ALG1, jetzt schwanger, was tun?

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Yvie

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Hallo, da ich leider noch nicht auf alle meine Fragen Antworten gefunden habe, hier kurz zu meiner Situation :
ich bin 32 Jahre und beziehe seit dem 01.10.2008 ALG1 ( hatte eine dreimonatige Sperrzeit, die ich aber wegen EigenKündignug auch akzeptiert habe), bekomme nun seit dem 24.12.08 Geld und befinde mich seit dem 01.12.08 bis zum 09.03.09 in einer Vollzeitfortbildung an einer Dekra Akademie, welche die ARGE bezahlt, nun bin ich schwanger, in der 10 ten Woche und weiß nicht genau, wie ich mich verhalten soll. Ich hatte die Tage ein Vorstellungsgespräch, habe dort auch gesagt, dass ich schwanger bin und damit war die Sache erledigt. Habe kommenden Mittwoch wieder ein Gespräch und will es dort auch sagen, weil man es ja auch bald sehen wird und ich finde, ein Arbeitsverhältniss mit einer Lüge zu beginnen ist nicht korrekt...

Nun zu meinen Fragen :
- habe am 24.02 einen Termin bei meiner Sachberaterin, soll ich da schon den Mutterpass vorzeigen oder besser noch warten? Ich befürchte nämlich, wieder eine Schulung besuchen zu müssen, hätte allerdings 2 Möglichkeiten 14h die Woche zu arbeiten und würde das auch lieber machen.

- ich bewerbe mich weiterhin, aber kann mich die ARGE dazu nötigen, meine Schwangerschaft vor potenziellen Arbeitgebern geheim zu halten?

- ich lebe mit Partner ( voll berufsrätig) zusammen, was darf und kann ich beantragen? Auf was sollte ich unbedingt achten?

Danke für eure Hilfe
 

avalon

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Was Du nach Auslaufen des ALG1-Anspruchs beantragen kannst, hängt vom Einkommen Deines Partners ab.

Ob die ARGE Dich "nötigen" kann, Deine Schwangerschaft zu verheimlichen, ist eine interssante Frage. Fest steht, dass es sehr dumm ist, die Schwangerschaft im VG zu erwähnen (sofern es nicht um Jobs geht, in denen die gesundheit von Mutter und/oder Kind gefährdet wäre oder aus anderen gründen ein Beschäftigingsverbot für Schwangere besteht). Das kommt schon einer Vereitelung einer Arbeitsaufnahme gleich, aber möglicherweise keiner sanktionierbaren!

Die Frage, wann ein Verhalten vorliegt, das darauf ausgerichtet ist, eine Arbeitsaufnahme zu verhindern, ist immer wieder Thema gerichtlicher Auseinandersetzungen. Grob gesprochen zeichnet sich die Tendenz ab, dass davon
in solchen Fällen auszugehen ist, in denen einem potenziellen AG eine Information aufgedrängt wird, die man ihm nicht geben muss und von der man weiss, dass sie die
Einstellungschancen verringert. Könnte knapp werden!
 

Yvie

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Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort.
Also mein Partner arbeitet in der Schweiz, was sicher Alles noch verkomplizieren wird, er ist also Grenzgänger und verdient ca 6000 Franken im Monat.
Ich möchte halt auf keinen fall etwas falsch machen und eine weitere Sperrzeit bekommen, aber ich habe jetzt am Mittwoch ein Vorstellungsgespräch in einem kleinerern Unternehmen, ca 10 Mitarbeiter, soll ich mich da einstellen lassen, meine Chancen stehen sicher gut, wegen diverser Vorkenntmisse, und dann bei Arbeitsbeginn sagen, dass ich schwanger bin? Das is kein Bürojob, sondern Einzel- mit Großhandel kombiniert, müsste auch Bestellungen rum fahren etc...
Ich bin da sehr skeptisch, wie soll das denn auch rauskommen, dass ich das beim Vorstellungsgespräch gesagt habe? Wie machen das denn Andere in meiner Situation?
 
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- habe am 24.02 einen Termin bei meiner Sachberaterin, soll ich da schon den Mutterpass vorzeigen oder besser noch warten? Ich befürchte nämlich, wieder eine Schulung besuchen zu müssen, hätte allerdings 2 Möglichkeiten 14h die Woche zu arbeiten und würde das auch lieber machen.
Du musst deine Schwangerschaft auf dem Arbeitsamt erst 8 Wochen vor der Geburt (Mutterschutz) bekanntgeben.

- ich bewerbe mich weiterhin, aber kann mich die ARGE dazu nötigen, meine Schwangerschaft vor potenziellen Arbeitgebern geheim zu halten?

Ja, denn damit vereitelst du eine Arbeitsaufnahme und dann hast du die nächste Sanktion. Wenn der andere AG der Arge rückmeldet, dass du schwanger bist, dann könnte es schon eine Sanktion geben. Du bist nämlich nicht verpflichtet, einem neuen AG zu sagen, dass du schwanger bist.
Warum schreibst du immer Arge? ich denke, du bekommst ALG1?
...
 
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Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort.
Also mein Partner arbeitet in der Schweiz, was sicher Alles noch verkomplizieren wird, er ist also Grenzgänger und verdient ca 6000 Franken im Monat.
Andere sagen nichts in deiner Situation und sind froh, wenn sie einen Job haben oder bekommen.
 

avalon

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Nunja, bei dem Einkommen des Partners gibts natürlich keine Probleme mit ALG2 ode ähnlichem, nachdem der aLG1-Anspruch ausgelaufen ist. Da sind die Einkommensgrenzen soweit überschritten, dass sich jeder Atrag erübrigt. Du musst Dich einfach entscheiden: willst Du berufstätig sein oder nicht, angesichts der Einkommenverhältnisse bist Du in der
komfortablen Situation, Dir das aussuchen zu können. (Ich gehe dabei natürlich davon aus, dass der Partner Vater des Kindes ist. Dann wird er in aller Regel freiwillig für Euren unterhalt aufkommen und wäre andernfalls sogar gestzlich dazu verpflichtet. Nur als rein formaler Hinweis! Man kommt sich immer blöd vor, sowas zu schreiben, weil das u.U. sogar als beleidigend empfunden wird! Ist aber für die Rechtslage bei nicht verheirateten entscheidend und soll garnix böses andeuten! )

Was das VG angeht: befürchten musst Du aus praktischer Sicht nichts, wenn Du die Schwangerschaft erwähnst. Falls der AG so dämlich wäre, in einer Mitteilung ans Abrbeitsamt darauf hinzuweisen, schiesst er sich selbst heftig ins Knie! Eine Nichteinstellung mit einer Schwangerschaft zu begründen ist seit Inkrafttreten des AGG richtig teuer, und der AG ist auf der sicheren Seite, wenn er das garnicht erwähnt.

Er ist in dem Moment Schadensersatzpflichtig, wenn die Schwangerschaft auch nur "eine geringfügige Rolle bei der Begründung des Absage" spielt und ist eigentlich nur auf der ganz sicheren Seite, wenn er das Wort "Schwangerschaft" nirgends erwähnt!

Wenn Du den Job aber haben möchtest, bist Du nicht verpflichtet, die Schwangeschaft zu erwähnen!
 
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Wenn er der Vater ist, heißt das automatisch nicht unbedingt, dass beide zusammen wohnen, aber im ersten Beitrag steht, dass sie es tun, deshalb habe ich auch noch mal editiert.
 
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4012.33 Euro verdient dein Freund. Einen Antrag auf ALG2 zu stellen ist in der Tat sinnlos, denn da bekommst du nichts wie avalon schon sagte. Verschweigst du ihn, machst du dich strafbar.

Wichtig!!! Du musst dich nach Ablauf des ALG1 selbst versichern und das auch selbst (oder dein Freund) bezahlen.
 

Yvie

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Hallo, ich möchte hier kein falsches Bild abgeben, war noch nie länger arbeitslos, hab 2 insolvenzen mitgemacht und hatte immer ein paar Wochen später eine neue Anstellung, es geht mir einfach darum, wie das aussieht wenn ich eingstellt werde und paar Wochen später sieht man dann die Schwangerschaft, finde das einfach auch ungerecht meinem neuem Chef gegenüber und gerade in kleineren Firmen würde das sicher nicht gerade positiv ankommen.
 
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Warum hast du dann gekündigt. Du hättest doch wissen könne, dass AG niemanden einstellen, der schwanger ist.
Das mag ungerecht erscheinen für den AG, aber du bist gesetzlich nicht verpflichtet und dein AG kann dich auch nicht kündigen, wenn du es verschweigst.
Du musst selbst wissen, ob du eine Arbeit brauchst oder nicht. Wenn nicht, sage es und du bekommst den Job nicht. Ist doch ganz simpel. ;-)
 

Yvie

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Danke nochmal für die schnellen Antworten, ja mein Partner ist der Vater und will auch für unser Kind aufkommen, das wir über den Grenzen liegen, weiß ich, es ging mir nur um die Zeit des ALG 1, war einfach verunsichert über die Situation und wie ich mich zuz verhalten habe. Danke für mit der Tipp mit der Krankenversicherung, darum muss ich mich auch kümmern.
 

avalon

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Ich verstehe schon Deine Skrupel! Aber Tatsache ist nunmal, dass Du während des ALG-bezugs verpflichtet bist, Dich um einen Job zu bemühen.

Ich finde die rechtliche Konstruktion auch unglücklich, derzufolge der AG auf einem Teil der Kosten sitzenbleibt, die durch den schwangeschaftsbedingten Ausfall entstehen. Wäre meiner Meinung nach eher über Steuern zu finanzieren. Aber die Gesetze sind, wie sie sind.
 
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Ich finde die rechtliche Konstruktion auch unglücklich, derzufolge der AG auf einem Teil der Kosten sitzenbleibt, die durch den schwangeschaftsbedingten Ausfall entstehen. Wäre meiner Meinung nach eher über Steuern zu finanzieren. Aber die Gesetze sind, wie sie sind.
Nicht mehr, da gab es ein neues Gesetz!!!
 
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Danke für mit der Tipp mit der Krankenversicherung, darum muss ich mich auch kümmern.
Ich hätte noch einen Tipp.
Wenn dein Freund in Deutschland Steuern zahlen würde, dann könnte er dich als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Das klingt jetzt komisch, heißt aber so.

Ist er in der Schweiz oder in Deutschland gem. Art 4 Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland-Schweiz (DBA) als „ansässig“ gemeldet oder einfacher gesagt, wo hat er seinen Lebensmittelpunkt? In Deutschland oder in der Schweiz?
 

Yvie

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Er hat seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland, ist auch hier gemeldet und zahlt teilweise Steuern in der Schweiz als auch in Deutschland.

Und ich hab natürlich nicht gekündigt, als ich schwanger war, sondern bin in der Arbeitslosigkeit schwanger geworden :)
 
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Das ist gut. Dann kann er für dich so um die 600 euro pro monat absetzen. Ihr braucht aber einen ablehnungsbescheid. Du müsstest also nach dem alg1 doch noch alg2 beantragen, um diesen zu bekommen.
 

Yvie

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Vielen Dank für den super Tipp, das mach ich dann auf jeden Fall, hätte es sonst wohl nicht beantragt, da wi ja eh drüber gelegen wären.
Danke nochmal auch für deine anderen Ratschläge
 
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