ALG1 erste Zeit - Große Entfernungen und ZAF rechtens?

das finchen

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Moinsen,
Wenn man nun frisch ALG1 beantragt hat und nun beim Vermittler sitzt, spricht der ja mit einem die "Möglichkeiten" durch.
Ich habe nach diesem Termin einen EGV-Entwurf in der Hand in dem die Rahmenbedingungen der Vermittlung stehen.

Nun meine Frage:
Beim letzten Mal wurde mir sofort auferlegt und in die EGV gebracht, dass ich mich im Umkreis von 50km (Luftlinie) bewerben muss und 20% weniger Bruttolohn akzeptieren muss.
Ist diese Zumutung rechtens oder habe ich dort Verhandlungsspielraum?

Hintergrund:
Bei der letzten Arbeitslosigkeit habe ich ausnahmslos VV zu ZAFs bekommen, die mind. 50km entfernt waren.
Abgesehen von der Entfernung und zum Thema ZAF im allgemeinen, müsste ich ja nach Anstellung bei der ZAF auch wiederum Entfernungen zum eigentlichen Kunden zurücklegen.

Ist das rechtens bei einer frischen Arbeitslosigkeit direkt solche Erwartungen durchzusetzen?

Viele Grüße

fi
 

Fritz Fleißig

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Das ist grundsätzlich zulässig, siehe § 140 SGB III.

Du mußt freilich beachten, daß es vom Gesetz her um eine höchstzulässige Pendelzeit zwischen Wohnung und Arbeitsstätte geht und hierzu auch die (nicht als Dienstzeit bezahlten) Fahrzeiten zum eigentlichen Ausübungsort der Tätigkeit gehören. Das kann man nicht einfach in eine Entfernung umrechnen, da die Pendelzeit je nach Verkehrsverhältnissen sehr unterschiedlich sein kann.
 

das finchen

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Danke für die Info!
Die Pendelzeit ist überdurchschnittlich lange in diesem Bereich.
Wie sieht es denn mit ZAF oder sonstigen Pers.-Dienstleistern aus? Kann man da - zumindest für die erste Zeit der Erwerbslosigkeit - den Vermittler ein wenig ausbremsen? Wenn ja, mit welchen Argumenten?
 

Fritz Fleißig

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Das ist nicht möglich. Zeitarbeit gilt offiziell als Arbeit wie jede andere auch. Genauso kannst du auch keine zeitlich befristeten Verträge ablehnen.

Du kannst hier nur mit den Kriterien von Bezahlung und Pendelzeit argumentieren. Ansonsten müßte schon etwas gegen die konkrete Beschäftigung (beispielsweise Sittenwidrigkeit) oder den konkreten Arbeitgeber vorliegen. Das wird aber in aller Regel nicht der Fall sein.

Du könntest höchstens versuchen, eine informelle Absprache mit dem SB zu treffen, daß du dich zunächst nicht auf ZAF-Stellen zu bewerben brauchst, etwa weil du ansonsten gute Chancen auf den Erhalt einer regulären Arbeitsstelle hättest. Ob er/sie sich darauf einläßt, bleibt freilich abzuwarten - vermutlich eher nicht.
 

das finchen

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Ok danke Fritz fleissig, dann weiss ich Bescheid!
 

Holger01

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Ich habe nach diesem Termin einen EGV-Entwurf in der Hand in dem die Rahmenbedingungen der Vermittlung stehen.
Ich finde es ungewöhnlich, dass die 20-%-Regel gleich in der ersten EGV steht.
Immerhin ist dies sowieso gesetzlich geregelt.

Manchmal nimmt SB aber auch Bedingungen auf, die gesetzlich nicht geregelt sind und die dich unangemessen benachteiligen.

Magst du deine EGV mal anonymisiert hier einstellen?
Dann könnten wir sie auf eventuelle Fallstricke durchsehen.

...
 

das finchen

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Hallo Holger 01,
ich habe heute meine neue EGV bekommen und sie in meinem Themen-Thread gepinnt. Ich wollte den nicht sprengen und daher habe ich einzelne Fragen hier "ausgelagert". Dort steht aber nichts von 20% und in der alten auch nicht.
Das hat mir die damalige SB mündlich gesagt.

Unter die 50km komme ich nicht. Dafür ist es wahrscheinlich auch zu ländlich...

Viele Grüße
fi
 
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