon selber eine Kopie geben möchte und wem besser nicht. :wink:

Für mich war darin z.B. sehr überraschend, dass der MDK meinte mein behandelnder Arzt habe eine Reha empfohlen und man hat mich auch als (vermutlich) bereits "Erwerbsgemindert" gesehen sowie eine weitere Tätigkeit im Telefoniebereich, mit Stress und Schichtarbeit auch zukünftig nicht mehr für möglich gehalten, das war faktisch auch eine Erklärung zur Berufsunfähigkeit im CallCenter (wo ich ja noch fest angestellt war).

Diese Unfähigkeit für die letzte Tätigkeit wurde dann sogar in der med. Reha bestätigt, ich wurde aber nur deswegen aus der Reha weiter AU entlassen, weil ich ja sonst genau diese Arbeit sofort wieder hätte aufnehmen müssen ... die KK konnte mich dann aber auch nicht an die AfA "zur Vermittlung" abgeben (wollen), weil ich ja noch ein festes Arbeitsverhältnis hatte und das in diesem Falle erst nach der Aussteuerung möglich ist, so hatten die sich eigentlich "ein Eigentor" geschossen, mit diesem MDK-Gutachten ... :icon_hihi:

Mein behandelnder Arzt wusste übrigens NICHTS von seiner angeblichen Reha-Empfehlung beim MDK, der hatte dann wochenlang zu tun meine Reha-Schäden wieder auf die Reihe zu bekommen, aber das nur nebenbei ...

Bei der DRV hatte dieses MDK-Gutachten jedenfalls später auch keine Wirkung, als es um meinen Antrag auf EM-Rente ging, das Gutachten und das vom AfA-ÄD (was mich für dauerhaft nicht mehr vermittelbar aus gesundheitlichen Gründen gesehen hat) hatte ich dem Antrag beigefügt, für die DRV war ich trotzdem noch Vollzeit vermittelbar am "allgemeinen Arbeitsmarkt", nur in einem Callcenter oder ähnlichen Bereichen sollte ich auch nicht mehr arbeiten dürfen /müssen ... für den Rest sei die AfA zuständig ... :icon_dampf:

Letztlich habe ich in diesem ganzen Theater mehr als einmal überlegt, ob ich mich nicht einfach wieder an meinen Arbeitsplatz setze und wieder versuche mein Geld zu verdienen, ehe ich mich weiter mit denen herum schlagen muss, da hätte höchstens unser Betriebsarzt ein Veto einlegen können, denn diese ganzen "tollen Gutachten" hätte ich meinem AG (und dem Betriebsarzt) natürlich auch nicht vorgelegt. :icon_evil:

Nur hatte ich das ja bereits hinter mir und mich da fast 7 Monate durchgequält, bis ich selbst zu der Erkenntnis gelangen musste, dass es eben nicht mehr möglich ist "einfach so weiter zu machen" wie bisher ... wirklich verbieten hätte mir das keiner können, nur wegen der diversen "Gutachten" ... die DRV (als letzte und entscheidende Instanz) hat mich ja NICHT für Erwerbsgemindert gehalten, dann wäre die EM-Rente ja nicht abgelehnt worden.

Fakt ist, dass ich sicherlich spätestens ab Mai wieder arbeiten (bzw. mich arbeitslos melden :icon_frown: ) will, kann und werde. Insofern scheint das Ansinnen meiner KV in diesem Fall wohl für mich so okay zu sein., auch wenn es rechtlich wohl völlig verfehlt ist.
Wie schon beschrieben kann ich zum Prozedere bei der PKV nicht viel sagen, letztlich sollte das alles in deinen Vertragsunterlagen konkret drin stehen, wie lange Anspruch auf Krankentagegeld unter welchen Bedingungen besteht ... und welche Bedingungen für einen erneuten Anspruch erfüllt sein müssten, ich denke mal zeitlich "unbegrenzt" wird keine K-Versicherung zahlen (wollen) ...

Gut zu wissen, dass ich bei der Afa nichts bzgl. meines Gesundheitszustandes sagen muss -- kann der medizinische Dienst der Afa das Gutachten des Vertrauensarztes meiner privaten KV verlangen?
Jedenfalls nichts Konkretes, so wie ich es oben schon beschrieben habe und für eine Begutachtung durch den ÄD der AfA stellst du am besten selbst (Kopien) zusammen die dir dafür geeignet erscheinen, dann sind Schweigepflicht-Entbindungen komplett überflüssig und du weißt genau was der ÄD verwerten kann und was nicht.

Verlangen können und werden die vielleicht so Einiges aber die Erlaubnisse (Schweigepflichtentbindungen) sind immer freiwillig und wenn man bereits Unterlagen hat und in Kopie abgeben kann (direkt beim ÄD der AfA, NICHT bei einem SB), dann hätten die schon Erklärungsprobleme wenn sie was anderes "verlangen" möchten ... dann verlangst DU die Rechtsgrundlagen dafür und bitte schriftlich, damit du das von deinem Anwalt prüfen lassen kannst ... :biggrin:

Mein Hausarzt würde mir sicherlich entsprechend eine "Berufsfähigkeits" Diagnose ausstellen.
Da wäre ich mir nicht so sicher, denn dein Hausarzt ist gar nicht berechtigt zu deiner "Berufsfähigkeit" irgendwelche konkreten Feststellungen zu machen und das als "sicher" zu bescheinigen (das liegt in der Zuständigkeit der Rentenkasse) ... der ist bestimmt kein Arbeitsmediziner und es genügt völlig wenn er dir bescheinigen würde, welche (körperlichen /psychischen) Einschränkungen ganz allgemein bei beruflicher Tätigkeit zu beachten wären, soweit er das auch aus seinen Behandlungsunterlagen bescheinigen kann, das bekommt dann aber auch NUR der Arzt vom ÄD und NICHT der Arbeitsvermittler ...

MfG Doppeloma
 

Gurgelgurke

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Hallo Doppeloma,

ja, das ist ja alles ein Wahnsinn, allein die Tatsache, dass "Berufsunfähigkeit" für die KT eine andere Definition als zB für die Rentenversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung hat, der Witz ist ja auch, dass der Gutachter der Versicherung das letzte Mal (vor 2 Monaten) noch davon ausging, dass ich im Frühjahr wieder arbeitsfägig sein werde, und jetzt plötzlich nicht mehr. Tssss, sicherlich hat die KV da irgendwie die Finger im Spiel. Ich habe auch dieses Gutachten angefordert, bin schon gespannt, was da drinnen steht. :icon_mrgreen:

Wie auch immer, letztlich würde das ja alles bzgl. meines "Plans" passen, dennoch habe ich die ganze Angelegenheit jetzt bei einem für Versicherungsrecht spezialisierten Anwalt vorgelegt (nicht dass mir diese vermeintlich BU irgendwo doch noch ein Problem macht) und lasse dies von ihm prüfen.

Vielen Dank nochmals für die Zeit und die Gedanken, spätestens wenn ich das Thema ALG 1 wieder habe, werde ich hier wieder aufschlagen!

Wie ist denn die Situation bei Dir jetzt?
 

Doppeloma

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Hallo Gurgelgurke,

Vielen Dank nochmals für die Zeit und die Gedanken, spätestens wenn ich das Thema ALG 1 wieder habe, werde ich hier wieder aufschlagen!
Freut mich wenn dich meine Gedankengänge ein wenig weiterbringen konnten, ob es Sinn mach dazu einen Anwalt zu befragen kann ich nicht beurteilen, letztlich würde ja die (anerkannte) Feststellung von Berufsunfähigkeit auch nur für eine entsprechende Versicherung / Rente (wegen BU) Bedeutung erlangen können.

Im sonstigen Leben kann dir Keiner verbieten deine Gesundheit auch weiter im Beruf (oder in der letzten Tätigkeit) zu ruinieren, wenn du meinst das geht noch und findest einen AG der das auch so sieht ... das bedeutet ja nicht "automatisch" auch so was wie Berufsverbot ... :icon_evil:

Das besagt eigentlich nur, dass man es aus ärztlicher / medizinischer Sicht nicht mehr für angebracht hält diese Tätigkeit auszuüben, weil weitere Gesundheitsschäden dann kaum noch auszuschließen sind ... ein Bäcker mit "Mehlstaub-Allergie" wird wohl schon selbst darauf verzichten trotzdem weiter in der Backstube zu stehen, für eine Brotfabrik Ware verpacken / ausliefern könnte er vielleicht trotzdem noch machen, wenn er da mit Mehlstaub nicht direkt in Berührung kommt.

Ich denke mal auch dabei kommt es auf den konkreten Beruf und die belastenden Tätigkeiten an, ob die vermeidbar (oder eben eine gewisse Zeit doch wieder aushaltbar) sind oder nicht, mir kann auch keiner verbieten für ein paar Stunden wieder irgendwo am Telefon zu arbeiten, wenn ich zur EM-Rente was dazu verdienen will ... ob ich das möchte und für wie viele Stunden könnte ich aber jetzt selbst bestimmen.

Wenn es nicht mehr geht gebe ich so einen Job eben einfach wieder auf oder suche mir was ohne Telefonarbeit, am Liebsten würde ich was zu Hause machen am PC, aber leider gibt es da wenig Seriöses wo man etwas Geld mit verdienen könnte bei freier Zeiteinteilung ... :biggrin:

Wie ist denn die Situation bei Dir jetzt?
Meine Situation ist jetzt also endgültig geklärt, nach fast 3 Jahren Kampf mit der DRV (über Widerspruch und anschließend Klage am Sozialgericht), nach der Aussteuerung aus dem Krankengeld (nach 78 Wochen AU) bekam ich (noch relativ problemlos) ALGI gemäß Nahtlosigkeitsregelung, heute § 145 SGB III, damals 2009 war das noch § 125 aber im Prinzip das Gleiche Prozedere.

Man war noch relativ Informationsfreudig bei der AfA dazu und ich wurde auch erst nach fast 3 Monaten zum ÄD der AfA eingeladen, bis dahin bekam ich aber schon regelmäßig mein Geld und man wollte sonst nichts weiter von mir, davon können die Ausgesteuerten inzwischen meist nur noch "träumen", man verweist sie oft (unberechtigt) darauf, dass es keinen ALGI-Leistungsbescheid geben wird ehe das ÄD-Gutachten nicht vorliegt.

Das geht teilweise bis zur Aufforderung "doch lieber gleich Harzt 4 zu beantragen", weil man ja wegen der weiteren Leistungseinschränkungen gar nicht vermittelbar sei ... "gut" wenn das bereits die SB bei der ersten Vorsprache zu beurteilen wissen ... :icon_neutral:

Das hat man sich wohl damals so offen noch nicht getraut, ich wurde auch noch zur ärztlichen Untersuchung geschickt, Gesundheitsfragebogen und Schweigepflicht-Entbindungen (für HINZ und KUNZ wo ich teilweise noch nie war) bekam ich allerdings auch direkt und den dringenden Hinweis, das auch alles ordentlich auszufüllen und abzuliefern ... man vergaß "nur" mich darauf hinzuweisen, dass diese Unterlagen ALLE freiwillig sind aber ich kann ja zum Glück lesen (auch das Kleingedruckte) ...

Die Ärztin war dann aber sehr nett, erfahren und gründlich und damit wurde mir bei der AfA dann bestätigt, dass ich am "allgemeinen Arbeitsmarkt" nicht mehr vermittelbar sei aus gesundheitlichen Gründen und nun eine Antragstellung auf EM-Rente innerhalb 4 Wochen bei der AfA nachweisen solle ... dann bekomme ich weiter ALGI bis dazu entschieden wurde oder mein Anspruch abgelaufen ist.

Altersbedingt (Ü 55) hatte ich schon 18 Monate Anspruch und die wurden letztlich auch jeden Monat pünktlich überwiesen ... obwohl mein Antrag auf EM-Rente nach 2 DRV-Gutachten und zusätzlichem Hinweis auf den Reha-Bericht abgelehnt wurde.

DIREKT der AfA-ÄD hat mich dann um den Zugang zu den DRV-Gutachten gebeten (man wollte angeblich Divergenzen in den medizinischen Ansichten mit der DRV klären :icon_hihi:) und ich habe das dann (auf Anraten meines Anwaltes) erlaubt, inzwischen wird der Betroffene dann schnell für "gesund" erklärt, weil die DRV ja auch dieser Meinung sei aber meine AfA-Gutachterin war damit wohl nicht einverstanden ihre Feststellung zu revidieren und so blieb für mich alles wie es vorher war.

Mein Anwalt reichte den Widerspruch ein, ich informierte die AfA darüber und hatte wieder meine Ruhe, mein Arbeitsverhältnis hat auch "ruhend" weiter bestanden und gegen Ende der 18 Monate kam dann die Ablehnung des Widerspruches.
Das hat die AfA nicht mehr sonderlich interessiert, mein ALG I war sowieso schon fast abgelaufen ... und ein Ergebnis zur EM-Rente in weite Ferne gerückt ...

Parallel dazu haben wir auch um die EM-Rente für meinen Männe kämpfen müssen, der war schon seit 2006 dauerhaft AU geschrieben ( hatte auch noch seinen Arbeitsplatz bis zur EM-Rentung nach fast 5 Jahren) und so konnte neben Arzt-Terminen und Behandlungen und ewigem Schreibkram für die verschiedensten Behörden von echter RUHE eigentlich keine Rede sein ...

Da wir dann beide keinerlei Einkommen (und auch kein "Vermögen") mehr hatten, mussten wir zu 12/ 2010 Hartz 4 beantragen ... die EM-Rente für Männe war dann Anfang 2011 durch (nun sogar direkt "auf Dauer"), allerdings reichte die noch nicht, dass wir wieder vom JC weg gekommen sind ...

In meinem SG-Verfahren wurden dann 2 weitere Begutachtungen vom Richter angeordnet ca. Ende 2011 und im Sommer 2012 musste die DRV dann einlenken und einen Vorschlag zur Berentung machen.
Diesen Vergleich habe ich dann angenommen = reguläre Teilweise EM-Rente "auf Dauer" und ergänzend die Arbeitsmarktrente auf Befristung für 3 Jahre, alles rückwirkend schon für fast 2 Jahre und damit kaum noch echte Rentenzeit für die Zukunft ...

So hatte ich dann Anfang 2013 schon den erforderlichen Verlängerungsantrag im Briefkasten und durfte erneut um das Ergebnis bangen, aber ich wurde mal positiv überrascht von der DRV (oder von dem SB der da zufällig meinen Antrag bearbeitet hat :biggrin:), denn in weniger als 2 Wochen hatte ich den bescheid und es war keine Arbeitsmarktrente mehr sondern volle EM "auf Dauer", also bis zu Eintritt in die Regel-Altersrente. :icon_daumen:

Nun kennst du also meinen aktuellen Stand, darum kenne ich mich auch von KK über AfA / JC ziemlich gut aus und mir entgeht auch hier im Forum nicht, wie sich der Umgang der Behörden mit den Antragstellern immer negativer gestaltet, wir haben zwar selbst teilweise auch schon sehr unterschiedliche Erfahrungen bei genau der Selben Behörde machen müssen aber ich bin froh, dass wir das jetzt ALLES hinter uns haben.

Die EM-Renten könnten natürlich (nach 35 / 40 Jahren Arbeit) etwas höher sein aber wir kommen zurecht und uns darf in unser Leben KEINER mehr reinreden ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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